Wieso ist bei der Gitarre die Standardstimmung so, wie sie ist?

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Luki508
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Hi,

ich habe mir in Bezug auf die Standardgitarrenstimmung 2 Fragen gestellt:

1. Wieso ist das Intervall zwischen den Gitarrensaiten am gleichen Bund eine Quart und nur zwischen G- und H-Saite eine große Terz? Anders wäre die Stimmung E-A-D-G-C-F.

2. Wieso ist nicht zwischen allen Saiten das Intervall eine große Terz? Dann wäre die Stimmung E-G#-C-E-G#-C. Gut, die Stimmung sieht schrecklich aus, aber zu greifen wäre es einfacher. Würde ich beispielsweise die A-Moll-Tonleiter ab dem 5. Bund der tiefen E-Saite spielen, muss ich, um das H auf der G-Saite am 4. Bund zu erreichen, mit dem Zeigefinger aus dem "Komfortspielraum" zwischen 5. und 8. Bund hinausgreifen. Bei einer Stimmung mit großen Terzen müsste man, um eine Tonleiter 2 Oktaven raufzuspielen, den Komfortspielraum nicht verlassen. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine ^^
 
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Maxi
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Bitte belegen sie diese These mit einem Barreè-Griff Ihrer Wahl. ;)
Barree-griffe sind meiner Meinung nach extrem überflüssig und klingen kacke, wie auch immer, über geschmack lässt sich ja nicht streiten, gel? :D
 
benny barony
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Über Klang mag man vielleicht nicht streiten, aber überflüssig sind Barreè-Griffe ganz sicher nicht. ;)
 
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(...) aber überflüssig sind Barreè-Griffe ganz sicher nicht. ;)
Richtig. :) Ist nicht sogar der für sämtliche Rockmusikarten absolut essentielle Power Chord nicht auch eine Art Barré Griff (kleines Barré), zumindest, wenn man ihn über drei Saiten spielt? ;-)
Und wenn man Stimmungen wie Drop D etc. ansieht, dann sogar erst recht? :-D

Also kann doch von "überflüssig" im Zusammenhang mit Barré Griffen keine Rede sein. :)
Ich meine, die Bezeichnung "Barré Griffe" ist ja nicht synonym mit den gängigen "Lagerfeuerakkorden". :)
 
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peter55
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Bitte verliert euch jetzt nicht in einer Diskussion über "Sinn und Unsinn" von Barregriffen ... ;)
 
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Aber vllt haben ja gerade Barregriffe dazu beigetragen dass, die Standartstimmung der Gitarre so ist wie sie ist!? :gruebel:
Aber auch ein offener E Dur, oder A Moll wäre erst mal nicht zu spielen wenn es die große Terz zwischen G und h Saite, nicht gäbe. Der entsprechende Ton läge dann ein Bund weiter zurück, was bei einer Leersaite schwer zu realisieren ist, oder der entsprechende Ton würde ein Saite nach unten rutschen, wo in der Regel aber schon ein anderes Intervall des Akkords, gespielt wird.

Vllt ist die Standartstimmung einfach eine logische Schlussfolgerung aus Kompromissen um halbwegs spielbar zu sein, ohne aberwitzige Griffmuster zu erhalten.

Dadurch da es auch andere Stimmungen gibt, wird ja auch gezeigt das es alternativen zur Standartstimmung gibt. Die Standartstimmung scheint sich aber im großen und ganzen, wohl erstmal als die "bequemste" herauskristallisiert zu haben.

Gruß....
 
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Auch einige andere , nicht Baree Akkode sind dann kaum mehr machbar...

Zum reinen solieren mag eine reine Quartstimmung vll vorteile haben . Die Gitarre ist aber historisch gesehen schon erstmal ein Rhytmus Instrument....


grüße b.b.
 
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Bitte verliert euch jetzt nicht in einer Diskussion über "Sinn und Unsinn" von Barregriffen ... ;)
Doch doch Peter, das ist schon wichtig, denke schon das die einfachheit der Griffe der grund dafür sind. Aber weniger die der barregriffe sondern es geht hauptsächlich um openchords wie ja das wannenkind hier schon erwähnte:
Aber vllt haben ja gerade Barregriffe dazu beigetragen dass, die Standartstimmung der Gitarre so ist wie sie ist!? :gruebel:
Aber auch ein offener E Dur, oder A Moll wäre erst mal nicht zu spielen wenn es die große Terz zwischen G und h Saite, nicht gäbe. Der entsprechende Ton läge dann ein Bund weiter zurück, was bei einer Leersaite schwer zu realisieren ist, oder der entsprechende Ton würde ein Saite nach unten rutschen, wo in der Regel aber schon ein anderes Intervall des Akkords, gespielt wird.
Liegt dann nahe das die idee der stimmung z.b. von dem ''Viol'' oder der Laute kommt. (ich weiß nicht wie es in Deutschland genannt wird)

Kurzer auszug aus dem englischen wiki:
''The standard tuning of the viol is in fourths, with a major third in the middle (like the standard Renaissance lute tuning). For bass viols, the notes would be (from the lowest) D-G-c-e-a-d', with an additional low AA for seven-string bass viols. For the tenor viol, the tuning is G-c-f-a-d'-g' (a smaller tenor, or "alto" viol, is usually tuned A-d-g-b-e'-a'). The treble viol is one octave higher than the bass.''
-https://en.wikipedia.org/wiki/Viol#Tuning

Also von der Idee her genauso gestimmt wie unsere Gitarre - und es gibt sogar 7 saiter varrianten - soll mal einer sagen wir könnten heute noch was neu erfinden. :D

Lg
Max
 
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Abgesehen von der musikhistorischen Entwicklung haben mir immer folgende Gedanken geholfen:

1) "Das war halt schon immer so" - Manche Dinge im Leben muss man eben einfach akzeptieren.
2) "Das wird schon seinen Grund haben" - Gäbe es eine bessere "Standard"stimmung, hätte sie bis jetzt jemand entdeckt und wir würden anders stimmen.
3) "Standard-Stimmung ist eine Klassik- und Flamencostimmung" - Es gibt sooo viele andere Arten, die Gitarre zu stimmen, was viele Musiker ja auch machen. Open Tunings, Tunings fuer einzelen Songs (z.B. Joni Mitchell, Nick Drake), für Musikrichtungen (Dobro Tuning im Bluegrass, Pedal Seel im Country)... die Liste ist endlos und das ist gut so. Am "bedeutendsten" war die "klassische" Stimmung, daher ist die eben jetzt "Standard". Na gut.
4) "Es braucht eine gemeinsame Sprache, und eine Sprache braucht Regeln/Muster" - Auf der Gitarre kann man sich anhand Pattern, Griffen, Mustern gut orientieren, da hilft es, wenn man mit anderen Gitarristen genau darüber reden kann und sich gegenseitig Sachen zeigen und voneinander abschauen kann.
5) "Standard Tuning ist ein Startpunkt" - Und von da an geht es dann halt weiter. Ich finde es aber irgendwie immer noch richtig, am Anfang im Standard Tuning die Gitarre stimmen zu lernen und die ersten Standard-Akkorde zu schrammeln.
 
jf.alex
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1) "Das war halt schon immer so" - Manche Dinge im Leben muss man eben einfach akzeptieren.
2) "Das wird schon seinen Grund haben" - Gäbe es eine bessere "Standard"stimmung, hätte sie bis jetzt jemand entdeckt und wir würden anders stimmen.

Robert Fripp hat sich dem ersteren verweigert und eine "New Standard"- Stimmung entwickelt, der er verschiedene Vorteile gegenüber der Standardstimmung zuordnet. Er lehrt diese Methode unter der Bezeichnung "Guitar Craft". Er hat seine Nachfolger, Schüler und Fans. Flächendeckend durchgesetzt hat sich das aber nicht. :gruebel:

Alex
 
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Robert Fripp hat sich dem ersteren verweigert und eine "New Standard"- Stimmung entwickelt, der er verschiedene Vorteile gegenüber der Standardstimmung zuordnet. Er lehrt diese Methode unter der Bezeichnung "Guitar Craft". Er hat seine Nachfolger, Schüler und Fans. Flächendeckend durchgesetzt hat sich das aber nicht. :gruebel:

Alex
Verwundert micht nicht, Punkt 1 schließt Punkt 2 kategorisch aus. ''das ham wa schon immer so gemacht''.

grüße
 
peter55
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das ist schon wichtig
Natürlich sind Barregriffe ein wichtiger Aspekt in so einer Diskussion! Mir ging es nur darum, eine Diskussion über "Sinn und Unsinn" von Barres zu unterbinden.
 
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Ich denke, weil man so in der Entstehungszeit die Musik der damaligen Zeit am besten adaptieren konnte (also Musik für Laute, Cemballo, etc.).
1. Die tiefen Bassaiten (E und A) laden durch die Quartstimmung zu typischen Bassläufen ein
2. D, g, h bilden einen Durdreiklang (1. Umkehrung), wodurch man leicht Akkorde in mittlerer Lage bilden kann.
3. Die hohe E Saite gibt weiteren Raum für das Melodiespiel nach oben.

Auch in volkstümlicher Musik konnte sie sich dann durchsetzen, weil man damit genauso gut Wechselbass zupfen und Akkorde dazu anschlagen kann.

Außerdem gibt es ja noch viele andere Stimmungen für verschiedene Stilistiken, aber für die angeführten Kriterien ist sie eben maßgeschneidert.

Typische Melodie Saiteninstrumente haben für deren Anwendung ja ganz andere Stimmungen (Tenor-Guitar oder -banjo, Mandoline, etc.), bei der es wichtiger ist einen großen Tonumfang möglichst kompakt abbilden zu können. Oder wiederum der Melodie angepasst enge Tonräume, um beispielsweise Läufe mit einer Note pro Saite zu ermöglichen (Bluegrass und Minstrel Banjo).
 
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