Wieso klingt das gut

von Punker2706, 08.02.16.

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  1. Punker2706

    Punker2706 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.02.16   #1
    Hey ihr,
    ich gebe zu nicht übermäßig viel über Musiktheorie zu wissen, allerdings dachte ich bisher immer dass es trotzdem reicht um das was ich auf meiner Gitarre klimpere nachvollziehen zu können.
    Heute Abend spiele ich also wieder einmal ein paar Akkorde vor mich hin und denke mir "wow das ist gut, das schreibste dir mal auf" Also schreibe ich: "D-Moll - D-Moll - B-Dur - A-Dur - G-Moll - G-Moll - F-Dur - E-Dur"
    soweit, so gut

    und jetzt kommts:
    in all den Jahren die ich Gitarre spiele hatte ich noch nie einen Song der nicht auf meine Faustformel gepasst hat: Ein Song besteht maximal aus 6 Verschiedenen Akkorden nämlich
    Tonika, Dominante, Subdominante und deren Mollton-Parallelen

    Also nochmal schnell zur Überprüfung den Quintenzirkel geschnappt und geschaut dass die Akkorde auch alle beieinander liegen und was sehe ich da? das A-Dur und das E-Dur dürften da gar nicht rein passen. die sind ja fast gegenüber dem D-Moll im Quintenzirkel.

    Meine Frage an euch jetzt also:
    Warum Klingt das dann aber trotzdem so gut zusammen?

    zu veranschau(hör)lichung hier auch nochmal besagte akkorde wie ich sie auf Gitarre gespielt habe:
    https://soundcloud.com/bettste-langstrumpf/warum-klingt-das-gut
    nicht wundern, das hab ich in 2 minuten mit Tux-Guitar gebastet weil ich grad nix zum aufnehmen hatte
     
  2. hmmueller

    hmmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.02.16   #2
    Ohne (zu) viel Theorie (die liefern sicher andere): A-Dur ist ganz normale Dominante von d-moll und passt daher sowieso. E-Dur ist die Doppeldominante, also auch noch nahe dran; und nebenbei der "zweifelhafteste" Akkord in der Folge. Sonst hängt auch noch einiges von der Stimmführung ab - und die Basslinie D, B-A-G-F-E-->D ist als Tonleiter auch sehr logisch und tragend und würde auch etwas herausfallende Akkorde rechtfertigen (was da aber wirklich nicht der Fall ist).

    H.M.
     
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  3. Musikarchitekt

    Musikarchitekt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.02.16   #3
    Ich würde noch hinzufügen, dass es drei Arten von Moll gibt: natürlich, harmonisch und melodisch. Eigentlich gibt es noch eine vierte Variante, nämlich das Zigeunermoll, dieses ist aber, soweit ich weiß, nicht wirklich gebräuchlich. Jedenfalls ist die Durdominante Merkmal von harmonisch Moll. Hier wird die siebte Stufe der natürlichen Molltonleiter erhöht, wodurch ein Leitton ähnlich wie in einer Durtonleiter entsteht. Der Leitton ist ein Halbton "vor" dem Grundton. Bei C-Dur also das h, bei d-Moll das cis usw.

    In dem Beispiel des Threaderstellers ist die Dominante, wie hmmueller bereits sagte, A-Dur. E-Dur ist die Dominante der Dominanten (A-Dur), somit also die Doppeldominante.

    Grüße :)
     
  4. Punker2706

    Punker2706 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.02.16   #4
    Vielen dank schon mal für die schnellen antworten =)
    da fehlt also noch ein ganzes thema in meinem Musik-Wissen. von Doppeldominanten hab ich noch nie etwas gehört. das werde ich mir umgehend mal anlesen.
    was mir aber eben auch noch aufgefallen ist: diese Akkordfolge funktioniert nur in eine Richtung :-O wie kann das sein?
    Rückwärts gespielt (also Dm-Dm-E-F-Gm-Gm-A-B) klingt schief. ersetzt man das das B dann aber mit nem C-Dur klingt es wieder, dann passt es aber in der Originalreihenfolge nicht mehr gut.

    Sehr seltsam. vielleicht weiß ich ja mehr wenn ich mir das Thema mal etwas genauer angelesen habe :-)
     
  5. RMACD

    RMACD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.02.16   #5
    Du hast am Anfang eine verkürzte spanische Kadenz (Akk. C ist nicht vorhanden). Typisch ist der Halbtonschritt : B A . Danach "steigst" du auf der Subdominante Gm ein und hast wieder einen Halbtonschritt: F E . Du wiederholst ein harmonisches Muster, und das macht den Sound so "griffig".

    Vorschlag: Du könntest den 2. Teil statt mit Gm mit Am beginnen, also Am G(m) F E. Das wäre dann eine komplette spanische Kadenz. Du kommst auf der Doppeldominante, also Akk. E, raus. Der Akkord Gm kann verdurt werden - klingt evtl. noch markanter. Aber es könnte auch:
    Am B F E gespielt werden - als Variation, klingt auch gut.
    Vorschlag für einen Ganzschluss:
    Vom E ausgehend, also E Dm/A A Dm - klassischer Schluss, also fürs Ende.

    Nachtrag: Die Akkorde B und F fungieren hier als Dominanten. Wenn dann A bzw. F erklingen, begreift das Ohr den Grundton des Vorgängerakkordes als auflösungsbedürftig und ist mit den Akkorden A bzw. F "zufrieden". Das geht aber nur in eine Richtung - man kann die spanische Kadenz nicht beliebig hin und herdrehen.
    Die dominantische Funktion der Akkorde B und F wäre noch eindeutiger, wenn diese als B7 und als F7 gespielt würden. Das klingt dann zwar schräger - dissonanter, aber passt auch. Bei
    Am B F E hättest du mit F eine rückbezügliche Dominante zu B. Das funktioniert.

    Es sind alles sehr gängige und erprobte Wendungen.
     
  6. timmy123

    timmy123 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.02.16   #6
    Kann nix zur Theorie sagen, ich finde das klingt aber sau gut.
    Erinnert mich auch sofort an Spanische Gitarre. Gab im RnB auch ne Zeit wo man diesen Sound gehört hat.

    Der Anfang erinnert mich auch etwas an

    Brandy & Monica - The Boy Is Mine (1998) + Lyrics




    Gibt aber ein Song der noch besser passt, kommt gerade nicht drauf... liegt mir auf der Zunge..
     
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