Wie viele Gitarren braucht ein aktiver Gitarrist, der täglich Musik macht, nun wirklich? Diese Frage habe ich mir vor 3 oder 4 Jahren einmal gestellt, da waren es knapp 30. Ich begann die Gitarren, die ich am längsten nicht mehr gespielt hatte, an Leute weiter zu verkaufen, die sie auch regelmäßig in Gebrauch haben würden, die meisten aus dem Board. Anfangs war der Countdown noch relativ einfach, denn viele Gitarren hatte ich gar nicht, oder höchstens alle paar Monate mal in Aktion. Als es dann schließlich nur noch ein Dutzend war, wurde die Luft schon deutlich dünner, obwohl immer noch viele Gitarren einfach nur da waren, weil eine Paula, SG, PRS oder Explorer eben einfach zum "Guten Ton" gehört.
Trotzdem war es so, dass ich zu 90 % meine Musik, mit meiner 35 Jahre alten Japan Strat, die mir Nick Page später noch umgebaut hat, gespielt habe. Den Rest teilten sich die Krautster und meine 62 RI USA Fender Strat, die Herocaster war zu dieser Zeit gerade in Arbeit. Und so ging es weiter, Gitarre für Gitarre, Karton für Karton. Letzte Woche verließen mich noch einmal zwei Paulas und die PRS, aber anders als ich befürchtet habe, hat mich das immer weniger belastet. Im Gegenteil, wie bei einer Diät fühlte ich mich schließlich mit jeder Gitarre, die zuvor einfach nur das Zimmer schmückte oder im Koffer vor sich hin schlief, erleichtert. Was ihr hier noch seht ist der harte Kern, die Gitarren, auf die ich einfach nicht, oder nur sehr schwer verzichten könnte.
Meine Patchwork 62 RI USA Fender Strat, die aber einen US Deluxe Hals und ein Kinman Blues Set hat. Die Neueste im Bunde: meine Nick Page Herocaster, mit Amber`59 PAF und einem Amber Nocaster Mr. Boom, die mir Nick in langen 9 Monaten auf den Leib geschnitzt hat. Eine der ersten Krautster I, aus dem Hause Huber, mit dem einzigen splittbaren Häussel Custom Humbucker, der mir je richtig gefallen hat. Und schließlich die ewige No 1, meine Fernandes Japan Strat Bj. 78, von Nick mit Seymour Duncan Antiquity PAF´s und einem alten 80er Schecter Replacement Hals modifiziert, die mich nun schon seit 35 Jahren auf Schritt und Tritt begleitet.
Schließlich ist da noch meine akustische Breedlove und mein Cort Aktiv/Passiv Bass mit Bartolini Pickups ...
Abgesehen von den ewigen Diskussionen mit meiner "Squaw" kann ich mich plötzlich wieder vielmehr um die Musik kümmern. Ich brauche wesentlich weniger Saiten und die Kriegskasse ist so gut gefüllt, dass nächsten Monat sogar noch ein 3-wöchiger Thailand Urlaub für 2 Personen drin ist, während hier alle jämmerlich frieren.
