Achttaktiges Melodieschema

von kleinershredder, 10.03.05.

  1. kleinershredder

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    Erstellt: 10.03.05   #1
    Um eine kleine einführung in die komposition von Melodien zu geben,
    erkläre hier jetzt mal ein ganz einfaches Achttaktiges Melodieschema.
    Dieses Schema wird schon seit Ewigkeiten und auch heute noch benutzt.

    Zuerst einmal, Warum acht Takt?
    Ganz einfach. Acht Takte sind symetrisch und unsere Ohren sind an symetrische musik gewöhnt.

    Um jetzt unsere Melodie zu komponieren unterteilen wir die Acht Takte jetzt in 2 viertaktige Teile. Den ersten nennen wir Vordersatz und den 2. nennen wir Nachsatz.
    Jetzt eilen wir die beiden Sätze auch wieder auf so das wir nur noch zweitaktige Teile haben. Die benennen wir so

    1 Phrase
    2 Gegenphrase
    3 Phrase
    4 Schlussphrase

    So jetzt wo sie benannt sind nehmen wir uns ein Beispiel zum erklären.
    Ich wähle jetzt mal "Freude schöner Götterfunken" von Beethoven weil das fast jeder kennt.

    Die Phrase beginnt mit einer Tonleiterbewegung vom #f nach oben, welche in der mitte wieder nach unten geht bis zum e unter dem Startton.

    Die Gegenphrase beginnt genauso, nur auf einer anderen Stufe, aber im zweiten Takt verändert sich etwas. Die Bewegung geht nun nicht mehr runter,
    sondern sie bleibt auf einem Ton, der auch durch veränderten Rythmus einen Unterschied setzt. Die gegenphrase endet auf einem Ruhepunkt der aber nach weiterführung drängt.

    So nun wird die Phrase wiederholt.

    Jetzt unterscheidet sich die Schlussphrase aber wieder von der Gegenphrase, indem sie mehr der Phrase ähnelt, aber auf einem Schlusston zum erliegen kommt.

    So sind superviele Melodien Aufgebaut. Schau dich ruhig in allen Musikrichtungen um.

    Jetzt denkst du aber bestimmt das man ja nicht nur 8 Takte haben kann. Stimmt. Darum kann man jetzt weitere Acht Takte dransetzen.

    Bleiben wir bei unserem Beispiel.

    Die neuen acht Takte bestehen aus einem neuen Vordersatz aber aus dem alten Nachsatz.

    Den neuen Vordersatz kann man auch wieder unterteilen.
    Erst wieder eine 2 Taktige Phrase, und dann wieder eine 2 Taktige Gegenphrase die ein Motiv aus der Phrase übernimmt, und dann zum schluss führt. Hierbei gleichen Sich die Phrasen allerdings nicht, so wie in den ersten 8 Takten, weil durch den neuen vordersatz ein NEUER musikalischer Gedanke eingeschoben wurde.

    Man kann beliebig weiter aneinander reien und dabei immer wieder alte Sätze benutzen. Das kann der erste Schritt sein lange und interessante Melodien zu komponieren.

    Viel Spaß beim testen. :great:
     
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