Worauf achten beim Probespielen?

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Hallo,

da ich vorhabe demnächst Klavier (oder besser gesagt D-Piano) zu lernen, wollte ich mir einige von den üblichen Verdächtigen (Casio 100, 110, 700; Roland RD170; Kawai Cl20, CN2; Yamaha 90...) mal genauer ansehen... Problem ist nur, dass meine Klavierkenntnisse mit der rechten Hand von "The Entertainer" leider aufhören, und ich auch nicht wirklich jemanden zur Hand habe, der die Dinger für mich ausprobieren könnte.

Sollte ich jetzt einfach mal nach Gefühl ein bißchen rumklimpern und mir denken, "das hier fühlt sich gut an... das hier hat einen besseren Klang als das andere...", oder gibt es da bestimmte Dinge auf die ich achten sollte?

Mike
 
Eigenschaft
 
naja, da es in diesem bereich ja relativ wenig funktionen gibt, die das teil haben kann, ist der folgende punkt für dich wohl nicht sehr von bedeutung: kann das teil wirklich alles was du willst?
wenn ja, gibt es meiner meinung nach nicht viel weiteres neben spielgefühl und klang, worauf man (beim testspielen) achten sollte...

solltest du natürlich ein gerät unter die finger nehmen und das gefühl haben, es fällt auseinander, wenn du mal etwas heftiger spielst, könnte das schon ein wichtiger punkt sein ;)

ansonsten könntest du vielleicht noch einen pianisten mitnehmen, der dir was vorspielen kann (vom entertainer wirst du nicht so richtig über den klang urteilen können, vermute ich)... aber das macht im zweifelsfalle auch sicher gerne der verkäufer ;)
 
Obligatorische Frage: Du weißt, daß ein Digitalpiano vom Spielgefühl nicht an ein Klavier heranreicht und je nach Musikrichtung und Fortgeschrittenheitsgrad eine Notlösung bis ungeeignet ist?
 
Obligatorische Antwort:

Ja, das ist mir bewusst, aber zum einen bin ich eben blutigster Anfänger, zum anderen kann ich es auch finanziellen Gründen, und weil meine Vermieterin über mir wohnt, leider nicht anders machen, und deshalb muss ich auf die digitale Version zurückgreifen. Natürlich werde ich es später anstreben ein richtiges Klavier zu besorgen, aber im Moment ist es eben einfach nicht möglich... dass hatte ich dir aber auch schon gesagt Luc ;).

Mike
 
In dem Thread den ich vor kurzem im Keyboardforum eröffnet hab, in dem es noch darum ging, ob es überhaupt Sinn machen würde erstmal zum reinschnuppern sich ein Keyboard zu besorgen, und wenn nicht welche digitalen Pianos unter 1000 Euro zu empfehlen wären...

https://www.musiker-board.de/vb/showpost.php?p=1264441&postcount=12

Ist keine Woche her, aber da verliert man vielleicht mal schnell den Überblick ;-)

So ein gebrauchtes Kawai hatte ich mir auch schon überlegt, nur das muss man erstmal finden... bei ebay wurde in letzter Zeit keins verkauft, ich muss mal im Geschäft hier (dieser Music Store in Köln) nachfragen ob die da eins haben...

Mike
 
Achja, das Alter... :redface:

Ein Gebrauchtinstrument zu kaufen, ist natürlich immer ein Abenteuer. Ich habe mich schon oft nach solchen umgesehen, aber dann nie das gewünschte gefunden, oder zu spät reagiert oder es mir bei Ebay vor der Nase wegschnappen lassen (z.B. mehrmals den Realpiano Expander. Das ist schlimm! Da kloppen sich die Ebay-User drum wie die Omas bei Aldi um den Grabbeltisch! Ich hab mal sogar einen zum Sofort-Kauf für 250 € gesehen, ne Stunde später wollte ich zugreifen, da war er schon weg...). Allerdings finde ich die z.Zt. im Laden erhältlichen Modelle um 1000 € alle nicht so prickelnd. Gut, ich spiel nun auch schon länger Klavier und hab ständig den Vergleich zum Flügel im Ohr. Aber je weiter du fortschreitest, desto langweiliger wird irgendwann dein Mittelklasse-DP. Gebrauchte Keys haben da den Vorteil, daß der Preisverlust nicht so groß ist, d.h. wenn du in ein paar Jahren dann auf ein Klavier umsteigen willst, kannst du dein MP9500 noch zu einem recht lukrativen Preis wieder loswerden. Das MP9500 finde ich klanglich auch nicht so prickelnd, aber es hat einfach eine ultrageniale Tastatur zum üben und ist später wunderbar dazu geeignet, mit Expandern oder VSTs nachgerüstet zu werden.
 
lucjesuistonpere schrieb:
Du weißt, daß ein Digitalpiano vom Spielgefühl nicht an ein Klavier heranreicht
Bis dahin gebe ich dir noch recht.

und je nach Musikrichtung und Fortgeschrittenheitsgrad eine Notlösung bis ungeeignet ist?
Das würde ich so nicht stehen lassen. Bis es wirklich "ungeeignet" ist (zum Üben, versteht sich, nicht um damit Konzerte zu spielen), muss man wirklich schon SEHR fortgeschritten sein und gleichzeitig schon fast "mimosenhaft anspruchsvoll". Denn gerade ein sehr guter Pianist wird in der Regel mit allem klarkommen, was Tasten hat. Diejenigen, die plötzlich auf einer anderen Tastatur "nicht mehr spielen können", haben meist ihre Technik viel zu sehr auf "ihr" eigenes klavier angepasst oder etwas anderes falsch gemacht.
Und auch "Notlösung" ist bei heutigen DPs etwas heftig ausgedrückt. Sicher ist ein echtes Piano immer schöner, aber auch auf einem guten DP kann man hervorragend spielen, lernen, seine Technik verbessern und sogar Spaß daran haben.

Ich möchte jetzt keine philosophische Diskussion daraus machen, aber die Frage "kann ein DP an ein echtes Klavier heranreichen" hat einfach in so einem Thread wie diesem nichts zu suchen...

Jens
 
.Jens schrieb:
Denn gerade ein sehr guter Pianist wird in der Regel mit allem klarkommen, was Tasten hat.

Man denke nur an Keith Jarrett. Stichwort "Köln Concert". Grottenflügel, aber was für eine denkwürdige Session.
 
@Jens:
Bis es wirklich "ungeeignet" ist (zum Üben, versteht sich, nicht um damit Konzerte zu spielen), muss man wirklich schon SEHR fortgeschritten sein und gleichzeitig schon fast "mimosenhaft anspruchsvoll".
Da gebe ich dir recht. Als nicht-studierter Musiker wird man auf einem Digitalpiano schon üben können, nur wird es...

Und auch "Notlösung" ist bei heutigen DPs etwas heftig ausgedrückt.
... Musikliebhabern kaum Spaß machen, daher bleibe ich bei dem Wort "Notlösung". Aber natürlich kommt's aufs Genre an - Rock/Pop läßt sich auf einem guten DP sicherlich spielen, bei Klassik hingegen muß man starke Abstriche machen.

Weitere Diskussion dann aber, wenn über PM, ich möchte auch nicht den Thread verstopfen. :)
 
lucjesuistonpere schrieb:
Da gebe ich dir recht. Als nicht-studierter Musiker wird man auf einem Digitalpiano schon üben können,
Auch und gerade studierte werden auf einem guten DP gut üben können. Sicherlich besser als auf einem mäßigen Klavier...


... Musikliebhabern kaum Spaß machen, daher bleibe ich bei dem Wort "Notlösung".
Nur um das nochmal klarzustellen: Natürlich kann es sein, dass der eine oder andere "Klangpurist" daran keinen Spaß hat und sein subjektives Spielgefühl leidet.
Aber du suggerierst hier, dass es objektive, prinzipielle Mängel gäbe, die ein DP völlig personenunabhängig zum Üben ungeeignet machen ab einem gewissen Niveau. Das ist definitiv nicht so. Wer ein DP für sich ablehnt, der weiß in der Regel sehr genau, warum ER PERSÖNLICH das tut. Und der stellt aber auch nicht Fragen wie in diesem Thread.
Wer hingegen nicht weiß, warum er an einem DP nicht klarkommen sollte, der wird verwunderlicherweise kein Problem mit dem Üben am DP haben.

Aber natürlich kommt's aufs Genre an - Rock/Pop läßt sich auf einem guten DP sicherlich spielen, bei Klassik hingegen muß man starke Abstriche machen.
Das würde ich nicht sagen und keineswegs unterschreiben. Ich kenne Leute, die hervorragende (und anspruchsvolle) Pianisten sind und die absichtlich regelmäßig auf einem DP üben, um sich nicht zu sehr auf ihr Hauptinstrument einzuschießen, und um flexibilität zu trainieren.
Dass bei manchen(!) Passagen klassischer Stücke der Klang etwas zurückbleibt ggü. einem Grotrian-Steinweg o.ä., das steht außer Frage. Aber nicht so, dass man diese Stücke nicht mehr darauf spielen könnte.

Ich unterschreibe daher das Wort "Notlösung", wenn es um öffentliche Auftritte geht, aber nicht beim Üben zuhause.

Wer so fixiert auf einen bestimmten Instrumentensound ist, dass er sich außerstande sieht, auf etwas anderem zu spielen, der macht etwas falsch und fällt für mich unter die Kategorie "Diva".
Ich kenne einen Gitarristen, dem während einer Probe(!) sein Amp abgeraucht ist. Es gab noch einen V-Amp, der natürlich nicht so toll klingt wie das Vollröhrentop. Aber dieser Mensch hat tatsächlich die Gitarre eingepackt und hat die Probe beendet.

Jens
 
Mahlzeit,

was mir dazu noch einfällt: Ich weiß leider nicht mehr um wen es sich handelt. Aber ein schon bekannterer Pianist hat in seinen Flügelgehäuse ein P250 einbaun lassen.
Die Leute waren nach dem Konzert begeistert: So ein Flügel klingt eben gut; Bei dem Volumen; usw.

Optik macht ne Menge. Ansonsten kann ich dem Jens nur beipflichten!

Gruß
 
@Jens:
Du hast Post.
 
toeti schrieb:
ein schon bekannterer Pianist hat in seinen Flügelgehäuse ein P250 einbaun lassen
Hoffentlich nach dem Ableben der alten inneren Bestandteile, ansonsten könnte man da glatt auf Mord plädieren. :eek:
Andererseits kann der mit seinen Sachen natürlich machen was er will, nur dass der mir ja nicht mal als Stimmer verkleidet an mein Klavier geht... :evil:

NothanUmber
 
Ja, soll er ruhig, aber warum um alles in der Welt ein P250 und kein RD700SX oder MP8?!? :D
 
toeti schrieb:
Mahlzeit,

was mir dazu noch einfällt: Ich weiß leider nicht mehr um wen es sich handelt. Aber ein schon bekannterer Pianist hat in seinen Flügelgehäuse ein P250 einbaun lassen.
Die Leute waren nach dem Konzert begeistert: So ein Flügel klingt eben gut; Bei dem Volumen; usw.

Gruß

:eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek:

Oh Gott, Oh Gott....aaarrrgghhh.......stöhn (Luft hol...) :screwy:

Ich würd´mir lieber in mein MP9500er Gehäuse nen Flügel einbauen lassen ...
Greetz
 
Mahlzeit,

ich finde eure Kommentare sehr interessant, da sie noch mehr OT gehen als mein eigener.
Die Frage, die sich mir stellt ist doch: Wieso war der Klang so toll, obwohl es blos ein doofes Yamaha war, während ihr euch fragt, wieso hat der ein Yamaha da rein gepackt?
 
Ich denke es geht da nicht so sehr um das Yamaha sondern darum das die Dinger langsam wirklich gut klingen und wenn man sieht es ist ein Flügel, dann tönt es eben gleich besser - das Auge hört sozusagen mit. Das soll jetzt nicht bedeuten es gibt keinen Unterschied mehr, aber das Niveau ist langsam sehr hoch angesiedelt.

Gruss, Bit
 
Genau. Das Auge hört mit. Ob MP oder P oder RD ist doch egal.
Unterschiede zwischen traditionellen und digitalen Instrumenten wird es vermutlich immer geben, aber man kann mit den digitalen leben - zumindest ich kann das. Mein Klavier will ich nicht missen, aber für abends zum spielen oder für die Bühne sind die digitalen doch optimal. Ich erinnere mich nur daran, als ich das letzte Mal ein Klavier getragen hab. Es ging zwei kleine Stufen hoch und ich glaub wir waren trotzdem zu sechst und noch sehr gut beschäftigt.
Vom Publikum werdens außerdem die wenigsten definitiv unterscheiden können, nicht aus von mir unterstellter Ahnungslosigkeit, sondern dadurch, dass es durch P.A., oder evtl. komische Raumakustik etc geht und sich mit dem Rest der Band mischt.
 
Diese Equipment-Saalschlachten sind doch immer wieder amüsant. :D

Um in den langsam einsetzenden allgemeinen Konsens einzuschwenken: Ich habe Klavier auf einem DDR-Teil gelernt. 2 Jahre lang habe ich auf dieser Grausamkeit gespielt, geübt, gelitten. In Worten: zwei Jahre. Das Ergebnis: ich habe bis heute keinen "befriedigenden" Anschlag :( aber Kraft ohne Ende in den Fingern, um die mich manche beneiden. Dass das so ist, habe ich aber erst vor zwei Jahren auf einem RD gemerkt. Und wenn ich mich heute an einen Flügel setzen darf, finde ich meinen Anschlag schon gar nicht mehr so schlecht ;) .
 

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