Wie tief kann ich meine Deckenabsorber hängen?

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Mihe134
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Frage siehe oben! Baue mir gerade mehrere Absorber und davon sollen ein paar an die Decke. Die Sache ist, dass ich in dem Raum eine deckenhöhe von ca 3 Metern habe. Meine Absorber haben eine tiefe von 16cm. Ich würde die Absorber jetzt ganz gerne ein wenig tiefer hängen lassen, so ca 2,20-2,40m. Bei meinen Absorbern an der Wand habe ich recherchiert dass ich, bei einer Tiefe von 16cm, nur einen maximalen Wandabstand von 8cm haben sollte. Gilt selbiges auch für die Decke? Inwiefern beeinflusst es die akustik wenn ich sie tiefer hänge? Da ich in dem kleinen Raum meist eh nur am Rechner sitze fände ich es ganz cozy und optisch auch ansprechender wenn der Raum durch die tiefer hängenden Absorber kleiner wird. Danke schonmal im voraus und liebe Grüße :)
 
Es gibt da Rechenprogramme und die spucken das Ergebnis aus, daß es über so-und-so-viel Abstand kaum mehr Unterschied macht, selbes für die Materialstärke.
Dann gibt es "Ausprobieren" und das kann präzisere Ergebnisse bringen, weil es in der richtigen Welt passiert.
Ich würd mal herumprobieren zwischen 8cm (klingt mir unwahrscheinlich) und 50 cm. Außerdem das Ding mal schief hängen. Aber weil ich den Rest der Situation nicht kenne, kann ich nur begrenzt sinnvol Rat geben.
 
Bei meinen Absorbern an der Wand habe ich recherchiert dass ich, bei einer Tiefe von 16cm, nur einen maximalen Wandabstand von 8cm haben sollte. Gilt selbiges auch für die Decke?
Die Akustik kennt keinen Einfluss der Schwerkraft, insofern auch kein oben, unten, rechts oder links.

Daher: Decke == Boden == Wand
 
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Wenn du besondere Problemfrequenzen hast, die du damit gezielt angehen willst kann man ausrechnen welcher Abstand am besten wäre (Maximum der stehenden Welle). Falls es Breitband sein soll einfach machen. Es wird bei jedem Punkt Frequenzen geben, die besser gedämpft werden und welche bei denen es schlechter ist.
 
Kannst du das näher erläutern, @smello ?
Wie rechnet man das?
Was meinst du mit "maximum der stehenden Welle"? Die Wellenlänge dieser Frequenz?
 
Maximal kann man die Decke bis zum Boden abhängen, dann ist Schluss :engel::evil::whistle:

Ok, BTT:
"maximum der stehenden Welle"? Die Wellenlänge dieser Frequenz?
Lambda/4 der Frequenz. (oder 3/4 ... ) Druckmaximum an der harten Wand (Reflexion) Schnellemaximum 1/4 Lambda entfernt und dann wieder alle 1/2 Lambda wieder.
Der Absorber wirkt am Besten im Schnellemaximum.
 
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Klingt einleuchtend, aber wie relevant ist das in der Praxis?

Ein Beispiel: Mein Raum ist 4m x 3,8m x 2,5m gross.
Die schlimmsten Raummoden:
-43Hz längs
-45Hz quer
-68.5Hz hoch

In Summe aller drei Achsen hab ich das grösste Problem von Überbetonungen bei 60Hz. Raummodenrechner und mein Gehör bestätigen das.

Müsste ich jetzt die Abstände mit 60Hz rechnen, für Front/Seitenwände und Decke Boden gleicher Abstand?
Oder jede Mode einzeln? längs/quer/hoch unterschiedliche Abstände?

Nehmen wir mal die 60Hz:
Diese haben eine Wellenlänge von 5,72m, wenn ich richtig gerechnet hab.
Ein Viertel davon ist 1,43m
Man rechne mal, wie viel von meinem Raum dann noch übrig bleibt. Und das sind ja nur die Abstände zur Wand, die Absorberdicke ist noch nicht eingerechnet.



Ich glaub, dann kommt das zum Zuge:
Maximal kann man die Decke bis zum Boden abhängen, dann ist Schluss :engel::evil::whistle:
:thumb_twiddle:
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun ja, Von der Reflexionsstelle (Wand) nimmt die Schallschnelle immer mehr zu bis zum Maximum. Da hilft natürlich auch einfach "etwas" Abstand für die Dämpfung und genau deshalb wird das ja empfohlen und wirkt ja auch.
 
Sorry, ich komme aus der Optik Ecke und benutze daher nicht immer die korrekten Schallbezeichnungen. Aber im Prinzip genau das was @chris_kah erläutert hat.
Nehmen wir mal die 60Hz:
Diese haben eine Wellenlänge von 5,72m, wenn ich richtig gerechnet hab.
Ein Viertel davon ist 1,43m

Das ist richtig. Für tiefe Frequenzen wird es halt irgendwann absurd. Ich hätte es vielleicht mal durchrechnen sollen. Ich vergesse immer wieder wie lang die Wellenlängen sind. Ich bin sonst eher im Nanometer Bereich unterwegs. In der Praxis daher eher weniger relevant. :engel:
 
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Klingt einleuchtend, aber wie relevant ist das in der Praxis?

Ein Beispiel: Mein Raum ist 4m x 3,8m x 2,5m gross.
Die schlimmsten Raummoden:
-43Hz längs
-45Hz quer
-68.5Hz hoch

In Summe aller drei Achsen hab ich das grösste Problem von Überbetonungen bei 60Hz. Raummodenrechner und mein Gehör bestätigen das.

Müsste ich jetzt die Abstände mit 60Hz rechnen, für Front/Seitenwände und Decke Boden gleicher Abstand?
Oder jede Mode einzeln? längs/quer/hoch unterschiedliche Abstände?

Hi,
du hast mit dienem fast Würfelförmigen Raum leider eher den schlechtesten Fall erwischt...
Aber:
Während die ersten beiden Moden (43Hz & 45Hz) in deinem Fall normal zu den Wänden stehen, ist die 3 Mode bei 62Hz bereits eine "Mischform" daraus, d.h. diese Mode hat in den Raumecken ohre Druck-Maxima. Das ist insofern gut, als dass du hier mit Bassfallen wahrscheinlich eine sehr gute Wirksamkeit erreichen kannst ohne dabei zu viel vom Raum hergeben zu müssen.

Nehmen wir mal die 60Hz:
Diese haben eine Wellenlänge von 5,72m, wenn ich richtig gerechnet hab.
Ein Viertel davon ist 1,43m
Man rechne mal, wie viel von meinem Raum dann noch übrig bleibt. Und das sind ja nur die Abstände zur Wand, die Absorberdicke ist noch nicht eingerechnet.

Das mit den 1,43m stimmt grundsätzlich so, zumindest wenn du poröse Absorber verwenden willst.

Zwei Dinge sollte man aber bedenken:
1) Der Absorber wirkt nicht nur im Schnelle-Maximum, d.h. einen Effekt wirst du trotzdem haben (wenn auch geringer). Und selbst wenn du genug Platz für so dicke Absorber hättest, würdest du damit eher einen schalltoten Raum schaffen als eine gute Akustik...
2) Aufgrund der Platz-Thematik muss/kann/sollte man dann über andere Absorptions-Möglichkeiten nachdenken wie beispielsweise Plattenabsorber oder Helmholtzresonatoren. Diese können besonders schmalbandige Bereiche (wie z.B. Raummoden) gut bedämpfen und sind viel Platz- und Material sparender.
 
Danke für die Erklärungen:)

Ich hab die Raummoden weitgehend abschwächen können. Wobei einiges glaub ich auch per Zufall richtig geschehen ist:D Ich hab in den Ecken vorne zwei grosse Bassfallen 65cm Eckmass von Boden bis Decke. Das bringt bereits viel, was jedoch am Meisten bringt, ist dass der Subwoofer zwischen zwei Sockeln steht, die aussen aus 8mm MDF Platten sind, innen mit Steinwolle gefüllt. 60 x 60 x 140cm. Die stehen an der Frontwand, zufällig genau am Schnellepunkt der Querachse, und "entlasten" die forderen Bassfallen enorm. In den hinteren Ecken war das Problem eh kleiner, und auch die Bassfallen etwas grösser als vorne. Ein unerklärliches Phänomen hat mir ein Diffusor an der Rückwand beschert, der eigentlich überhaupt nicht auf so tiefe Frequenzen ausgelegt ist. Der hat mir die Raummode Richtung 80Hz nach oben verschoben, was ich positiv finde, weil die Bassfallen im höheren Frequenzbereich ihre Arbeit besser verrichten. Vermutlich liegts an der Rückwand des Diffusors der als Plattenschwinger fungiert. Das ist aber nur eine Vermutung.

So, zurück zur Fragestellung mit der Decke runterhängen. Das hab ich aus Platzgründen nicht getan, bei nur 2,5m Deckenhöhe. Bei 3m Deckenhöhe hätte ich aber bestimmt den Breitbandabsorber am Erstreflexionspunkt wesentlich dicker gewählt, jedoch auch nicht "runtergehangen" mit Abstand zur Decke, sondern den Zwischenraum mit Steinwolle aufgefüllt, weil:
Der Absorber wirkt nicht nur im Schnelle-Maximum, d.h. einen Effekt wirst du trotzdem haben (wenn auch geringer).
Da der Abstand zur Decke aus wohntechnischer Sicht eh verloren ist, kann er aus akustischer Sicht doch noch ein, wenn auch etwas geringeren, Dienst erledigen, wenn der Abstand aufgefüllt wird.
Und selbst wenn du genug Platz für so dicke Absorber hättest, würdest du damit eher einen schalltoten Raum schaffen als eine gute Akustik...
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ein Raum schalltot klingt, wenn zu viele Mitten und Höhen bedämpft werden. Das passiert vorallem wenn man zuviel Fläche bedämpft. Die Dicke des Absorbers ist weniger entscheidend für ein schalltoten Raum. Der Absorber wirkt je dicker jedoch in tiefere Frequenzbereiche runter. Bässe kann man mMn nicht genug rausnehmen, ohne dass der Raum schalltot klingt.

Von da her ist mein Motto: Wenig Fläche bedämpfen aber möglichst dicke Absorber. Falls dabei zu viele Mitten/Höhen bedämpft werden: Dünne harte Platte davor, welche Mitten/Höhen reflektiert, Bässe jedoch durchlässt, und dabei die Platte leicht ins Schwingen versetzt, was nochmal zusätzlich und nur im Bassbereich Energie "vernichtet".

Plattenschwinger auf eine spezifische Frequenz zu stimmen, oder Helmholtzresonatoren, da hab ich mich bisher nicht rangewagt, ist etwas komplexer zu verstehen, zumindest für mich:D Aber ja, das wäre vermutlich noch effizienter und platzsparender.
 
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