Die Preise für gute Instrumente ziehen gerade überhaupt deutlich an
Tja,
@polifonico, die Nachfrage macht die Preise. Nicht nur die Preise steigen, auch die Wartezeiten sind enorm. Sollte ich jetzt eine Pigini bestellen, kann ich mich heute auf 18 Monate Wartezeit einstellen - das ist übrigens unabhängig davon, ob man ein Knopf- oder ein Tasteninstrument möchte. Es liegt wahrscheinlich daran, dass nicht so viele Akkordeonhersteller mehr vorhanden sind. Außerdem ist der Markt internationaler geworden: Auch Chinesen wollen gute Piginis.
Der Gebrauchtmarkt für Konverter ist darum für uns so schwierig, weil es einfach nicht viele Instrumente gibt. Ich weiß nicht, wie das Verhältnis zwischen Nichtkonvertern und Konvertern auf dem Markt ist, ich würde aber schätzen, dass das Verhältnis mindestens auf 50:1 liegt. Wer konnte/wollte früher schon Konverter spielen? Das sind nicht so viele. Es kommt noch dazu, dass es zurzeit auch nicht viele Kinder und Jugendliche gibt, die Akkordeonunterricht haben möchten und darum irgendwann ein Instrument brauchen. In unserem Verein, der die hiesige Musikschule mit Unterricht in Streich-, Blas- und Zupfinstrumenten, Klavier aber auch MIII-Akkordeon unterstützt, gibt es aktuelle Listen mit Schülerzahlen. Schüler, die klassische Musik auf dem Konverter-Akko lernen wollen, sind nicht viele da und fast alle im Erwachsenenalter und haben eine musikalische Karriere hinter sich, die die meisten hier im Forum auch haben: Früher Unterricht auf Standardakkordeon, Orchestererfahrung, das Instrument in der Jugendzeit weggelegt, später im Erwachsenenalter wieder angefangen, wenn das Haus gebaut und die Familie gegründet war, und jetzt etwas ehrgeiziger geworden und dann Konverter angefangen. Wenn diese Leute aufhörten, könnten Konverter auf den Gebrauchtmarkt fließen, aber bestimmt nicht viele. Dazu ist der Konverter ja auch noch eine relativ neue Erscheinung. Das Instrument wird ja erst seit den 60ern in nennenswerterer Anzahl hergestellt.
Fazit: Konverter sind selten. Wenn man dann noch wie ich vielleicht ein Oberklasseninstrument einer bestimmten kompakten Größe brauchen könnte, wirds echt schwierig. Interessanterweise sind die größeren Konzertinstrumente leichter zu bekommen, zum Beispiel:
https://www.ebay.ch/itm/253415089162?ViewItem=&item=253415089162 Dieses Instrument ähnelt Kevins Konverter, das er bautechnisch optimiert und über das er berichtet hat, hat aber nur einen zweichörigen Melodiebass. Es klingt bestimmt super, ist mir aber zu groß und zu schwer. Auch eine alte Pigini Sirius ist auf dem Markt, doch da bin ich skeptisch. Zum Vergleich: Meine aktuelle Konverter-Tastenscandalli BJP442S wiegt 14 kg und hat die Maße 50cmx21cm, für mich irgendwie zu groß. Die von mir dafür verkaufte Pigini P37 Cassotto wog hingegen nur 11kg bei 44cm x 20cm und war von der Größe und dem Gewicht her ok, leider sprachen die Stimmzungen nicht so an, wie ich wollte und der Tonumfang war schließlich zu klein. Das kompaktere interessante Knopfkonverter-Modell (Pigini 58/B DeLuxe von
@chnöpfleri wiegt nach Liste 13,2kg bei 44cmx22cm und ist von der Größe her vergleichbar mit meiner aufgegebenen Pigini. Freilich hat dieses Instrument 58 Töne. Was für ein Unterschied!
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Bitte - nicht dass mich die Tastenspieler jetzt köpfen... so allgemein ist das nicht gemeint. Ich hoffe ihr kennt mich inzwischen gut genug um zu wissen, dass ich Knopf oder Taste nur als Mittel zum Zweck sehe und dass auf beiden Systemen wunderbare Musik gemacht werden kann. Es gibt Vorzüge hier wie da.
Darf ich mal kurz die Perspektive rumdrehen? Welche Vorzüge haben eigentlich Tasten-Instrumente? Gut, ein Glissando über zwei Oktaven in C-DUR geht wohl etwas leichter auf Taste? Gibt es anderes?