...was auch sehr sinnvoll ist. Denn wie sollte man die Leute dort abholen, wo sie nicht sind?
Ich glaube zwar schon, dass du weißt, wie ich es gemeint habe, aber mal im Ernst: Es gibt anscheinend unglaublich viele Gitarrenlehrer, die genau das nicht tun. Da will jemand 1/8-Rock spielen, kann das auch schon ein wenig und muss dann "Blowin' in the Wind" rumschrabbeln. Alles schon so mitbekommen.
Daran ist nur James Hetfield, das Idol von ca. 99% aller Gitarrenanfänger, schuld...
Immerhin. Wenn's nur nicht Kirk Hammet ist...
Habe leider nochnie einen Workshop zum Thema Wechselschlag gefunden der wirklich detailliert ist.
Es gibt da leider wirklich sehr wenig Material. Erschreckenderweise.
- Wechselschlag nur wenn der Takt schneller als Viertelnoten sind?
Kommt drauf an. Wenn es sehr schnelle Viertelnoten sind und wenn es klangliche Dinge erfordern, auch da Wechselschlag.
Jein.
Eine Sache, die ich leider zu erwähnen vergaß sind konsequente Downstrokes - aber es verhält sich da exakt so wie beim Wechselschlag, hier geben unsere Abschläge das kleinste rhythmische Raster wieder, "Luftschläge" werden genau so gespielt wie beim Wechselschlag auch.
Andere Gründe, nicht per Wechselschlag zu spielen:
- Ich will schneller und benutze deshalb (recht moderne) Techniken a la "economy picking", "sweeping", etc. Kommt aber erst nach dem Wechselschlag. Wie ich schon sagte, auch alle Fachkräfte in der Richtung sind exzellente Wechselschläger.
- Klangliche Geschichten. Ab- und Aufschläge können eben schon unterschiedlich klingen.
- "Freieres" Timing. Komplett vergessen, bevor der Wechselschlag nicht 1a sitzt!
- Da Wechselschlag machen wo es Sinn macht? Oft gibt es ja eine Phrase, dann kurze Pause und nächste Phrase. In der Pause habe ich locker Zeit wieder einen downstroke zu machen aber behält man hier den Wechselschlag streng bei?
Wenn ich in einer Nummer 2 Takte Pause habe, hampele ich natürlich im Endeffekt nicht mit meiner Anschlagshand die ganze Zeit durch.
Aber ansonsten gilt, und das natürlich speziell beim Üben: Absolut konsequent bleiben, bis es komplett in Fleisch und Blut übergegangen ist, selbst wenn es nur 1-2 tatsächlich gespielte Noten pro Takt gibt. Keine Ausnahmen. Null!
Später kann man sich immer noch bei Bedarf davon verabschieden, aber eine *der* Vorbedingungen für gutes Rhythmusspiel ist eine Automatisierung der regelmäßigen Anschlagsbewegung (gilt wie gesagt genau so für konsequente Downstrokes). Da darf man so richtig gar nicht mehr drüber nachdenken müssen. Wenn du einen Groove hörst, muss deine Anschlagshand schon automatisch mitschwingen.
Kennst du denn ein Buch welches sich damit intensive auseinander setzt? Ich suche schon ewig nach einem solchen. Kennst du einen Workshop der zeigt wie man es übt. Kennst du Literatur die auch die Bedeutung in der Musik unterstreicht?
Leider sind mir keine expliziten Werke bekannt.
Ich hatte das Glück, an ein paar Workshops teilnehmen zu können (mit den hier auch schon erwähnten Hamburger Koryphäen Weihe, Kluge, Dahmen, etc.), bei denen es wirklich immer in erster Linie um den Groove ging.
Wie viele kennen denn diese Übung mit´s Metronom auf 2 + 4 stellen? Und naja wo sollen die sich diese denn herholen
Nicht allzu viele.
Lustig ist übrigens auch, sich das Metronom als 1/8-Offbeats vorzustellen und danach nur noch als "2 und" und "4 und" (der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt).
Stattdessen werden einem Skalen & Techniken um die Ohren gehauen, was bei vielen den Eindruck macht, das eben schnelle Skalen zu sweepen sei Inhalt des Gitarrenspielens ist.
So sieht's leider aus.
Zum Wechselschlag kenne ich aber einige Workshops mehr im Netz
Haste Links?
Das ist wohl hier eine der schwersten Hindernisse für einen Lehrer der Popular Musik jemand beibringen will. Tja lern damit zu leben rat ich dir. Schließlich verdienst du damit dein Unterhalt
Zum Glück muss ich im Moment damit nicht meinen Unterhalt verdienen.
So. Das bedeutet, dass man restlos alles, was man spielt, so gut beherrschen können muss, dass man nicht seine volle Aufmerksamkeit darauf verwenden muss.
Genau das.
Aber gerade deshalb sollte zumindest der Anschlag automatisiert sein. Und man sollte in der Greifhand nicht zu sehr frickeln müssen.
Enorm vereinfacht wird die Sache, wenn man mit Herren wie diesen gelegentlich spielen darf:
http://www.youtube.com/watch?v=BsMDQBfn2hc
(Keine Eigenwerbung, denn die Gitarre hört man ja kaum, Handykamera nahe beim Leslie, etc. Das war übrigens mein Silvesterjob - gibt Schlimmeres...)
Da muss man einfach den anderen zuhören.
Kleiner Übetipp zum Wechselschlag: Ab in den nächsten Musikladen und für 5 Euro so ein kleines Shaker-Ei erstanden.
Damit dann immer fleißig mitshakern. Achtung: NICHT zu geshuffelten Beats!
Super Sache, um die Anschlagshand aufzulockern.
Gruß
Sascha