wieder einmal: Abnutzung Bundstäbchen

von 7#9, 13.04.08.

  1. 7#9

    7#9 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #1
    Hallo zusammen,

    vorab: zu diesem Thema gibt es selbstverständlich schon Threads, allerdings mache ich einen neuen auf, da mich ein paar Fragen interessieren, die so noch nicht gestellt wurden und das Thema sicherlich viele Anfänger ebenfalls interessiert, weshalb es an dieser stelle nicht wirklich falsch ist:

    Ich habe heute meine Saiten gewechselt. Ganz offen gestanden bin ich in dieser Beziehung äußerst faul und mache das viel zu wenig. Aber mir ist wieder aufgefallen, dass man Saiten auch mal nach einiger Zeit austauschen sollte, auch wenn diese noch nicht gravierende sichtbare dunkle Stellen bekommen haben. Man merkt danach erst einmal wieder wie abgenutzt sie doch waren...Und wo ich mich gerade um die eigentlichen Fragen drücke:) : vielleicht kommt es mir nur so vor...ich habe bislang nur Redwood-Saiten benutzt, falls die jemand kennen sollte (habe mal von einem Bekannten einen Stapel bekommen, weil der das Instrument gewechselt hat und die über hatte - die haben mich somit eine gute Zeit lang versorgt) und bin immer nach dem Motto vorgegangen: Saiten in der Preisklasse sind eh alle gleich, die Unterschiede zwischen den Marken sind alle gefühlt. Nun habe ich einfach mal aus Spaß die bekannten Ernie Ball "Super Slinky" genommen und muss sagen: ich bin begeistert! Abgesehen vom Sound neuer Saiten, der mich noch nie begeistert hatte (irgendwie blechernd, finde Saiten anfangs immer erst nach einiger Zeit unplugged angenehm vom Sound): obwohl es die selben Stärken sind, die ich immer nutze, finde ich, dass sie viel leichter "von der Hand gehen", Bendings finde ich viel leichter zu tätigen etc. Wenn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder meint, ich bilde mir das ein, weil ich viel zu selten die Saiten wechsele. Feedback willkommen;)

    Zu den eigentlichen Fragen:

    Bei Wechseln habe ich festgestellt, dass meine Bundstäbchen, vor allem das erste unter der h-Saite, etwas abgenutzt sind. Hierzu muss man sagen, dass ich nicht so viel spiele, vielleicht im Durchschnitt eine halbe Stunde pro Tag. Die Gitarre ist drei Jahre alt. Es sind keine Kerben in den Bundstäbchen, sondern die Stäbchen sind einfach an der Stelle in Form einer kleinen Raute "abgeflacht".

    Frage 1: Im Prinzip ist dies ja - so wie ich gelesen habe - ein normaler Verschleiß. Kann man auch noch Jahrelang mit solchen Stäbchen spielen oder sind dies erste Anzeichen dafür, dass noch ein oder zwei Weihnachtsfeste ins Haus stehen und dann sich bemerkbar macht, dass sie sich abnutzen?

    Frage 2: Wie äußert sich negativ, dass die Bundstäbchen verschleißen? Erst sehr schleichend oder wird irgendwann deutlich die Bespielbarkeit eingeschränkt (zum Beispiel erschwertes Bending durch kleine Kerben)?

    Frage 3: ich habe gelesen, dass es auf das Material der Bundstäbchen ankommt. Fendergitarren, so war hier zu lesen, benutzen sehr weiches Metall hierfür. Wie kann ich beim Kauf einer Gitarre im Vorfeld sehen, ob das Bundstäbchenmaterial weich oder hart ist. Ich bin mir sicher, dass viele Musikalienhändler bei der Frage stocken, oder? Zumindest bei den Beschreibungen im Netz steht hierzu doch meist nichts.
    Heißt das, dass man bei Fender davon ausgehen kann, alle fünf Jahre die Gitarre neu richten zu müssen. Gerade für Leute mit wenig Budget doch fast ein Grund zu einer anderen Marke zu greifen (ich übertreibe bewusst etwas - doch ein wahrer Kern steckt schon in meiner Frage). Vor allem: meine Gitarre hat damals 180 Euro gekostet. Diese neu zu machen, lohnt ja fast nicht vom Preis her...Andererseits spielen doch viele alte Klassikergitarren, die doch nicht alle stets neu vom Gitarrenbauer gerichtet wurden, sondern auch abgenutzte Stäbchen haben, oder?

    So, ich danke schon mal im Voraus für Antworten und auch gerne zu Feedback zu dem kleinen Exkurz zu den neuen saiten;)

    Viele Grüße
     
  2. Vincent-Vega

    Vincent-Vega Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #2
    Zu Frage 2: Dass Kerben entstehen kenne ich pers. jetzt nicht, das muss dann schon entweder Gewalteinwirkung oder sehr mieses Material sein. Normal ist dass die Drähte einfach abgespielt werden, und zwar da wo am meisten drauf rumgeritten wird. Deshalb wundert es mich eigentlich dass es bei Dir das erste Bundstäbchen ist, denn im 1.Bund bendet man ja an sich nicht soo gerne als wie um den 12 rum oder sowas. Aber vom spielerischen merkst Du es (ausser eben wenn Kerben drin sind) schlicht daran dass die Saite scheppert. Klar, weil sie ja einfach nicht mehr die nötige Distanz vom Bunddraht bis zum Brett hat. Damit ist Frage 1 auch beantwortet, es geht nicht drum wie lange man noch spielen kann (man kann ewig, es explodiert nix) sondern wie lange man das mag (und die scheppernde Saite aushält).

    Zu den Saiten : Die Unterschiede sind in mehreren Bereichen mehr oder weniger deutlich, das sehe ich auch so. Vom Gefühl auf der Hand bis zum Ton und der Haltbarkeit. Ich hab mir deshalb die Kartons der verschiedenen Saiten aufgehoben und ein paar Stichworte zur Erinnerung draufgeschrieben, und wenn ich mal mehr oder weniger alle Marken durchhab zieh ich mal Resumee. Am grausigsten fand ich bisher Elixier (beschichtete), ich weiss das etlich Leute drauf schwören - ist halt wieder so n extrem subjektives Thema...
     
  3. Lautenquäler

    Lautenquäler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #3
    Hallo
    Also ich habe hier eine Gitarre der habe ich nen typischen Unterhaltungsmuckeschaden angespielt.
    Ist ne Fenix SL 90 mit der ich neun Jahre alte Schlager und Volksgetümmel gemacht habe um Geld zu verdienen, dazu bedient sie bis heute den weit umfassten Lagefeuerbereich.
    Da stand man schonmal 5 Stünden am Stück auf der Bühne und spiele zu 90% F-C-G und A-D-G, a und e :screwy:
    Sämtliche Bundstäbchen haben im Bereich dieser Griffe Einkerbungen, Eine so tief das es leicht azfscheppert.
    Gut das ich nicht mit allen Gitarren so umgene, die Fenix muss wohl zur Neubundierung, allerdings nur drei Bünde :great:
    Abhilfe schafft übers ganze Griffbret zu spielen, eventuell drückst du an der Stelle auch zu stark.
    Gruß
    Hartmut
     
  4. -Silence-

    -Silence- Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.04.08   #4
    Hallo,

    in der Regel nutzen sich Bundstäbchen gleichmäßig ab, wenn man z.B. Bendings spielt. Das klassische/normale Anschlagen und Spielen macht glaube ich nicht so viel aus, welches aber auch eine flächige Abnutzung verursacht, nur eben etwas weniger ausgedehnt als bei Bendings. Ich denke, erst wenn man durch sehr stark abgenutzte Bundstäbchen nicht mehr sauber spielen kann, dann sollte man sich um die Bundstäbchen Gedanken machen. Aber solange man noch sauber spielt, braucht man darauf nicht zu so zu achten. Ich habe es jedenfalls nicht gemacht.

    Stainless Steel Saiten nutzen Bundstäbchen aufgrund des härteren Metalls mehr ab als z.B. Nickel Plated Steel Saiten. Es kommt also nicht nur auf das Material der Bundstäbchen an, sondern auch auf das Material der Saiten. Dann kommt vielleicht noch hinzu oft man spielt.

    Wenn ich die Bundstäbchen von meiner Gitarre betrachte, dann sehen sie im 9. bis 19. Bund auch nicht mehr rund aus, sondern eher abgeflacht auf das ganze Bundstäbchen verteilt, durch z.B. viele Bendings. Auf den restlichen Bünden kann ich nur kaum sichtbare Vertiefungen feststellen. Am Anfang hatte ich z.B. auch viel gespielt, was mittlerweile aber nicht mehr der Fall ist.

    Grüße

    -Silence-
     
  5. 7#9

    7#9 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #5
    Hi, erst einmal danke für die Antworten!

    Mit der Gitarre habe ich angefangen zu spielen und somit noch vor drei Jahren Peter Burschs Buch genutzt. Das war natürlich eintöniges Akkorde-Geschrammel, bis ich endlich davon wegkam, um zu merken, dass es noch mehr auf dem Griffbrett gibt, als die ersten Bünde. Von daher kann die Abnutzung schon daher stammen.
    Ich hoffe mal, dass ich noch mehrere Jahre haben werde, bevor ich das Problem bewältigen muss. Das würde dann nämlich auf eine neue Gitarre hinauslaufen. Bis dahin möchte ich nicht nur besser sein, sondern auch etwas mehr investieren, was zur Zeit leider unmöglich ist...Deshalb war meine Befürchtung, dass das ein schlechtes Anzeichen ist. Also scheppern tut die h-Saite eindeutig noch nicht (die dicke E etwas im Bereich des tolerierbaren, aber die dünnen keinesfalls). Hoffe, das bleibt auch so...
    Was ist mit den Fender und meiner Frage hierzu?

    Viele Grüße
     
  6. Blue Gator

    Blue Gator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #6
    Prinzipiell kann man abgenutzte Bünde austauschen lassen. Bevor es soweit ist, kann man je nach "Schwere" des Falls auch mit Abricten durch einen Gitarrenbauer noch was machen.

    Du schreibst nicht, was du für eine Gitarre hast. Auf Grund der genannten Saiten tippe ich mal auf ne E-Gitarre. Wenn dem so ist, kann man schnarrenden Saiten auch durch eine vernünftige Einstellung ein Stück weit entgegenwirken. Klar, wenn Bünde wirklich runter sind, sind sie runter. Aber ein bisschen Spielraum besteht da schon.

    Die Behauptung, dass Fender grundsätzlich weiches Bundmaterial verwende, halte ich für Unsinn.

    Pauschale Aussagen über einen Hersteller sind generell schwierig. Es kommt immer aufs Modell und die Serie an.
    Fender bezieht wie jeder andere Hersteller auch seine Materialien von Zulieferern. Kann sein, dass die mal eine Lieferung etwas weicheren Drahts erhalten haben. Ein Bekannter von dir hat so ne Klampfe und schimpft jetzt auf Fender an sich...
    Meines Wissens ist das jedenfalls kein bekanntes, "fender-typisches" Problem.

    Außerdem: In der Preisklasse, in der sich die meisten Fenders (zumindest die amerikanischen) bewegen, lohnt sich eine Neubundierung durch einen Fachmann in jedem Fall.
     
  7. 7#9

    7#9 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #7
    Natürlich haben auch die nachfolgenden Bundstäbchen eine kleine Abflachung in Form einer (mit den Spitzen waagerecht zu den Saiten) Raute. Aber nicht so stark wie die ersten beiden. Deshalb denke ich, dass es schon durch das frühere Anfänger-Akkord-Geschrammel kommen könnte.
    Das mit Fender klingt einleuchtend, deren Gitarren sind sicherlich abhängig von Baujahr, Herstellungsort und Sorte divers verarbeitet.
    Aber kann man im Vorfeld vor dem Kauf erahnen, wie hart das Material einer Gitarre ist?
    Kann man bei "normaler" Spieldauer (sicherlich, sehr sehr relativ) eine Durchschnittsdauer angeben, nach der man die Bünde einer Gitarre meist schon überholen muss? So wie ich das aus anderen Threads hier raus gelesen habe, bei aktiver Nutzung so alle 5 Jahre, bei Gelegenheitsspieler so alle 8 Jahre. Würde das hinkommen (wie gesagt, mir ist bewusst, wie relativ das ist und das hier niemals eine genaue Angabe möglich ist, schließlich spielt jeder anders, unterschiedlich in der Spieldauer und dann kommt es noch auf die Gitarre an).

    PS: Ja, ich spiele eine E-Gitarre. eine Strat-Kopie von Cort ...
    Viele Grüße
     
  8. Koebes

    Koebes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #8
    Wie lange Bünde halten, ist unterschiedlich, aber 10 Jahre sollten es schon sein, es sei denn, man spielt mehrere Stunden täglich. Fender-Bunddraht ist nicht weicher als anderer, im Gegenteil, er ist eher einen Tick härter als das Gibson-Material. Wenn die Saite schnarrt, dann frage einen Gitarrenbauer, ob man abrichten oder neu bundieren muss. Manchmal bringt das eine Gitarre richtig nach vorne, z.B. wenn der alte Bunddraht von niederer Qualität war. Es klingt dann sogar besser, nicht nur, weil es nicht scheppert, sondern sauberer intoniert. An die veränderte Saitenlage muss man sich aber erst gewöhnen, ist schon lustig, wenn man eine alte Lady wiederbekommt und sie auf einmal ganz anders in der Hand liegt, weil neue Bünde drauf sind. Ist aber nur ein kurzzeitiger Effekt.
     
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