Warum sind sogenannte "Anfängerstücke" oft so schwierig?

Ich denke, bei "Etüden" muss man vor allem an "Anspruch", Zeit und Stilrichtung denken.

Anspruch ist klar: Wer wirklich in allen Lebens- und Spiellagen richtig(!) gut werden will, muss sich auch mit ganz gezielten Etüden befassen. Am besten solche, die auf den Punkt seine Schwächen ausbügeln und/oder auf ganz bestimmte Stücke oder Spieltechniken hin abgestimmt sind.

Zeit spielt für alle eine Rolle. Und, wer nur wenig davon hat, möchte die vielleicht lieber mit den Songs verbringen, die er gerne spielen möchte, als mit Hanon oder Czerny.

Und "Stil" ist auch wichtig. Wer gerne Rock-, Pop- oder Jazz-Piano spielen will, ist wahrscheinlich mit den klassischen Etüdensammlungen schlecht beraten. Klar, helfen die ihm auch - aber vielleicht nicht so, wie er es bräuchte, um in seinem Spielstil weiterzukommen.

Zum Glück gibt es ja mittlerweile auch für diese Musikstile sehr viele Etüden. Ich habe zwar selbst noch nichts aus dem Rock- oder Jazz-Hanon gespielt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das für Menschen, die diese Stile erlernen wollen, sinnvoller ist und mehr Spaß macht, als die klassischen Etüden.
 
Weiser Satz und Buch:
Caroline von St. Ange: "Alles ist schwer, bevor es leicht ist. Wie lernen gelingt."

Vera F. Birkenbiehl (+) hat ja vor Jahrzehnten schon für gehirngerechte Vorträge plädiert.
Edu-tainment, ihr aktualisiertes Buch von "Stroh im Kopf" (heute zum ersten Mal einen Blick reingeworfen) spricht Bände.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite steht z.B. die Geigenlehrerin, die die SchülerInnen einer bestimmten Schulform unterrichtet hat. Diese seien so passiv gewesen, dass die Lehrerin am besten noch die Notenbücher hätte umblättern sollen.
Da assoziierte ich sofort: Kommt das vom Elternhaus mit der Einstellung: "Motivieren Sie mal mein Kind! Eigentlich soll es nur tun, worauf es Lust hat" ?

Und der Balanceakt zwischen dem Arbeiten nach Birkenbiehl und Kids, die bespaßt werden wollen, wo man sich halt auch mal durchbeißen muss, das ist dann so das Spannungsfeld.

Es gibt so viele lerntheoretische Erkenntnisse, ein Augenöffner für mich war auch Jerome Bruner (enaktiv, bildlich, symbolisch).

Also die kürzeste Erklärung um Klavier zu lernen analog zu Mark Twain (das was er übers Bücher schreiben gesagt hat) wäre: "Klavier spielen ist ganz leicht, man muss nur die falschen Töne weglassen."

Mozart übers komponieren: "Ich probiere, welche Töne sich mögen."

Fachbegriffe erkunden:


View: https://youtu.be/2BT7_owW2sU?si=GQPKqV4txAKlpI-Y
 
Zuletzt bearbeitet:
Jedenfalls, ich habe die Erfahrung gemacht dass mit genügend Energie dahinter man als Autodidakt meist langsamer aber sicherer vorankommt, als an schlechten Lehrern oder Workshops zu verzweifeln und dann entmutigt aufzuhören.
Und was machen die schlechten Autodidakten? ;)

Köstliches Beispiel mit der Skatspielerklärung :)

C und G in einfach auf der Gitarre (Wem es am Rande hier schnell noch hilft)

G

3
0
0
0
X
X
_______________

C

0
1
0
X
X
X

Dass das hier Slash-Chords sind verraten wir den Anfängern noch nicht ;)
 

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