Wenn bei einem Kondensator höhere Werte als bezeichnet gemessen werden, kann das durchaus ein Indiz für eine Leckage sein. Es gibt sehr viele Wege, Kondensatorwerte zu bestimmen. Eine der gebräuchlichsten einfachen Methoden für eine Kapazitätsmessung ist es, die Zeit bis zu einem gewissen Ladezustand zu messen. Und wenn der Strom nur teilweise zum Laden zur Verfügung steht, weil ein Leckagestrom da ist, dauerts halt länger.
kaputte Caps dem Klang etwas Power entziehen
Ein Kondensator ist in der hier relevanten Betrachtungsweise ein Widerstand, dessen Wert von der Frequenz abhängt.
Das heisst, für Gleichstrom ist der Widerstand unendlich, für Bassfrequenzen hoch und für Treble niedrig. Und: Höhere Kondensatorwerte bedeuten niedrigere Widerstände.
Die Wirkungsweise des Tonkondensators der Gitarre ist es, höhere Frequenzen zu beschneiden (gegen Masse abzuleiten). Das wird duch das Tonepoti gesteuert. Ganz abgedreht lässt es nicht viel Wirkung zu (idealerweise gar keine, deswegen gibt es No Load Potis). Ganz aufgreht ist die Wirkung des Kondensators ungehindert, der Ton ist dumpf. Je stärker (dh. desto niedrigere Frequenzen werden mitbeschnitten), desto grössere Kapazität der Kondensator hat. Sollte der Kondensator leck sein, werden alle Frequenzen zusätzlich etwas abgeschwächt. Etwas, da normalerweise das Leck nicht sehr gross ist.
Langer Rede kurzer Sinn: Ja, du hast Recht.

EDIT: Wie der Klangeindruck ausser einer etwas niedrigeren Lautstärke für einen lecken Kondensator wirklich ist? Ziemlich sicher anders, viel mehr wage ich da auch nicht zu sagen.
PS: Das obige ist leider eine ziemlich einfache Modellvorstellung, die die Wirklichkeit zwar grob richtig wiedergibt, aber nicht sehr exakt ist. Dafür müsste man dann schon komplexere Modelle benutzen.