Wie fängt man an, ein Song zu schreiben?

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Hallo,

ich bin ein absoluter Neuling beim Songwriting (instrumentale Musik, kein Songtext). Mich würde interessieren womit man beim Schreiben eines instrumentalen Songs überhaupt anfangen soll. Es heißt ein guter Song ist als solches zu verstehen, welches man nachpfeifen kann. Muss also zumindest ein potenzieller Ohrwurm sein.
So wie es verstanden habe, gibt es 2 Wege. Erster Weg. Man bewegt sich in einem bestimmten Tonleiter, sucht sich lieblings Akkorde aus und konstruiert man daraus eine Melodie. Der zweiter Weg wäre, man denkt sich erstmal eine Melodie im Kopf aus und überträgt diese später auf ein Tonleiter, welches man für die Melodie als die richtige hält. Stimmt es so? Mir wäre die zweite Variante am liebsten. Weil man beim ausdenken einer Melodie, grenzenlos bewegen kann und sich nicht durch irgendwelche Akkorde oder Tonleiter einschränken muss.
 
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bluestime
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Wenn es dir so lieber ist, dann mach es so. Ich finde es ehrlich gesagt auch einfacher mit einer Melodie anzufangen....
 
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Mir wäre die zweite Variante am liebsten. Weil man beim ausdenken einer Melodie, grenzenlos bewegen kann und sich nicht durch irgendwelche Akkorde oder Tonleiter einschränken muss.

Wenn Du Dich durch Akkorde eingeschränkt fühlst, ist das Dein ganz persönliches Problem ...
und eine Melodie, die wirklich so "grenzenlos" und an keine Tonalitäten und Akkorde gebunden ist, wird nicht sonderlich eingängig sein und eher nicht die erwünschte Ohrwurm-Qualität haben können ...

LG
Thomas
 
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Man kann das halten wie man will. Ich habe Jahre lang (Gesangs-) Melodien auf halbfertige Songs von meinen Gitarristen komponiert, das hat irgendwie auch funktioniert aber mich in der Wahl der Melodie beschränkt. Eine Melodie ist ja nie wirklich selbstständig sondern deren Wirkung hängt von ihrem Spannungsgehalt zur darunterliegenden Harmonie ab. Es geht auch nicht darum dass man Melodien "grenzenlos" komponieren will aber ich empfinde vorgegebene Akkorde als Einschränkung weil sie einem Melodieverlauf einen Spannungsgrad aufdrücken der möglicherweise gar nicht gewünscht ist. In krasse Fällen habe ich da auch schon mal interveniert ("... könnte ich hier vielleicht die Subdominante statt der Tonika haben?").

Heute komponiere ich meine Songs komplett selbst und damit Melodie und Harmonieverlauf gleichzeitig. Wenn mir eine Melodie einfällt habe ich nicht unbedingt schon den passenden Akkord im Kopf, sehr wohl aber den Spannungsgrad. Dann suche ich den Akkord der mir diesen Spannungsgrad erzeugt, meisten erst über den Basston / Grundton. Der genaue Akkord (moll / dur, mit septe, mit Optionstönen oder eben nicht, ....) ergibt sich dann aus der Tonleiter und dem Stil den ich umsetzen möchte.
 
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saschaa,
mein Ansatz zum Melodienschreiben kombiniert deine beiden Ideen: zuerst eine bestimmte Tonleiter wählen (dur, moll, pentatonisch oder - da ich Ire bin - auch mixolydisch oder dorisch), und dann innerhalb dieses Tonvorrats "quasi-unbegrenzt" die Melodie im Kopf oder im Kehlkopf frei erfinden.
(Allerdings kommt es auch vor, dass mir spontan eine kurze melodische Phrase einfällt, die das Ganze in Richtung dur oder moll etc. lenkt.)

Der Grundton der Tonleiter ist zunächst unerheblich - Hauptsache, ich kann den höchsten und den tiefsten Ton summen oder pfeifen! Transponieren kann ich dann später, wenn eine andere Stimme oder ein bestimmtes Instrument für die Aufführung in Frage kommt.

Wichtig ist auch, eine Metrik festzulegen. Wenn ich ein Gedicht vertone, lasse ich mich dabei von der Versform leiten. Ansonsten überlege ich, ob 3/4, 4/4, 6/8, 8/8 oder eine andere Taktart zur Stimmung passt, die ich erzeugen will. Dabei spielt das Tempo auch eine Rolle.

Akkorde kommen bei mir zum Schluss, beim Arrangieren einer Begleitung. Es kann aber auch sein, dass ich meine neue Melodie leicht abändere, um einen geilen Akkord oder Akkordwechsel einzubauen.

Wenn du allerdings an Ohrwürmer denkst, ist die Melodie das Wichtigste. Die konnen deine Zuhörer nachher nachsummen - die Harmonien nicht!

Obiges bezieht sich auf Folk- oder Kunstlieder. Beim Pop mögen andere Aspekte eine Rolle spielen.
Hoffentlicch hilf dir das weiter!

Cheers,
Jed
 
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saschaa
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aber ich empfinde vorgegebene Akkorde als Einschränkung weil sie einem Melodieverlauf einen Spannungsgrad aufdrücken der möglicherweise gar nicht gewünscht ist
Heute komponiere ich meine Songs komplett selbst und damit Melodie und Harmonieverlauf gleichzeitig. Wenn mir eine Melodie einfällt habe ich nicht unbedingt schon den passenden Akkord im Kopf, sehr wohl aber den Spannungsgrad. Dann suche ich den Akkord der mir diesen Spannungsgrad erzeugt, meisten erst über den Basston / Grundton. Der genaue Akkord (moll / dur, mit septe, mit Optionstönen oder eben nicht, ....) ergibt sich dann aus der Tonleiter und dem Stil den ich umsetzen möchte.

Genau mein Gedankengang. Die im Kopf entstandene Melodie kann man notfalls jederzeit an die Akkorden anpassen. Andersrum wirds wohl schwierig.
Ich habe den Eindruck bei einigen Musikern, dass sie genau so machen. Sie denken sich einfache Melodine im Kopf aus, verändern Intervalle, setzen Dissonanzen nach ihrem Stil und schon klingt die Melodie nach ihnen. Die Melodie bleibt trotzdem die gleiche. Als guter Beispiel könnte man dazu "Alle meine Entchen" nehmen. Alle kennen es. Das kann man als Metall mit Distortion, Dethnotes, Tappings/Hammer Ons spielen oder auch in Gipsy Stil auf der Akkustikgitarre. Beide teile werden sich unterschiedlich anhören. Ganz unterschiedliche Stile. Die Melodie bleibt aber trotzdem die gleiche.

Der Grundton der Tonleiter ist zunächst unerheblich - Hauptsache, ich kann den höchsten und den tiefsten Ton summen oder pfeifen! Transponieren kann ich dann später, wenn eine andere Stimme oder ein bestimmtes Instrument für die Aufführung in Frage kommt.

Wichtig ist auch, eine Metrik festzulegen. Wenn ich ein Gedicht vertone, lasse ich mich dabei von der Versform leiten. Ansonsten überlege ich, ob 3/4, 4/4, 6/8, 8/8 oder eine andere Taktart zur Stimmung passt, die ich erzeugen will. Dabei spielt das Tempo auch eine Rolle.

Akkorde kommen bei mir zum Schluss, beim Arrangieren einer Begleitung. Es kann aber auch sein, dass ich meine neue Melodie leicht abändere, um einen geilen Akkord oder Akkordwechsel einzubauen.Wenn du allerdings an Ohrwürmer denkst, ist die Melodie das Wichtigste. Die konnen deine Zuhörer nachher nachsummen - die Harmonien nicht!

Werde die Tipps im Auge behalten. so ein Mittelding hat bestimmt auch Vorteile. Werde es ausprobieren:)
 
micharockz
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Ich empfinde es auch als bereichernd, zu einer bestehenden Melodie möglichst unterschiedliche Alkordfolgen zu suchen oder auch nur einzelne Akkorde durch andere zu ersetzen.
Bin immer wieder verblüfft, welche Wirkung dadurch entstehen kann. So ist bei mir z.B. ein älterer Song, der im Refrain nie so richtig zünden wollte, nach Jahren doch noch ziemlich gut geworden.
 
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@micharockz
Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich habe ein "korrektes" Arrangement eines Liedes erarbeitet, der Bassman der Gruppe meint, ich sollte am Schluss nicht direkt auf den I-Akkord gehen, sondern über den IV-Akkord - und plötzlich ist das arrangement nicht nur korrekt, sondern richtig gut! :great:

So etwas passiert auch, wenn ich selber ein älteres Stück von mir sozusagen mit "frischen Ohren" anhöre.

Vielleicht ist die spannende Frage nicht, "Wie fängt man an, einen Song zu schreiben?" sondern "Wo hört man auf, an einem Song herumzuschreiben?" :evil:

Cheers,
Jed
 
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Claus
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Der zweiter Weg wäre, man denkt sich erstmal eine Melodie im Kopf aus und überträgt diese später auf eine Tonleiter...
Das ist sicher eine solide Möglichkeit und unendlich viele bekannte Songs sind so entstanden.

Die spannende Aufgabe ist dabei, wie es nach den ersten wenigen Takten weitergeht, wenn die ursprüngliche Idee abgeschlossen ist?
Songs haben ganz überwiegend mindestens die Formteile Verse und Bridge, oft weitere wie Interlude und Outro und manchmal auch Intros. Bei Verse und Bridge oder kommen oft weitere Stereotype vor, z.B. Frage und Antwort, Halb- oder Ganztonrückung usw.
Man kann auch einen melodischen Einfall an den anderen reihen (Rhapsodie). Das Ergebnis zu hören ist aber anspruchsvoller und wenn es nicht ganz so gelungen ist, dann wirkt es schnell ermüdend.

Das Tonmaterial, aus dem die sponanen Einfälle stammen, ist sehr wahrscheinlich einfach meistens Dur und seltener Moll. Es gibt aber sehr viel mehr Tonleitern als man glaubt: The-Scale-Omnibus-1.02.pdf
Wie gesagt, in der Praxis stammt dein Einfall wahrscheinlich aus Material der Dur-Tonleiter und ab und zu aus einer Molltonleiter.

Deshalb gibt es da nichts auf eine Tonleiter "zu übertragen", die Melodie wurde bereits aus (sehr oft nur) einer Tonleiter geformt. Die Abfolge der Töne muss natürlich nicht in Reinform der zugrunde liegenden Tonleiter entsprechen, obwohl solche Tonleiterfragmente sehr häufig sind. Außerdem werden häufig Tonsprünge (Intervalle ab kleiner Terz) verwendet und auch Akkordbrechungen sind bei der Melodiebildung sehr beliebt. Dazu kommen ein ganzer Sack voll Motive aus Wendungen, die aus der Beziehung eines Akkordtons zu Nebentönen beschreibbar sind.

Zumindest in unserer "westlichen" Popularmusik bildet (vermutlich) jede Melodie seit Jahrhunderten die ihr zugrunde liegenden oft sehr einfachen Harmonien ab, Melodie und Akkord sind dabei zwei Seiten derselben Medaille. Das Werkzeug zur Beschreibung und Untersuchung dieser Zusammenhänge nennt man deshalb treffend Akkordskalentheorie. Es ist eine Ableitung aus der klassischen Harmonielehre.
Man erkennt man den Zusammenhang mit der Harmonie an den "wichtigen" Tönen einer Melodie, denn sie sind so gut wie immer Akkordtöne und ganz überwiegend die des passenden Dreiklangs.

Gruß Claus
 
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Hallo nochmal, saschaa!

Ich habe dein erstes Posting nochmals angeschaut, und da fällt mir noch was dazu ein.

Zunächst etwas Sprachliches: du schreibst von "instrumentalen Songs". Im normalen Sprachgebrauch besteht ein Song aus Text und Melodie. Man braucht dazu kein Instrument außer der Stimme - wenn Instrumente dabei sind, dann als Begleitung.
Unter "instrumentalen Song" (im engen Sinne) kann ich mir nur einen richtigen Song (wie z.B. "Hänschen klein") vorstellen, wobei keiner singt, sondern ein Instrument die bekannte Melodie trägt. Oder ein Musikstück, das ähnlich melodisch aufgebaut ist, wie ein Lied (Engl. "Song") aber (noch) keinen Text hat. (Mendelssohn hat einige Klavierstücke komponiert, die er "Lieder ohne Worte" nannte. Du bist also in bester Gesellschaft!)

Zweitens: Bisher haben wir überlegt, ob wir zuerst die Melodie oder zuerst die Akkorde (oder den Text) festlegen und den Rest darauf aufbauen.
Eine andere Art - besonders bei Instrumentalstücken - ist, einfach das Instrument deiner Wahl in die Hand zu nehmen und herumzuprobieren. Schauen, welche Tonfolgen leicht unter den Hände liegen; überlegen, wie du sie weiterspinnen kannst; dich von den zufälligen Tonfolgen inspirieren lassen.
Dabei werden Leute wie Geiger oder Flötisten wohl eher Melodien entwickeln, die sie nachher harmonisieren können; Gitarristen werden wohl eher Akkordfolgen entwickeln, die nachher durcharrangiert werden können. Das Klavier eignet sich sehr für diese Art zu komponieren, weil man darauf leicht eine neue Melodie gleich mit rudimentären Harmonien versehen kann. Die Stimme als Instrument gleicht eher der Geige oder der Flöte, also entwickele ich öfters Lieder, indem ich einen vorhandenen Text vorspreche und mich bei der Melodiefindung dadurch leiten lasse, dass ich meine Stimme melodisch moduliere.

Wichtig bei dieser Methode ist, dass man gleich die realen Töne hört und am Instrument spürt. Man merkt gleich, ob man was vielversprechendes hat oder in einer Sackgasse steckt.

Cheers,
Jed
 
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saschaa
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Ok, hab reichlich Feedback bekommen. Hilft mir auf jeden fall weiter. Danke.:)
 
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Echt interesant mal Einblick in die Herangehensweise von anderen zu erhalten.
Früher in meiner Band habe ich total intuitiv Musik gemacht. Meistens hatte ein Kollege eine Idee. Sei es Gesang Melodie, Bass Linie, Beat, Sound, ... es fiel mir meist schnell etwas ein was man dazu schreiben könnte, es zu entwickeln.

Ich selbst habe bisher bevorzugt um einen Rhythmus herum zu schreiben. Bisher habe ich aber auch nur rein instrumental geschrieben.

Jetzt möchte ich das ändern und stehe vor genau den gleichen Fragen wie der Themen Ersteller, obwohl ich das quasi >15 a mache. Ich will mehr Song basiert inklusive Gesang schreiben und habe seit meinem Entschluss diesen Weg ein zu schreiten die totale Schreibblockade (Monate).

Ich möchte zum Beispiel eine Melodie als Start haben und diese harmonisieren, reharmonisieren, metrisch anpassen, eben entwickeln. Aber genau vor der Melodie hakt es leider...

Habt ihr evtl einen Tipp wie man sein Gehör “reseten“ kann um den kreativen Funken zu zünden? Wie limitiert man sich gezielt um nicht vollkommen von den unendlichen Möglichkeiten verwirrt zu werden und letztendlich nicht vorwärts kommt?

...mal sehen ob ihr versteht was ich meine.

Für jeden Hinweis wäre ich überaus mega dankbar!

Vielen Dank und schon mal frohe Weihnachten euch allen!

Philipp
 
drowo
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Ich verstehe absolut was du meinst. Wenn du Rhythmus-initiiert am kreativsten bist, warum bleibst du dann nicht dabei? Es gibt viele Wege nach Rom. Ich starte bei Melodie + "Spannungsverhältnis" und komme gut damit zurecht. Aber ich bin eben Sänger und mir kommt diese Herangehensweise einfach entgegen. Findest du denn eine Melodie nachdem du dich von einem Rhythmus hast inspirieren lassen, oder fallen dir generell keine Melodien ein?
 
micharockz
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Ich möchte zum Beispiel eine Melodie als Start haben und diese harmonisieren, reharmonisieren, metrisch anpassen, eben entwickeln. Aber genau vor der Melodie hakt es leider...

Mir ist nicht ganz klar, was du mit “vor der Melodie“ meinst bzw. was du vor der Melodie schon an Rohstoffen zum Songwriting hast.
Mit welchem Instrument schreibst du?

Schreibst du selbst Texte bzw. hast du es vor, oder hast du irgendeine Quelle für Texte? Ein lohnenswerter Ansatz kann sein, erstmal einen Text zu nehmen oder fertigzustellen, und sei es nur ein Refrain, eine Strophe oder eine Zeile. Davon ausgehend kann die Entwicklung einer rhythmischen Verteilung, das Herumspielen mit Optionen von Rhythmen und Melodien schon starten. Häufig ergibt dann eins das andere. Ein oder mehrere Akkorde, die zur Stimmung des Textes passen oder ihn gar ironisch konterkarieren sind natürlich auch nicht verkehrt.
Für mich persönlich sind Texte beim Songwriting häufig der Kern, um den herum sich alles entwickelt. Klar können Harmonien, Rhythmus und Melodien dann auch ein Eigenleben entwickeln, so dass Texte überarbeitet werden müssen, aber ohne den Text als Katalysator wäre andere Musik (oder auch mal keine) entstanden.

Es gibt ja ganz unterschiedliche Wege, Songs zu schreiben. So wie beschrieben klappt es bei mir am häufigsten gut - natürlich kann es jemand anderem anders gehen.

Ach ja, in diesem Thread stehen auch ein paar gute Anregungen, wie ich finde: https://www.musiker-board.de/threads/mit-einer-band-die-ersten-eigene-songs-schreiben.638566/
 
Grund: Doppelpost wegen schlechtem WLan
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Hi, danke für die Anregungen! So werde ich mich dass nächste mal ran setzen.

Vor der Melodie steht für mich ein Text und das natürliche Metrum dieses Textes.

Ich habe tatsächlich einen kurzen Text den ich vertonen möchte. Ich habe schon mehrere Anläufe hinter mir, habe sogar schon eine Snippet Version schemenhaft aufgenommen. Aber es wirkt so... gezwungen und monoton. Sie führen nirgendwo hin. Habe halt - so komisch es vielleicht klingen mag - noch nie eine Gesangsmelodie geschrieben und mir fehlt echt die Übung. Die Melodien sonst musste man nicht singen können. Ich musste sie nicht singen können.

Ich werde demnächst mal einen Song-hör-Marathon machen um mich etwas zu inspirieren.

Aber bei einem Post stand schon etwas ganz interessantes drin. Vielleicht sollte ich erstmal mit Akkorden die Stimmung etablieren und dann kommt es allmählich. Vielleicht ist es auch eher mein Ding so zu arbeiten. Ich hab halt noch keinen richtigen Songwriting workflow. Quasi Anfänger, wieder.

Aber echt danke für euren input bisher!
 
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Ich selbst habe bisher bevorzugt um einen Rhythmus herum zu schreiben. Bisher habe ich aber auch nur rein instrumental geschrieben.
...
Ich will mehr Song basiert inklusive Gesang schreiben und habe seit meinem Entschluss diesen Weg ein zu schreiten die totale Schreibblockade (Monate).
Hallo, Phillip,
Ich glaube, ich verstehe, was du meinst ...

In einer früheren Post schrieb ich: "... also entwickele ich öfters Lieder, indem ich einen vorhandenen Text vorspreche und mich bei der Melodiefindung dadurch leiten lasse, dass ich meine Stimme melodisch moduliere." Genaugenommen heißt das, dass auch ich um einen Rhythmus herumschreibe. Denn eine Lyrik - wenn sie gut ist - hat einen Rhythmus. Sonst wäre sie ja Prosa!:bad: Bei Klassikern wie Heine ist das ganz offensichtlich, aber auch die moderne "freie" Versform lebt von den betonten und unbetonten Silben. So gesehen bildet der Songtext ein Gerüst für die Melodie. Nimmt man die betonten Silben als die "Eins" der Takte, bestimmt die Anzahl unbetonter Silben dazwischen die Taktart (3/4, 4/4, usw.). Da sind die Möglichkeiten nicht mehr "unendlich" - da ist die Aufgabe eher lösbar!

Cheers,
Jed
 
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Ich habe nun auch seit mehr als 10 Jahren für meine Band Lieder komponiert und mir vorher nie große Gedanken gemacht womit ich denn jetzt anfangen sollte.
lass es ein/e Akkordfolge/Riff/Melodie/Gesangmelodie/Drumpart/Bassline/Stimmung/Quatschidee/... sein, die Hauptsache ist dir gefällt es und du hast spaß an der Sache.

Im laufe der Zeit merkst du dann wo deine Stärken liegen ob du (wie ich) am liebsten beim Intro anfängst (kann ja auch alles sein) und hinterher noch etwas davor oder dahintersetzt, oder eben den Fokus zuallererst auf Gesang legst. Einfach machen, verwerfen, machen, verwerfen. Eine Woche cool finden und dann wieder alles verwerfen. Es braucht eben Unmengen viel Zeit (je nach Anspruch und Können natürlich).

Auch wenn ich gefühlt schon ewig Lieder schreibe lerne ich von Song zu Song dazu. Versuch es nicht zu erzwingen, sondern zu deiner Lieblingsbeschäftigung zu machen. Wenn es dich nervt bist du der Falsche für den Job.

Sprichwort Anspruch: Innerhalb einer ich nenn es mal "Skill-Periode" - also der Zeit in der man Songs schreibt ohne sich groß technisch/theoretisch weiterentwickelt zu haben - können die Songs vom einen aufs nächste sehr viel besser werden, weil dein eigener Anspruch jedesmal steigt.

Kurz gesagt -> Einfach machen
 

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