Zu hohe Saitenspannung bei Les Paul?

von Bassie, 26.09.07.

  1. Bassie

    Bassie Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 26.09.07   #1
    Hallo!

    Ich hätte hier mal eine Frage im Auftrag meines Freundes (der derzeit kein Internet hat). Er hat sich gestern eine neue Gibson Les Paul gekauft. Jetzt ist es so das die Saitenspannung scheinbar (bei Standardstimmung und 10er Saiten) stärker ist als bei seinen anderen Gitarren (unter anderem eine zweite Gibson Les Paul mit selber Stimmung und selben Saiten).

    Gibt es (mit Ausnahme dünnere Saiten) eine Möglichkeit (bei gleichbleibender Stimmung) die Spannung zu vermindern? Vibratos und Bendings sind so nur mit starkem Kraftaufwand möglich was natürlich recht schnell zur Ermüdung führt. Die Saitenlage ist relativ niedrig eingestellt.

    Vielleicht weiß jemand Rat.

    mfg
    Tamara
     
  2. UncleReaper

    UncleReaper Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 26.09.07   #2
    Das ist bei Gitarren mit kurzer Mensur ein gängiges "Phänomen".
    Experimentieren mit verschiedenen Saitensätzen ist das sinnvollste.
     
  3. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 26.09.07   #3
    Das muss totale Einbildung sein. Bei gleicher Saitenstärke und gleicher Mensur ist der gefühlte Zug identisch, sonst wäre die Gitarre anders gestimmt (er wird sie ja nicht eine Oktave zu hoch gestimmt haben).

    UncleReaper, ich glaube Du hast Dich vertippt. Bei LANGER Mensur (Fender) ist der Saitenzug höher.

    Für Bendings gilt das alte Physikgesetz: Arbeit = Kraft x Weg
    Eine Gitarre mit kurzer Mensur (Gibson) hat weniger Saitenzug, daher geht das Benden leichter (weniger Kraft), aber man muss die Saite auch weiter benden (mehr Weg) um die selbe Tonhöhenänderung (Arbeit) wie auf einer Fender zu erreichen.
     
  4. LimboJimbo

    LimboJimbo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.09.07   #4
    Hm, aber es gibt doch Low Tension-Saiten mit angeblich weniger Saittenzug bei gleicher Stärke, Tuning und Mensur...

    Ich bilde mir auch ein, dass ich da bei unterschiedlichen Saitenarten (gleiche Stärke und gleiche Gitarre, gleiches Tuning) schon Unterschiede bemerkt hab.

    Bin mir schon recht sicher dass das keine Einbildung ist... (Material, Saitenaufbau, Steifigkeit der Saitenkonstruktion etc.)

    Arbeit = Kraft x Weg ist klar, allerdings sind Gummibänder bei gleichem Weg mit weniger Kraft zu ziehen, also weniger Arbeit. Da Saiten nicht exakt aus dem gleichen Material sind, macht das deine Formel hier zwar nicht falsch, aber wenig aussagekräftig (sorry wenn ich da falsch liege, aber so wie sich mir das erschließt...)
     
  5. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 26.09.07   #5
    Das Material hat sicher einen kleinen Einfluss, so wie auch der Zustand der Saiten. Frisch mit FastFret geschmierte lassen sich schlechter benden, als alte angerostete, weil man auf letzteren mehr "Grip" hat.
     
  6. BOOG

    BOOG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.09.07   #6
    Also wenn die Gitarre wirklich die selbe Mensur haben sollte, dürfte ein Unterschied nicht messbar, aber vielleicht (durch den Kopf) doch spürbar oder so was in der Art.

    Ich finde man merkt auch einen Unterschied wischen GHS und Gibson Saiten auf der selben Klampfe
     
  7. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 26.09.07   #7
    Aber eben nur minimal. Dass es auf der einen "sehr viel schwerer" geht ist definitiv nicht zu erwarten.
     
  8. LimboJimbo

    LimboJimbo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.09.07   #8

    Klar, messbar ist es wohl echt kaum, aber ich glaube das, was InRuinsForgiven meinte, ist dieses Phänomen, dass in puncto Bespielbarkeit oft gerade die Details ein spontanes "Wohlfühlgefühl" bzw. ein Gefühl leichter Bespielbarkeit begünstigen.

    Das gilt ja nicht nur für Saiten, beispielsweise ist eine Ibanez oder LTD für 800 Euro schon eine tolle Gitarre, die super verarbeitet ist und wo man ohne sehr genaues Hingucken meist wenig zum Verbessern findet.
    Wenn man dann (so wie ich es stets bei Amptown tue ;) ) aber mal zum Vergleich eine originale ESP Horizon im Vergleich spielt, dann ist es doch noch ein anderes Feeling. Ohne dass ich jetzt genau sagen könnte, wieso. Die Bünde sind noch besser abgerichtet, das Material noch etwas hochwertiger und präziser gefertigt. Im messbaren Bereich ist das praktisch kein Unterschied.
    Im Resultat dann schon!
     
  9. .mArkY

    .mArkY Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.07   #9
    wenn die bünde besser abgerichtiet sind, das material hochwertiger und präziser gefertigt ist, ist es doch durchaus messbar.
     
  10. buzzdriver

    buzzdriver HCA - Jackson/Charvel HCA

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    Erstellt: 27.09.07   #10
    Wollte nurmal anmerken, dass dieses alte Physikgesetz prinzipiell zwar richtig ist, aber für Bendings gar nicht anwendbar ist.

    Dieses Gesetz benutzt Du, wenn Du eine nicht eingespannte Saite, die z.B. lose auf dem Tisch liegt, einen bestimmten Weg verschieben würdest und dabei annimmst, dass zwischen dem Tisch und der Saite keine Reibung besteht ;)

    Sobald die Saite aber eingespannt ist und Du sie mechanisch auslenkst... vergiss dieses Gesetz ganz schnell wieder :D
     
  11. Guybrush

    Guybrush Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.07   #11
    Jab. Muss man den Weg aufteilen, davon die "Einzelkräfte" ausrechnen und zusammenaddieren...viel Spaß :D
     
  12. buzzdriver

    buzzdriver HCA - Jackson/Charvel HCA

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    Erstellt: 27.09.07   #12
    Warum so kompliziert? Differentialgleichung über die Kräftebilanz aufstellen, DG lösen und fertig ;)
     
  13. McCyber

    McCyber Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.07   #13
    Kann es sein dass die saitenlage irgendwie höher ist? Hatte letztens auch so ein problem, habe sonst nur strat gespielt und fand dass meine SG zwar einen höhere spannung beim runterdrücken hatte aber nicht beim benden, habe dann gemerkt dass es die saitenlage war, nachdem ich diese tiefer eingestellt hatte, war alles perfekt ;)
     
  14. KrshnaBooz

    KrshnaBooz Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.07   #14
    ich würde mal auf unterschiedliche saitenlage tippen. da reichen oft schon bruchteile von milimetern, um einnen spürbaren unterschied zu machen. schraub die brücke etwas runter und schau was passiert, bzw. wies sich anfuehlt. es kann aber auch an einem schlecht gekerbten sattel liegen. dann wuerden vor allem die unteren lagen schwerer zu bespielen sein.
     
  15. Granufink

    Granufink Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.07   #15
    Moin,

    ich habe mal gelesen, dass die Saitenspannung trotz gleicher Mensur und Stimmung trotzdem unterschiedlich sein kann, was an dem Knickwinkel liegt - stärker gewinkelt (z.B. Saitenhalter weit unten, Brücke weit oben oder je nach Kopfplattenwinkel) ist die Spannung geringer. Klingt unlogisch, für mich auch erstmal nicht nachvollziehbar, aber eventuell ein Indiz, wenn der Winkel zwischen Brücke und Saitenhalter sehr gering wäre.

    Ansonsten tippe ich ebenfalls auf eine hohe, ungewohnte Saitenlage oder niedrige Bünde, die gaukeln einem auch gerne mal einen höheren Zug vor, weil die Bendings anstrengender sind. Ggf. sollte auch die Halsstabeinstellung überprüft werden, da sie ebenfalls Einfluss auf die Saitenlage ausübt.

    Sollte das alles nichts bringen, würde ich einfach dünnere Saiten verwenden; ich z.B. verwende seit Ewigkeiten die Mischsätze, deren Diskantsaiten einem .009er-Satz entsprechen, die tiefen denen eines .010er-Satzes.
     
  16. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 28.09.07   #16
    Das stimmt übrigens. Deshalb verwenden viele Les Paul Spieler mit sehr dicken Saiten das sogenannte Top Wrapping.

    Saiten werden im Stoptail verkehrt rum eingezogen und über das Tail gewickelt:
    http://www.piller.at/music/images/guitarporn/john_catto.jpg
     
  17. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.07   #17
    Eine Ausnahme: wenn sein Tailpiece sehr tief geschraubt ist im Vergleich zu der Bridge, ist die gefühlte Spannung beim benden höher.

    Threadsteller: probier mal die Höhe des Tasilpiece so einzustellen, dass dieser so ca. 4-5mm tiefer ist als die Bridge, nicht mehr. Das sollte sich dann ein wenig "weicher" anfühlen, zumindest bei Bendings.

    EDIT: übrigens kann auch eine niedrigere Saitenlage für die schlechtere Bespielbarkeit verantwortlich sein, wenn die Saiten zu tief sind hat man zu wenig gefühl und drückt mehr, die Bendings gehen dann auch schwerer.
     
  18. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.07   #18
    Die aktion hat in meinen Augen wenig Sinn, weil man das Teilpiece einfach höher schrauben kann... :)
     
  19. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 28.09.07   #19
    Dann wird aber der Klang schlechter/dünner/weniger Sustain.

    Dein Tipp oben ist aber sehr gut, ich bevorzuge auch höhere Saitenlagen. Schnell spiel ich sowieso nicht und höher liegende Saiten klingen einfach viel besser und lassen sich leichter benden.

    Bei Höhenverstellung des Stoptails jedenfalls darauf achten, dass die Saiten NICHT an der Kante der Bridge scheuern.
     
  20. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.07   #20
    Ja, also ich mag eher niedrige Saitenlage, aber eben nicht zu niedrig. Da hat man dann kein Gegendruck von den Saiten und spürt kaum was, bei mir führt es dazu dass ich automatisch etwas stärker drücke. Das sind manchmal nur 0,2-0,3mm Unterschied, liegen aber (gefühlt) Welten dazwischen irgendwie.
     
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