Insgesamt sehe ich das verhalten der Asiatischen Hersteller kritisch, sie versuchen meiner Meinung nach (nur) durch Kopien und Preisdumping Marktanteile zu erobern, ein meiner Meinung nach insgesamt marktschädigendes Verhalten, das nur dadurch funktioniert, dass in diesem Raum geistiges Eigentum, Nachhaltigkeit, etc. nict geachtet und durchgesetzt werden können.
Könnte man so sehen. Billiglohnländer, die Zustände dort etc.
Dann müsste man natürlich auch ernsthaft glauben, dass eine 600,- Euro Gibson Les Paul tatsächlich komplett in den USA hergestellt wird. Dass da nicht nur ein paar in Asien gefertigte Teil in aller Eile zusammen geschraubt werden. Mit gerade soviel amerikanischem Arbeitsanteil, dass ein Made in USA Label möglich ist.
Was das Kopieren angeht, sind wohl eher wir Gitarristen als konservative Kunden schuld. Viele Asiatische Schmieden könnten und wollten sicher ganz was eigenes bauen. Wird aber nicht gekauft. Ein paar haben es (Ende 70iger, Anfang 80iger) zu einem eigenen Image mit eigenen Modellen gebracht. Aber mehr ist da wohl nicht mehr drin.
Was das marktschädigende Verhalten angeht, Gibson und Fender lassen mit ihrer monothematischen Modellvielfalt (wozu auch die dazugekauften Labels gehören) keinen Platz für andere Hersteller. Der Grund, warum es eine Les Paul für 550,- €, 600,- €, 700,- €, 800,- € usw. gibt, ist ja, um jedwede Lücke zu füllen, in die ein anderer eintreten könnte. Wenn der (vornehmlich junge) Kunde sein Sparschwein schlachtet und in den Laden kommt (heute Onlineshop), dann gibt es dort für genau die Summe, die er angespart hat eine Gibson oder Fender. Gibson und Fender sind Markennamen, die (dem jungen Kunden) Orientierung und Sicherheit bieten. Da stehen die Chancen gut, dass er die anderen Marken links liegen lässt. Und wenn er auf Metal steht, stehen die Chancen gut, dass er eine andere Marke kauft und damit doch wieder ein Produkt aus einem der beiden großen Häuser.
Na klar, das ist Kapitalismus. Alle Marktteilnehmer betreiben den selben Kapitalismus. Jeder müht sich ab, einen Vorsprung vor den anderen zu erreichen. Mit vielem anderen mehr als nur der reinen Produktqualität. Das macht den Markt aus, weshalb dieses Verhalten nicht als marktschädigend bezeichnet werden darf. Es ist das eigentliche des Marktes. Jeder kämpft nunmal mit seinen Waffen, mal Billiglohn, mal Marken-Voodoo.
Die Amerikaner (im Allgemeinen, für Gibson kann ich das nicht sagen) haben es lange verschlafen, ihren Gerätepark und ihre Arbeitsabläufe zu modernisieren. Heute müssen sie wieder über Schutzzölle nachdenken, um sich gegen die ausgeschlafene Konkurrenz aus Fernost zu wehren. Und Schutzzölle sind nun wirklich markschädigend und wettbewerbsverzerrend.
Vielleicht das: Business und Musik werden immer auf verschiedenen Ebenen miteinander eng verstrickt sein...
Richtig.
Mit der Musik selbst hat das alles zum Glück nicht viel zu tun, also Sch.... drauf!
Naja. Da fällt mir schon noch Musik ein, die es ohne lukratives Business eventuell nie gegeben hätte. Muss ich erst Dieter B. erwähnen?
Richtig ist aber natürlich, dass es unser Liebe zur Musik nicht anfechten sollte.