Hallo Leute,
da sich das Thema hier recht hartnäckig hält, sage ich auch noch mal was zu NOMOREs rein hypothetischem und ja auch nicht ernsthaft anvisiertem Plan. Zunächst einmal traten hier ja zwei unterschiedliche Interpretationen des Ursprungs-Posts auf. Während ich ihn beispielsweise so verstand, dass er alles hinschmeißen und sich allein auf die soziale Stütze verlassen will, war hier im Nachhinein auch oft vom Geld verdienen durch die Musik die Rede.
Zu letzterem wurde ja auch schon so einiges gesagt. Es ist natürlich schon was anderes, von der Musik leben zu müssen, als sie hobbymäßig zu betreiben. Weiterhin sollte man auch zwischen dem eben besagten "von der Musik leben müssen" und einem rockstarartigen "von der Musik leben können" unterscheiden. Wenn man mit seinen eigenen Sachen nicht wirklich viel verdient und sein bloßes Können verkauft, bleibt die künstlerische Erfüllung auch mal recht schnell auf der Strecke und man kann die bisher gefühlte Liebe zur Musik nicht auf den gleichnamigen Job übertragen.
Den anderen Fall finde ich weitaus interessanter, aber im Endeffekt auch nicht unbedingt lohnenswerter. Lassen wir in der Betrachtung mal jegliche Gewissensfrage außen vor, scheiß auf die Moral.

Wenn man dann noch von den hier bereits häufiger genannten Argumenten (Geldmangel, schlechteres Equipment usw.) absieht, bleibt die Frage, ob es dich wirklich glücklich machen würde, den ganzen Tag Gitarre spielen zu können. Ich denke da an die uralte Begründung für jegliches Negative, an den Trostsatz den man manchmal braucht in schweren Zeiten und somit die Frage, ob man nicht manchmal ein Übel in Kauf nehmen muss, um sein Gegenstück wahrhaft schätzen zu können. Wäre es nicht möglich, dass letztlich erst die zeitliche Begrenzung des heiß geliebten Hobbys es so verführerisch macht? Ich persönlich wäre (genau aus diesem Grund) wahrscheinlich nicht zufrieden, wenn ich den ganzen Tag meiner eigentlichen Lieblingsbeschäftigung nachgehen könnte. Ich liebe es zwar, an einem verregneten Tag wie heute in meinem Zimmer zu sitzen und dem sechssaitigen Instrument auf meinem Schoß ein paar Töne zu entlocken, aber ich würde das nicht ständig tun wollen. Für mich bleibt das Gitarre spielen zumindest ein Stück weit auch immer etwas für die gewissen "besonderen Momente". Ich will ja auch nicht jeden Tag den Weihnachtsbraten essen, aber zum Fest der Liebe ist es immer wieder eine kulinarische Attraktion.
Fazit:
Natürlich habe ich den ersten Teil geschrieben, ohne selbst Erfahrungen im Bereich Profimusik gemacht zu haben, doch glaube ich, die Realität ganz gut getroffen zu haben. Bell war ja so nett uns aus ihrer Erfahrung zu berichten und erklärte wie viele andere professionelle Musiker auch, dass es im Normalfall nicht so ein absoluter Traumjob ist, wie der Volksmund zu denken pflegt.
Den Job und grundlegende Pfeiler seiner Existenz hinzuschmeißen, um den ganzen Tag Musik machen zu können, mag für den ein oder anderen das richtige sein, mir liegt es fern das zu beurteilen., für mich wäre es das aber nicht. Eine ständige Verfügbarkeit macht viele Dinge langweilig und die finanziellen Mängel sowie die Unfähigkeit auf G.A.S.-Anfälle angemessen zu reagieren, machen die Vorstellung für mich persönlich recht uninteressant.
Liebe Grüße
rob
