Wiedereinstieg - Wie glückt er am besten?

SolF
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Hi Leute,

die letzten 10 Jahre habe ich ausschließlich Bass gespielt, die meiste Zeit auch in Bands.
Da ich nun aber umgezogen bin und ich wieder unheimlich Lust auf Gitarre spielen bekommen habe, habe ich mir zwei Gitarren gekauft (E- und Akustik-Gitarre) und den kleinen Yamaha THR-10.
Mit 7 Jahren habe ich angefangen Gitarre zu spielen und hatte auch einige Jahre wöchentlich einen Lehrer, mit 12 waren dann aber andere Dinge interessanter und dann habe ich nur noch Bass gespielt.
Das musikalische Verständnis habe ich also, ein blutiger Anfänger bin ich also nicht auf der Gitarre. Aber ich habe gemerkt, dass es an allen Ecken und Enden fehlt.
Ein paar Akkorde mit Mühe und Not schrammeln, mal was nachspielen, das geht.

Nun möchte ich aber wieder beginnen, richtig Gitarre spielen zu können und mir fehlt einfach ein Punkt oder ein Leitfaden, an den ich mich lang hangeln kann.
Einfach Songs raussuchen und dann den üben, der mir am leichtesten fällt, finde ich nicht zielführend.
Ich würde gerne (wie ich es auch mit dem Bass kann) ein bisschen jammen können, mich einfacher tun (das fällt mir aktuell am schwersten, die Lockerheit, ich komme mir sehr, sehr behäbig vor) und da ich natürlich von allen Seiten angesprochen werde à la "spiel uns doch mal was vor), möchte ich einfach was können. Bisher bin ich einfach total aufgeschmissen.

Ein Lehrer würde theoretisch natürlich in Frage kommen, leider bin ich beruflich viel unterwegs. Eine Gitarre, Bücher, Internet etc. kann ich immer mitnehmen, einen Lehrer nicht.
Von daher richte ich ich mit meinem Anliegen mit einer großen Bitte nach Tipps und Empfehlungen für Bücher, (kostenlose und nicht kostenlose) Workshops etc., die wirklich weiterhelfen und mir helfen.

Besten Dank schonmal an euch.
 
Eigenschaft
 
Das "wieder" in deinem Posting sagt mir, das du schon einmal Gitarre gespielt hast. Dann bist du in einer ähnlichen Situation wie ich. Ist bei mir nur etwas länger her. Aber du bist kein Anfänger, was das Musikmachen betrifft. Bei mir ist es über 40 Jahre her, dass ich auf den Bass umgestiegen bin. Ich habe das nie bereut, aber jetzt habe ich einfach etwas mehr Zeit. Vor 2 Wochen habe ich also auch wieder mit Gitarre begonnen, ohne den Bass zu vernachlässigen zu wollen. Ich vermute, wir sind in mancher Beziehung also in einer ähnlichen Situation. Wir haben mal gelernt, Akkorde zu spielen, wir wissen was ein Barre-Griff ist, und das tolle ist, dass man es nie wirklich verlernt, das Gelernte anwenden zu können. Das hat man in wenigen Tagen wieder drauf.
Für meinen Wiedereinstieg habe ich mir fogendes ausgesucht: Eine Squier - Strat mit einem Humbucker in der Steg- Position, und einen Fender - Mustang Amp. Der Amp ist ein Modelling - Amp, der recht viele unterschiedliche brauchbare Sounds rüberbringt, ohne dass man viel dafür tun muss. Für mich als Wiedereinsteiger, der nicht genau weiß, wohin die Reise gehen soll, fand ich diese Kombi recht sinnvoll. Dann habe ich mir eine Akkord-Tabelle besorgt und ein Lehrbuch, das "Rock Guitar Secrets" heisst. Das ist nicht für totale Anfäger gedacht, da es keinerlei Hinweise auf Handhaltung usw. zeigt, aber sehr sinnvolle Übungen beinhaltet. Die sind übrigens auch für den Bass nicht zu verachten, und nicht in jedem Bass - Lehrbuch zu finden. Der Blickwinkel ist anders, und das macht es interessant.
Ansonsten nutze ich die Software "Band in a Box", die hatte ich schon zum Bass üben. Wirklich gut, da du für alles eine geduldige Begleitband hast.
Wenn ich bedenke, was ich für schmales Geld heute bekomme, leben wir in einer tollen Zeit, um Gitarre oder Bass zu lernen. Den besten Sound hab ich damals aus einem Röhrenradio vom Sperrmüll rausgeholt, und zum Lernen brauchte man schon einen guten Kumpel, der es drauf hatte. Heute ist Youtube dein Freund, du wirst da mit Sicherheit für fast jedes Stück, das dich interessiert jemanden finden, der dir erklärt, wie es geht.
 
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Workshops etc., die wirklich weiterhelfen und mir helfen.

Mir und vielen anderen in deiner Situation haben die Video-Lernkurse von Erst Jochmus weitergeholfen.
http://www.gitarrenlinks.de

Schaue es dir an und mache dir selber ein Bild. Einige kritisieren seine altbackene Präsentation aber ich kann dir versichern, dass die Inhalte stimmen. Schaue dir auch ein paar freie Videos von ihm an, schließlich muss dir die Person auch sympathisch sein. Ist von Herzen empfohlen und ich bin weder verwandt oder verschwägert.

angesprochen werde à la "spiel uns doch mal was vor),

Yep, kenne ich... Irgendwann mal legst dir ein paar alte Kamellen zurecht... :D ... lasse dich hiervon nicht unter Druck setzen.

PS: Ich habe seine Videos immer auf mein Phone und schaue sie mir auch mal ohne Gitarre an.
 
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Ich habe nach über 30 Jahren wieder angefangen. Zum einen arbeite ich wieder meinen alten Kram von damals durch, dieses Mal ohne Lehrer, es ist erstaunlich viel irgendwo ganz tief verborgen hängen geblieben. Zum anderen schaue ich zusätzlich auf die Sachen von Justin Sandercoe. Die App ist installiert und immer dabei. Das ein oder andere Buch von ihm habe ich auch.
 
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Ich bin in einer ähnlichen Situation, nur dass ich in der Wiedereinstiegsphase seit Jahren fest hänge. Das Risiko eines Wiedereinsteigers liegt Drain, dass evtl. noch ein paar alte Sachen sitzen und man diese gerne zum Schrammeln verwendet und die Lücken nicht wirklich auffüllt. Es ist meiner Meinung nach eine Disziplinfrage, ob ich es schaffe mich an ein Buch (davon gibt es viele gute) oder einen Kurs zu halten. Ich bin bisher daran gescheitert, habe aber auch Berufs- und Nachwuchsbedingt im Moment kaum bis keine Zeit die Gitarre in die Hand zu nehmen.

Sollte ich es mal schaffen, die nötige Disziplin aufzubringen, möchte ich ganz bei Null anfangen und mich auch durch die "vermeintlich langweiligen" Themen nochmals durchquälen. Dafür eignen sich (ohne Lehrer)' die berühmten Internetkurse imho am besten.
1: Justin Sandercoe bietet einen guten und kostenlosen Kurs an
2: Your Guitar Sage hat einen kostenlosen Schnupperkurs und dann über udemy einen kostenpflichtigen Kurs. Den gab es vor kurzem reduziert und ich habe ihn mir zugelegt. Der macht einen gut strukturierten Eindruck und ich freue mich drauf, diesen in hoffentlich naher Zukunft anzugehen.

Alternativ kann man natürlich auch mit Büchern arbeiten. Da finde ich für mich Blues You Can Use am besten, da es auch meiner bevorzugten Musikrichtung entspricht.

Cheers,
Michael
 
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Einfach Songs raussuchen und dann den üben, der mir am leichtesten fällt, finde ich nicht zielführend.
Ich würde gerne … ein bisschen jammen können,… und da ich natürlich von allen Seiten angesprochen werde à la "spiel uns doch mal was vor), möchte ich einfach was können. …

Doch, Songs raussuchen und einüben ist genau das, was du tun willst.
Nur mach das nicht planlos.
Mach dir eine Liste, was für Songs du für welche Gelegenheit spielen willst. Also letztlich eine Setlist.

Eine Setlist mit vielleicht drei Songs, die du für "ey, spiel mal was!" parat hast. Einen zum Vortragen und zwei, wenn die Zuhörer dann noch mehr hören wollen. Drei Songs. Nicht mehr, nicht weniger. Das sind ungefähr zehn Minuten.

Danach: Eine Setlist mit acht Songs für eventuelle kleine Auftritte. Bei Grillparty, Geburtstagsfeier und so. Fünf Songs zum Vortragen und drei für die Zugabe. Rechne pro Song drei Minuten, dann sind das knapp eine halbe Stunde. Das ist schon echt Programm!

Um diese beiden Setlists zu erarbeiten, wirst du schon reichlich Zeit benötigen. Dabei lernst du viel. Lehrer ist dabei nicht erforderlich.

Danach kannst du gerne weitere Setlists erarbeiten. Vielleicht eine für einen ganzen Abend, für einen Kneipengig. Mit fünfzehn Songs. Das wäre dann ein Auftritt von etwa eine bis anderthalb Stunde, je nach Länge der Songs. Vielleicht planst du dabei dann auch schon einen Mitmusiker ein. Je nach Musikstil kann das zB ein Harp-Spieler für Blues oder Country sein, oder ein Basser (für alles) oder wer auch immer mit dir spielen will. Wenn ein Solist mitspielt, vielleicht ein zweiter Gitarrist, plane das Solo ein und bedenke, dass dadurch die Stücke länger werden.

Der ganz einfache und höchst effektive Trick lautet "Setlist". Klimpere nicht planlos rum, fertige dir Setlists an. Und du wirst dich wundern, wie weit du schon nach wenigen Wochen sein wirst!
 
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Ich hatte nach ungefähr 10-15 Jahren Spielen eine ebenso lange Pause und habe vor ca. 2 Jahren wieder eine Gitarre gekauft.

Was ich erstaunlich fand ist, dass es etwas besser ging als ich dachte, weil ich eine Komponente total unterschätzt hatte: Das Gehirn und der Bewegungsapparat haben abgespeichert wie es funktioniert, d.h. wenn ich einen bestimmten Sound erreichen will bleibt "nur" noch die praktische Umsetzung die es wieder aufzufrischen gilt.
Ein kompletter Anfänger hat es da schwerer. Von daher hat es mich überrascht, dass ein paar Dinge mir relativ leicht von der Hand gingen. Natürlich mangelt es noch stark und Routine, da hilft nur möglichst viel zu spielen.

Was ich früher nie gemacht habe, waren Songs zu lernen. Jetzt habe ich wenigstens schon ein paar Mal wenigstens die Fragmente von Songs rausgepickt, die mir gefallen. Die Abfolge der Chords helfen auf jeden Fall.

Dann gibt es z.B. typische Jazz Progressionen mit ganz lustigen Chords die man spielen kann um wieder ein bisschen in den Fingersatz zu kommen.

Tonleitern haben mir auch geholfen, wibei du durch das Bass spielen hier ja keine Koordinationsprobleme haben solltest.

und ... was ich auch wichtig finde ist "einfach mit der Pentatonik rumdudeln" über irgendwelche Chords und dabei versuchen möglichst ein gutes Phrasing zu erreichen. Dazu gibt es auf Youtube massenhaft Licks, die man erstens gerne immer gebrauchen kann und zweitens hilfreich zum Üben sind
 
Was ich erstaunlich fand ist, dass es etwas besser ging als ich dachte, weil ich eine Komponente total unterschätzt hatte: Das Gehirn und der Bewegungsapparat haben abgespeichert wie es funktioniert, d.h. wenn ich einen bestimmten Sound erreichen will bleibt "nur" noch die praktische Umsetzung die es wieder aufzufrischen gilt.
Das hab ich nach einer fast 10 jährigen Pause auch festgestellt. Gitarre spielen ist wie Radfahren: wenn man es einmal kann verlernt man es nicht. Am Anfang ist man vielleicht etwas wackelig, aber mit der Übung klappt das schnell wieder! Und neues lernt sich auch einfacher.
 
Das hab ich nach einer fast 10 jährigen Pause auch festgestellt. Gitarre spielen ist wie Radfahren: wenn man es einmal kann verlernt man es nicht. Am Anfang ist man vielleicht etwas wackelig, aber mit der Übung klappt das schnell wieder! Und neues lernt sich auch einfacher.

ja, was ich auch meinte ist, dass der totale Anfänger gar keine Verknüpfng hat, wie zB der Handballen bei Muting dämpft. Er kann sich darunter wenig vorstellen. Wobei das eigentlich klar ist.

Ich hätte nur gedacht, dass der praktische Teil gegenüber dem "Erinnerungsteil" einen größeren Anteil hat. Da hatte ich mich verschätzt
 

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