Mischstimme, Stimmlippenschluss, knarzige Stimme nach kurzer Zeit - bitte Hilfe (Hörproben)

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cracked_copper
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Ich wende mich an euch, weil ich gerade nicht mehr weiter weiß und die Hoffnung habe, dass hier jemandem noch was auf- / einfällt.
Die Kurzfassung:
- laut Phoniater kein organisches Problem vorhanden, aber:
- extreme Stimmverschlechterung nach minimaler Beanspruchung
- totale Morgenstimme (wurde letztens am Telefon gefragt, ob ich krank wäre...)
- Verlust der Tiefe nach Beanspruchung#
- Stimmsitz (?) beim Ar****
- Höhen gehen momentan nur rein randstimmig
....was zur Hölle passiert hier?

Vorgeschichte:
Ich habe schon immer das Problem, dass einigermaßen voll- oder mischstimmige Höhen an manchen Tagen nur nach sehr viel Singerei funktionierten - da hat es dann super hingehaut, begann dafür in der Tiefe zu knarzen. Ich habe auch viel zu viel anspruchsvolles Zeug gesungen, tw. über mehrere Stunden am Tag.

Dann hat sich die Stimme irgendwann über Nacht nicht mehr erholt und ich klang in der Früh richtig scheiße, was sich erst nach einigem Sprechen so irgendwie gegeben hat.
Und nun halte ich keine Belastung mehr aus, hab das Gefühl, mein Stimmsitz ist beim Teufel (keine Brillanz mehr, Stimme sitzt gefühlt, vor allem in den tieferen Lagen im Hals (dazu unten noch Hörbeispiele) und mir steigt bei Höhen sofort der Kehlkopf, was dazu führt, dass ich überhaupt nicht mehr über meinen Bruch komme (A2 geht noch, H2 muss ich mich extrem konzentrieren und danach ist Schluss), außer rein randstimmig oder mit Druck / eng machen. Alles, was technisch über dem Bruch bereits ging, geht gar nicht mehr, weil sich mein Hals und alles total anders anfühlt und es nicht mehr hinkriege - ich schaffe es nicht mehr, die Resonanzen in die Nase und nach vorne zu holen (das einzige, was etwas hilft, sind Glissandi aus der Kopfstimme bis runter in die Tiefen, da wird der Stimmsitz dann etwas besser)

Vor allem aber die extreme Verschlechterung nach ca. 5 Minuten leichtestes Singen in Mittellage und etwas Kopfstimme finde ich sehr seltsam - es beginnt in den Tiefen zu knarzen und ich komm nicht mehr runter - die Kopfstimme funktioniert allerdings *immer*. . Wenn ich dann etwas pausiere und nach 30 Minuten oder weitersinge, klappen die Resonanzen deutlich besser, das Gefühl wird besser, aber die Tiefen bleiben weg (vorletztes Beispiel unten)

Ich war dann letzte Woche beim Phoniater, weil ich Angst hatte, mir organisch irgendwas kaputtgemacht zu haben, und weil ich ja weiß, dass ich eine Sprechstimmstörung habe. Besagter Phoniater hat mir vor 3 Jahren auch tatsächlich eine Schwellung diagnostiziert. Und nun? Nada, niente, nichts gerötet, geschwollen, gar nichts. Einzig bei den hohen Tönen meinte er, dass die Stimmlippen nicht richtig schließen, allerdings wird das deutlich besser, wenn ich kein Metallrohr mehr im Mund habe. Er meinte, dass ich mir vielleicht durch das viele viele Singen technisch / muskulär irgendeinen Schwachsinn angewöhnt habe und mir das jetzt so Probleme macht. Das Knarze-Stadium nach Beanspruchung hat er sich dann nicht mehr angesehen...
So, nun Beispiele. Ich habe versucht, die Verschlechterung festzuhalten.

Sprechen, 'vorher' (durch gestern noch angeschlagen)
https://www.dropbox.com/s/nkhkmzxe7wcldib/sprechprobe1.m4a?dl=0

Mischstimme, das hab ich ca. 3x in der Intensität gesungen (ok-ish, aber normalerweise klingt ich deutlich resonanter)
https://www.dropbox.com/s/egprwd800hlrw6x/i see fire.m4a?dl=0

Sprechstimme danach:
https://www.dropbox.com/s/8ywk4ap86qn7dh2/sprechprobe2.m4a?dl=0

anderes Lied, paarmal gesungen (da merkt man deutlich die fehlenden Resonanzen meiner Meinung nach)
https://www.dropbox.com/s/476yc8ef20wwcvl/winterfiresnow1.m4a?dl=0

Sprechstimme danach (es geht bereits deutlich abwärts)
https://www.dropbox.com/s/jzuwrgym79i6uvi/sprechprobe3.m4a?dl=0

nochmal dasselbe Lied, diesmal Glissandi dazwischen gemacht und versucht, sehr auf Sitz und Schluss zu achten:
https://www.dropbox.com/s/auatc69wicw6jqp/winterfiresnow2.m4a?dl=0

Und die letzte Sprechprobe, nachdem ich versucht habe, die Spannung im Bereich vom Oberkiefer zu erhöhen (nicht gedrückt oder so)
https://www.dropbox.com/s/74k248km25glqgt/sprechprobe4.m4a?dl=0

derselbe Song, diesmal nach 30 Minuten - ich mache nichts anders, es fühlt sich aber deutlich anders an (es resoniert wieder viel mehr vorne und unter der Nase / unter der Oberlippe) und klingt auch besser, besonders deutlich bei 'riding the tales of the wind' 0:28 - auch der Übergang zur Kopfstimme geht sehr viel leichter)
https://www.dropbox.com/s/w0l9mbii76tkn67/2017-08-26 16-23 303.m4a?dl=0

So klinge ich, wenn alles halbwegs hinhaut:
https://app.box.com/s/zsq06bhun1vnk3mxl9h13v0srgvcqhto


Und nun? Der Phoniater meinte nur, ich solle halt in der Mittellage und deutlich reduziert üben - leider nicht so arg hilfreich. Ich verstehe absolut nicht, was hier passiert und was ich dagegen tun kann :(
Vielleicht hat jemand von euch eine Idee, Riesensorry für die wall of text, aber ich dachte mir, ich beschreibe das mal so genau wie möglich. Ich schlage mich damit jetzt sicher schon ein halbes JAhr herum - zwei Wochen nicht singen und wenig reden bringen eine Verbesserung, die genau fünf Minuten Singen anhält, dann knarzt es wieder...)
 
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Der Phoniater meinte nur, ich solle halt in der Mittellage und deutlich reduziert üben
Nach dem Reinhören in die meisten der Tonproben denke ich das auch. Die Stimme klingt in allen Proben, in die ich hineingehört habe, leicht kratzig.
Ich glaube, ich würde da einfach mal ein, zwei Tage die Klappe halten, wenn's denn geht.
Immerhin hat Dir der Phoniater ja bestätigt, dass kein Physisches Problem vorliegt.

zwei Wochen nicht singen und wenig reden bringen eine Verbesserung, die genau fünf Minuten Singen anhält, dann knarzt es wieder...)
Hast Du das schon mit deinem GL besprochen? Denn wenn das so ist, scheint es beim Singen eine Verspannung zu geben, irgend eine falsche Technik, die Deine Stimme belastet.
 
Das ist natürlich alles nicht so einfach als "Ferndiagnose" und ich glaube unter den gegebenen Umständen wären 1 oder 2 Gesangsstunden vielleicht nicht schlecht, aber ich kann ja mal meinen subjektiven Eindruck schildern:

Mein Eindruck ist, dass du zum Einen die Tendenz hast zu extrem in den Vordersitz zu gehen bzw. den Kehlkopf zu heben und, dass dir zum Anderen ein wenig der Stimmlippenschluss fehlt. Der Teufelskreis an der Sache ist, dass du womöglich glaubst, dass ersteres (Vordersitz/Kehlkopf hoch) die Lösung ist, um letzteres zu beheben (darauf deutet v.a. dein "Schluss erzwingen"-Beispiel hin).

Eine Erkenntnis, die für mich wesentlich war ist, dass der Stimmlippenschluss nicht mit einer Spannung im vorderen Bereich des Vokaltraktes (Schneidezähne, harter Gaumen etc.) einhergeht. Diese Spannung gehört zum Vordersitz. Der Stimmlippenschluss geht mit einer Spannung im hinteren Teil des Vokaltraktes einher. Den Stimmlippenschluss selbst kann man eigentlich gar nicht spüren, aber gleichzeitig mit den Stimmlippen schließen sich auch die Epiglottis (der "Twanger") und der untere Teil des Rachens. Genau dies kannst du als leichte Spannung "hinter der Zunge" spüren, die sich über die Rachenwand bis in die Gaumenbögen ausdehnt.

Ein erster Versuch diese Spannung zu spüren ist schlicht und einfach zu schlucken. Versuch darauf zu achten, wie sich dabei hinter der Zunge etwas "zusammenzieht".

Danach ist es natürlich entscheidend diese Spannung bei der Ausatmung zu erzeugen und dabei eben nicht in den Vordersitz zu gehen. Um den Vordersitz zu vermeiden ist es hilfreich das Gesicht und den Kiefer auf "taub" zu stellen. Du kannst mit den flachen Händen deine Wangen nach unten ausstreichen und dir vorstellen, dass das Gesicht "schmilzt" (denk an die Maske von "Scream"). Lippen, harten Gaumen und Kiefer lässt du entspannt, als ob alles betäubt wäre.

Danach versuchst du schlicht und einfach in dieser Stellung zu reden oder einen soften Song auf speech-level zu singen. "I See Fire" eignet sich dafür eigentlich ziemlich gut. Die Hauptaufgabe hierbei aber ist, dass dein Mund und Kiefer "taub" bleiben und sich nicht bewegen dürfen. Besonders auf offenen Vokalen gibt es eine große Tendenz dahin, den Mund öffnen zu wollen (und damit anzuspannen), dieser musst du widerstehen. Die Bildung der Vokale und v.a. die "Klarheit" der Vokale wird dann von Muskeln im hinteren Vokaltrakt besorgt, insbesondere durch Verengung desselbigen. Und genau das erzeugt Stimmlippenschluss. Auch hier solltest du wieder die "Schluck-Spannung" hinter der Zunge spüren. Manchen hilft es sich dabei vorzustellen die Stimme zu "trinken" oder von einem Punkt hinter der Zunge ausgehend durch den Nacken hindurch weit nach hinten zu singen.

Vordersitz an sich ist nichts schlechtest, aber er wird schnell problematisch, wenn der Stimmlippenschluss nicht voll da ist. Zudem ist es im Vordersitz wichtig die "Belt-Regeln" zu beachten, zu denen auch gehört, ausnahmslos alle Vokale stärker zu öffnen und in Richtung der Rufvokale zu überformen.
 
Ich kann unterwegs grade nicht reinhören, aber wenn du es halbwegs brauchbar beschreibst, lautet mein Rat: Stimmruhe. 1-2 Tage bringen da nix. Und 2 Wochen ist wohl eher das absolut mindeste. Meine Ferndiagnose ohne Gewähr: du hast deine Stimme überbeansprucht, sie völlig ausgelutscht und nun ist sie platt. Gib ihr Zeit, sich zu erholen - genug Zeit.
 
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Ich schließe mich reisbrei an - das klingt schwer danach, als ob Du nach einer Überlastung einfach zu schnell wieder ran willst. Zwei bis drei Wochen Stimmruhe sind sehr wahrscheinlich unumgänglich. :(

Ob es sinnvoll ist, wenn man eh gerade schon funktionell etwas falsch macht, sich dann auf irgendwelche Spannungen und das auch noch in Kehlnähe zu konzentrieren, sei mal dahingestellt. :rolleyes:

Ich hab nicht mehr alle Deine bisherigen Stationen im Kopf und weiß zwar, dass Du wegen Deiner Sprechstörung schon Logopädie hattest - aber Du hattest bislang keine Logopädie mit Fokus auf Singstimme, oder? Vielleicht wäre das mal was? Denn das Thema funktionelle Probleme verfolgt Dich ja anhaltend. Es gibt Logopäden mit dieser Spezialisierung, die oft auch selbst Sänger sind oder sogar GL.
 
Danke euch für Durchlesen und -hören! :)
Ich beantworte mal gesammelt thematisch. Speziell @Silvieann das mit dem Kratzigen hast du richtig gehört, ich habe am Vortag der Aufnahmen mehr gesungen und der 'Vorher'-Zustand ist schon kein komplett guter mehr.

Gesangsunterricht habe ich momentan keinen, weil ich auch beim letzten Lehrer das Gefühl hatte, nicht mehr weiterzukommen bzw. mein Gesangslehrer auch keine Ansätze mehr dafür hatte, wieso es mal ging, mal nicht, und ich generell das Gefühl habe, dass ich mit meinen ganzen Eigenheiten so ne Art Spezialfall bin, mit dem nicht jeder klarkommt (yay, meine eigene special snowflake-Nische... *würg*)

Überlastung ok, aber wo genau, wenn organisch absolut nichts zu sehen ist? An den Muskeln? :gruebel: Was genau ist überlastet, wenn die Stimmlippen völlig in Ordnung sind?

Stimmruhe: fiele mir äußerst schwer, da Job mit u.a. ganztägigen Workshops, wo ich quasi die Alleinentertainerin spiele - stummbleiben ist da aus naheliegenden Gründen nicht so wirklich eine Option. Stimmruhe beim Gesang würde ich durchziehen, wenn ich wüsste, dass es (dauerhaft!) etwas bringt - der einzige Versuch in die Richtung war bis jetzt aber, wie gesagt, eher nicht so erfolgreich. Und zwei Wochen lang die Klappe halten (was mich extremst unrund macht, weil Nicht-singen-Können mir die Laune verhagelt, und mir außerdem ziemliche Konzentration abverlangt, da ich im Alltag, wenn daheim und auch sonst, recht viel zwischendurch-einfach-mal-so-nebenbei singe. edit: damit das vielleicht nicht zu neurotisch klingt: Singen ist für mich Musikmachen - ich beherrsche kein anderes Instrument so gut, als dass ich mit damit austoben könnte. Ich entwerfe Linien für Songs über Gesang. Drei Wochen nicht singen ist für mich also fast gleichbedeutend mit 'drei Wochen keine Musik machen zu können') ohne dass es substantiell was bringt - ich habe das Gefühl, dass ich dann auch einfach weitersingen, weil es damit auch nicht viel schlechter wird, wenn ich halt die Extremlagen lasse. Klingt jetzt irgendwie nach 'wasch mich, aber mach mich nicht nass' - was ich damit aber eher zum Ausdruck bringen will: wenn ich weiß, dass es was bringt, gerne, ansonsten ist es mir das nicht wert.

Logopädie: mit Spezialisierung auf die Singstimme hatte ich in der Tat noch nicht, vor allem auch, weil ich bis jetzt dachte, dass mit der Singstimme alles passt und diese generell wesentlich besser funktioniert als die Sprechstimme. Meine Probleme hab ich immer eher dort gesehen...es scheint aber auch mit der Sprechstimme etwas besser geworden zu sein (oder ich spreche im Moment beruflich weniger, was auch sein kann), weil mir bei den letzten beiden HNO-/Phoniater-Terminen vor diesem Termin beide Male eine Schwellung und Rötung diagnostiziert wurde und damit einhergehend ein fehlender Stimmlippenschluss an anderer Stelle, auf dessen Basis mir ja erst die hyperphone Stimmstörung diagnostiziert wurde, da die Schwellung, soweit ich es verstanden habe, durch die übermäßige Belastung der Stimmlippen in einem spezifischen Bereich hervorgerufen wurde. Ich bin ja nicht vom Fach, aber ich würde vermuten, dass ich eventuell, rein vom klinischen Bild her, gar keine Sprechstimmstörung mehr diagnostiziert bekommen würde?

Oder meinst du eine/n Logopäd/in (dieses Wort ist nicht vernünftig genderbar...), der sich zusätzlich mit der Singstimme auskennt und darauf achten kann @Foxx ?
 
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... damit das vielleicht nicht zu neurotisch klingt: Singen ist für mich Musikmachen - ich beherrsche kein anderes Instrument so gut, als dass ich mit damit austoben könnte. Ich entwerfe Linien für Songs über Gesang. Drei Wochen nicht singen ist für mich also fast gleichbedeutend mit 'drei Wochen keine Musik machen zu können') ohne dass es substantiell was bringt - ich habe das Gefühl, dass ich dann auch einfach weitersingen, weil es damit auch nicht viel schlechter wird, wenn ich halt die Extremlagen lasse. Klingt jetzt irgendwie nach 'wasch mich, aber mach mich nicht nass' - was ich damit aber eher zum Ausdruck bringen will: wenn ich weiß, dass es was bringt, gerne, ansonsten ist es mir das nicht wert.
sportliche Parallel-Erfahrung: ich brauche Klettern als mentalen Ausgleich, habe ich mal sehr regelmässig betrieben, fit wie Turnschuh (imho), dann berufsbedingt wenig Zeit und nur noch gelegentlich.
Grösseren Umzug gehabt, klar - schaff' ich locker, zufällig hat ein Bekannter fast zeitgleich dasselbe Anliegen, logo - da helfe ich gern, bin ja gerade gut in Form.
Ergebnis: die Sehnen im Eimer - ging gar nix mehr - masslose Selbstüberschätzung und plötzliche Zweifel, ob denn da vielleicht noch was anderes dahinter steckt. Leichte Panik geschoben.

Dann quasi bei null wieder angefangen mit sehr genau und vorsichtig dosierter Last.
Nur gaaanz langsam gesteigert, aber versucht eine gewisse Regelmässigkeit reinzubringen.
Hat funktioniert, soweit ich das beurteilen kann.
Der Trick ist, auch mal aufzuhören wenn's am schönsten ist und nicht noch versuchen einen draufzusetzen. Und eben die Zeit für die Ziele etwas länger als vorher zu setzen.
Aber mit etwas Konstanz kommt man trotzdem hin, nur ein wenig später ;)
Gute Besserung :great:
 
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Allein von der Vorgeschichte, bereits beim Lesen und erst recht beim Anhören der Hörproben, ahne ich schon, dass es sich um die bereits bekannte hyperfunktionelle Dysphonie handelt. Dass es nach dem Singen (=vermehrte Stimmbelastung) schlimmer wird, also immer knarziger, zunehmend heiser, die Sprechtonlage im Verlauf tiefer, passt auch dazu. Es ist leider nicht so, dass die Singstimme von der Sprechstimme abgekoppelt ist. Beides wirkt sich aufeinander aus, sowohl mal im negativen als auch mal im positiven Sinne. Stimmruhe wird dir mMn wahrscheinlich tatsächlich nichts bringen, sondern eher die Gefahr bringen dass sich das ganze von einer hyperfunktionellen in eine hypofunktionelle Dysphonie umwandelt. Was du brauchst, ist mMn tatsächlich ein motivierter Logopäde mit zusätzlicher Spezialisierung auf Singstimme. Schließlich singst UND sprichst du in deinem Alltag, da macht das keinen Sinn nur eins davon zu behandeln.
Vielleicht ist auch die Alexander-Technik was für dich.

Stimmschonung im Sinne von keine Songs die zu tief sind und keine superhohen Kopfstimmsachen und keine High Belts mehr, wird aber trotzdem angeraten sein, weil sie die Stimme überlasten und die Dysphonie verschlimmern. Auch wenn du das nicht hören willst, aber ich kann dem Phoniater nur zustimmen, dass du besser ne Zeit lang nur Songs in der Mittellage singst und so daran übst, dass die Technik 1000%ig sitzt, dass du davon keine Sprechprobleme kriegst. Solange bereits in einer angenehmen Singlage die Sprechstimme ihren Dienst quittiert, sind schwierigere Songs nur Harakiri und werfen dich noch weiter zurück. Es gibt auch unzählige tolle Songs in der Mittellage!! Emotion kann man schließlich auch ohne Geschrei und Akrobatik vermitteln und genau das ist die Kunst das zu können. Ein Blick über den Tellerrand erweitert den Horizont, also guck dich auch mal im Underground und in anderen Genres um auf der Suche nach passender Literatur. Ich weiß, es ist superhart, aber wenn dir was daran liegt, solltest du diesen Rat von deinem Phoniater beherzigen und dich in Fleiß und Geduld üben.
Übrigens lohnt es sich absolut noch ein Instrument zu beherrschen. Die Singschonphase wäre die Gelegenheit an seinen Fähigkeiten an einem anderen Instrument zu arbeiten und damit alles zu versuchen, um Musik Ausdruck zu verleihen.
Wie auch immer du dich entscheidest, ich drücke die Daumen für eine baldige Genesung!
 
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Hier ist noch eine Übung und ein paar Tipps, die dir vielleicht helfen können. Wirkt im Grunde ähnlich im hinteren Vokaltrakt, allerdings in diesem Fall ohne Einsatz der Stimme. Das ist noch ein wenig schonender.

 
...Ich habe die "Aber warum? Die Welt ist so gemein"-Phase (und die etwas mühsame Arbeitswoche) jetzt mal hinter mich gebracht und sehe mich nun imstande, ohne großes Rumheulen zu antworten....:rolleyes:
Erstmal vielen Dank an alle für die guten Wünsche :)
Ich war die Woche nicht untätig und war beim HNO für die Überweisung zur Logo, die gleichzeitig auch noch festgestellt hat, dass mein Reflux mal wieder massiv angezogen hat und mir quasi von innen heraus den Hals verbrüht (was erklärt, warum es die letzte Woche nochmal massiv schlechter geworden ist). Ich hab jetzt die Überweisung plus Ersttermin Logo am Dienstag (@Vali: auf deinen Rat hin ist sie auch auf Gesang spezialisiert und hat sogar Alexander auf der Homepage stehen (hab mir noch nicht angesehen, was das eigentlich ist, aber im Programm hat sies ). Danke dir noch mal speziell für den Arschtritt, war mit ausschlaggebend dafür, jetzt endlich mal aktiv zu werden :)
zusätzlich bin ich wieder auf PPI, hab sämtliche ungesunden Angewohnheiten - als hätte ich so viele, haha - vorübergehend eingestellt und arbeite daran, meinen Magen mal wieder auf normal zu bringen

Ich hab die Woche außerdem beim Sprechen und Singen (leise! in harmlosen Lagen! ;)) ein bisschen rumprobiert und ein paar Sachen entdeckt, die ich mir mit der Logopädin dann gleich ansehen will. So beispielsweise, dass ich anscheinend bei einem unteren Mischstimmübergang irgendwelche komischen Muskeln anspanne (minimalst, aber anscheinend eben doch), bei denen ich direkt merke, dass die Stimme dann knarzig wird.
@Vali
Ich spiele ja mehr oder weniger Gitarre, aber bis ich da auf einem Level bin, das mir dieselbe kreative Freiheit und Spontanität wie meine Stimme erlaubt, müsste ich doch einiges an Zeit reinstecken. Vielleicht nutze ich die Zeit und klimper wieder mehr am Klavier herum. Ganz generell, auch @Telefunky - ich weiß, Geduld und so, und ich werde mein Bestes tun - mir läuft halt ein bisschen die Zeit davon, aber ich werd wohl nicht drumherumkommen. Erwachsen und vernüftig sein ist manchmal scheiße :evil: Was sich gerade ganz gut trifft, ist, dass in meiner Band momentan alle so beschäftigt sind, dass die de facto-Sommerpause nun nahtlos in eine Herbstpause übergeht und wir sowieso erst frühestens Anfang Oktober wieder was machen werden. Bisschen bitter ist, dass mein Straßenmusikprojekt für dieses Jahr genauso schnell wieder gestorben ist, wie es zustande kam....:rolleyes:
 
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ich weiß, Geduld und so, und ich werde mein Bestes tun - mir läuft halt ein bisschen die Zeit davon, aber ich werd wohl nicht drumherumkommen. Erwachsen und vernüftig sein ist manchmal scheiße :evil:
ist schon klar ... und du hast mein vollstes Verständnis - geht mir selbst keineswegs anders, beruflich und Freizeit-mässig. Ich habe mir schon vor Jahren die linke Hand (Indianer kennt' kein Schmerz) so geschrottet, dass ich meine Lieblingsbässe verkauft habe, weil ich sie einfach nicht mehr spielen kann.
Aus so was lernt man dann doch ein wenig ;)
Ist ja nur 1 kleiner Schritt zurück, danach geht's weiter und wenn das Gefühl, dass es vorangeht zurückkommt, ist das um so motivierender.

Ein Tipp zur Gitarrenbegleitung: die sollte harmonisch im Rahmen sein, rhythmisch konstant und 'blind' funktionieren. Versuch' doch mal, so etwas quasi formlos durchzuhalten, bis es einlullt.
Zwei, drei Akkorde im Wechsel reichen, egal ob gezupft oder mit pick.
Spiele einfach nach dem Gefühl, was dir die Finger suggerieren, irgendwann stellt sich eine gewisse Taktfestigkeit ein und du brauchst gar nicht mehr drüber nachzudenken. Du liest E und A über'm Text und das Greifen/Anschlagen findet automatisch statt. Ist keine Kunst, sondern bloss Routine.
Nimm' erstmal nur deine Lieblingsgriffe und verschiebe sie per Capo, wenn's die Tonart erfordert.
Virtuos werden kannst du (nebenbei) immer noch, beim Publikum steht die Stimme eh im Mittelpunkt :D
 
Wie gehts dir aktuell mit deiner Stimme?
 
... Beschissen. Ich kann keine drei Sätze singen, egal wie leise oder in welcher Range, ohne mir die Stimme anzukratzen (ne sorry das war eine Übertreibung. Wenn ich leise zwischen e3 und h3 bleibe, passiert nix, yay), die Sprechstimme ist entsprechend,
gestern hatte ich den ersten Hardcore-Anfall verzweifelten Elends
. Meine Hoffnung liegt auf der Logopädin, heute zweite Stunde, das erste Mal Singen. Ich hoffe ja auf ein "ah, das ist der xy-Muskel, den du da unwillkürlich anspannst, so kann das ja nicht gehen. Da machen wir jetzt diese zwei Übungen und in drei Wochen sollte die Sache gegessen sein" :redface: Unrealistisch? Maybe... Wenn das nichts bringt, dann versuche ich, einen Gesangslehrer zu finden, der mir helfen kann, danach hab ich keine Pläne mehr...
Danke der Nachfrage, anyway :)
@Telefunky
Die Bassgeschichte ist aber auch elend, brr. Sehnen - oder was hast du dir ruiniert? Ich kann es mir gottseidank noch nicht vorstellen, wie es sein muss, (s)ein Instrument komplett aufgeben zu müssen...
Auch @antipasti: was bitte habt ihr aufgeführt?
@ Gitarre
Ich hab das ein bisschen anders gemeint - ich kann ja mehr oder weniger spielen und mich auch selbst begleiten, es geht eher um die künstlerische Freiheit oder whatever. Mit der Stimme kann ich mich austoben (konnte...), Emotionen rüberbringen, neue Sachen erfinden, wirklich spielen - diesen Grad der Freiheit hab ich auf der Gitarre mangels jahrelanger Übung nicht, so war das gemeint, und deswegen taugt sie für mich momentan nicht als so unmittelbares Instrument wie meine Stimme.
 
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@cracked_copper so schlimm ist es mit dem Bass nicht. Die Doppelsehne vom Ring/Kleinen Finger ist verkürzt. Bei den geschätzten 'dicken' Hälsen knickt der kleine Finger quasi ab, weil er nicht mehr richtig auf's Griffbrett kommt. Beim Bass liesse sich das sogar noch kompensieren indem man auf die sogenannte Kontrabass-Griffweise umsteigt - als Pianist wäre es tatsächlich Ende Gelände, da geht links gar nix mehr. Für's Klettern ist es keine Einschränkung.
Entstanden ist es durch eine Ausdauer-Trainingssequenz, die immer wieder den gleichen Punkt belastet hat - hätte ich öfter variieren sollen... :oops:

Interessant ist aber, dass ich es wirklich nicht (!) bemerkt habe - bis es zu spät war.
Teil 2 der Geschichte sind die Sehnen innen am Ellbogen, die durch zu schweres Tragen überlastet wurden. Kraft und Muskulatur fühlten sich gut an, nur der Halteapparat war's nicht mehr gewohnt.

Da habe ich aber (gebranntes Kind) auf den Schmerz gehört, die Bremse gezogen und bin nach Pause bei Null wieder angefangen - mit genau kontrollierter Belastung/Ausdauer.
War erstmal ausgesprochen frustrierend, was vorher locker ging schien unerreichbar zu sein.
Irgendwann bemerkt man aber doch echte Fortschritte und die (gute) Laune kommt zurück.

Danke für's Mitgefühl, meins ist dir ebenfalls sicher - und ich kann mich da gut reinfühlen.
Man muss kein Träumer sein, um sich etwas Optimismus zu bewahren - es ist auch eine Art, sich einer speziellen Herausforderung zu stellen.
Im Grunde tauscht man nur hau-ruck gegen Strategie und etwas Zeit :great:
 
Im Grunde tauscht man nur hau-ruck gegen Strategie und etwas Zeit :great:
Würde ich das Spiel nicht mittlerweile spielen, seit ich etwa 22 bin, wäre es einfacher. Anyway.
Kurzes Update und ein paar Fragen:

Ich hatte mittlerweile die vierte Einheit Logo, und, obwohl es mir momentan etwas zu schleppend vorangeht, haben wir zumindest schon mal einige Ansatzpunkte:
- eine Theorie ist, dass sich, u.a. bedingt durch einen nicht vollständigen Stimmlippenschluss, die false cords einmischen und mir die Stimmlippen dadurch belasten
- die Logopädin hat festgestellt, dass meine Nackenmuskulatur total hart wird, wenn ich singe. Soll wohl nicht so sein?
- ich hab noch das hier gefunden, was ebenfalls auf den Nacken hindeutet: MTD
die Liste der Symptome beschreibts ziemlich genau:
  • Rough or hoarse voice
  • Deepening of the voice
  • Difficulty projecting
  • Throat pain with use, especially while performing
  • Vocal fatigue
  • Sudden changes in pitch
  • Sense of strained or effortful voice
  • Voice quality that worsens with use but recovers with rest
Würde auch ganz gut erklären, wieso die Stimme ohne physiologische Auffälligkeiten quasi sofort ankratzt, wenn ich singe.

Soweit, so gut.
Gibt es irgendwelche Übungen, mit denen ich die Taschenfalten aus dem Spiel kriege? Oder hängen die am Nacken? Bis jetzt hab ich lediglich Flaschenblubbern und eine andere Übung mitgekriegt, alles andere kann ich alleine irgendwie nicht so gut machen (am Rücken und von jemand anderem den Kopf bewegt zu bekommen, während man singt, geht alleine so schwer...:)
Ich frage deswegen unter anderem hier, weil ich endlich was daheim machen möchte und die momentane Situation, was Übungen betrifft, etwas unbefriedigend finde (hab ich ihr eh auch schon gesagt)...
Ah, und: hat jemand eine Idee, wieso es mir nach dem Fitnesscenter (schweres Krafttraining, keine Ausdauer) deutlicher leichter fällt, zu sprechen, und die Stimme deutlich besser klingt? Es fühlt sich so an, als säße sie viel tiefer und zentrierter und käme leichter raus :gruebel:
 
Ah, und: hat jemand eine Idee, wieso es mir nach dem Fitnesscenter (schweres Krafttraining, keine Ausdauer) deutlicher leichter fällt, zu sprechen, und die Stimme deutlich besser klingt? Es fühlt sich so an, als säße sie viel tiefer und zentrierter und käme leichter raus

Habe mir die Audioaufnahmen angehört und finde die Stimme klingt grundsätzlich angenehm. Du kommst in einen kopfigen Klang, was schonmal gut ist. Du hast aber definitiv eine Art Spannung in der Stimme, die auch in der Kopfstimme noch hörbar ist. (Stimme schwingt nicht frei) Wenn du sagst, dass du nach dem Fitnessstudio besser singen kannst, würde ich mir einen Gesangslehrer suchen, der mit dir an deiner Stütze arbeitet.
Mir erscheint es so, dass du durch zu wenig Stütze mit anderen Muskeln im Hals kompensieren musst und du dadurch deine Heiserkeitserscheinungen bekommst. Nach dem Fitnessstudio ist dein Körper grundsätzlich aktiver. Kannst auch versuchen nur nach dem Training zu singen. Der Körper merkt sich sowas. Wünsche dir gute Besserung.
 
Danke für deine Antwort, LibertyDefined. Ich fürchte nur, dass es so einfach nicht zu lösen sein wird :gruebel: Ich bin der Meinung, dass ich prinzipiell gut stütze - mein Nacken ist nur generell extrem verspannt, vielleicht tut der da deswegen mit?
Ich probiere aber tatsächlich gerade auch in dem Bereich herum, kann ja fast nicht schaden eigentlich...
 

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