Workshop: Ska-/Reggae-Gitarre für Fortgeschrittene

von Domo, 30.11.07.

  1. Domo

    Domo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.11.07   #1
    Aufbauend auf dem Einsteiger-Workshop von SkaRnickel möchte ich in diesem Workshop ein paar weitere Techniken, Grooves und Übungen präsentieren!

    Fangen wir an mit...
    Der Grundübung

    Wie im Anfängerworkshop ganz richtig erklärt, ist das A und O für Ska und Reggae der Offbeat. Obgleich man diesen auf verschiedenste Weisen spielen kann, ist die Bewegung der Schlaghand bei allen Methoden die gleiche.
    Darum halte ich es für wichtig mit eben dieser "Grundübung" zu beginnen:

    [​IMG]

    Was hier offengestanden ziemlich einfach aussieht, ist für viele Leute eine ganz schön schwierige Angelegenheit! Man schägt durchgehend 16tel an, dabei muss man beachten, dass nur die Diskantsaiten (e, h und g) angeschlagen werden. Zusätzlich sollen alle Schläge die auf dem Beat liegen betont werden.
    Die Bewegung kommt dabei nur aus dem Handgelenk! Sie ist vergleichbar mit der Bewegung die Ihr macht wenn Ihr Euch die Hände nach anstrengender Arbeit ausschüttelt, also wirklich ganz locker. Diese Bewegung muss Euch in Fleisch und Blut über gehen, denn egal welchen der folgenden Grooves ihr spielt, bleibt die Bewegung gleich. Selbst wenn mal keine Deadnotes oder Akkorde angeschlagen werden ist es ratsam die Bewegung "in der Luft" weiterzuführen - das garantiert ein flüssiges Spiel und ein besseres Gefühl für den Groove.

    Nun fragt womöglich jemand: Wenn beim Ska der Offbeat wichtig ist, wieso dann den Onbeat betonen?
    Zum einen erleichtert dies die Orientierung. Bei dieser Musik ist es wichtig, dass man den Rhythmus geradlinig durchhält. Sobald man nämlich einmal die "Orientierung verliert" und einen Schlag auslässt, landet man plötzlich auf dem Beat, wodurch der gewünschte Effekt natürlich vollkommen zerstört wird.
    Zum anderen liegen im Reggae und Ska die Betonungen zwar auf den Offbeats, die Onbeats bilden aber immer noch das Fundament - So spielen Bassdrum und Bass in den meisten Fällen auf dem Beat.



    Der einfache Offbeat

    Nun gibt es drei ganz einfach Art und Weisen den Offbeat zu spielen. Die absolut einfachste Möglichkeit ist folgende:

    [​IMG]
    -> Übung 2 anhören!

    Der Akkord wird also jede zweite 16tel gespielt. Ob die Deadnotes dabei mitgespielt werden oder nicht ist Geschmackssache - Ihr solltet beides ausprobieren und danach entscheiden was zum jeweiligen Song besser passt. (Dazu sei aber gesagt, dass es sehr schwierig ist ohne einen vorgegebenen Puls oder Beat den Offbeat ohne Deadnotes zu spielen.)

    Weitere Möglichkeiten für einen einfachen Offbeat ergeben sich durch das Anschlagen des Akkords auf jeden zweiten bzw vierten Schlag der Vierergruppe:

    [​IMG]
    -> Übung 3 anhören!

    [​IMG]
    -> Übung 4 anhören!


    Weitere Rhythmen

    [​IMG]
    -> Übung 5 anhören!

    Bei diesem Groove wird erstmals der Akkord mit einem Downstroke angeschlagen. Auf den ersten Blick sieht es zwar so aus als wären die Akkorde onbeat, allerdings hat sich lediglich der Grundpuls geändert: Bei den vorherigen Übungen war der Puls auf 16teln, nun liegt er auf 8teln.

    Eine interessante Variation dieser Übung könnte so aussehen:

    [​IMG]
    -> Übung 6 anhören!

    Weitere Variationen der Übung, bei der eine eingefügte Pause bzw eine Achtelnote den Klangeindruck des Grooves komplett verändern:

    [​IMG]
    -> Übung 7 anhören!

    [​IMG]
    -> Übung 8 anhören!

    Bei diesen Übungen werden die Saiten nicht durchgehend angeschlagen, trotzdem ist es ratsam die Hin- und Herbewegung der Hand "in der Luft" weiterzuführen!

    Eine einfache Variation des 16tel-Offbeats:

    [​IMG]
    -> Übung 9 anhören!

    Und zu guter Letzt noch eine mögliche Variation des 8tel-Offbeats:

    [​IMG]
    -> Übung 10 anhören!


    Fazit?

    Wie Ihr also deutlich erkennen könnt gibt es unzählige verschiedene Grooves, die man aus einem einfachen Offbeat ableiten kann. Hier gilt also: Probieren geht über Studieren!
    Versucht einfach mal, die Betonungen zu verschieben, den Puls zu verändern, Pausen einzubauen oder verschiedene Grooves miteinander zu verbinden. Dabei können ganz viele neue und coole Rhythmen entstehen, die ihr alle in eure Ska- und Reggae-Songs verbasteln könnt!

    Das wars vorerst mal von mir - falls Fragen aufkommen sollten, einfach stellen!

    Ich möchte an dieser Stelle betonen dass ich meine Ansätze nicht als die einzig Wahren ansehe und dass vielleicht der erfahrene Rastafari-Klampfer es anderes machen würde als ich - trotzdem wünsche ich Euch viel Spaß beim Nachspielen und Üben und hoffe dass euch dieser Thread weiterhelfen konnte! :)
     
  2. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.11.07   #2
    Sehr schöne Fortsetzung :great:

    Der Fortgeschrittenen-Workshop wurde öfters bei mir angefragt, aber ich hatte einfach keine Idee was ich noch groß bringen konnte :o

    Die Variationen waren da wirklich eine gute Idee, ich denke das wird vielen helfen! :)
     
  3. Yberion

    Yberion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.07   #3
    Habt das ganze mal durchgespielt. Gefällt mir gut. Ich spiele zwar an sich keine Ska oder Reggae, aber es ist gut, auch mal sowas zu können. Fand ich auch rhythmisch recht inspirierend.
     
  4. knybbis

    knybbis Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.07   #4
    jetz dachte ich glatt, "ach komm....das is nix für dich..." hab dann doch meine akkustik genommen und probiert. macht echt spaß, gute übungen!:)
     
  5. mamol

    mamol Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.07   #5
    Toller Workshop und gute Soundfiles.

    Eine kleine Anregung an alle die ein wenig Reggae spielen wollen. Spielt mal statt den Dead Notes auf dem Beat den Grundton des Akkords. Bringt ein bisschen Variation rein und macht die Sache interessanter.
     
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