Wozu braucht man ein Mischpult???

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Tobia
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Hallo Leute,

ich arbeite mich gerade in den Homerecording Bereich rein und stelle mir folgende Frage: Wozu braucht ein Tonstudio eigentlich ein Mischpult...? Jeder Sequencer (z.B. Cubase) hat doch einen eingebauten Mixer und das Einpegeln kriege ich doch mithilfe des Interfaces hin. Hochqualitative Preamps kann man einzeln dazu kaufen.

Wozu steht dann in jedem Studio ein riesen Mischpult was auch noch unfassbar teuer ist?

Liebe Grüße, Tobias
 
ambee
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- weil es früher keine sequenzer gab
- weil sie besser/anders klingen als software
- weil der workflow/die haptik ganz anders/besser ist

alles hat vor- und nachteile, jeder muss das beste für sich finden.
viele große, moderne digitalpulte sind zB auch gar keine geräte mehr, in denen audiosignale fließen und bearbeitet werden, sondern nur riesengroße und sauteure controller
 
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Wasti
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Nun, da wäre mal der direkte Zugriff auf verschiedene Bereiche wie Filter in den einzelnen Kanälen, das Monitoring, die Vorverstärkung, die AUX-Wege und vieles mehr, die ich ohne lästiges am Bildschirm durch Menüs steppen erreichen kann.
Besonders in kommerziellen Studios wichtig, da ich überhaupt keine Lust dazu habe hier am Monitor herum zu suchen. Ich muss das alles im direkten Zugriff haben und meist nicht mal hinsehen müssen. Schließlich hab ich oft 4-10 Leute, je nach Produktion um mich die mich auf Trab halten.
Der zweite Aspekt ist die Qualität bei Pulten der gehobenen Preisklasse. Stichwort: "Preamps" Um nur eines zu bedienen.

Der Dritte Grund ist die, sagen wir mal "Klangfärbung" die die guten Pulte einer Produktion angedeihen lassen. Man kauft so ein Pult auch nach "Klanggeschmack" nicht nur nach technischen Aspekten.

Der vierte Grund warum Mischpulte in größeren Studios absolut nicht aussterben werden, zumindest in nächster Zeit, ist der optische Effekt bei den Kunden.
Ich beobachte dies immer bei mir selbst.
Studio A hat eine NEVE VR60 Konsole. Studio B ein Yamaha DM2000 und einen kleinen Sprecherplatz ohne Mischpult um Sprecheraufnahmen und sonstige kleinere Aufnahmen machen zu können.
Wenn Bands kommen, wollen so gut wie ALLE im Studio A aufnehmen.
Es ist wie ein Magnet oder wie das Licht das Motten magisch anzieht. Wenn es rein um "Aufnahmequalität" geht können alle drei Plätze die Anforderungen erfüllen. Aber alle wollen mit dem dicken Schlachtschiff recorden.
Und der Sound den das Teil aus den Eingeweiden zaubert gibt ihnen recht. Auch ich recorde am liebsten mit der Neve Konsole. Geht das nicht, ist mein Projektstudio dran. Also das Yamaha DM2000.

Hast du eine Konsole mit der du zufrieden bist gibst du sie nicht mehr her.

Fairness halber sei auch gesagt das so eine Konsole auch ihren Preis hat und Mühe macht.
So hat man teils enorme Anschaffungskosten, aber damit ist es nicht getan. Soll die Konsole über Jahre hinweg ihre Dienste zur Zufriedenheit leisten, so will sie regelmäßig einem Service unterzogen werden. Alle 2 Jahre wird das Pult teilzerlegt und einer gründlichen Hauptreinigung unterzogen. Etwaige Reparaturen sind auch meist nicht gerade billig.
Und der Stromverbrauch, wenn man das Schlachtschiff hochfährt, ist nicht von schlechten Eltern. In diesem Zusammenhang sei noch gesagt, dass man so ein Pult wären einer Produktion nicht abschaltet. Es läuft durch. Tag und Nacht.
Ein Abschalten und späteres Einschalten währen einer Produktion nimmt Einfluss auf den Sound und ist tunlichst zu vermeiden.
Dies alles macht solche Pulte nur für den professionellen Einsatz in größeren Studios interessant.
Aber wie gesagt, hast du so ein Pult, gibst du es NIE MEHR her.

Ein Gruß, Wasti
 
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Tobia
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Hallo, danke für die Informationen. Ich stelle mir das sehr kompliziert vor...wie soll ich denn Cubase dazu kriegen, dass es "auf das Mischpult hört", also je nach Einstellung eines Kanals (z.B. Faderposition) am Mischpult auch tatsächlich den jeweiligen Kanal in meinem Projekt anders abspielt...? Da bin ich ja wahrscheinlich monatelang am Manuals wälzen und Steinberg-Support-Löchern bis das klappt...
Und ich hab doch dann zusätzliche Kabelwege, die Informationen müssen nochmal extra durch das Pult bei jedem Abspielen des Songs, macht das den Sound nicht schlechter als wenn ich immer durch nen einzelnen Preamp in das Interface und den PC recorde und am PC mische?

Und ich wittere schon wieder einen Dschungel von Latenzen bei dem Hin- und Her mit den Informationen...

Sorry für die dummen Fragen...
 
Wasti
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In der Tat sind größere Studios ein wenig aufwändiger und komplexer als rein computerbasierende Studios.
Für dich wäre es, so denke ich, sicher momentan das Beste dich auf PC, Cubase und ein brauchbares Interface zu konzentrieren.
In solch größeren Studios mit Konsole und Outboard Equipment dienen Programme wie Logic, Cubase und dergleichen meist als "Tonbandmaschinen" mit komfortabler Schneidemöglichkeit. Die eigentliche Bearbeitung findet im Mischpult und in den externen Gerätschaften statt.
Latenzen sind mit dem richtigen Equipment und der richtigen Konfiguration meist kein Problem.
 
dererstemann
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In solch größeren Studios mit Konsole und Outboard Equipment dienen Programme wie Logic, Cubase und dergleichen meist als "Tonbandmaschinen" mit komfortabler Schneidemöglichkeit. Die eigentliche Bearbeitung findet im Mischpult und in den externen Gerätschaften statt.
[/FONT]

Das ist auch genau meine Arbeitsweise! Ich benutze meine Recordingsoftware tatsächlich wie eine "Bandmaschine". Das Beste aus 2 Welten macht immer noch am meisten Spaß:great:
 
Wasti
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Exactement!
Gutes Pult, gutes Outboard Equipment in Kombination mit einer zuverlässigen DAW.
So bereitet das Arbeiten Frohsinn.
Wobei ich auch ab und zu, wenn es die Sache erfordert, auf das eine oder andere Plugin zurückgreife wenn ich damit was spezielles erreichen will.
Aber ansonsten bin ich relativ vorsichtig was das Einsetzen von Plugin`s betrifft.
 
ambee
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ich kenne sogar einige die in der DAW "spulen" anstatt von marker zu marker zu springen :D
 

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