In dem genannten Preisbereich rentieren sich Fakes schon ganz ordentlich. Eine absolut sichere Authentifizierung halte ich für essenziell. Ich würde nichts kaufen, wozu ich nicht vom Hersteller die passenden Bestätigungen habe. Darauf habe ich selbst bei meinen (günstig eingekauften) 2 bis 5 tausend € Vintage-Gitarren geachtet. Wann immer mir etwas "spanisch" vorkam, habe ich grundsätzlich die Finger davon gelassen.
Eine Überprüfung auf Schäden, egal ob (z.B. an der Elektrik) problemlos zu beheben oder nicht, muss auch sehr genau erfolgen. Auch wenn die Gitarre keine Investition sein soll, so ist bei so viel Geld doch zumindest ein Werterhalt vernünftig. Und da kann auch eine historisch korrekte Reparatur mit den richtigen Ersatzteilen teuer werden. Man sollte sich auch bei den gesuchten Modellen sehr gut auskennen, d.h. wirklich über die Bauarten und Ausstattungen einzelner Modele und Baujahre Bescheid wissen. Hier hilft auch das Spezialistenwissen und "Schwarmwissen" unseres Boards hier!
Ich würde nicht den Preis sondern interessante Modelle zum Suchgegenstand machen und halt mal schauen, was auftaucht. Deine Obergrenze ist schon eine Marke und da kann man bei einem Fehlgriff einen markanten Verlust nicht ausschließen. Bei meinem Preisbereich von 2 bis 5 k€ hab ich das Risiko schon getragen, dass etwas schief läuft, wobei ich grundsätzlich meine Preise, die ich bereit war für das jeweilige Modell/Exemplar auszugeben, schon sehr niedrig angesetzt habe. Bei über 100 Käufen (fast alle in den USA) war finanziell kein einziger Ausfall dabei, garantieren kann man das aber natürlich nicht.
Neben dem Zustand und Preis war mir immer wichtig, ob mir ein konkretes Modell/Exemplar auch persönlich passt. Das Auszuprobieren habe ich immer ohne Zeitdruck bei mir mit meinem Equipment in meiner Umgebung, also nach dem Kauf, durchgeführt. Ein einmaliges Testen beim Verkäufer war mir immer zu wenig und in der spezifischen Situation denkt man auch nicht an alles und bemerkt auch nicht alles.
Solche Gitarren verkaufen sich nicht wie "geschnitten Brot" und beim Preis geht über die Zeit meist noch ein markanter Nachlass, so dass bei "Nichtgefallen" die Möglichkeit eines verlustfreien Wiederverkaufs nach ausgiebigem Testen bestehen sollte. D.h. auch, dass man sich beim Preis nicht verausgaben oder gar zu weit vorwagen sollte.
Die einschlägigen Geschäfte abzuklappern, deren Bestand ggf. auszuprobieren und eine Suche zu hinterlassen macht schon Sinn. Man muss sich halt bewusst sein, dass man durchaus bis zu 50 % des Kaufpreises als Gewinn des Ladens abdrückt. Auch bei Geschäften, die ja auch Umsatz brauchen, geht i.d.R. noch einiges beim Preis. Kauf von Privat (wie ich es fast ausschließlich machte) ist nicht nur haftungsmäßig seitens des Verkäufers riskant, sondern halt auch sehr aufwendig, man lernt aber auch tolle Leute kennen - man sollte aber auch eine sehr niedrige Schwelle dafür haben, die Finger von einem Angebot zu lassen: Lieber eine gute Chance verpasst als in eine schlechte reingetappt! Man darf auf keinen Fall emotional oder gierig werden und unbedingt auch "nein" sagen können! Auf keinen Fall ein "Haben-Müssen" aufkommen lassen! D.h. auch, dass man womöglich ein paar Jahre suchen muss.
Jetzt bin ich gespannt, was Du vielleicht hier vorstellst - meiner Meinung nach solltest Du unbedingt VOR einer Anschaffung hier Fragen stellen.