Widerstände bei der Verfolgung musikalischer Wege

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Hallo mal wieder! :)

Beim Lesen der aktuellen Threads kam mir wieder mal der Gedanke, welche Probleme es doch auf dem Weg zum Hobby oder zu einer ernsteren Beschäftigung mit dem Thema "Musik machen" und zu eigenen Instrumenten immer wieder mal gab.

Bei mir war das so:

Zuerst blockten die Eltern meinen Drang, mich mit Hilfe eines Musikinstrumentes auszudrücken bzw. das zu lernen:

"Was willst Du mit einem Instrument? Du kannst Doch gar nicht spielen."

Hatte ich später und finanziell auf eigenen Füßen stehend für meinen großen Wunsch endlich genügend eigenes Geld zusammensparen können, gab es das Problem der Beschaffbarkeit.
Zu DDR-Zeiten war es kaum möglich, einfach ein Musikaliengeschäft zu betreten und z.B. eine akustische Gitarre zu kaufen.
Selbst im sonst sehr gut versorgten Berlin ging das nicht.
Wie oft mußte ich mich im "Takt und Ton" in der Berliner Rathauspassage am Alexanderplatz belächeln lassen, wenn ich nach einer Gitarre fragte...
Die bekannt guten Instrumente aus Markneukirchen waren sehr gefragt - und daher Mangelware.
So wechselten gerade Gitarren oftmals gebraucht den Besitzer, wenn der Verkäufer glücklich an etwas Besseres gekommen war.
Allein in der Brandenburger Bäckerstraße sah ich Mitte 80er Jahren mal einige Gitarren im Schaufenster (!) hängen und man konnte sie sogar ohne Umstände kaufen.
Das war damals soetwas wie ein Sechser im Lotto!

Dann gab es natürlich immer wieder finanzielle Hürden zu überwinden.
Die Nachbarn sollten nicht belästigt werden und auch die Freundin stand meinen Vorhaben zunächst skeptisch gegenüber.
So fand irgendwann in den 80ern mal eine gebrauchte und recht mitgenommene ET-3 Transistororgel von Vermona für das Doppelte eines damals üblichen Monatslohnes vorübergehend den Weg zu mir.
Die Brandspuren abgelegter Zigarretten "zierten" einige der oberen Tasten. :mad:
Ich hab noch immer "Like a Hurrican" im Ohr, welches ich damals mal auf ihr spielte.
Wo die wohl geblieben ist...?

Wie oft schlich ich dann nach der "Wende" in den Geschäften um die hochwertigen und sehr teuren Keyboards mit den ach so vielen Tasten herum und konnte mir lange nicht vorstellen, dass das das Richtige für mein großes Wollen und mein bescheidenes Können sein solte...
Und entschied mich dummerweise immer wieder für eine kleinere, billigere "Lösung", die dann wegen ihrer Beschränktheit natürlich recht schnell uninteressant wurde.

Bis ich dann Ende der 90er allen Mut (und alles Geld) zusammennahm und bei einem Sonderangebot in Berlin-Zehlendorf zuschlug: ein PSR-630 als Vorführmodell mit Netzteil für 1500 DM (Neupreis ohne Netzteil damals: 1699 DM).
Es blieb nicht das letzte - inzwischen habe ich daneben auch einige deutlich anspruchsvollere und hochwertigere Keys (alle gebraucht erworben) - aber von allen dasjenige, welches mir durch seine Vielseitigkeit, Transportabilität und gute Sounds bis heute die meißte Freude bereitete und bereitet.

Dann übte man (ich) und übte - und merkte frustriert, dass es irgendwie nicht mehr weiterging.
Nun kam, eigentlich auf Drängen einer Cousine, der erste richtige Unterricht: zusammen mit zwei anderen Musikbegeisterten im Gruppenunterricht.
Immer zwei übten mit Kopfhörern an grausigen Kawai-Tischhupen , einer spielte laut vor, was uns beigebracht werden sollte.
Unser Lehrer, eigentlich ein altgedienter Profi-Gitarrist einer seinerzeit bekannten DDR-Band, war wirklich hart im Nehmen.

Alle hatten wir uns bei der Frage, ob Klavier- oder Keyboard-Unterricht, spontan, aber wohl richtig, für das Klavier entschieden.
Was der Keyboarder kann, kann der Klavierspieler wohl auch noch lernen.
Aber was der Klavierspieler kann, lernt der Keyboarder wohl nimmermehr.
So dachten wir wohl. Irgendwas ist ja auch dran, oder?

Nach zwei Jahren war Schluss.
Mit dem Geld. Mit dem Vorwärtskommen.
Und damit auch mit der Lust.

Zwischenzeitlich gab es mal ein Intermezzo ;) in einer der vielen Garagenband's, die vor einigen Jahren überall wie Pilze aus dem Boden schossen.
Über leidenschaftslose und handwerklich schlecht nachgemachte, dafür aber um so lautere Musik, das Aneinandervorbeispielen, das Leeren von Flaschen und Füllen von Aschenbechern (hust) mit anschließendem Showdown in Form sinnloser Streitereien ging es letztendlich nicht hinaus.
Das war definitiv nicht meine Welt.

Hier traf ich allerdings einen anderen Einzelgänger, mit dem zusammen ich in der Folge einige schöne und laute Abende bei stundenlangen gemeinsamen Improvisationen im heimischen Musikzimmer verbrachte.
Da gab es geniale Augenblicke! :)
Das hat sich inzwischen aber leider auch verlaufen.
Es gab dann andere Prioritäten. Wie z.B. Familie.

Nun also wieder daheim im eigenen Stübchen.
Spontan und unregelmäßig.
Aber nicht zuletzt dank des Unterrichts auch auf höherem Niveau.
Und immer mit viel Spass.

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