Rory Gallagher´s Stratocaster: Wie verlor die wohl erste Vintage Gitarre ihren Lack?

  • Ersteller Gast284307
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Kann ich mir trotzdem nicht so wirklich vorstellen, dass der Lack dann ÜBERALL runter ist. Nehmen wir mal als Beispiel Angus Young, denn er ist ja mal jemand, der wirklich extrem schwitzt, dann müssten ja gerade bei ihm die Gitarren der ersten AC/DC Stunde auch so aussehen?! Klar, die SGs sind voll runtergerockt, aber haben ihren Lack auch nicht "komplett" verloren:nix:

Wobei das auch daran liegen kann das die Gitarren nachlackiert wurden. Der Headstock von Angus 60s SG zeigt deutlich größeres Alterungsspuren als der Rest des Korpus. Ich würde nicht davon ausgehen das der Lack durch "Hautschweiß" abgeblättert ist. Wahrscheinlich scheint mir eher das der Nitro-Lack hart wurde und beim Spielen/Gebrauch einfach abgeblättert ist. Philip Sayce sagt dazu auch etwas in seiner Backline Tour. Er spricht davon das er die Gitarre etwas über 1 Jahr im Gebrauch hat und sie beim kauf vor einem Jahr "clean" war.

 
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Ist es nicht total egal „wie“ der Lack sich über die Jahre verlor? Da einen Glaubenskampf auszutragen „wie und ob“ etwas möglich sei, ist doch wurscht!

Fakt ist, „Sie ist“. ;)

Ob er mit Stahlwolle putze, Säure schwitze oder der Lack schlechter haftete als bei einer anderen Strat. Er hat sie einfach behandelt wie andere Menschen ihre Werkzeugkiste im Keller ;)
 
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Man muss es halt auch wollen bzw. "Jede Jeck is anners".

Gegen so runtergeranzte "Relics" (was die bessere Bezeichnung wäre als das "Vintage" aus dem Threadtitel hier, was ja i.W. "alt" meint und nicht "runtergerockt") halte ich immer als Gegenbeispiel ein ebenso uraltes "Relikt", nämlich die Gitarre von Brian May, die selbstgebaute "Red Special", die eben auch tausende Gigs erlebt hat und als "Arbeitsgerät" bis heute ihren Dienst tut und liebevoll in Schuss gehalten wird.

Will sagen: Es kann viel verranzen, es muss aber nicht. Ist nicht nur eine Frage der Spielweise (nur wenige Gitarristen kriegen 50+ Jahre aus einer Gitarre ohne Neubundierung wie May), sondern auch der Pflege bzw. Einstellung.
 
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Er hat sie einfach behandelt wie andere Menschen ihre Werkzeugkiste im Keller

Es geht doch nicht um Glaubenskriege. Sondern darum, ob hier vorsätzlich, fahrlässig oder rein zufällig die erste prominente Vintage Gitarre zur Schau getragen wurde.

Eine Glaubensfrage könnte allenfalls danach entstehen, falls sich dies raus bekommen läßt. Denn wie man das dann findet, bleibt jedem selbst überlassen. Jedenfalls ist die Haltung "meine Gitarre rottet ein wenig, na und" oder "Mir gefällt das Sunburst nicht, ich verrotte die Gitarre absichtlich" eine andere. Wer künstlich verschlissene oder auf alt gemachte Instrumente kitschig findet, kann das genauso tun, wie jemand, der das nur für eine von allen Möglichkeiten des Designs hält. Oder wie jemand, der glaubt, Rory wäre in Designfragen seiner Zeit voraus gewesen. Ich brauch das nicht zu erörtern.
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Vermutlich läßt es sich nicht einwandfrei ermitteln. Nach den Beiträgen hier muss man alles für möglich halten. Zufall kann genauso sein wie Absicht etc.
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Werkzeugkiste - Die Strat hat nen geilen Sound, den man nicht mit jeder x-beliebigen Klampfe hinbekommt. Auch der Virtuose Rory Gallagher -sicherlich bis heute einer der interessantesten Gitarristen- klang auf anderen E-Gitarren nicht ganz so. Auf einem Konzert (Youtube), wo er die Gitarren tauscht, hört man es sehr gut raus.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
"Jede Jeck is anners"

Eben! Gallagher hatte offenbar bisweilen ganz andere Konzertbedingungen, spielte nach Gigs noch in Kneipen, etc. Da ist ne Gitarre vielleicht mal schneller geklaut, etc... Ich glaub, der hat zeitweise eine etwas andere Lebensweise abgerockt als Queen. Daher kann man die beiden wohl eher nicht vergleichen. Als Queen sich gründeten, war seine Gitarre schon gerottet.
 
Rory Gallagher hat an seiner Gitarre sicher so manches modifiziert. So ist bekannt, dass die Tuner nicht original sind und bei den Pickups kann das meines Wissens nach nicht mal Fender sagen.
Aber er hat sie eher nicht auf gebraucht getrimmt. Wozu auch? In Verbindung mit seinem Schweißtreibenden Spiel, seinem angeblich aggressiven Schweiß und dass sie eben sein Arbeitsgerät war, hat das Finish recht schnell gelitten. Und ab einem gewissen Punkt hat er das ja auch durchaus zu seinem Markenzeichen gemacht. Siehe Cover seines 1975er Albums Against the Grain.

Im Gegensatz zu Queen hat Rory auch eher in bescheidenem Rahmen gespielt. Und auch die Red Special ist angeblich schon länger in Pension geschickt und auch durch Brian May durch Nachbauten ersetzt worden. Abgesehen davon - wieviel hat May getourt seit dem Tod von Freddie Mercury und wieviel haben Queen vorher getourt? Die letzte Tour mit Freddie war 1986.
Ich zweifle gar nicht, dass Rory seiner Gitarre sicher nicht immer die optimale Pflege zukommen hat lassen. Aber ich denke es war ihm wichtiger, dass sie technisch gut in Schuss ist, als dass sie einen Schönheitspreis gewinnt.
 
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Aber ich denke es war ihm wichtiger, dass sie technisch gut in Schuss ist, als dass sie einen Schönheitspreis gewinnt.

Er hätte sicher eine andere Gitarre genommen, wenn ihm seine Strat nicht gefallen hätte. Er konnte doch beides haben, eine Gitarre die seinen Klang- und Designvorstellungen entspricht. Denke, es ist daher keine Anmaßung, zu behaupten, dass er sich recht früh bewußt für diese Optik entschied, unabhängig von der Frage, wie diese enstanden ist. Insofern kann mit der Optik auch eine Haltung ausgemacht werden. Also eröffnete er den Reigen der Vintage-Gitarrenspieler.
 
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Wurde es doch schon :p

stümmt, hast recht! :great:

Also: Die Gitarre wurde gestohlen und fand sich Wochen später in einem Graben, wo sie Wasser abbekam. Von da an begann eine natürliche Alterung bei Gebrauchsverschleiß und Veredelung durch Körperschweiß. Obendrein gab´s nen Schuss Blau dazu, von den Jeans abgefärbt.

Die Gitarre ist also ein gutes Statement gegen die Wegwerfgesellschaft.
 
Denke, es ist daher keine Anmaßung, zu behaupten, dass er sich recht früh bewußt für diese Optik entschied, unabhängig von der Frage, wie diese enstanden ist. Insofern kann mit der Optik auch eine Haltung ausgemacht werden. Also eröffnete er den Reigen der Vintage-Gitarrenspieler.
im Zusammenhang mit dem letzten Satz ist das ausgesprochen anmassend :evil:
das hat er wirklich nicht verdient... :D
 
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Hier sind noch ein paar Worte von Rory zu "seiner" Strat:
http://www.rorygallagher.com/archives/guitars/1961_fender_stratocaster

Da sieht man auch seine "anderen" Gitarren. Er hatte tatsächlich mehrere. :)

Wen es interessiert, es gibt eine sehenswerte Dokumentation auf DVD: "Rory Gallagher: Ghost Blues".
Ich hatte die mal in einer Irish Tour DVD Special Edition mit-erworben. Die gibt's wohl nicht mehr neu aber "Ghost Blues" einzeln gibt's noch.
 
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Rory hatte einige Gitarren, aber die Strat war nun mal seine Hauptgitarre. Die hätte er wohl um nichts in der Welt eingetauscht. Ich erinner mich an ein Interview, in dem er erzählt, wie der Hals mal zur Reparatur musste und ein anderer montiert wurde. Er meinte, das war nicht das gleiche Spielgefühl und er war glücklich als seine Strat wieder den original Hals hatte.
 
aber sein schweiss muss wirklich etwas besonderes gewesen sein, die griffbretter fast aller gitarren haben um den 7-9 bund eine dunkle verfaerbung
 
Ich bin zwar kein Arzt, aber wenn ich Dinge wie diese lese,

aufgrund seiner äußerst seltenen Blutgruppen, die einen sehr hohen Säuregehalt aufwiesen

wird mir schon leicht übel! Das mit den Blutgruppen (Plural!) mag ja am Übersetzer liegen, aber dass sich Blutgruppen an ihrem pH-Wert unterscheiden liessen, gehört wohl wie die sogenannte "basische Ernährung" ins Reich der Esoterik. Auch Gallagher war kein Arzt und von Selbstdiagnosen wird immer dringend abgeraten, was man aber annehmen darf, ist, dass er einfach Schweißhände hatte oder unter Hyperhidrose litt. Ob es noch andere Ursachen für die Optik seiner Stratocaster gibt, könnte eine chemische Untersuchung zeigen. Doch wer hätte Interesse daran, würde man damit womöglich sogar eine Legende zerstören?
Rorys Strat sah einfach mitgenommen aus - vielleicht sogar ein Produktionsfehler? - und er machte sich nichts daraus. Auch, weil das gut zu seinem Image als unkompliziertem Typ mit Holzfällerjacke passte. Dass aus solchen Dingen heute noch, beinahe ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod, so ein Bohei gemacht wird, überrascht mich natürlich nicht. Schon immer gab es Formen der Heiligenverehrung (relic = Reliquie), die etwas seltsam sind. Ein schönes Beispiel zeigen Monty Python in diesem Filmausschnitt:

 
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