Erste Vintage Gitarre - Was muss ich wirklich beachten?

  • Ersteller JohnnyAoricot
  • Erstellt am
J
JohnnyAoricot
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
08.03.26
Registriert
12.06.12
Beiträge
414
Kekse
138
Ich hab mich entschlossen mir endlich meinen Traum einer echten Vintage Gitarre zu erfüllen. Aktuell ist meine älteste von 1984. Jetzt solls nochmal 20 Jahre älter werden. Eine Pre-CBS Fender solls werden.

Aufgrund des Budgets (10k€) und meinen Vorlieben kommt eigentlich nur die Jazzmaster in Frage.

Mit allem Drum und Dran und im Originalzustand habe ich bis jetzt nur 65er, also Transition gefunden.

Die Gitarre soll ein Player sein, aber zumindest wertstabil. Ich möchte sie nicht als Investment.

Ich bin der Meinung das Bünde, Potis, Kabel, Buchsen, Brücken und Sättel „Verschleisteile“ sind und mich hier etwas erneuertes nicht stört.

Wichtig sind für mich: Kein Refin, original Pickups. Original Koffer wäre auch nett.

Was muss ich sonst noch alles Bedenken? Und würdet ihr privat kaufen oder nur beim Händler?
 
Vielleicht kann (u.a.) @Gitarrensammler helfen?
 
Ich bin der Meinung - alt oder nicht - die Gitarre muss einem liegen. Da ist anspielen unerlässlich. Achte auf Deadspots und dass der Halsstab funktioniert! Der Hals ist essenziell.

Schön ist immer, wenn die gesamte Geschichte der Gitarre bekannt ist.

Ansonsten würde ich vor allen Dingen - und das wäre mein A und O - darauf achten, dass sie mir vom Gefühl und Klang gefällt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Ja Anspielen wäre natürlich wünschenswert. Aber Vintage Guitar in Oldenburg ist zB viel zu weit weg. Da müsste ich extra hin fliegen..
 
Vielleicht kann (u.a.) @Gitarrensammler helfen?
Die angesprochene Preisklasse von 10.000,-- und mehr liegt deutlich über meinem Jagdrevier. Da habe ich leider keine persönlichen Erfahrungen, aber ich denke, dass man in dieser Sphäre schon aus vertrauenswürdiger Quelle erwerben muss und bei renommierten Vintage Händlern wie Guitarpoint gut aufgehoben ist.

Wenn die eigene Expertise nicht ausreicht, um den Originalzustand verlässlich zu bewerten, ist es wohl besser, von einem gut beleumundeten Händler zu kaufen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
Die Gitarre soll ein Player sein, aber zumindest wertstabil. Ich möchte sie nicht als Investment.
Wenn du sie nicht als Investment möchtest und viel Geld ausgeben möchtest, solltest du sie anspielen und in sie verlieben. Mein ehemaliger Proberaumkollege hat eine 1953er Telecaster und die klingt für mich scheiße, völlig langweilig. Meine US Pro Tele (NP 1800) und meine Hohner Tele (NP 700 DM) klingen tatsächlich deutlich besser, mehr Charakter, mehr alles. Die Gibson ES 125 seines Bandkollegen von 1959 ist der heilige Gral, die ES 335 ganz ok. Meine Starfire von 1963 ist genial, würde aber deutlich weniger kosten als 10.000 €.

Kurzum, ohne Probieren kein Player. Es gibt gute und schlechte Gitarren aus jedem Jahrgang von jedem Hersteller. Auch weil Geschmäcker verschieden sind. Der Besitzer der 53er Tele liebt seine Gitarre, ich finde sie langweilig.

Als Investment dagegen reicht es, wenn sie weitgehend unmodifiziert ist. Klang ist egal. Irgendjemandem gefällt der.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Was muss ich sonst noch alles Bedenken?
Ich habe mal eine richtig alte Fender im Laden anspielen dürfen und war maßlos enttäuscht, dass ich darauf überhaupt nicht spielen konnte.

Dünne, nicht besonders hohe Bünde, ein ungewohnter Griffbrettradius. Meine Finger blieben am lackierten Griffbrett kleben.

Der Verkäufer bestätigte meinen Eindruck. Ihm falle das Spiel auf der alten Fender auch schwer; sein älterer Kollege komme aber damit gut zurecht.
 
  • Haha
Reaktionen: 1 Benutzer
Viel Spaß bei der Suche - das klingt nach einem tollen Projekt. Die Jagd nach der richtigen Gitarren - egal in welcher Preisklasse - kann soviel Freude bereiten, wie der spätere Besitz. Für ~10k würde ich persönlich auch mal einen Tagesausflug zu einem entfernten Laden unternehmen, v.a. wenn man dort die Möglichkeit hat, einige Kandidaten miteinander zu vergleichen.

Ich würde den Privatkauf nie ausschließen, solange Du ausreichend Vertrauen zum Verkäufer aufbauen kannst. Ich habe mal zeitweise mit dem Gedanken gespielt, mir eine Player-grade 1959 Junior zu kaufen. Die tauchen bei mir in den lokalen Kleinanzeigen immer mal wieder auf, liegen etwas unter $10k und ich könnte mir vorstellen, dass sich die meisten Verkäufer sogar darauf einlassen würden, den Kauf im einem lokalen Laden nach (von mir bezahlter) Authentifizierung abzuschließen. Vielleicht wäre das ja auch eine Option für Dich (nicht die Gitarre sondern die Hilfe bei der Authentifizierung)?

Mir geht auch immer mal wieder der Gedanke durch den Kopf, die Geburtsjahre meiner Eltern abzudienen - dann wird es für mich aber finanziell so unvernünftig, dass ich das vermutlich nur noch mit der "Sicherheit" von einem Vintage Spezialisten abwickeln würde. Aber muss es wirklich eine 1952 Tele oder Goldtop und/oder eine 1954 Strat sein? Da tobe ich mich mit meinem verfügbaren Gesamtbudget dann doch lieber bei den Boutique Herstellern aus.

IMHO ist Dein 10k Budget in einem Rahmen, der für nicht-Sammler echt interessant ist. Ist Deine Vorliebe tatsächlich eine Jazzmaster oder ist die Jazzmaster der notwendige Kompromiss, um eine pre-CBS Fender realisieren zu können?
 
Ich würde versuchen, dann, wenn die Gitarre nicht aus einem seriösen und fachkundigen Shop kommen sollte, eine Begutachtung einzuholen und mit dem Verkäufer ein Rückgaberecht aushandeln.
Ich hatte selbst mal ein tolles Angebot und fragte bei Fender nach, wer die auf Authentizität kontrollieren kann. Damals verwiesen die mich an Thorstens Repair Shop in Leverkusen. Dort schickte ich die Gitarre hin und siehe da, der entdeckte einige bedeutende Ungereimtheiten, so dass ich den Kauf rückabwickelte.
Bei den vor dir genannten Preisvorstellungen fällt eine Begutachtung nicht mehr so in`s Gewicht.
 

1771063529969.png


....schonmal über ne Pre CBS Duo Sonic (oder ähnlich nachgedacht?

Zugegeben man sollte sie anspielen und den Typ mögen, aber das sind irre coole Gitarren und weit entfernt von ihrem popligen Schüler Gitarren Image.
Das sind weithin unterschätze Gitarren die fantastisch klingen.
Preislich auch noch ab 3,5 - 5 K angesiedelt.

Hier eine, wie ich finde, sehr schöne Variante von 1959.
Laut Angaben in original Zustand und mit Koffer für knapp 5000,-
 
Vielen Dank für die rege Teilnahme. Danke für die Tipps. Ja wenns privat wird ist selbst anschauen Pflicht.

Extra nach Oldenburg würde ich zB aber nicht fahren. Ich gehe davon aus, dass die Rückgaben bei einem so namhaften Shop tadellos funktionieren sollten.

Und ja, die Jazzmaster ist ein Kompromiss. Duo-Sonic, Mustang usw kommen nicht in Frage.

Strat, Tele oder Jazzmaster. Keine Refinss
 
Du suchst einen Player (bist sicher selbst einer) und möchtest schon beim Kauf einen bedeutsamen Kompromiss machen? Lass die Gitarre DICH finden und schau nach verfügbaren, passenden Baujahren, wenn es unbedingt pre-CBS sein muss.
 
Interessantes Thema, habe ich lange nicht mehr drüber nachgedacht :) Wenn ich so kurz durch die relevanten Shops scrolle hab ich den EIndruck, dass man sich bei Pre CBS und Full Scale automatisch im Sammlermarkt bewegt, dass sind ja alles keine Preise, die man noch mit Nutzwert rechtfertigen kann. Da würde ich, unter der Premisse Player, persönlich refin nicht als Ausschlusskriterium nehmen, gibt ja sogar Pre CBS Factory Refinishes. Und auch Pre CBS nicht so dogmatisch auslegen, weil die Änderungen in der Produktion ja eher graduell waren und eine Gitarre von 1965 oder 1966 genauso ihren Mojo hat. Und nah dran ist.

Generell denke ich, in der Preisklasse kann man schon eine Art Gutachten machen lassen, was die Originalität und den spielbaren Zustand angeht. Auch wenn man von privat kauft. Kostet vielleicht ein paar Hunderter extra. Aber da ja hier auch Kriterien im Raum stehen, die man unter Laien beim Anspielen nicht ohne weiteres feststellen kann, sollte das gut angelegtes Geld sein.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich empfehle dir, bei renommierten Händlern wie No1Guitar in Hamburg, Guitarpoint in Frankfurt, Vintage Guitar Oldenburg oder bei MJ Guitars in München zu kaufen.
Dort wirst du gut beraten, kannst ausprobieren und bist auf der sicheren Seite.
Von Privatverkäufern würde ich als Neuling die Finger lassen.
 
In dem genannten Preisbereich rentieren sich Fakes schon ganz ordentlich. Eine absolut sichere Authentifizierung halte ich für essenziell. Ich würde nichts kaufen, wozu ich nicht vom Hersteller die passenden Bestätigungen habe. Darauf habe ich selbst bei meinen (günstig eingekauften) 2 bis 5 tausend € Vintage-Gitarren geachtet. Wann immer mir etwas "spanisch" vorkam, habe ich grundsätzlich die Finger davon gelassen.

Eine Überprüfung auf Schäden, egal ob (z.B. an der Elektrik) problemlos zu beheben oder nicht, muss auch sehr genau erfolgen. Auch wenn die Gitarre keine Investition sein soll, so ist bei so viel Geld doch zumindest ein Werterhalt vernünftig. Und da kann auch eine historisch korrekte Reparatur mit den richtigen Ersatzteilen teuer werden. Man sollte sich auch bei den gesuchten Modellen sehr gut auskennen, d.h. wirklich über die Bauarten und Ausstattungen einzelner Modele und Baujahre Bescheid wissen. Hier hilft auch das Spezialistenwissen und "Schwarmwissen" unseres Boards hier!

Ich würde nicht den Preis sondern interessante Modelle zum Suchgegenstand machen und halt mal schauen, was auftaucht. Deine Obergrenze ist schon eine Marke und da kann man bei einem Fehlgriff einen markanten Verlust nicht ausschließen. Bei meinem Preisbereich von 2 bis 5 k€ hab ich das Risiko schon getragen, dass etwas schief läuft, wobei ich grundsätzlich meine Preise, die ich bereit war für das jeweilige Modell/Exemplar auszugeben, schon sehr niedrig angesetzt habe. Bei über 100 Käufen (fast alle in den USA) war finanziell kein einziger Ausfall dabei, garantieren kann man das aber natürlich nicht.

Neben dem Zustand und Preis war mir immer wichtig, ob mir ein konkretes Modell/Exemplar auch persönlich passt. Das Auszuprobieren habe ich immer ohne Zeitdruck bei mir mit meinem Equipment in meiner Umgebung, also nach dem Kauf, durchgeführt. Ein einmaliges Testen beim Verkäufer war mir immer zu wenig und in der spezifischen Situation denkt man auch nicht an alles und bemerkt auch nicht alles.

Solche Gitarren verkaufen sich nicht wie "geschnitten Brot" und beim Preis geht über die Zeit meist noch ein markanter Nachlass, so dass bei "Nichtgefallen" die Möglichkeit eines verlustfreien Wiederverkaufs nach ausgiebigem Testen bestehen sollte. D.h. auch, dass man sich beim Preis nicht verausgaben oder gar zu weit vorwagen sollte.

Die einschlägigen Geschäfte abzuklappern, deren Bestand ggf. auszuprobieren und eine Suche zu hinterlassen macht schon Sinn. Man muss sich halt bewusst sein, dass man durchaus bis zu 50 % des Kaufpreises als Gewinn des Ladens abdrückt. Auch bei Geschäften, die ja auch Umsatz brauchen, geht i.d.R. noch einiges beim Preis. Kauf von Privat (wie ich es fast ausschließlich machte) ist nicht nur haftungsmäßig seitens des Verkäufers riskant, sondern halt auch sehr aufwendig, man lernt aber auch tolle Leute kennen - man sollte aber auch eine sehr niedrige Schwelle dafür haben, die Finger von einem Angebot zu lassen: Lieber eine gute Chance verpasst als in eine schlechte reingetappt! Man darf auf keinen Fall emotional oder gierig werden und unbedingt auch "nein" sagen können! Auf keinen Fall ein "Haben-Müssen" aufkommen lassen! D.h. auch, dass man womöglich ein paar Jahre suchen muss.

Jetzt bin ich gespannt, was Du vielleicht hier vorstellst - meiner Meinung nach solltest Du unbedingt VOR einer Anschaffung hier Fragen stellen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Thema: „Man muss anspielen“

Drei Punkte dazu:
1. Ich habe alle meine aktuellen Gitarren und Bässe (8 Stück), die ich in 4 unterschiedlichen Bands live spiele, online gekauft – ohne anzuspielen. Klar, es hat seinen Charme, eine Gitarre im Laden zu sehen, ein bisschen zu spielen und dann zu kaufen, aber ein Muss ist das defintiv nicht.

2. Wenn Anspielen wirklich SOOO wichtig wäre, könnte REVERB – der größte Online-Marktplatz für hochwertige gebrauchte Instrumente (aktuell Gitarren für € 250.000+) – ja direkt dichtmachen.

3. Weiterhin könnte jeder Laden dicht machen, der individuelle Sonderanfertigungen / Custom baut

@JohnnyAoricot
Check ruhig mal Reverb .... wenn da ein Händler 10+gute Bewertungen hat ist das ein sehr sicherer Shop - Habe dort auch schon gehandelt

Hier ein Link zu einigen Modellen die passen könnten:
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 5 Benutzer
Ich sehe den Anspielzwang dank Fernabsatz ähnlich, als eher unwichtig, an. Wobei ich bei diesen alten Hobeln dann doch etwas zurückrudern und, wenn es um mich ginge, mal vor Ort durch die Regale gehen würde - weil es mir persönlich weniger Kopfschmerzen bereitet.

Warum? Nicht Anspielen-müssen macht ja Sinn, wenn ich bei zehn bestellten Ibanez prestige bis auf kleine optische Schmankerl immer die gleiche Gitarre kriege. Aber die Alten haben alle ihre charakterlichen Eigenarten, Halsprofilen sind inkonsistent, Koffermumien klingen anders als Player. Hätte einfach bei 10k€ auch mehr Liebe für den Prozess.

Und kleine Anekdote: Der Kauf einer 64er Strat scheiterte schlussendlich auf dem allerletzten Zentimeter, weil der Käufer gerne 11er auf E Std spielen wollte und wir beim goodwill-setup feststellten, das der Trussrod dafür zu schwach auf der Brust war. Deal geplatzt, Käufer sichtlich enttäuscht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Yeahman's ist ein Schweizer Shop mit internationalem Versand. Top seriös. Hier kaufen auch grosse Namen ein (ich auch ;) 😁 ).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Hi an alle. Inzwischen bin ich mir garnicht mehr soo sicher ob alles original sein muss 😬 Ich hab mal genau meine jetzigen Gitarren angeschaut und hab festgestellt, dass ich bei allen SC-Gitarren die ich live spiele die Pickups getauscht habe. Noiseless Fender in die Tele, Lindy Fralin in die Junior, der Rest hat sowieso Humbucker. Die Strat habe ich meistens mit, spiel aber selten damit.

Aktuell liebäugle ich mit der:
Gerade bei #Kleinanzeigen gefunden. Wie findest du das?
 
Was ist da mit der Kopfplatte los? Ist das normal?
 

Ähnliche Themen

Prozac
Antworten
33
Aufrufe
8K
collazo
C
Dr. PAF
Antworten
789
Aufrufe
110K
Flo-AB
F
bassgitarrist
Antworten
12
Aufrufe
7K
PerregrinTuk
PerregrinTuk
unixbook
Antworten
9
Aufrufe
5K
kypdurron
kypdurron

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben