Alsdann: Der verlinkte Song "funktioniert" vom Sound her, weil die Gitarren so unterschiedliche Sounds nutzen: Clean vs. verzerrt, später mal Crunch vs. verzerrt. D.h. die Instrumente sind leicht auseinanderzuhalten, weil sie so verschieden klingen. Diese Strategie solltet Ihr so weit wie möglich auch verfolgen. Und wenn Ihr doch mal ähnliche Sounds nutzt, dann spielt möglichst verschiedene Sachen - der eine fette Powerchords, der andere eine Umkehrung ein bis zwei Oktaven höher.
Die Aufstellung im Proberaum ist nicht verkehrt. Was Ihr tun könnt, um den Sound etwas differenzierter zu gestalten, ist, die Gitarren im Panorama kräftig auseinanderzudrehen, für jeden Gitarristen auf "seine" Seite. Das macht man mit den gelben "PAN"-Reglern.
Nun zu dem EQ des Pultes. Die Funktion der Regler für Hi und Lo dürfte klar sein:
Du hebst "Hi" an, und das Signal wird brillianter. Bei Mikrofonsignalen aber Vorsicht, denn zuviel Anhebung führt zu erhöhter Rückkopplungsgefahr. Wenn das Signal zu hell klingt, senkst Du "Hi" ab, und der Klang wird weicher, milder
Ist ein Signal zu dünn, kannst Du versuchen, es durch Anheben des "Lo"-Reglers fetter zu machen. Ein Zuviel führt zu Matschsound. Ist das Signal zu fett, kannst Du es durch Absenken des "Lo"-Reglers "schlanker" klingen lassen.
Diese beiden Regler arbeiten bei festen Center-Frequenzen (sie wirken natürlich noch bei etwas höheren und etwas tieferen Frequenzen, aber verändern lässt sich daran nichts).
Der beiden "Mittenregler" wirken anders - der eine hebt an oder senkt ab, wie die beiden anderen auch. Aber der andere Mittenregler (das weisse Poti) stellt die Ansatzfrequenz für diese Anhebung oder Absenkung ein. Anwendungsbeispiel: Du hast z.B. eine günstige Elektroakustikgitarre an das Pult angeschlossen, und die klingt etwas nasal. Daran ist oft eine Überhöhung bei ca. 1,2 bis 1,4 kHz schuld. Jetzt visierst Du mit dem Frequenzregler ca. 1,3 kHz an und senkst diese Frequenz etwas im Pegel ab, bis es ausgewogen klingt. Oder eine Stimme klingt "böllerig", aber der Bassregler setzt zu tief an, um etwas dagegen zu machen. Dann kannst Du bei ca. 250 Hz etwas absenken, und das Gewummer lässt nach. Das waren jetzt nur zwei von vielen möglichen Beispielen.
Ein genereller Tipp: Ihr habt doch sicher Smartphones. Darauf kann man sich kostenlos oder für kleines Geld sogenannte RTA-Apps (Real Time Analyzer) laden - damit siehst Du, bei welcher Frequenz ein Signal wieviel Energie hat. Wenn jetzt also ein Signal nicht so klingt wie es soll, hilft es meiner Meinung nach, sich das Signal mal im RTA "anzusehen" und eventuelle Merkwürdigkeiten mit dem EQ auszugleichen.
Zieh Dir ausserdem mal dies hier rein:
http://www.mix4munich.de/stimme.htm - ein paar Möglichkeiten, wie man die Stimme im Mix nach vorne holt. Kann man einzeln nutzen oder nach Belieben kombinieren.
Hope that helps.
Viele Grüße
Jo