Wie sinnvoll weiterlernen? (Akustik, E-Gitarre)

  • Ersteller Ersteller SmithyAT
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  • #41
Ich lese immer wieder, dass Leute die von der E-Gitarre* kommen, sich mit der Western schwer tun, weil die Saitenspannung höher ist. Bei mir ist es genau umgekehrt, ich finde die "labbrigen" Saiten schrecklich, alles so weich :-) Klar ist nur Gewöhnung, wenn ich ein paar Wochen damit spiele, wird es normal und wahrscheinlich auch angenehmer, aber das war das erste was mich gestört hat.

Sonst finde ich den Unterschied schon recht groß. Bei der Western spiele ich Einzelnoten immer exakt gegriffen. Bei der E klatscht du einfach den Finger in den Bund und gut ist es, auch schon, damit die andere Saiten abgedämpft werden. Das mag jemanden der beides schon recht gut beherrscht nicht einmal mehr auffallen, aber für mich ist das schon eine große Umstellung.

Ich dachte (oder tue es teilweise noch immer), dass es ja nicht schaden kann, in alle Richtungen zu schnuppern. Ich war auch völlig offen wie wir mit der E begonnen haben, aber es scheiterte dann eben am Musikgeschmack. Ich habe mich sogar relativ lange damit beschäftigt Songs zu finden, die mir gefallen würden und die auch alleine mit der E ohne großartigen Backingtrack gut klingen würden. Aber ich bin nicht wirklich fündig geworden.

Mit vielen Musikrichtungen fange ich persönlich gar nichts an, alles was Richtung Metal geht, klingt für mich schrecklich, da gibt es maximal das eine oder andere Riff, was für mich gut klingt, aber den Rest brauche ich nicht. Ich bin wie gesagt eher so im Austropop, Country, vielleicht auch ein bisschen Blues zuhause. Was Rockiges geht schon, aber damit das gut klingt brauchst du halt den Backingtrack oder die Band dahinter.

Was ich halt auch vermeiden möchte, dass wenn ich mich der E voll hingebe, ich dann einem Jahr, ein bisschen E und ein bisschen Akustik spielen kann, aber beides nicht wirklich gut. Da mir die Western momentan einfach viel mehr Spaß macht, möchte ich es weiter ausbauen und perfektionieren. Ich werde bald 53 und ich werde kaum noch in einer Band spielen :-) Vielleicht ein Duo in einigen Jahren wenn sich etwas ergibt und ich spieltechnisch auf ein Niveau kommen sollte, dass man das einem kleinen Publikum zumuten könnte.

Grundsätzlich habe ich aber mit der Gitarre begonnen, weil ich das eigentlich schon immer lernen wollte. Als Kind habe ich Klavier gelernt, aber nur 2 Jahre weil mich das damals überhaupt nicht interessiert hat. Hätte ich damals schon mit der Gitarre begonnen, würde es heute wahrscheinlich anders aussehen und ich würde vielleicht auch in einer Band mit der E spielen. Aber für mich alleine zuhause oder für die Familie ist mir die Western um einiges lieber und unkomplizierter.

Und der Klang einer Western ist einfach traumhaft für mich. Ich habe ja mittlerweile schon eine kleinere Sammlung von Westerngitarren (ein Fehler war sicher, im Urlaub einen persönlichen Besuch bei Thomann* zu machen - *grins*) und ich spiele alle sehr gerne. Jede klingt für mich anders und je nach Song entscheide ich welche ich nehme. Das geht sicher mit der E-Gitarre* auch, tolle Sounds aus dem Amp oder Modelling Software zu holen, es gibt ja gerade in dem Bereich unendliche Möglichkeiten. Aber genau das schreckt mich ab. Ich bin beruflich in der IT tätig und der Kontrast zur Western, einfach nur Holz und Stahlsaiten, sonst nix, finde ich großartig. Ich spiele zur Entspannung und da will ich mich gar nicht mit Software, Regler und sonstigen beschäftigen. Das mache ich ohnehin den ganzen Tag im Büro.

Für mich passt das momentan sehr gut und die E inkl. dem bereits gekauften Equipment, bleibt auch einmal bei mir. Die Meinung kann sich ja in den nächsten Monaten/Jahren noch ändern oder wenn ich glaube ich will einen Song einfach einmal auf der E spielen, weil der dort besser klingt als auf der Akustik (z.B. R.E.M Everybody Hurts), dann könnte ich das jederzeit tun.

Interessant finde ich allerdings, dass anscheinend viel mehr Leute E-Gitarre* spielen als Akustik, das sieht man schon hier im Forum wenn man die beiden Bereiche Akustik und E vergleicht, anhand der Beiträge. Oder es gibt zur E einfach mehr Fragen als zur Akustik, kann natürlich auch sein :)
 
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  • #42
Ein interessanter Kompromiss wäre vielleicht ein Hybrid-Gitarre, wie die Fender Acoustasonic:
*​
Ich habe die AM Version, aber die gibt's auch günstiger als Player oder mittlerweile auch als standard. Im Prinzip ist es eine Akustik-/Westerngitarre, von Form und Hals aber an eine E-Gitarre* angelehnt. Sie spielt sich wie eine Westerngitarre, weil sie typische Westerngitarren-Saiten drauf hat, also auch umwickelte G Saite. Dadurch, dass sie einen magnetischen Tonabnehmer drin hat, kann man sie aber auch genauso über einen E-Gitarren-Amp, halt wie eine E-Gitarre spielen.
Falls es Dich interessiert, kannst du auch mal einen Blick in mein Review dazu werfen.
 
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P
  • Gelöscht von peter55
  • Grund: Userwunsch
  • #43
Ich finde man schränkt sich schon ein wenig ein wenn man nur eine Bauweise spielt.
Schon klar, aber Lebenszeit ist begrenzt. Traditionelles Picking auf der Steelstring konnte ich recht gut, seit 20 Jahren bin ich aber weitgehend im klassischen Ensemble (mit der Nylonstring) und im Folk (mit dem Bass) unterwegs. Allein Steelstring und klassische sind schon 2 Bauweisen mit jeweils einer Menge verschiedener "arttypischer" Stilistiken.

P.S.: Und bei aller Begeisterung für verschiedenste Stilistiken sollte man sich gerade am Anfang auf eine konzentrieren, in die man den größten Teil der Zeit steckt. Auch am Anfang mal nach links und rechts zu sehen, ist natürlich auch wichtig, aber rechtzeitig wieder "zurückkehren", bevor man sich verläuft oder verzettelt.
 
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  • #44
Steelstring und klassische sind schon 2 Bauweisen
Unbedingt. Die klassische Gitarre ist ziemlich weit weg von Steelstring akustisch und elektrisch, aber die beiden sind doch nahe Verwandte. Ich staune immer mal wieder, wenn ich sehe, womit z.B. die Beatles, Stones und andere aufgenommen habe. Früher dachte ich, so gut wie alles mit E-Gitarren. Stimmt nicht. Ich spiele beide, aber wie es gerade kommt, Fingerpicking mache ich auch auf der elektrischen und zum schnellen Üben nehme ich gerne die akustische.
 
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  • #45
Und bei aller Begeisterung für verschiedenste Stilistiken sollte man sich gerade am Anfang auf eine konzentrieren, in die man den größten Teil der Zeit steckt. Auch am Anfang mal nach links und rechts zu sehen, ist natürlich auch wichtig, aber rechtzeitig wieder "zurückkehren", bevor man sich verläuft oder verzettelt.
Die Gefahr, dass sich der TE verzettelt können wir ja nun ausschließen, denn er hat sich vorest festgelegt. Finde ich absolut okay. Ich schrub ja nur aus meiner Perspektive. Ich wollte halt schon immer alle möglichen Genres spielen können, die ich selbst mag. Nur mit Akkustik wäre das halt nicht möglich gewesen.
 
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  • #46
Ich wollte halt schon immer alle möglichen Genres spielen können, die ich selbst mag. Nur mit Akkustik wäre das halt nicht möglich gewesen.
+1 Völlig klar Deshalb sieht es bei mir zu Hause auch so aus, wie es aussieht (verschiedenste Instrumente überall)
 
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  • #47
Hey,
Akustikgitarre ist nicht sooo weit verbreitet, weil es schlicht schwieriger ist und mehr "Kämpfernatur" braucht die zu spielen. Du musst die Sounds selbst da rausholen, hast nur deine Finger, das Holz und die Saiten zur Verfügung, keine "Ampsounds" keine Effekte - the "Real Deal" sozusagen. Wenn man jung ist treibt einen die jugendliche Kraft, ein Drang zu spielen und eine gesunde Portion gleichgültige Ignoranz die einen mit Spass spielen lässt bis die Finger bluten.
Ab nem gewissen Alter wird das nomalerweise sehr zäh und anstrengend - gutes Zeichen, und recht ungewöhnlich, dass das bei dir nicht so ist...nutze diese Kraft!
Denn es lohnt sich, deine immer besser werdende Musikalität und deine Finger können auf ner guten Steelstring Akustik tausende Klänge erzeugen...ich spiele 45 Jahre und entdecke immer wieder neue😉.

E Gitarre ist n Band Instrument , richtig nutzbar eher in einer solchen...das ist aufwändig, du musst andere finden, ihr müsst Musik erarbeiten...das ist viel mehr als "nur" spielen und birgt ganz andere Herausforderungen....es liegt nicht nur bei dir selbst wie die Musik vorankommt, das kann frustrieren, oft ohne dass du direkt was daran andern kannst.

Mit der Akustik kannst du ohne Hilfe deine Musik machen, da liegt's dann nur an dir selbst.😉

Gruß,
Bernie
 
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  • #48
Hey @OldRocker
Du sprichst mir aus der Seele :-) Denn dass es nur Holz und die Saiten sind, ist genau das was ich schätze. Ich bin beruflich in der IT Branche und bin privat auch ein ziemlicher Technik Freak, so gesehen würde also eine E-Gitarre mit all den technischen Ergänzungen ziemlich gut zu mir passen. Aber das Gegenteil ist der Fall, genau das hasse ich. Wenn ich spielen möchte, dann greife ich einfach zur Gitarre und spiele was und wenn es nur wenige Minuten sind. Da will ich mich gar nicht mit Amps, Software oder was auch immer herumspielen oder ärgern, vielleicht weil ich das eh den ganzen Tag mache und es auch ein Ausgleich ist. Und ich greife oft zur Gitarre, wenn ich zwischen zwei Meetings im Homeoffice 5 Minuten Zeit habe, greife ich sicher hin und spiele was.

Ich bin jetzt fast 53 Jahre, habe keine Ambitionen in einer Band zu spielen, dazu ist es auch schon zu spät, da ich nicht mehr auf dieses Level kommen könnte. Mein Ziel ist es für mich, für Freunde und Familie etwas darbieten zu können und dazu ist die Akustik bestens geeignet. Es ist für mich Ausgleich und Entspannung, das reicht mir vollkommen.

Auch wenn ich mir bei manchen Songs denke, wow das hört sich gut an, würde ich auch gerne spielen können, fehlt mir auch die Zeit dazu, beides wirklich gut zu erlernen. Und ich habe es glaube ich schon einmal irgendwo hier erwähnt, ich will lieber die Akustik irgendwann einmal gut beherrschen, als Akustik und E nur halbwegs, dass sich das eh keiner anhören mag.

Aber ja, ich dürfte da eine ziemliche Ausnahme sein, was ich so lese - macht aber auch nix :-)
 
  • #49
...das ist ein richtiger und guter Weg, der für dich auch noch komplett zu funktionieren scheint😉

So mit 13/14 sind paar Kumpels und ich durchgestartet mit den Westerngitarren...es gab so Standards, und klar, die Mädels beeindrucken war natürlich auch wichtig...den anderen mehr als mir, ich konnte dafür als erster "Wish You Were Here" spielen (einer der Standards)...das war wichtig...und so ging es weiter...
Erst zwei/drei Jahre später fragte mich jemand ob ich in seiner Band spielen wolle und ich besorgte mir ne alte Höfner und nen Echolette Amp.
So kam eins zum anderen, Gedanken darüber hab ich mir nie gemacht.
Du machst das gerade ähnlich ... natürlich sind die "Eckpunkte" komplett verschieden-du bist ja lange kein Teenager mehr, aber deine Energie scheint sich ähnlich den Weg zu bahnen und dich zu inspirieren.
Spiel einfach weiter, versuche dir nicht zu viele Gedanken darüber zu machen...das ist ein haptisch/emotionaler Prozess der durch zuviel "Gehirneinsatz" uU ins Stocken geraten kann...😉
 
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