Mutmacher für späte Anfänger!

von joek71, 08.07.19.

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Casio
  1. joek71

    joek71 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.19   #1
    Was mich vor drei Jahren darauf gebracht hat, im Alter von 45 Jahren das Klavierspielen lernen zu wollen, kann ich nicht eindeutig beantworten. Es ist wohl eine Kombination verschiedener, Jahrzehnte auseinander liegender unterschiedlicher Eindrücke: Ein Baustein war gewiss der Musikunterricht, der an meiner Schule viel zu wenig erteilt wurde, nämlich nur in den Jahrgangsstufen 5 und 6. Wenn sich der Lehrer an den Flügel im Muskikraum setzte, ging im Raum die Sonne für mich auf. Besagter Lehrer war wohl ein recht bekannter Komponist zeitgenössischer Musik, was mir allerdings erst viel später bewusst wurde. Der Klang des Instruments war und ist für mich ein Erlebnis. Ich schaue häufig und gerne Spielfilme. Hier wird vor allem bei weniger kommerziellen Produktionen häufig statt eines Orchesters ein Pianist und Komponist engagiert. Wie dabei oft mit sehr einfachen Mitteln, Stimmungen erzeugt werden, hat mich immer gefangen genommen. Favoriten, die ich spontan abrufen kann, sind „Wiegenlied für eine Leiche“, „Alles eine Frage der Zeit“ und „American Beauty“(ja, doch alles eher kommerziell ;)). Das sind eigentlich sehr diffuse Beweggründe, mit so etwas Komplexem, Zeitintensivem und Teurem wie dem Klavierspielen anzufangen.

    Vieles mehr sprach rational dagegen:

    1. Ich habe einen Hörschaden. Auf einem Ohr habe ich 50% Hörverlust aufgrund einer Erkrankung in früher Kindheit. Ob ich damit einem musikalischen Hobby nachgehen könnte, war für mich lange fraglich. Eine ausführliche Internetrecherche hat jedoch ergeben, dass das kein wirklicher Hinderungsgrund ist.

    2. Mein Alter: Mit 45 ein Instrument lernen, geht das überhaupt? Auch hier habe ich google befragt und da ist das Ergebnis immer noch wohlwollend, aber nicht ganz so eindeutig bestärkend wie bei dem Hörschaden: Versuche mit musikalischer Förderung in hohem Alter haben gezeigt, selbst bei über 80jährigen werden immer noch neue Synapsen geschaffen. Schon wenige Sitzungen reichen dafür aus. Musikunterricht beugt Demenz vor. Aber: Kinder lernen Instrumente anders als Erwachsene. Sie bleiben zwar anfangs aufgrund der weniger rationalen Herangehensweise zurück, aber sie verinnerlichen das in der Kindheit Gelernte viel stärker als im Erwachsenenalter neu Gelerntes.

    3. Gab es bei dem oben erwähnten Musiklehrer noch ein traumatisches Erlebnis: In der Grundschule habe ich immer gerne und wohl vor allem laut im Chor mitgesungen. Dass andere Kinder für die Soli ausgewählt wurden, beunruhigte mich zwar, aber nicht sehr. Hören konnte man mich doch gewiss auch so! Als es in der 5. Klasse auf der weiterführenden Schule dann hieß, dass noch Mitglieder für den Schulchor gesucht würden, habe ich mich freudig gemeldet. Wer Interesse habe, solle einfach am Ende der Stunde dableiben. Gesagt, getan. Am Klavier spielte der Lehrer dann „Bruder Jakob“ und forderte uns einzeln zum Mitsingen auf. Ich war als Letzter an der Reihe, und wurde nach meinem Vortrag dann leider von allen dagebliebenen Mitschülerinnen laut ausgelacht. Selbst der Musiklehrer musste sich sein Schmunzeln arg verkneifen. Ab da ging ich mit der Überzeugung durchs Leben, vollkommen unmusikalisch zu sein.

    4. Ich konnte keine Noten lesen. Alles was ich im Musikunterricht gelernt hatte, war, im Violinschlüssel das c‘ zu erkennen und die Tonleiter. Der Rest ergab sich durch bloßes Abzählen. Ob man das noch nachholen kann? Erschien mir alles höchst fraglich!

    Aber: An einem Tag vor etwas mehr als drei Jahren habe ich aber in der Zeitschrift ct von Skoove gelesen, einer Onlineklavierschule. Hier kann ich ganz alleine für mich lernen, Klavier zu spielen, ohne das Risiko verlacht zu werden. Echt? Tolles Ding! ABER… alles, was Ihr oben gelesen habt, wurde wieder in meinem Kopf abgerufen. Dennoch: der Artikel wurde von mir eigentlich nur zur Kenntnis genommen, blitzte aber über Wochen hinweg immer wieder in meinem Gedächtnis auf. Zwei Monate später meldete ich mich schließlich mit einem Testzugang dort an.
    Das Prinzip schien mir bestechend einfach: Es werden die Noten für die Hände jeweils einzeln vorgegeben. Werden die richtigen Noten gespielt, wandert ein Balken weiter zur nächsten Note. Nachdem beide Hände einzeln gespielt worden sind, sind sie dann synchron gefragt. Einzige Voraussetzung außer PC mit Internetzugang: Ein mit der Anwendung kompatibles Keyboard. Nach kurzer Recherche fand ich ein passendes gebrauchtes Casio-Keyboard für 100 EUR auf einem großen Kleinanzeigenportal. Aber Himmel: Es dauerte noch drei Tage, bis das ankommen sollte! Also habe ich die ersten Testlektionen immer und immer wieder mit den Fingern auf dem Tisch trommelnd durchexerziert, bis das Keyboard da war. Als das Keyboard dann endlich angekommen war, hechtete ich durch die ersten Lektionen, stieß aber bald an Grenzen, die mir unüberwindlich erschienen. Das kostenpflichtige Vollabo von Skoove war ganz schnell abgeschlossen, aber wann werde ich endlich diese komischen schwarzen Tasten benutzen dürfen? Gibt es eigentlich wirklich nur 4/4 Takt? Wie oft muss ich eine Hand fehlerfrei spielen, bevor ich zur nächsten Hand wechseln darf, bzw. versuchen darf, synchron zu spielen. Wie oft muss ich es synchron hinbekommen haben, bevor ich in der Lektion voranschreiten darf? Wer achtet eigentlich auf die passende Lautstärke, Betonung und Artikulation während meines Spiels (Die Frage konnte ich mir noch nicht wirklich stellen, aber es war mir klar, dass Klavierspielen mehr sein muss, als die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt zu drücken!). Wieso sehen die Noten zu den Stücken, die ich spiele, wenn ich sie im Netz suche, ganz anders, also viel schwerer zu spielen aus?

    Meine Freundin hat mich letztendlich davon überzeugt und darin bestärkt, dass mir bei der Lösung dieser Fragen nur ein Klavierlehrer oder eine -lehrerin helfen kann. Recht schnell habe ich am Ort jemanden gefunden. Mir wurde der „Heumann: Klavierspielen, mein schönstes Hobby“ ans Herz gelegt und als erstes Übungsstück, nachdem man mein „Können“ gehört hatte, wurde mir „When the Saints Go Marching in“ als Aufgabe nach Hause gegeben. Mit viel Elan legte ich los und merkte schnell, dass es vieles gab, das ich im Netz nie hätte lernen können: Lautstärkeunterschiede zu spielen, den Unterschied zwischen Legato, Portato und Staccato und vor allem dieses vermaledeite Ding namens Takt…

    Gerne berichte ich bald mehr von meinen Fortschritten Aber ich möchte niemanden mit meinem überlangen Beitrag ermüden, also ist hier erst einmal Schluss

    Was Ihr in einer nächsten Folge lesen könntet: Kann ich das überhaupt noch? Überwinden von Selbstzweifeln. - pianissimo, fortissimo und alles dazwischen, das geht doch nicht mit einem Keyboard - Heumann? ist er nicht böse, böse, böse? - Auf der Suche nach einem geeigneten wirklichen Einstiegsinstrument - Erste Verzweiflung, wenn es mit einem Stück nicht klappen will - Ist der Lehrer Schuld?

    Habt Ihr Detailfragen? Vielleicht werden sie in der nächsten „Folge“ beantwortet. Wenn es nicht auf meinem Plan steht, kommt es so vielleicht da hinein, oder ich beantworte sie nebenher. Also nur zu!
     
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  2. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 08.07.19   #2
    Hallo und willkommen im Musiker Board!

    schön, dass Du musikalisch am Ball geblieben bist - immer noch auf dem gebrauchten 100 EUR-Casio unterwegs?

    Gruß Claus
     
  3. joek71

    joek71 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.19   #3
    Nö, mittlerweile sind es ein Digitalpiano wenn ich ein Stück ganz neu einstudiere oder nach 20:00 Uhr üben möchte und ein U3 für den vollen Klang. Aber den Weg dahin will ich mir noch für spätere Beiträge aufsparen. Also pssst;).
     
  4. melmac

    melmac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.19   #4
    @joek71: Viel Erfolg und vor allem viel Spaß beim Lernen und Spielen!

    Es ist nie zu spät, und wenn in einem etwas schlummert oder sogar brennt, dann sollte man tunlichst auch auf dieses Gefühl hören (und eben nicht auf den Verstand - der hat ja eh keine Ahnung!)
     
  5. Asterixa

    Asterixa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.19   #5
    Ein sehr schöner Beitrag, @joek71. :) Ich habe mein Leben lang versucht, Klavierspielen zu lernen, aber ich kann es immer noch nicht. ;) Dann in schon sehr fortgeschrittenem Alter kam das Saxophon, und das Klavier war wieder vernachlässigt. Zwar kann ich ein paar Liedchen auf dem Klavier klimpern, aber das richtige "Spielen" - sprich: die Noten sehen und das Stück ist da - ist immer noch recht schwierig. Und nur bei sehr einfachen Stücken möglich. Trotzdem klimpere ich immer mal wieder auf dem Digitalpiano rum (ich hätte so gern einen Flügel, aber das wäre ja wirklich absoluter Unsinn, wo ich noch nicht mal richtig spielen kann) und habe Spaß daran. Momentan habe ich auch eher einen Onlinelehrer, aber zwischendurch hatte ich - allerdings aus den verschiedensten Gründen immer nur sehr kurz - "richtige" Lehrer, und die haben mir auch einiges erklärt, was ich online sicher nicht hätte lernen können. Nur hatte ich nie die Zeit, mich richtig hinter das Üben zu klemmen. Wenn ich jetzt mit dem Saxophon mit den Grundlagen weiterkomme, hoffe ich, dass ich dann auch auf dem Klavier einfach so Akkorde spielen kann, ohne Noten. Denn ich hänge sehr an den Noten und kann auch auf dem Klavier ohne Noten praktisch nichts spielen.

    Aber es ist wirklich schön zu lesen, wie enthusiastisch Du bist und wie viel Spaß Du hast, trotz diverser Einschränkungen und Bedenken. Ich kann nur sagen: Musik ist aus meinem Leben nicht wegzudenken, und auch wenn ich keine große Musikerin bin und auch keine mehr werde, auf keinem Instrument, ist das, was die Musik mir gibt, durch nichts anderes zu ersetzen. Deshalb weiterhin viel Spaß und danke für diese nette Ermunterung für alle, die erst später mit der Musik anfangen und vielleicht Bedenken haben, ob das denn überhaupt geht. :)
     
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  6. joek71

    joek71 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.19 um 18:49 Uhr   #6
    So, hier kommt Teil 2 meines Mutmachers.

    Mit „When the Saints…“ habe ich mich damals wohl so zwei bis drei Wochen beschäftigt. Es war nicht ganz zu Beginn des Lehrbuches von Heumann: „Klavierspielen, mein schönstes Hobby!“, sondern vielleicht das 5. der 6. Übungsstück. Dieser Umstand ließ mich zumindest in dem Glauben, dass ich bei meiner Onlineklavierschule schon etwas erreicht hätte. Schon bald wurde ich aber auch darüber belehrt, dass anderes schon grundlegend in die falsche Richtung gelaufen war.

    Nach den wenigen Wochen kam es nämlich zum nächsten Übungsstück, der Musette. Hier glaubte ich mich schon weit vorne, weil ich dasselbe Stück schon auf skoove gespielt hatte. Für mich beinhaltete es als unerhörte Herausforderung sogar Achtelnoten, die ich - meinem damaligen Empfinden nach - wahnsinnig schnell spielen sollte. Könnt Ihr Euch einen kleinen, nicht gerade bewegungsbegabten Jungen vorstellen, dem man an einem seiner ersten Tage auf dem Sportplatz sagt, er solle die 50 m, also bis da hinten, wo der Zeitnehmer stehe, so schnell laufen wie er nur könne? Und er gibt alles! Am Ende wundert sich der Übungsleiter, dass beim kleinen Jungen noch alle Knochen am gleichen Platz sind. Ähnlich erging es wohl meiner Klavierlehrerin, deren Idee das mit dem Tempo im Übrigen nicht war. Sie machte sich allerdings weniger Sorgen um meine Knochen, als um ihr Instrument. Denn den Unterschied zwischen fest und schnell kannten meine Finger noch nicht und ich hatte dermaßen auf die Klaviatur gehämmert, dass sich die letzten Fingerglieder beim Anschlag unter dem entstehenden Druck deutlich von mir wegbogen. Meine Lehrerin hat wirklich eine Engelsgeduld, aber hier wurde sie das erste und bislang einzige Mal ungehalten und bat mich eindringlich um mehr Kontrolle. Eine Bitte, der ich etwas beschämt aber folgsam nachkam.

    Ungefähr um die Zeit interessierte ich mich schon für ein höherwertiges Instrument. Mein Casio-Keyboard klang im Vergleich zum Digitalpiano meiner Lehrerin schrecklich. Das Tastengefühl war ein grundlegend anderes als bei einem Klavier oder Digitalpiano. Man kann das vergleichen mit einer Einwegplastikgabel, welche dem Niveau der Keyboardtastatur entspricht und einer Gabel aus einem hochwertigen Besteck. Es ist ein vollkommen anderes Gewicht, anderes Gefühl und auch eine andere Wertigkeit damit verbunden. In puncto Haptik wollte ich also definitiv etwas anderes. Dem Klangproblem konnte ich etwas abhelfen. Ich schloss das Casiokeyboard für eine Weile zum Üben an meinen Mac an und wählte eines der Grand Piano Samples von Garageband für die Klangwiedergabe aus. Das hörte sich schon deutlich besser an als der piepsige native Sound des Keyboards selbst. Dann ist man natürlich von der Qualität der Lautsprecher, die angeschlossen sind, abhängig. Aber selbst meine zugekauften Aktivlautsprecher am Mac klangen deutlich besser als die internen Lautsprecher des Keyboards. Kann ich ein günstiges Keyboard trotzdem empfehlen? Bedingt! Für mich war es ein idealer, weil sehr günstiger Einstieg. Denn ich wusste nicht, wie lange ich bei meinem neuen Hobby bleiben würde, war immer misstrauisch gegenüber dem eigenen Enthusiasmus und bekam so eine Möglichkeit für relativ kleines Geld in das Klavierspielen einzusteigen. Nach den wenigen Monaten, die ich das Keyboard genutzt habe, konnte ich es, da es sich wenigstens um ein Markengerät handelte und vielleicht auch, weil es auf einer Liste der mit Skoove kompatiblen Geräte stand, für den Preis, zu dem ich es erstanden hatte auch wieder verkaufen. Meine erste Lektion in Sachen Instrumentenkauf bestand also daraus, wenigstens einen halbwegs namhaften Hersteller auszuwählen. Jedoch war ich trotzdem immer wieder in Versuchung ein paar Euro zu sparen. Aber dazu später mehr.

    Bald wollte ich aber auch richtige Klaviertasten fühlen und nicht nur 61, sondern 88 Töne erzeugen können. Ein Kollege, der Bass und Gitarre spielt, hatte mich auf dieses Forum aufmerksam gemacht und ich nutzte ausschließlich passiv die vielen Threads zum Thema Einstiegsinstrument. Für mich war klar, dass es ein Digitalpiano werden sollte. Ein Klavier kam immer noch nicht in Frage, weil ich mir immer noch nicht sicher war, ob ich lange genug bei der Stange bleiben würde. Hier kristallisierten sich Yamaha P-45 und Roland FP 30 als Favoriten der Diskussionsteilnehmer heraus. Mir stand der Sinn jedoch nach etwas, was mehr wie ein Klavier wirkte, also einen festen Korpus hatte. Außerdem wollte ich die Pedale fix am Instrument haben, sodass sie nicht herumrutschen konnten. Beides erfüllte meiner Meinung nach das kleinste Digitalpiano von Yamaha das YDP143. Ich habe mich nicht dazu durchringen können, dem Tipp zu folgen, den die erfahrenen User hier am häufigsten geben: Spielt das Instrument Probe, lasst Euch Zeit, vergleicht viele Instrumente. Für jemanden, der ganz am Anfang steht, sind das keine tauglichen Hinweise. Mittlerweile bin ich, allerdings nur nach gehörten und gesehenen Testvideos, der Meinung, dass das FP-30 im Klang überlegen ist. Außerdem kann man einen festen Korpus auch zum FP-30 dazu kaufen, womit dann auch die Pedale einen festen Platz finden. Die Tastatur des 143 ist ein Riesenschritt nach der Tastatur des Casiokeyboards. Wenn man aber höherwertige Tastaturen kennt, bspw. die des eine Nummer größeren Modells 163, weiß man auch, dass die Tastatur des 143 schon mal klappert, wenn man kontrolliert ( :-) !) kraftvoll anschlägt und dass dessen Tastatur schwammig ist, die Tasten also - wie ich finde - seitlich zu viel Spiel haben.

    Weshalb kann man das als absoluter Anfänger nicht herausfinden? Wie alles hier ist das, was folgt, rein subjektiv. Aber ich war damals froh, ein zwei Übungsstücke für mich alleine auf die Reihe zu bringen. In einem Musikaliengeschäft, wenn der Verkäufer, der in der Regel das Instrument beherrscht, zuhört und andere Kunden anwesend sind, so mutig zu sein, mit dem vielleicht 60 sekündigen Übungsstück, das man so gerade beherrscht solange in die Tasten zu gehen, bis man wirklich einen Eindruck hat…das traute ich mir nicht zu. Als Spätanfänger strotzt man üblicherweise nicht vor Selbstbewusstsein und bietet nicht gerne dar, was man so alles nicht kann. Einen kontrolliert kraftvollen Anschlag hatte ich damals überhaupt nicht in Reichweite, konnte also auch nicht abschätzen, welches Verhalten der Tastatur als normal zu werten gewesen wäre. Statt also als Anfänger alles Mögliche an Instrumenten zur Probe zu spielen, empfehle ich, dass Ihr jemanden mitnehmt, der das Instrument gut beherrscht und dem Ihr vertraut. Ihn lasst Ihr unterschiedliche Instrumente, die für Euch in Frage kommen zur Probe spielen und verlasst euch auf seine Empfehlung. So jemanden kannte ich damals noch nicht (Meine Lehrerin gab mir nur den Rat ein Instrument mit Holz(-kern)tasten zu kaufen, aber da wurde es für mein Empfinden schon unerschwinglich) und habe deswegen das YDP-143 online und neu erstanden. Letztlich hätte man sicher schlechtere Entscheidungen fällen, aber auch für den gleichen oder einen nur unwesentlich höheren Betrag besseres bekommen können.

    Im nächsten Teil werde ich bestimmt beantworten, ob der Heumann böse, böse böse ist, schildern, was Klavierunterricht so grauslig und so schön macht und von ersten Erfolgserlebnissen berichten. Das heute war ja eher so: „Hrmpf…Macht der das wirklich gern?"
     
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