Vertikale Improvisation = nutzlose Einschränkung?

  • Ersteller Tom1979
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Weisst Du wie man auf die Töne kommt? Ist doch so wie ich geschrieben habe (Akkordtöne und Diatonik) oder gibts noch eine andere Erklärung?
Im Prinzip schon, aber Du mußt aufpassen, ob nicht eine Modulation oder Modal Interchange o.ä, vorliegt, dann gilt eine andere Diatonische Leiter. Und die Doppeldominante mit #11 (Take the A-Train) erklärt es immer noch nicht.

Viele Grüße,
McCoy
 
die Doppeldominante mit #11 (Take the A-Train) erklärt es immer noch nicht.
wahrscheinlich ist vieles einfach empirisch.
Skala für SubV7 ist ja Lydisch b7 (darf man das sagen oder ist das auch verboten?). Das ist die alterierte Skala von V7. Wirklich logisch ist es nicht unbedingt, man muss es wohl einfach wissen.
 
NM? Aber das hat ja gar nicht Töne von ImMa7.
Da hast Du Recht. Ich meinte damit, dass die I Stufe in Moll sowohl NM mit Xm7 als Tonika-Akkord haben kann als auch MM mit Xm(MA7)
Hast Du eigentlich irgendeine logische Erklärung wie man auf diese Skalen kommt? Das einzige was ich gefunden habe, dass man einfach die Akkordtöne nimmt und mit den Diatonischen Tönen eine Skala bildet. Dass das am Ende grad HM5 und MM5 wird, ist purer Zufall oder?
Das liegt in der Natur der Dur Tonleiter.
Du siehst in der folgenden Grafik, dass die Tensions 9 und 13 im Gegensatz zu den Akkordtönen nie alteriert sind.
1765719275520.png


Daraus resultiert das Folgende -->

1765719079666.png

 
Skala für SubV7 ist ja Lydisch b7 (darf man das sagen oder ist das auch verboten?).

Die etablierten Bezeichnungen der Skala heißt sind Mixo#11 oder Lydisch Dominant. Sie ist MM5. Sie aus der alerierten Skala abzuleiten, ist irgendwie absurd.

Die Empirik begreifst Du besser, wenn Du endlich mal von Stücken/Standards ausgehst, anstatt ausschließlich von Theoriebüchern. Das Zeug muss in die Praxis. Hier im Thread dreht sich jetzt schon (zu) vieles im Kreis.

Viele Grüße,
McCoy
 
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@CUDO II, aus was für einem Buch hast Du das? T9, T13, Tb9, Tb13? Das scheint mir alles sehr übersichtlich. Gefällt mir irgendwie, so klare Regeln.

wenn Du endlich mal von Stücken/Standards ausgehst, anstatt ausschließlich von Theoriebüchern
Du klingst irgendwie genervt. Mir hilft es die Regeln versuchen zu verstehen, was die Idee dahinter ist und dann erst an Beispielen. Das Problem ist halt, dass mich diese Jazzstandards i.d.R. nicht so wirklich interessieren. Ich müsste jetzt selbst mal von Stücken, die mich interessieren, die Akkorde rausschreiben...
 
Du klingst irgendwie genervt.
Wenn sich die Fragestellungen, die eigentlich schon beantwortet wurden, wiederholen, bekommt dieser Thread die Tendenz zum Never Ending Thread (schon 13 Seiten) ... ;) Niemand hat Lust, dieselben Fragen 2 oder 3x zu beantworten.

Mir hilft es die Regeln versuchen zu verstehen, was die Idee dahinter ist und dann erst an Beispielen.
Das muss Hand in Hand gehen. Theorie alleine ist leblos.

Ich müsste jetzt selbst mal von Stücken, die mich interessieren, die Akkorde rausschreiben...
Ich empfehle, Jazz-Standards zu nehmen. Zum Lernen sind die am Besten.

Gute Liste hier:

Viele Grüße,
McCoy
 
@CUDO II, aus was für einem Buch hast Du das? T9, T13, Tb9, Tb13? Das scheint mir alles sehr übersichtlich. Gefällt mir irgendwie, so klare Regeln.
Das ist aus meiner Harmonielehre.
Bevor wir hier weitermachen solltest Du Dir zu 100% McCoys Ratschläge zu Herzen nehmen.
Wenn Du zu gewissen Problemen Jazz-Standards als Anwendungsbeispiele suchst, kannst Du hier ruhig anfragen.
 
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Mir hilft es die Regeln versuchen zu verstehen, was die Idee dahinter ist und dann erst an Beispielen.
Klar, wenn ich Englisch verstehen will ist es auch ganz superwichtig, dass ich das Grammatikbuch in-und auswendig kann, bis hin zu poetischen Ausgestaltungsformen und mir danach erst konkrete Beispiele (=englische Sätze) suche, wo ich mir dann anschaue, wie diese Theorie in der Praxis aufgeht....

Hilft es dir, wirklich etwas zu verstehen oder hilft es dir eher, einen Dunning-Kruger Effekt zu triggern?
Das meine ich durchaus ernst und nicht vorwurfsvoll, Musiktheorie ist meistens ein ziemliches Bubble-Thema - oder hast du Leute im direkten Umfeld, denen du mehr Weitblick in der Materie zugestehst als dir selbst, die dich kritisieren/korrigieren könnten?
Das ist eben was anderes als z.B. Astronomie oder irgendwas technisches oder sonst etwas, was nach physikalischen Gesetzen funktioniert, was je nach Schwerpunkt bis in eine gewisse Tiefe jeder Nachvollziehen kann, der/die eben für Arbeit/Ausbildung das entsprechende mathematische Rüstzeug hat sich drauf schaffen müssen - und gleichzeitig ist es auch etwas anderes als Geschichte/Geographie/.... , wo der interessierte Laie in der Tat meistens das macht, was du anscheinend bei MuTh probierst: (unsortiertes) Faktenwissen anhäufen und das dann mit Logik verknüpfen und je nach Interesse hat ja jeder auch "sein" seichteres bis tieferes Geschichtsverständnis, was man von MuTh schwerlich behaupten kann.

Musiktheorie ist da etwas arm, das bewegt sich halt schnell auf dem Niveau, wie wenn du dich mit der Grammatik des Tibetischen beschäftigst, vor allem, wenns dann noch im stillen Kämmerlein passiert ist die Blase schon fast perfekt. Und dann kommt noch dazu, dass man versucht, die Gedankengänge von Leuten nachzuvollziehen, die idR. ein deutlich tieferes musikalisches Verständnis hatten, sonst hätten sie ja keine allgemein be- und anerkannte Harmonienlehren schreiben können (was Lücken bis Missverständnisse zwangsläufig macht) - weswegen man das nur nochmals unterstreichen muss:
Das muss Hand in Hand gehen. Theorie alleine ist leblos.
Praxis bedeutet ja nicht nur die "Unterfütterung" der Theorie mit konkreten Klangvorstellungen, es bedeutet vor allem auch musizieren und musizieren bedeutet, man trifft zwangsläufig Leute, mit denen man sich darüber austauschen kann- ja sogar muss.

Schlussendlich ist ja jede Musiktheorie vor allem deswegen entstanden, weil Menschen miteinander über Musik gesprochen bzw. sich ausgetauscht haben. Es ist ziemlich sinnlos, eine "Fremdsprache" zu lernen ohne konkrete Gesprächspartner zu haben - bzw. zu glauben, dass man sie ohne solche überhaupt wirklich erlernen kann.

LG
 
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Hilft es dir, wirklich etwas zu verstehen oder hilft es dir eher, einen Dunning-Kruger Effekt zu triggern?
Klar hilft es mir. Ich muss ja zuerst herausfinden, was ich üben muss. Wie gesagt geht es mir nicht darum irgendwelche standards spielen zu können, sondern das ganze an fremdem Material, oder an selbst ausgetüftelten Akkordfolgen einzusetzen. Dazu muss ich das ganze ja irgendwie abstrahieren. Ich kann das tun, indem ich 200 standards spielen lerne (die mich nicht wirklich interessieren) oder indem ich mir einfach die wichtigsten Akkordfolgen rausschreibe und die Skalen dazu notiere. Ich bin z.B. für mich zu folgender Erkenntnis gekommen: die ionischen Skalen kann ich alle, auch mein Körper weiss genau, wo welche Töne liegen. Ich muss das jetzt noch in meinem kleinen Kopf in Verbindung bringen zu D lydisch ist wie A Dur... Dazu muss ich dann halt eine Weile mal in D Lydisch improvisieren, damit ich ein Gefühl dafür krieg, dass es eben nicht A Dur ist. Die wichtigsten Skalen, die ich im Prinzip lernen muss, sind HM mit wichtigster Stufe 5 und MM mit wichtigsten Stufen 4, 5 und 7. Irgendwo war noch was mit halbton ganzton oder so , da weiss ich jetzt aber noch nicht, bei welchen Akkorden ich die verwenden kann. Mixo xy, lydisch b7... den ganzen Kram kann ich alles vergessen, weil alles auf HM und MM zurückzuführen ist. Irgendwann kann mein Körper diese MM und HM Skalen, den interessiert es nicht, ab welchem Ton ich beginne. Das sind Bewegungsabläufe, die automatisiert werden müssen, das dauert bei mir schneller, wenn ich es explizit übe, als wenn ich "The girl from ipanema" lerne. Finde ich es langweilig, diese skalen zu üben?: ja ev. schon, aber es ist effizient. Wenn man ein gewisses Tempo und Dynamik erreichen will, wird man es wohl in den meisten Fällen nicht schaffen, ohne die Sachen explizit zu üben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich mir z.B. eine Begleitung bastle, in der ich nur subV7 Auflösungen übe, damit das MM4 zu ionisch einfach sitzt und das in allen 12 Tonarten... Klar miteinander musizieren ist toll, aber im Endeffekt muss man das Zeug auch für sich üben.
Praxis bedeutet ja nicht nur die "Unterfütterung" der Theorie mit konkreten Klangvorstellungen, es bedeutet vor allem auch musizieren und musizieren bedeutet, man trifft zwangsläufig Leute, mit denen man sich darüber austauschen kann- ja sogar muss.
Ich will Dir nicht widersprechen. Das Problem mit dem Austausch mit anderen ist halt oft, dass sie Dinge behaupten oder aufzwingen wollen, die vielleicht für sie gelten aber nicht unbedingt für mich. In vielen Fällen sind sie auch faktisch nur halbrichtig. Sie denken, sie wissen wie man Dinge am besten lernt, weil sie es bei anderen gesehen haben oder es selbst so gemacht haben. Aber gilt es auch für mich? In vielen Fällen eben nicht, musste ich in meinem Leben feststellen. Ich gehe an gewisse Dinge viel systematischer heran als andere und ich lerne es tatsächlich besser so. Zwinge ich das anderen auf und sage, sie sollen es auch so machen? Nein tue ich nicht, es ist eine Möglichkeit, die sich für mich als effizient herausgestellt hat. Ich bin aber auch jemand der ganz konkrete Ziele verfolgt. Ich habe immer eine konkrete Vision, was am Ende herauskommen soll. Das ist tatsächlich etwas was mich oft von anderen unterscheidet. Durch diese Vision bin ich i.d.R. viel zielgerichteter und weiss genau, was ich will und was nicht. Ich versuche mir dann genau das rauszusuchen, was ich für meine Ziele brauche und der ganze Rest wegzulassen. Lehrer kommen mit dieser Art i.d.R. nur schwer zurecht.
 
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den ganzen Kram kann ich alles vergessen, weil alles auf HM und MM zurückzuführen ist. Irgendwann kann mein Körper diese MM und HM Skalen, den interessiert es nicht, ab welchem Ton ich beginne.
Wenn Du da mal keinem Denkfehler unterliegst ...

Thomas
 
Wenn Du da mal keinem Denkfehler unterliegst ...

Thomas
Natürlich sind nicht alle Skalen darauf zurückzuführen, aber die wichtigen, die ich notiert habe schon. Man kann dann irgdendwelche Tensions... spielen oder halt auch noch andere Skalen, je nach kreativen Ideen. Aber mir geht's ja darum, mir mal gewisse Grundlagen zu erarbeiten. Man kann die dann immer noch leicht abändern, wenn es das Stück erfordert. wenn die erst mal sitzen, ist das nicht mehr das Problem.
 
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Mein Einwand bezog sich auf den zweiten Satz …
 
Mein Körper interessiert es nicht, das weiss ich aus Erfahrung. Es ist ihm egal ob ich bei einem schnellen Lauf Bb Dur spiele oder D phrygisch, weil die Bewegungsabläufe dieselben sind. Ich übe ja nicht nur die Skala sondern auch Sprünge, beginne einen Lauf mit links, und mit rechts, dass das eben voll sitzt. So habe ich es mit der ionischen und der Pentatonik gemacht. Mein Kopf muss natürlich wissen, wo das tonale Zentrum ist, aber ich unterscheide eben zwischen Kopf und Körper, vom dem her reicht es natürlich nicht, nur die 12 HM Leitern zu üben sondern auch explizit ab der Stufe 5 usw. Z.B. ist ja MM einfach die ersten 4 Töne Moll und danach Dur. Mein Körper hat die äolische skala so drin, dass er nach 4 Tönen immer mit nat.-Moll weitermachen will, auch wenn mein Kopf sagt: jetzt mach MM also Dur. Ich kann aber z.B. problemlos zu dorisch umschalten, weil ich das auf einer anderen ionischen Skala beruht, mein Körper weiss das.
 
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Mein Kopf muss natürlich wissen, wo das tonale Zentrum ist, ...
Dein Kopf (abstrakt) vielleicht schon, aber dein Hörzentrum tappt vermutlich eher im Dunkeln.

Weil meines zumindest ist quasi dazu verurteilt, alles auf einen Grundton zu beziehen und damit ist auch ganz subjektiv es eben überhaupt nicht mehr egal, ob ich Bb Dur oder D phrygisch spiele, weil das eben zwei gänzlich verschiedene Klangfarben sind.
Wollte ich eigentlich da schon dazu schreiben:
Aber mir geht's ja darum, mir mal gewisse Grundlagen zu erarbeiten.
Die mit Abstand wichtigste und unersetzlichste Grundlage ist das Grundtonempfinden, erst dadurch bekommen all diese Skalen und vor allem die Permutationen davon einen eigenen Klangcharakter und einen Sinn wenn du so willst.

Nur: Das trainiert sich durch hören, musizieren und analysieren & nachspielen (von Gehörtem, nicht abstrakte, idealisierte Sammlungen von Tönen), aber vor allem durch bewusstes zuhören und kann dir das beste Harmonienlehrebuch und egal, wie gut du es "verarbeitest" nicht abnehmen. In der Tat setzt derlei Literatur eher voraus, dass dieser Schritt bereits gegangen wurde.
 
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@Palm Muter
ich kann mich nicht erinnern, dass ich irgendwo geschrieben habe, dass ein Theoriebuch mir das Zuhören usw. ersetzt. Das ist im Prinzip das, was ich die letzten 17 Jahre gemacht habe. Eben nur hören, mitspielen und möglichst wenig Theorie.
Was ich einfach nicht verstehe: Du hast dieses Zitat von Steve Vai, verhältst Dich aber komplett gegensätzlich: Lass mich doch einfach meinen Irrweg gehen. Wenn ich sehe, dass ich damit nicht weiterkomme, komme ich wieder zurück und wir können die Standards in Angriff nehmen. Dann weiss ich aber, warum ich es mache. Die Skalen und Akkordfolgen muss ich ja ohnehin lernen. Wie ich spiele gefällt mir ja grundsätzlich, ich möchte einfach mehr auf die Akkorde eingehen, das ist alles.
 
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Klar hilft es mir. Ich muss ja zuerst herausfinden, was ich üben muss. Wie gesagt geht es mir nicht darum irgendwelche standards spielen zu können, sondern das ganze an fremdem Material, oder an selbst ausgetüftelten Akkordfolgen einzusetzen
Ich kann das tun, indem ich 200 standards spielen lerne (die mich nicht wirklich interessieren) oder indem ich mir einfach die wichtigsten Akkordfolgen rausschreibe und die Skalen dazu notiere.
Eben nur hören, mitspielen und möglichst wenig Theorie.
Was ich einfach nicht verstehe: Du hast dieses Zitat von Steve Vai, verhältst Dich aber komplett gegensätzlich: Lass mich doch einfach meinen Irrweg gehen.
ich hätte warscheinlich noch mehr Zitate markieren können (kommt aber noch), aber das, was Du sagst, ist ein absolut sinnvoller Weg, an die Sache ranzugehen.
Du sprichst mir quasi aus der Seele, denn, genau so habe ich die Materie für mich verinnerlicht. Kompletter Irrsinn ist es (ich hätte jetzt auch Schwachsinn schreiben können), sich 200 Standards draufzuschaffen. Kann man machen, wenn man auf einem Reisedampfer am Klavier sitzt, auf Zuruf die Stücke runterrasselt. Als Lernziel ist es ungeeignet. Wenn man diese 200 Stücke kann, kann man auch das Handwerk? Ja, aber nur auf diese 200 Stücke reduziert. Sinnvoll erscheint mir das nicht.
Das geht natürlich auch an die Adresse @Palm Muter, oder @turko

Dein Irrweg ist nur eine andere Herangehensweise, es gibt die Theoretiker, solche, die nur Noten lesen und spielen können. Es ist gut Hören zu können, damit spielen zu können.
Irgendwo war noch die Sache mit dem Grundton von @turko. Auf dem "Irrweg" weiss man schon, wo da die Grundtöne liegen, es liegt in der Sache der Natur, des Hörens. Wer sich auf den Grundton bezieht, spielt aber vllt auch langweilig.
Klar, wenn ich Englisch verstehen will ist es auch ganz superwichtig, dass ich das Grammatikbuch in-und auswendig kann,
das erreicht man aber auch mit dem Irrweg

Ich möchte in Kurzform nur sagen, @Tom1979 befindet sich nicht auf einem Irrweg, Nein, er hat seinen Weg gefunden. Wer keine Theorie mag, kann auch diesen Weg einschlagen.
. Die Skalen und Akkordfolgen muss ich ja ohnehin lernen. Wie ich spiele gefällt mir ja grundsätzlich, ich möchte einfach mehr auf die Akkorde eingehen, das ist alles.
Und Ja, auf diesem Weg wird man irgendwie nicht an der Theorie vorbei kommen, weil man doch wissen wollen wird, was man da eigentlich macht; ein Zwang besteht aber nicht.

Ich habe im Kindesalter Violinunterricht bekommen, ich wusste nicht, was ich da mache, später habe ich Gitarrenunterricht erhalten, alles auf Notenbasis, also Theorie, ich wusste nicht, was ich da mache.
Auf meinem Irrweg habe ich dann doch kapiert, worum es geht. Deshalb schreibe ich das.

Wenn ich etwas erarbeiten soll/möchte, brauche ich auch nur die Akkorde, das drumherum kann ich selbst herausfinden/hören. das ist genug Theorie. Man weiss ja was Scalen sind.
 
Was ich einfach nicht verstehe: Du hast dieses Zitat von Steve Vai, verhältst Dich aber komplett gegensätzlich: Lass mich doch einfach meinen Irrweg gehen.
Ich wüsste ja auch nicht, wie ich dich davon abbringen sollte oder könnte oder obs überhaupt ein Irrweg ist.

Ich kann mich nur eben erinnern, dass ich das auch mal gemacht habt, Skalen und einzelne, isolierte Akkordverbindungen irgendwie versuchen, logisch zu erfassen oder zu kategorisieren, nur um dann drauf zu kommen, dass ich einfach viel zu früh viel zu viel wollte.

Das hab ich übrigens nie geschrieben:
Eben nur hören, mitspielen und möglichst wenig Theorie.
Auch, wenn ich gerade fürs genaue Gegenteil plädiere, ich bin eigentlich Techniker, Formelverschieber, Abstraktdenker, aber genau deswegen verstehe ich glaube ich deinen Zugang recht gut, weil ich den eben auch mal versucht habe - um dann eben drauf zu kommen, dass das ziemlich viel Aufwand war um etwas in meine Birne zu bekommen, was viel besser funktioniert als "Anhängsel" von etwas, was auf intuitiverem Wege allmählich in diese Birne gewandert ist. Ob und inwieweit das auch bei dir zutrifft oder zutreffen könnte musste du eh selbst wissen.


Wer sich auf den Grundton bezieht, spielt aber vllt auch langweilig.
Wow, ich weiß nicht, wie ich das gelinder ausdrücken soll, aber das ist doch einfach nur ein Eingeständnis, dass du von analytischem Hören einfach genau gar keine Ahnung hast.
Das ist ja keine bewusste Entscheidung, so funktioniert ("unsere", abendländische, Dur-Moll-Tonale) Musik.

Vielleicht ein abstrakt gut beschreibbares Beispiel: Der verkürzte Dominantseptakkord. Im richtigen Kontext hört man den verminderten Dreiklang h-d-f trotzdem als Dominantseptakkord G7, obwohl gar kein G klingt - eben weil unser Gehör das völlig automatisch darauf bezieht, ggf. sogar auf einen imaginären Grundton. Btw., genau sowas sicher zu erkennen wäre einer dieser Steps, die ich in einem zweiten Leben in Kenntnis meines ersten Lernweges um einiges mehr beackern würde bevor ich mich an #9, b9 und b13 Tensions mache. Die sind sozusagen das Dach, aber das wackelt ohne stabilem Fundament.
 
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Wow, ich weiß nicht, wie ich das gelinder ausdrücken soll, aber das ist doch einfach nur ein Eingeständnis, dass du von analytischem Hören einfach genau gar keine Ahnung hast.
ich würde Dich bitten, hier andere nicht so zu beleidigen, nur weil jemand einen Satz geschrieben hast, den Du vielleicht nicht richtig verstanden hast. Und selbst wenn jemand vielleicht gewisse Lücken in seinen Hörfähigkeiten hat, gibt es niemandem das Recht, ihn so zu diskreditieren. Möglich dass das für Dich eine normale Ausdrucksweise ist, weil man mit Dir auch dauernd so gesprochen hat. Dann tut mir das leid für Dich, Du musst es aber nicht an anderen auslassen. Was ich halt von der Musik gelernt habe ist, dass die Fähigkeiten völlig unterschiedlich sind. Du kannst irgendeinen Weltklasse Gitarristen nehmen und er kann gewisse Dinge trotzdem nicht so spielen wie jemand anderes, der ev. eine viel schlechtere Technik und viel weniger Know How hat. Und genau das finde ich das interessante an Kunst. Im Endeffekt geht es eben um Ausdruck. Z.B. habe ich mir einige Videos von Pat Metheny angeschaut, und es lässt mich völlig kalt was er macht. Dann habe ich aber Stücke von Norman Brown die mich einfach umhauen, wie lebendig er das spielt. Kann ich jetzt sagen, der eine ist besser als der andere und wozu überhaupt?...

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass jeder, der ein paar Jahre Musik macht und einigermassen musikalisch ist, ein gewisses Gefühl für den Grundton bekommt, auch dass das Gehör automatisch gewisse Töne ergänzt, auch wenn sie gar nicht gespielt werden.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Leute sich hier bewusst sind, was ich überhaupt will. Das Problem ist, dass man nicht fragt sondern einen zutextet mit irgendwelchen Tipps, zu denen ich gar nicht gefragt habe. Ich bring hier mal ein fiktives Beispiel aus dem Leben: Z.B. habe ich eine alte Tür, die gestrichen werden soll. Der Malermeister sagt mir: "das musst Du zuerst ablaugen, dann schleifen, dann grundieren, dann zwischenschleifen mit Korn xy, dann erster anstrich, Zwischenschliff mit anderen Körnung, dann weiterer Anstrich, Zwischenschliff mit anderer Körnung, am Ende noch einen Schutzlack." Hat er recht? wahrscheinlich schon. Werde ich es so machen? sicher nicht. Ich würde wohl einfach abschleifen und zwei mal drüber streichen. Ist das Ergebnis perfekt? Nein. interessiert das irgendjemanden ausser den Malermeister?: wahrscheinlich nicht. Ich kann aber mit 30% aufwand 80% vom Resultat erreichen und damit bin ich am Ende zufrieden. Im Endeffekt ist es auch eine Lebenseinstellung für die Erbsenzähler i.d.R. nur Verachtung übrig haben. Ich kann aber damit leben.

Ich kann auch nicht verstehen, was an meinem Ansatz für CST und wie ich es lerne falsch sein soll, ausser dass hier dauernd gesagt wird, das ginge so nicht, weil irgendein Weltklasse Musiker es anders gemacht hat, oder es bei sich persönlich nicht funktioniert hat.

Ich schau mir z.B. diese Akkordfolge von Roy Ayers an:
View: https://www.youtube.com/watch?v=lTdIkHhGYII&list=RDlTdIkHhGYII&start_radio=1
Früher hätte ich einfach F moll drübergespielt. Jetzt "kann" ich die chords analysieren. Für F-7,9,11 nehme ich äolisch oder dorisch, für C-7,9 nehme ich äolisch (dieselben Töne wie F dorisch), für Ab-7,9,11,13 nehme ich dorisch für Bb-7,9 nehme ich dorisch (dieselben Töne wie F äolisch). Jetzt habe ich schon etwas mehr Möglichkeiten was ich spielen kann. Hätte ich noch mehr Ideen wenn ich vorher die 200 standards gelernt hätte?: wahrscheinlich schon. Mache ich es deswegen?: nein. Es wäre auch gut, wenn man mal 100 Soli von anderen Musiker nachspielen würde, trotzdem mache ich es nicht. Im Endeffekt ist es im Leben immer eine Frage von Aufwand und Ertrag. Man muss am Ende auch versuchen die Freude daran zu behalten. Es bringt nichts wenn man super in irgdendwas ist, aber keine Freude mehr dran hat.
 
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