Nö, lieber foxytom, deshalb sage ich jetzt auch nicht, wie toll ich meine LAG finde.
Ich muss mal wieder einen kleinen Exkurs machen.
Wie bereits erwähnt waren meine Live-Kontakte zur Gitarrenmusik eher mäßig aus meiner Sicht, recht langweiliges Konzertgitarren-Schüler-PlingPlang.
Einen gedanklichen Zusammenhang zwischen dieser Musik und den Songs, die ich mochte, stellte ich nicht her. Dass jemand privat mit einem Instrument wirklich etwas für mich Hörbares und Unterhaltsames produzieren konnte war für mich immer noch sehr weit hergeholt.
Das sollte sich aber ändern.
In der 11ten Klasse machten wir eine einwöchige Klassenfahrt in die damalige DDR. Wir bekamen natürlich alle einen Sozialismus-Kulturschock, aber das ist nicht das Thema hier. Einer der Klassenkameraden hatte eine Nylonklampfe dabei und unser Schulliederbuch Lied & Song (vielleicht kennt das ja noch einer). In dem Buch gabs eine Sektion mit einer Menge Lagerfeuerstandarts. Die wurden dann gleich bei der Hinfahrt im Bus gegrölt mit der (wie ich es damals empfand) tollen Gitarrenbegleitung meines Klassenkameraden. In Wirklichkeit konnte er gerade mal ein Paar Lagerfeuerakkorde, aber für mich war das sehr beeindruckend damals. Im weiteren Verlauf der Klassenfahrt nudelten wir das Buch total durch, inklusive der sowjetischen Nationalhymne, die ein großer Renner war.
Das nächste Schlüsselerlebnis war in einem der Alpenvereins-Ferienkurse, an denen ich immer mal wieder teilnahm. Das war im Gegensatz zu den üblichen Kletterkursen, die ich machte ein eher gemütlicher
Firngleiter-Kurs, bei dem wir in einer Jugendherberge übernachten konnten. Dort lag auch wieder mal eine alte Nylonklampfe rum, die sich einer der Kursteilnehmer Abends mal schnappte.
Dieser Typ hatte praktisch alles von Wolfgang Ambros drauf plus noch einige andere Sachen und ich war begeistert! Der Kerl konnte einfach so hierherkommen, die Gitarre nehmen und einiger meiner Lieblingssongs von sich geben! Und das auch noch sehr gut wie ich das damals empfand (keine Ahnung wie das aus meiner jetzigen Sicht wäre).
Und der Höhepunkt: Die Abiturfahrt nach Paris. Seid Ihr schon mal Abends auf dem Montmartre mit einer Flasche Wein auf den Stufen vor Sacré-Cur gesessen und habt die Aussicht auf das beleuchtete Paris genossen? Der eine oder andere süßliche Duft stieg einem da auch in die Nase und das Beste war: Nicht 3 Chinesen mit dem Kontrabass, sondern 3 Japaner mit Gitarren, die aus meiner Sicht damals spielen konnten wie Götter. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, was sie alles spielten, nur mehr an einen Song: Mein absoluter Favorit damals, Satisfaction. Ich habe mich gefühlt wie im 7. Himmel.
Das Resultat aus diesen drei Erlebnissen war, dass ich immer unzufriedener mit meinem Instrument wurde. Ich spielte das Satisfaction-Riff auf der Basseite und es klang einfach peinlich. Wieso konnte ich nur dieses Scheiß-Instrument, mit dem man wunderbar Scheiß-Volksmusik, Scheiß-Märsche, Scheiß-Stimmungsmusik und Scheiß-schrägen-Mist spielen konnte, nur nichts Vernünftiges? Na gut, ich hatte den Hauch von Jazz im Orchester, aber erstens viel zu wenig und zweitens konnte ich ja Akkordeon und Orchester nicht überall mit hinschleppen und einfach geile Songs spielen.
Da wünschte ich mir wirklich, dass ich nicht Akkordeon, sondern Gitarre gelernt hätte.
To be continued