wer spielt live mit click im ohr

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Wir machen Prog Metal und finden keinen Keyboarder. Deswegen gibt's eben Samples vom MP3-Player auf einer Seite vom Wave-File. Auf der anderen läuft ein programmierter Click mit, den nur der Drummer hört. Über fehlenden Groove müssen wir uns keine Gedanken machen. Spätestens im Studio sollte doch sowieso jeder mit Timing klar kommen. Der Click ist musikalischer Verbündeter, kein böser Feind!

Und gerade im Symphonic Metal und Prog Metal spielen die meisten Bands mit Click, weil viele trotz Keyboarder noch Samples dabei haben.
 
lesxiphos
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Seit einigen Monaten spielen wir fast alle Songs Live und bei den Proben auf Klick. Alle bis auf unsere Leadsängerin haben ein Inearsystem. Die Qualität unserer Musik ist seitdem deutlich besser geworden, alles klingt viel tighter und auf den Punkt. Besonders Einsätze und Breaks während den Songs. Wir werden nicht mehr ohne spielen ;)
 
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Beispiele ?
wenn ein song 90bpm hat .. dann sind es 90.. das ist ein fester wert! Musik kann man leider Mathematisch erklären ;)

Seit wann sind Tempovariationen eigentlich eine musikalische Sünde geworden. Ich spiele regelmäßig Stücke wo accel. und ritardando regelmäßig vorkommen und Drummer bewusst Tempi variieren. Ein Song ist nur bei fest 90 BPm seit es modernes Producing gibt und Kopfhörer mit Klick gibt. Natürlich und menschlich ist es aber nicht, in der Natur des Menschen sind eben auch Tempovariationen verankert. Wozu brauch ich denn einen Drummer der versucht wie ein Drumcomputer zu spielen.

Ich übe regelmäßig mit Klick und auch die verrücktesten Sachen, aber dann ist der Klick auch mit "Mitmusiker" und hörbar.

Ich finde es vollkommend ok wenn manche Bands aus diversen Gründen live mit Klick spielen wollen. Aber ich möchte hier dennoch mal in Erinnerung rufen, dass das Klick ein erfundenes musikalisches Hilfsmittel ist und eine rein mechanische Sache ist, die wenig mit dem eigentlich menschlichen Sinn und Empfinden zu tun hat. Für mich ein reines Übungsgerät und wenn es eben gar nicht anders geht (Producing, Samples etc.)

Musik kann man mathematisch erklären? Man kann sich dem durch Mathematik dem annähern würde ich sagen
 
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Seit wann sind Tempovariationen eigentlich eine musikalische Sünde geworden. Ich spiele regelmäßig Stücke wo accel. und ritardando regelmäßig vorkommen und Drummer bewusst Tempi variieren. Ein Song ist nur bei fest 90 BPm seit es modernes Producing gibt und Kopfhörer mit Klick gibt. Natürlich und menschlich ist es aber nicht, in der Natur des Menschen sind eben auch Tempovariationen verankert. Wozu brauch ich denn einen Drummer der versucht wie ein Drumcomputer zu spielen.

Richtig, da hast du völlig recht. Aber darum ging es mir eigentlich nicht (da wurde ich ja glaub ich zitiert von Jean). Eher um das was zwischen Anfang und Ende des Taktes passiert. Stichwort mathematisch betrachtet unendlich viele Möglichkeiten wo man einen Schlag zwischen zwei Metronomschlägen positioniert.
 
siebass
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... Eher um das was zwischen Anfang und Ende des Taktes passiert. ...
jo, das ist das, was ich für mich als 'microtiming' bezeichne. und da haben sich (nicht nur bei mir) ware überaschungen aufgetan.
horst
 
pitsieben
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Es ist doch ganz einfach:
Gewollte Tempoänderungen sind ein stinknormales und probates Stilmittel.
Ungewollte führen dazu, dass eine Band kacke klingt.

Und ob das alles nun mit oder ohne Klick erreicht wird, ist jeder Band selbst überlassen. Es ist auf jeden Fall viel schwerer, ohne Klick gut und tight zu spielen als mit Klick und wer das mit Klick eben besser hinbekommt soll ihn unbedingt verwenden.

Wir brauchen ihn. Und habe einen riesen Respekt vor Bands, die ganz ohne Klick grooven und gut zusammen spielen.
 
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Wer brav mit Metronom übt, hat später weniger Hickhack und kann damit auch ungeachtet der Spieltechnik auf höherem Niveau spielen. Ich kann mir vorstellen, dass die Jungs von ACDC ziemlich Click-erprobt sind.
 
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Wer brav mit Metronom übt, hat später weniger Hickhack und kann damit auch ungeachtet der Spieltechnik auf höherem Niveau spielen. Ich kann mir vorstellen, dass die Jungs von ACDC ziemlich Click-erprobt sind.

Question: This may be a silly question, but with the drums did they use a click? And to get hypothetical, would you if you were doing it now?

TONY: No clicks, just good players. AC/DC have their own click track – he’s called Phill Rudd!!

Das ist ein Auszug aus einem Interview mit dem Typen, der die in den frühen 80ern aufgenommen hat.
Das muss natürlich nicht heißen, dass die nie nach Metronom gespielt/geübt haben, also nicht "Click-erprobt" sind, wie du es nennst.
Bei den Sessions mit Tony Platt und live mit Rudd jedenfalls nicht.

Rudd klingt im Gegensatz zu Slade und Wright auch nicht nach Clicktrack...wie immer ich das auch schon wieder meine...der klingt einfach wie 'ne gut geölte Maschine.

Für Interessierte...nett zu lesen:

http://www.solodallas.com/recording-back-in-black-the-album-interviews-with-tony-platt/
 
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Ich glaube man kann schon erkennen, dass es in meinem Beitrag gar nicht um ACDC ging ... ;)
 
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;) Kein Ding. Ich hätte auch die überaus talentierte Ukulelistin Lotte Müller-Hendrichs erwähnen können. Die kennt nur keiner und deshalb wäre der Vergleich ins Leere gelaufen.
 
pitsieben
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Die kann ohne Klick allerdings gannix...:D
 
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Ich spiele Gitarre, jedoch in keiner Band. Wenn ich übe, dann ohne Klick.
Wenn ich mich aufnehmen will, brauchts natürlich eine Taktvorgabe, aber da ich immer ohne Klick übe, komme ich damit nicht so recht klar, weil ich das nicht gewohnt bin. Mein Gitarrenspiel wird dann genau so langweilig und regelmässig, wie das Metronom vor sich hin klickt^^

Wenn ich aber ein kurzen Drumloop programmiere, anstelle eines Metronoms, zu dem ich dann spiele, damit komme ich viel besser klar. Ich spiele automatisch lebendiger. Man kann den Drumloop ja schon passend zum Song gestalten, und man kann zB auch Refrain, Bridges etc mit einem markanten zB Beckenschlag ankündigen, damit man die Wechsel nicht verpasst^^. Ich finde das vereinfacht vieles beim spielen, und ich bin nicht so verkrampft, wie wenn ich einfach nur ein CLIC - clic - clic - clic - CLIC - clic - clic - clic höre:)
 
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In einer meiner Bands haben wir um Zuge der Vorbereitung für Album-Aufnahmen viel mit Klick geprobt. Es hat sich dann aber beim Aufnehmen gezeigt, dass manche Stücke mit Klick nicht funktionieren. Es war sogar so, dass der erfahrene Recording-Mann in der Produzentenrolle uns erst wieder davon abbringen musste, diese Stücke mit Klick zu spielen. Sie haben einfach absichtliche Temposchwankungen, auch wenn diese Absicht immer intuitiv war. Wir haben zum Beispiel ein Stück, bei dem ein wiederkehrender Part am Ende "ausläuft". Das geht auch live, wir müssen eben alle gut auf uns hören und ggf. deswegen einen längeren Monitor-Soundcheck einplanen. Andersrum gab es aber auch Stücke, bei denen der Klick durchaus geholfen hat. Es hat sich aber gezeigt, dass das aufeinander hören sehr leidet, wenn alle primär auf den Klick hören und damit weniger auf den Drummer.

Das sind nun natürlich keine Erfahrungen zu live mit Klick, aber im Wesentlichen verleitet es mich zur Aussage: Hängt von der Musikrichtung ab – und manchmal sogar innerhalb dieser vom Musikstück!

Unser Drummer ist eigentlich ein ganz gutes Uhrwerk. Das einzige, was wir uns überlegen könnten, ist ein optisches Metronom beim Einzählen zu verwenden. Manchmal werden Stücke doch zu flott oder zu lahm und da der Drummer eben ein Uhrwerk ist, bleiben die dann auch so das ganze Stück über.

Was auch immer man vom Klick live hält, man sollte auf jeden Fall mal versuchen, mit Klick zu proben. Dann erkennt man nämlich erst, ob man schwankt – weil man schwanken will, oder weil man es nicht richtig hinkriegt.

Am eigenen Timing sollte man sowieso immer arbeiten. Wenn das Metronom zur Krücke wird, heißt es: Üben. Sag ich mal so und lese es selber nicht so gern. :rolleyes:

Grüße
Schwob
 
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einer meiner lieblingssongs ist Here I Go Again...
in der Version von 1982 eiert die Band auch noch ein Wenig rum ( übriges irgendwas zwischen 83-96) :


auch wenn diese Version für viele Fans noch die echte ist .... so gewinnt die 1987er einfach an drive:



:igitt:OH - MEIN - GOTT!!

Diese US-Radio-Version eines eigenen Klassikers (auch ein Favorit von mir) ist ja wohl das grauenhafteste, was Whitesnake je verbrochen haben. Über die emotionale Tiefe der Urversion müssen wir da nicht mal reden. Die 1987-Album-Version mag ich fast noch lieber (meine Zeit halt ;-)), die drückt dann schon sauber ab und ist eben eine modernisierte, härtere Variante des alten Songs (aber immer noch mit ausgedehntem Balladen-Vorspiel). Die europäische Single war schon so la-la (Vorspiel gekürzt), aber das hier kannst Du nicht ernsthaft mit "Drive" meinen. Alles zugesülzt mit Keyboards, selbst die Gesangslinien verstümmelt, um alle ungebührlichen Coverdale-Lustschreie und Blues-Reste zu tilgen, die Gitarren kaum noch existent - nee nee nee...

Ich war jetzt selber nie ein Freund des Live-Clicks, aber das hatte halt mit unserer Musikrichtung zu tun. Und ich sehe natürlich auch, dass das bei anderer Musik (wie zB der mal erwähnten NDH-Kiste) schon fast Pflicht ist.

Die Vorstellung eines nicht variierten, durchgehenden Tempos ist allerdings keineswegs Gemeingut, weder musikhistorisch noch in anderen Musikkulturen. Dort wird das Thema doch oft viel freier behandelt. Ich denke auch nicht, dass Groove nur durch exaktes Tempo entsteht - eher durch gutes Timing, was aber keineswegs das gleiche sein muss, wie ich finde. Es gibt durchaus Bands, die fast bei jedem Song gemeinsam anziehen, aber eben gemeinsam - und dabei grooven wie die Hölle.

Ich selber finde einen Klick zum Üben sehr sinnvoll - schließlich muss man Timing trainieren und lernen -, aber zum eigentlichen Musikmachen unerträglich. Ich käme mir dabei einfach zu fremdgesteuert vor, in einem Bereich, wo ich mich eigentlich fallen lassen und mit meinen Bandmates musikalisch kommunizieren will. Im Studio tüfteln ist natürlich was anderes, da hat der Click wieder seine Berechtigung. Aber ehrlich gesagt sind meine meistgehörten CDs Live-Alben...

Das ist jetzt natürlich total unprofessionell und altmodisch, aber ich darf das, da ich reiner Hobbymucker bin :D.

Gruß, bagotrix
 
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Wir spielen nur noch mit Click. Anfangs wegen Samples, aber inzwischen haben wir die bei ein paar Songs rausgeschmissen und lassen trotzdem das Click laufen. Das bringt einfach eine Sicherheit, auf der man aufbauen kann. Das hat für uns auch nichts robotermäßiges, man darf ja trotzdem grooven. Und die Steigerung zum Refrain, wo man "einfach ein bisschen schneller werden MUSS" wirkt viel stärker, wenn das Tempo konstant ist.
 

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