Warum sind sogenannte "Anfängerstücke" oft so schwierig?

Pianoteq
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Ich mag diesen Klavierlehrer aus Australien sehr gern und schaue ihn mir immer wieder gern an.


View: https://youtu.be/icxNcdM1-lY?si=lx2uoQLCLvxyiYCo

Ich finde, hier in diesem Video spricht er eine wichtige Sache an, die viele Anfänger auch sehr schnell wieder dazu bringt aufzuhören. Weil ihnen gewisse Stücke als "Anfängerstücke" oder "easy piano" verkauft werden, die es gar nicht sind. Viele Leute, die nicht Klavierspielen können, hören so etwas wie "Amélie" und wollen es spielen. Es klingt auf den ersten Blick recht einfach, ist es aber nicht. Wenn man nicht Klavierspielen kann, kann man das aber nicht beurteilen.

Klar, wenn man sagt, spiel Czerny oder Burgmüller, wissen sie erstens nicht, was das ist, und sie wollen es auch nicht spielen. Sie wollen das spielen, was sie aus Filmen oder Serien im Kino oder TV kennen. Und das ist eben so etwas wie "Amélie". Und auf YouTube gibt es genügend Leute, die ihnen das dann Taste für Taste beibringen. Wobei sie sich dann die Finger verrenken oder ein Karpatunnelsyndrom einhandeln, weshalb sie dann nie wieder ein Klavier anfassen möchten (oder wegen der Schmerzen nicht können) und enttäuscht und frustriert aufhören oder sogar aus medizinischen Gründen aufhören müssen.

Ich habe Czerny und Burgmüller gespielt und Hanon und dann natürlich Bach, und das sind teils so wunderschöne Stücke, die aber für Anfänger spielbar sind, dass ich mich manchmal frage, warum das anscheinend so aus der Mode gekommen ist. Andererseits liegt die Antwort auf der Hand. Es ist eben alles eine Mode. "Amélie" ist ja nun auch schon alt, und ich nehme an, heutzutage wollen die Leute schon wieder was ganz anderes spielen. Das, was sie auf Spotify oder YouTube hören und was sich fast jeden Tag ändert.

Auf jeden Fall fand ich es mal interessant, dass Jazer Lee in seinem Video darauf hinweist, was man eigentlich für Fähigkeiten auf den Tasten haben muss, um diese sogenannten "Anfängerstücke", die als solche verkauft werden, überhaupt spielen zu können. Ich bin am Anfang nämlich auch darauf reingefallen. Ich dachte, ich könnte das spielen, was ich höre und was mir gefällt. Das geht aber nicht von einem Tag auf den anderen. Und Taste für Taste ... das fand ich unmöglich. Ich habe mir die Noten genommen und wollte danach spielen. Ist aber kein Unterschied, was die Schwierigkeit angeht. Ob nach Noten oder nach Gehör oder Taste für Taste, wenn einem die grundlegendsten Klavierspieltechniken fehlen, geht einfach gar nichts.

Die Techniken habe ich dann im Laufe der Zeit von meinen verschiedenen Klavierlehrer:innen gelernt, und jetzt, nach etlichen Jahren, merke ich, dass ich einiges kann, wenn ich mich ans Klavier setze. Mir fehlt nur oft die Übung, weil ich in letzter Zeit wenig Zeit hatte. Aber das, was man mal gelernt hat, prägt sich merkwürdigerweise mehr ein, als man denkt, selbst wenn man zwischendurch nicht übt. Man muss es nur mal geübt HABEN.

Das habe ich jetzt beispielsweise mit Erstaunen festgestellt, als ich nach langer krankheitsbedingter Pause wieder anfing. Man fängt nicht bei null an. Damals, als ich viel geübt habe und regelmäßig Unterricht hatte, habe ich viel gelernt, und ich konnte jetzt zwar nicht auf demselben Niveau starten, aber vieles kam doch sehr schnell zurück. Noch erstaunlicher war, dass ich Stücke, die ich damals nicht oder nur schlecht spielen konnte, jetzt auf einmal spielen kann. Das ist aber ein anderes Thema. Dass das Gehirn quasi "weiterübt", wenn man eine Weile aussetzt. Dazu habe ich gerade ein sehr interessantes Buch gelesen. Wusste ich bis vor kurzem nicht.
 
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ich hatte als anfänger gymnopedie gute 6 monate geübt, bis ich einigermaßen spielen konnte.
 
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen dass es in jedem Bereich so ist, dass Profis sehr sehr oft kein Auge mehr dafür haben, was für Anfänger einfach ist, was sie überfordert, warum, und wie die Sicht eines Anfängers ist, nicht nur in der Musik.

Als mir mein Vater mal Skat erklären wollte (und er hat durch Kartenspiele mal Geld verdient...jaja, die 1970er...) fing er so an: "Die Buben sind Trumpf. Als erstes wird gereizt. Du zählst mit und ohne Buben, Ass zählt 11, bla..."
Und ich so: "????? Wieviele Karten bekommt man? Wann hat man gewonnen?" - das sind für einen Anfänger immer die ersten Fragen.
Ebenso halt in der Musik. In der Mathematik (und anderen naturwissenschaftlichen Bereichen) ist es oft die Verwendung von Fachbegriffen, die meist komplett unnötig sind um erstmal den Sachverhalt zu erklären, alte Lehrer schaffen es aber gar nicht mehr ohne Fachbegriffe diese zu erklären.
Und genauso ging es mir beim Gitarre lernen, wo ich Workshops fand die allen ernstes nicht mit Em und Am anfingen. Sondern mit C und G, für Anfänger sehr schwierige Akkorde bis man mal die Finger soweit hat.
Jedenfalls, ich habe die Erfahrung gemacht dass mit genügend Energie dahinter man als Autodidakt meist langsamer aber sicherer vorankommt, als an schlechten Lehrern oder Workshops zu verzweifeln und dann entmutigt aufzuhören.
 
Grund: hässliches Wort korrigiert
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Weil ihnen gewisse Stücke als "Anfängerstücke" oder "easy piano" verkauft werden
Naja, das ist halt der Unterschied zwischen lernen mit YouTube oder mit einem Lehrerin... :nix:
Beitrag automatisch zusammengefügt:

ich habe die Erfahrung gemacht dass mit genügend Energie dahinter man als Autodidakt meist langsamer aber sicherer vorankommt, als an schlechten Lehrern oder Workshops zu verzweifeln
Wie wär's mal mit 'nem guten Lehrer? 🙂
Beitrag automatisch zusammengefügt:

spricht er eine wichtige Sache an, die viele Anfänger auch sehr schnell wieder dazu bringt aufzuhören.
Hm, wenn ich "viele" lese, frage ich mich gleich wieder, wie man das wissen will. Was sind denn für Dich viele, und woher weißt Du das?

Oder meinst Du nur Deine eigene negative Erfahrung?
Ich bin am Anfang nämlich auch darauf reingefallen.
 
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dass Profis sehr sehr oft kein Auge mehr dafür haben
wird wohl so sein, bei Profis die keinen Bezug mehr zu Anfängern haben. Aber von Profis die Anfänger unterrichten oder Klavierschulen herausgeben sollte man das schon erwarten können.
 
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Als mir mein Vater mal Skat erklären wollte (und er hat durch Kartenspiele mal Geld verdient...jaja, die 1970er...) fing er so an: "Die Buben sind Trumpf. Als erstes wird gereizt. Du zählst mit und ohne Buben, Ass zählt 11, bla..."
Und ich so: "?????
Gutes Beispiel, zumindest sehr verständlich für Skatspieler. Die Regeln lernt man schon recht schnell, aber dann...

Um ein Instrument einigermassen spielen zu können, egal, ob nach Noten oder nicht, braucht es eben Zeit. Entscheidend ist, dass die Erst-Motivation anhält. Ich schätze, nur 10% von denen, die Klavierunterricht als Kinder/Jugendliche nehmen, spielen 10 Jahre später noch mit Begeisterung.

Im frühen Alter lernt man aber extrem schnell. Man kann auch später jederzeit anfangen, aber es wird mühsamer.

Ich hab vor einiger Zeit mal mit einem etwa 16-jährigen Gitarristen gejammt, der hatte technisch, was Rock-Improvisatioinen angeht, mehr drauf als ich jemals gelernt habe. Spielt schon in zwei Bands und ist hochmotiviert.
 
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Na ja, bei den YouTube Sachen - und nicht nur dort - geht es ja letztlich immer darum, das eigene Angebot irgendwie zu verkaufen.

Und wie geht das einfacher, als wenn man einem Anfänger erzählt "Hör mal, dieses wunderschöne Stück Klaviermusik wirst du schon bald spielen können ..."

Und der Anfänger - und auch hier nicht nur der - MÖCHTE so etwas ja auch hören. Die primitive Variante sind dann die "Play Piano in XXX days". Für die Fortgeschrittenen heißt es dann "Wenn du DIESEN Fehler nicht mehr machst, wird dein Spiel um Klassen besser ..." oder so ähnlich.

Als Anfänger WILL man so etwas ja auch hören, weil es motivierend und ermutigend klingt. Und grundsätzlich ist es ja auch gar keine schlechte Idee, wenn jemand hochmotiviert ist, endlich mal das "Comptine d'un autre été" selbst spielen zu können. Ist ja auch ein schönes Stück.

Der arbeitsreiche, langsame und funktionierende(!) Weg ist dagegen deutlich weniger attraktiv. Wer dann trotz der o. g. falschen Versprechungen trotzdem dranbleibt, merkt das auch irgendwann, und dann kann es richtig(!) losgehen mit dem Lernen.

Leider sind aber auch gerade jüngere Menschen heutzutage durch systematische digitale Verdummung oft gar nicht mehr in Lage, ein Ziel zu verfolgen, das nicht innerhalb kürzester Zeit - oder gar von selbst - zum Erfolg führt. Aber das ist dann natürlich ein anderes Thema, das hier OT ist und vielleicht woanders diskutiert werden sollte.
 
Grund: Typo
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meiner Meinung nach geht es nicht so sehr darum wie schwierig ein Stück ist, sondern wie gut es einem gefällt. Und dann kann man sich eine vereinfachte Version davon suchen. Natürlich ist sehr hilfreich einen Lehrer zu haben, der einem eben so eine vereinfachte Version besorgt. Oder wenn das nicht möglich ist, ein paar ähnliche Stücke findet, die dann eben zum Niveau passen.

Denn Spaß an einem Stück ist das, was einen voranbringt.

Meine Stieftochter hatte mal Klavierunterricht. Die Lehrerin war ursprünglich aus Russland und hatte noch so eine strenge alte russische Methode drauf. Das Kind hatte natürlich 0 Bock auf irgendwelchen alten Klassiksch**ß und hat nie geübt und irgendwann aufgegeben.
Leider konnte ich ihre Mutter nicht davon überzeugen, dass das scheitern wird. Sie hat der Lehrerin mehr vertraut als mir. Schließlich war das mal vor 100 Jahren eine "große" Konzertpianistin. Na ja, hat sie zumindest behauptet.

Tja.

EDIT: und youtube ist inzwischen zu 99% eine Verkaufsplattform. Ich habe schon immer Videos mit solchen reißerischen Titeln gemieden. Aber inzwischen macht das ja fast jeder. "nobody tells you", "what they don't want you to know", "you are doing it wrong", "improve your pooping skills in 5 minutes", "this changes everything" … bla bla bla. Es muss bestimmt irgendwo ein Buch mit solchen leeren Phrasen geben. Es ist ein Krieg um die Aufmerksamkeit und Einschaltquoten.
 
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@68060 : Gehört jetzt nur so semi zum Thema: Aber ich hatte exakt auch so einen Vater. Turnierspieler und ziemlich gut darin, bis zum Landesmeister oder whatever es damals im Skat so alles gab. Der war in etwa genauso "begabt", wie deiner, wenn es darum ging, dem Filius zu erklären, wie man RICHTIG Skat spielt. Sein Lieblingsspruch, wenn er mit mir und meinen Kumpels Skat gespielt hat: "Junge! Jetzt nimm doch mal Lehre an!!!" ... hätte ich ja gerne, wenn ich kapiert hätte, was er eigentlich von mir wollte :ROFLMAO:

Dementsprechend bin ich selbst auch nie ein großer Skatspieler geworden. Stattdessen habe ich dann Orgel und Klavier gelernt, womit wir wieder beim eigentlichen Thema wären :)
 
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"nobody tells you", "what they don't want you to know",
Siehe Eröffnungsbeitrag in diesem Thread ;) witzigerweise genau das gleiche Clickbait ...

Manche Inhalte sind ja trotzdem ziemlich gut - aber es fehlt eben komplett der rote Faden, was für Anfänger einfach schlecht funktioniert. Etwa wie wenn man sich aus einem großen Stapel Lehrmaterial ein beliebiges Blatt rauszieht und das soll's dann sein, was das Leben für immer verändert. ;)
 
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Eines vorweg: Ich kann nicht Klavierspielen. Aber wir haben ein Digitalpiano, und hin und wieder setze ich mich daran und versuche es ein wenig. Es reizt mich schon, zumal ich über die Jahre durch die Notensatzprogramme und die dortige Bildschirmtastatur begriffen habe, wie das mit den weißen und schwarzen Tasten funktioniert. Einfache Melodien mit der rechten Hand kann ich heute durchaus nach Noten spielen.

Nun habe ich seit meiner Kindheit, als ich Mickymaus-Hefte gelesen habe, wo Donald in einer Geschichte den "Fröhlichen Landmann" in die Tasten haut, die Vorstellung, dieses Stück einmal auf dem Klavier zu spielen.

Nun haben ja die eingedeutschten Geschichten mit Donald Duck (Erika Fuchs als geniale Überetzerin) immer die geniale Eigenschaft, die bürgerliche Kultur ein wenig auf die Schippe zu nehmen - u.a. das machte die Geschichten ja hierzulande sogar bei Erwachsenen so beliebt.

Worauf ich hinaus will: Es gibt für jedes Instrument typische Übungsstücke, durch die Generationen von Lernenden (zumeist ja Kinder) hindurch mussten - diese Stücke bieten genau den richtigen Schwierigkeitsgrad, sind allseits bekannt, und wurden und werden z.T. noch heute im formalen Instrumentalunterricht gelehrt.

Wenn man ein Instrument (autodidaktisch oder per Unterricht) lernt, wird man sinnvollerweise die Klassiker des jeweiligen Instruments berücksichtigen - auch wenn diese oft der "Klassik" entstammen, manchmal aber auch Volkslieder, Kirchenlieder usw. sind.

Nun wird man heute vermutlich wenig Kinder (und Erwachsene) mit Schumanns Stücken für die Jugend direkt hinter dem Ofen hervorlocken können, aber ich denke, die Klassiker der Übungsliteratur (die es für jedes Instrument gibt) sind es wert, am Anfang berücksichtigt zu werden, bevor man sich an aktuelle und populäre Stücke heranwagt.

Ich musiziere seit vielen Jahren autodidaktisch, und ich kann jedem, der ein Instrument erlernen möchte, nur empfehlen, sich auf die Musik einzulassen, die man durch die Befassung mit dem jeweiligen Instrument überhaupt erst kennenlernt. Ich muss mir z.B. nicht "Greensleeves" im Radio anhören, aber wenn ich es selbst spiele, ist es ein wunderschönes Stück. Gleiches gilt für alle andere Musik, der man oft erst beim Instrumentenlernen begegnet.

Ein Stück weit nimmt mich jedes Instrument mit, und zeigt mir seine Lieblingsmusik. Das erweitert sehr meinen eigenen Horizont.
 
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und genau das ist nicht unbedingt die richtige Vorgehensweise bei Kindern. Du kannst sie nicht davon überzeugen Kinderlieder zu spielen wenn sie lieber Bock auf aktuellen Pop im Radio haben.

Mein Ansatz ist, dass es am Anfang darum geht das Feuer zu entfachen und zu fesseln und nicht darum sich für "Volksmusik oder Kirchenlieder" zu öffnen. Erst wenn sie von sich aus dafür offen sind, kann man ihnen raten bestimmte Stücke zu üben um bestimmte Fähigkeiten zu entwickeln oder zu verbessern.

Der entscheidende Faktor bei einem Hobby ist, dass es Spaß macht. Nur so wird man besser und bleibt dran.
Irgendwelcher Zwang, der leider oft von Eltern kommt, die sich nur aus egoistischen Gründen mit einem "Wunderkind" schmücken wollen und aus ihm den nächsten Lang Lang machen wollen, ist nicht mein Ding.
 
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Ich habe nicht so viel geübt, mit 15 mit Keyboard angefangen.

Jedoch war das Verständnis für Akkorde ein ganz wichtiger Schlüssel und in entscheidenden Momenten wollte ich es echt wissen und übte bis ich bestimmte Dinge richtig gut konnte.

Mein Gehör hilft mir in vielem.

Kinder brauchen Flow-Momente, die sie immer wieder abrufen können.

Das geht mit
Bunte Drachen schaukeln im Wind (Manfred Schmitz)

Cherish Intro Thema

Die Sternschnuppe 1. Teil (Valenthin Engel)

Das lernen alle bei mir innerhalb der ersten 6 Wochen neben bekannten Melodien im 5-Tonraum.

Improvisation nur auf schwarzen Tasten kann man auch schon machen. Auch Clusterspiel, drei Töne links, drei rechts.
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und genau das ist nicht unbedingt die richtige Vorgehensweise bei Kindern. Du kannst sie nicht davon überzeugen Kinderlieder zu spielen wenn sie lieber Bock auf aktuellen Pop im Radio haben.
Aktuellen 'Pop im Radio' mache ich auch,

Aber dank der Reihe Giraffenaffen sind sie auch für Volks- und Kinderlieder wieder zu begeistern.

Außerdem gebe ich auch Standards vor, ne Zeitlang war es zu viel Wünsch dir was - alles nur nach Lustprinzip ist auch kacke, es darf auch mal mühsam sein, sich was zu erarbeiten, wenn sich das Resultat lohnt.

Lesen lernen ist auch mühsam.

Nimmt man einfache Texte fühlte zumindest ich als Kind mich verarscht:

In den Fibeln war es lila statt grün und es hieß
ruft statt sagt weil man Angst hatte, dass Kinder mit angeblich nicht "lauttreuen" Wörtern Schwierigkeiten hätten. Das war ein Irrweg.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Es gibt noch einen älteren guten Thread zu dem Thema, ich suche bei Gelegenheit.

Klavier spielen ist keine Lösung wenn man nur drüber redet.
 
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Beides finde ich richtig - 1. Stücke spielen, für die eine Motivation beim Schüler vorhanden ist. Und 2. Stücke kennenlernen, die aus verschiedenen Epochen stammen und für den Schüler neu sind.

Da könnte man jetzt viel drüber schreiben, wie warum und pädagogisch künstlerisch, Hobby oder professionell. Und was so als "Kanon" gesehen wird, was man vielleicht im Sinne einer halbwegs umfassenden Bildung mal kennengelernt haben sollte.

Aber es geht ja hier darum, warum "sogenannte Anfängerstücke" als solche verkauft werden, die aber noch viel zu schwierig sind.

Da kommt für mich der Lehrer ins Spiel, der in der Lage ist, ein Stück zu vereinfachen auf ein Level, was der Schüler spielen kann.
Ich weiß nicht, ob das Klassiker heutzutage im Studium lernen. Bei Jazz-Rock-Pop sollte es eigentlich Standard sein, und erst recht in der Instrumentalpädagogik-Richtung. In der Korrepetition lernt man sowas normalerweise auch.

Auch der Einsatz von Playback kann die Motivation bei schweren Stücken erhalten, dass man erstmal nur die rechte Hand spielt und die ggf vereinfacht.
Das ist natürlich bei Pop-Songs viel einfacher als bei Bach oder Beethoven. Und dann gibt es eigentlich kein "zu schwer" - man macht es sich passend, so dass es zum Können passt und idealerweise den Schüler ein Stück voranbringt.

Youtubevideos können das theoretisch leisten (ein Stück in verschiedenen Levels anbieten, oder ein Kanal bietet verschiedene Levels an) - aber die Klickzahlen bekommt man wahrscheinlich eher über reißerische Titel als über ein solides Ausbildungskonzept.
 
Ich habe Czerny und Burgmüller gespielt und Hanon und dann natürlich Bach, und das sind teils so wunderschöne Stücke, die aber für Anfänger spielbar sind, dass ich mich manchmal frage, warum das anscheinend so aus der Mode gekommen ist.
"Anfänger" ist im deutschen Sprachgebrauch umgangssprachlich, als Begriff aber unscharf. Die Unterstufe des Klavierspiels umfasst bereits den Stoff der ersten drei Unterrichtsjahre. Motivierte Schüler mit musikalischer und bestenfalls klavierbezogener Begabung werden den Stoff absehbar in kürzerer Zeit bewältigen, wenn die Konzentrationsfähigkeit das erlaubt, auch Jugendlichen oder Erwachsenen im Erwerbsalter sollte das möglich sein.
Im englischsprachigen Raum wird feiner unterschieden, traditionell nach "beginner", "intermediate" und "advanced", gelegentlich um "level" ergänzt. Jeder dieser drei Grade wird wieder in zwei bis drei drei Grade aufgeteilt wie "early" - (intermediate) - und "upper" bzw. gleichbedeutend "late".
Insgesamt werden so konzeptionell 8 Unterrichtsjahre beschrieben. An den Prüfungsplänen gemessen wäre man bei vollem Erfolg in der Lage, umfassend fortgeschrittene Spielstücke zu spielen (Details s. unten: Henle 6, ABRSM 8, oft RCM 10).

Hanon enthält keine Spielstücke, sondern technische Übungen und Tonleitern. Das Heft ist nicht für echte "Anfänger"gedacht, auch wenn die Übungen schon in den ersten Wochen spielbar erscheinen. Der Haken ist die Ausführung, zumindest bei Autodidakten ist sie dann wahrscheinlich falsch. Wer glaubt, sich nur nach dem Vorwort richten zu müssen, macht sich damit zum Kandidaten von Verletzungen in der Hand oder dem Unterarm, wozu es reichlich Berichte und Warnungen gibt. Man braucht ein wenig Hintergrundwissen, um von den Hanon-Übungen ohne Reue profitieren zu können. Auch das ist inzwischen leicht verfügbar, Hinweise dazu stehen im Board.

Gerade Burgmüller op. 100 hat bis heute einen hohen Platz in der Ausbildungsliteratur, wie das viele internationale YT-Einspielungen und klavierpädagogische Videos zeigen. Die 25 Etüden des Bandes op. 100 umfassen bereits Anforderungen zum Stoff bis gegen Ende der Unterstufe und auch die Fortsetzungen in op. 109 und op. 105 sind für Fortgeschrittene empfehlenswert, bei Schirmer gibt es eine schöne Sammelausgabe.
Stefan Wyatt hat eine ausführliche Besprechung und Lektionen mit weiterer Anleitung zu Burgmüller op. 100 auf seinem Kanal, außerdem auch zu anderen typischen Anfängerübungen und Stücken.
1 La candeur (Offenen Sinnes, Sincerity, Artless Mind) C-Dur, Piano Grade 1
2 Arabesque a-Moll 2
3 Pastorale (Hirtenweise, Pastorale) G-Dur, Piano Grade 2-3
4 Petite réunion (Kindergesellschaft, The Little Party, Children's Party) C-Dur, Piano Grade 3
5 Innocence (Unschuld) F-Dur, Piano Grade 3
6 Progrès (Fortschritt, Progress) C-Dur, Piano Grade 3
7 Courant limpide (Rieselnder Bach, The Limpid Stream) G-Dur, Piano Grade 3-4
8 La gracieuse (Die Anmutige, Gracefulness, The Sweet Grace) F-Dur, Piano Grade 4
9 La chasse (Die Jagd, The Chase) C-Dur, Piano Grade 4
10 Tendre fleur (Zarte Blume, Tender Flower) D-Dur, Piano Grade 3-4
11 La bergeronette (Die Bachstelze, The Wag-Tail, falsche wörtl. Übersetzung: The Young Shepherdess) C-Dur, Piano Grade 4
12 L'Adieu (Abschied, The Farewell) a-Moll, Piano Grade 4
13 Consolation (Trost) C-Dur, Piano Grade 4
14 La styrienne (Steirisch, Austrian Dance, Styrian) G-Dur, Piano Grade 4
15 Ballade c-Moll, Piano Grade 4-5
16 Douce plainte (Sanfte Klage, Gentle Lament, Gentle Plaint) g-Moll, Piano Grade 4
17 La Babillarde (Plappermäulchen, The Chatterbox) F-Dur, Piano Grade 4
18 L'Inquitétude (Unruhe, Restlessness, Discomfort) e-Moll, Piano Grade 4-5
19 Ave Maria A-Dur, Piano Grade 4
20 La Tarentelle (Tarantella)d-Moll, Piano Grade 4-5
21 L'Harmonie des anges (Engelsstimmen, The Harmony of the Angels, Angel's Voices) G-Dur, Piano Grade 4
22 Barcarolle (Gondellied, Gondola Song) As-Dur, Piano Grade 4
23 Retour (Heimkehr, The Return, Returning Home) Es-Dur, Piano Grade 5
24 L' hirondelle (Die Schwalbe, The Swallow) G-Dur, Piano Grade 5
25 La chevaleresque (Des Edelfräuleins Ritt, My Lady's Ride, Gallantry) C-Dur, Piano Grade 5

Czerny ist in Stellvertretung für sein riesiges Werk häufig ein Reizwort, weil viele Generationen von Klavierschülern von ungeschickten oder einfallslosen Lehrkräften damit gelangweilt bis drangsaliert wurden.
Will man sich als Anfänger damit beschäftigen, dann müsste man erst einmal wissen, welche Übungen geeignet sind, denn zwischen op. 599 und op. 740 liegen in der Anforderung Welten und die Bände sind nicht immer in sich konsistent.

Die populärsten Bände von Carl Czerny sind folgende:
op. 599 - Erster Lehrmeister, 100 Übungen
op. 849 - Vorschule der Geläufigkeit, 30 Etüden
op. 299 - Schule der Geläufigkeit, 40 Übungen
op. 261 - 125 Passagenübungen
op. 821 - 160 Kurze Uebungen
op. 740 - 50 mittellange Übungsstücke

Ich habe schon früher gelegentlich beschrieben, dass ich gerne den Stoff- und Prüfungsplan des ABRSM (UK) heranziehe. Er ist wesentlich konkreter als der Rahmenplan der öffentlichen deutschen Musikschulen, wird regelmäßig aktualisiert und in weiten Teilen der Welt benutzt. Im, kanadisch/US-amerikansichen Raumes richtet man sich jedoch vor allem nach dem ebenso ehrwürdigen RCM mit Sitz in Toronto. Die ABRSM Qualifikationen lassen sich international erwerben.
ABRSM Piano Grades Syllabus 2025-2026
RCM Piano Grades Syllabus 2022

Bezieht man die 8 Grade der "Schüler-"Ausbildung am Klavier nach ABRSM auf die in Deutschland recht bekannten Grade des Henle Verlags. So umfasst der Grad 8 von ABRSM Stücke, die man im Henle Katalog als Grad 6 eingestuft findet, das entspricht dem Ende von "mittelschwer".

Den folgenden Abschnitt mit Empfehlungen in Bezug auf ausgewählte Czerny Etüden habe ich mit MS Copilot (KI) erstellt, aber nicht ausschließlich. Ich fand das Experiment spannend, letzlich zeitsparend und im Ergebnis auf den ersten Blick passend.
Wie immer im Board: Betreten der Baustelle auf eigene Gefahr, Eltern haften für ihre Kinder. :D

Czerny Op. 599 ist ein guter Einstieg, weil die Übungen musikalisch und technisch leicht sind.
ARSM Grade 1–2
Grade 1 Op. 599, Nr. 1–20 einfache Geläufigkeit, 5-Finger-Raum, leichte Artikulation
Grade 2, Op. 599 Nr. 21–50 einfache Tonleitern, gebrochene Dreiklänge, erste Handwechsel
ABRSM Grade 3
Czerny Op. 599 (fortgeschrittene Stücke) + Beginn Op. 849 als Beginn der "echten“ Etüdenarbeit.
Der Schwerpunkt liegt auf Gleichmäßigkeit, Legato- / Staccato-Wechsel, einfache Passagen
Op. 599 Nr. 51–100, Op. 849 Nr. 1–10
ABRSM Grade 4
Czerny Op. 849, das ist der klassische Mittelstufenband mit Tonleitern, Dreiklängen, Fingerunabhängigkeit, leichten Repetitionen.
Op. 849 Nr. 11–20, ergänzend: Op. 261 Nr. 1–20 (Mini-Passagen)
ABRSM Grade 5
Czerny Op. 849 (späte Etüden) + Beginn Op. 299, jetzt wird’s "echter Czerny“.
Op. 849 Nr. 21–30, Op. 299 Nr. 1–5, Op. 261 Nr. 21–40 (Tonleitern + Dreiklänge) zur Geläufigkeit, gebrochenen Akkorden, Artikulation und Kontrolle
ABRSM Grade 6
Czerny Op. 299, der Standardband für die Mittelstufe.
Op. 299 Nr. 6–15, Op. 261 Nr. 41–60 (Repetitionen, Staccato). Es geht um Geschwindigkeit, Gleichmäßigkeit, technische Ausdauer
ABRSM Grade 7
Czerny Op. 299 (späte Etüden) + Beginn Op. 740, jetzt beginnt die "höhere Technik“.
Op. 299 Nr. 16–30, Op. 740 Nr. 1–5, Op. 261 Nr. 61–90 (Doppelgriffe, Sprünge). Fokus auf Virtuosität, Oktaven, Dreiklangsbrechungen, Präzision
ABRSM Grade 8
Czerny Op. 740, das ist Czernys "Oberstufe“.
Op. 740 Nr. 6–20, Op. 821 (Auswahl), Op. 261 Nr. 91–125 (fortgeschrittene Mini-Etüden) mit Fokus auf Repetitionen, Oktaven, Doppelgriffe, komplexe Passagen
ABRSM Diploma‑Level (ARSM / DipABRSM)
Czerny Op. 740 (späte Etüden), hier sind wir im Bereich der "Pre-Liszt-Technik“.
Op. 740 Nr. 21–50, Op. 821 (schwierigere Übungen), es geht um Virtuosität, Ausdauer, technische Reife

Gruß Claus
 
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@Claus : Ist halt alles null aussagekräftig wenn die Schüler die Stücke nicht mögen und sie durchpauken sollen.
Dann noch einen Lehrer der schlecht erklären kann, Ende Gelände.
Die ganze Theorie ist ja schön für Leute die als Pianisten im Opernhaus irgendwann angestellt werden wollen, ich meine aber hier ging es um Motivation und Durchhalten wenn man anfängt und was Lehrer oder auch Lehrpläne dabei falsch machen können.
 
Ich habe Czerny und Burgmüller gespielt und Hanon und dann natürlich Bach, und das sind teils so wunderschöne Stücke, die aber für Anfänger spielbar sind, dass ich mich manchmal frage, warum das anscheinend so aus der Mode gekommen ist.

Ich würde hier die Betonung auf "teils" legen ;)

Czerny ist schon eher im Bereich der rein technischen Übungen angesiedelt. Er hat das in Stücke verpackt - aber meiner Meinung nach lassen sich diese Elemente deutlich effizienter lernen, wenn man sie als isolierte Übungen macht.
Natürlich lernt man was dabei - aber dafür muss es kein Czerny sein, noch dazu in dem Umfang, wie Deine KI es uns hier aufhalsen möchte.

Über den pädagogischen Wert der grundlegenden Etüden für Anfänger aus heutiger Sicht bin ich mir nicht so sicher. Musikalisch geben viele halt nicht so viel her, aber motivieren vielleicht doch mehr als eine reine Fingerübung ...
Bei den späteren Sachen - warum soll ich mich mit Czerny rumquälen, wenn ich stattdessen Preludes / Etüden von Chopin , Skrjabin, Rachmaninow, oder Sonaten von Mozart oder Beethoven spielen kann?

Die Motivation ist extrem wichtig, heutzutage wahrscheinlich noch deutlich mehr als früher. Das hieße für mich als Lehrer, mindestens 50% "schöne" Stücke, die dem Schüler gefallen und ihn motivieren, am besten welche, die er selbst mitbringt.

Bach für Anfänger - da kommt einem natürlich das Notenbüchlein für Anna Magdalena in den Sinn. Das meiste andere ist wahrscheinlich erstmal zu schwer.

Lieber kurze und leichtere Stücke als Erfolgserlebnisse, gerade für Einsteiger.
 
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...ich meine aber hier ging es um Motivation und Durchhalten wenn man anfängt und was Lehrer oder auch Lehrpläne dabei falsch machen können.
Das magst Du meinen, aber bitte schau dazu doch auf das Thema "Warum sind sogenannte "Anfängerstücke" oft so schwierig?" und auf mein Zitat von Pianoteq "Ich habe Czerny und Burgmüller gespielt und Hanon...", das dem Beitrag vorangestellt ist.
Das ist "on topic" und was ich weiter dazu geschrieben habe, das ist so konkret, wie es nur möglich ist.

Wie ich detailliert aufzeige, ist die vermeintliche Erkennntnis der"oft so schwierigen" Stücke für Anfänger in zu wenig Hintergrundwissen (meines Erachtens sehr vieler) Autodidakten und einer falschen Auswahl der Stücke begründet.

Ich zog im ausschließlich die in Beitrag 1 als positive Beispiele genannten Klavierpädagogen und deren angesprochene Werke heran, noch praxisbezogener geht es nicht.

Klavierspielen lernen in dem von mir beschriebenen Umfang ergibt am Ende ein sehr gutes Amateurniveau, vom "Opernhaus" ist man da noch ein Studium weit entfernt.
Mit "Theorie" hat das auch nichts zu tun, eher wird Klavierpädagogik angesprochen.
Meine Empfehlungen für Lernpfade bei Jugendlichen und Erwachsenen wären auch andere als von Pianoteq beschrieben, weil ich mehr und modernere Ausbildungsliteratur kenne, z.B. Bände des von @stuckl genannten Valenthin Engel oder der von mir sehr geschätzten Elissa Milne und William Gillock - aber darum geht es hier nicht.

Bei den späteren Sachen - warum soll ich mich mit Czerny rumquälen, wenn ich stattdessen Preludes / Etüden von Chopin , Skrjabin, Rachmaninow, oder Sonaten von Mozart oder Beethoven spielen kann?
Czerny vermittelt in seinen Etüden mines Erachtens bei gelungener Auswahl die benötigte Technik für die Werke der genannten Komponisten meines Erachtens so kompakt und auf den Punkt, wie das überhaupt nur möglich ist.
Das Spielen von Werken der genannten Meister wäre dann die musikalische Anwendung der ausgebildeten Spieltechnik. Es ist sicher klar, dass wir uns bei den Stichworten des Zitats deutlich jenseits dessen befinden, was von Autodidakten üblicherweise ansprechend spielbar ist.

An etwas zu arbeiten, auch wenn es Mühe bereitet oder der Sinn nicht eingesehen wird, gehört dazu. Man braucht die gleiche Qualität auch in der Schule, der Ausbildung und im Leben sowieso.
Wenn man das Pech hat, einen Unterricht zu haben, der an den eigenen Interessen gar zu grob vorbeigeht, dann sollte das dort angesprochen werden, denn natürlich soll sich niemand wirklich "rumquälen" müssen.

Bach für Anfänger - da kommt einem natürlich das Notenbüchlein für Anna Magdalena in den Sinn.
Auch das geht bis mindestens Übergangsbereich Mittelstufe, die meisten Stücke sind "Henle 3", also Ende Unterstufe.

Gruß Claus
 
Grund: Ergänzung der beiden letzten Zitate mit Antwort
Zuletzt bearbeitet:
Czerny vermittelt in seinen Etüden mines Erachtens bei gelungener Auswahl die benötigte Technik für die Werke der genannten Komponisten meines Erachtens so kompakt und auf den Punkt, wie das überhaupt nur möglich ist.
Das Spielen von Werken der genannten Meister wäre dann die musikalische Anwendung der ausgebildeten Spieltechnik.
Das ist wirklich eine interessante Frage. Braucht man, um die entsprechende Spieltechnik auszubilden, separate Übungen oder kann man sie direkt an den Stücken lernen? Und wenn man Übungen braucht, was ist dann effektiver - Etüden à la Czerny, also in Stücke verpackte Übungen oder doch lieber die Übungen selbst auf den Punkt gebracht? Für mich als jemand, der wirklich viel Czerny spielen musste, kann ich nur sagen, es hat mir eigentlich seltenst Freude gemacht. Gelernt habe ich natürlich was, aber ich kann im Nachhinein schlecht beurteilen, ob das die beste und effektivste Methode war. Ich habe natürlichdie Stücke jetzt nicht mehr alle so präsent, aber in Erinnerung war das oft doch musikalisch sehr simpel und ich habe zumindest keine musikalisch positiven Erinnerungen daran.
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Auch das geht bis mindestens Übergangsbereich Mittelstufe, die meisten Stücke sind "Henle 3", also Ende Unterstufe.
Es ging ja um Anfängerstücke, also die leichtesten, nicht die schwersten aus dem Notenbüchlein. Dafür war die Auswahl ja auch mal gedacht 🙂
Kennst Du noch leichtere Klavierstücke von Bach? 🤔 ausnotierte Choräle vielleicht ...?
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wenn man sagt, spiel Czerny oder Burgmüller, wissen sie erstens nicht, was das ist, und sie wollen es auch nicht spielen. Sie wollen das spielen, was sie aus Filmen oder Serien im Kino oder TV kennen. ... Wobei sie sich dann die Finger verrenken
Ich wollte ja nochmal fragen, wer "sie" eigentlich ist, von denen du hier sprichst. Bezieht sich das auf irgendeine Studie, Untersuchung, Umfrage oder woher weißt du das alles?
 
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