Akkorde auf der Geige?

von TheGreatCornholio, 23.02.16.

  1. TheGreatCornholio

    TheGreatCornholio Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.16   #1
    HalliHallo,
    Ich will gar nicht lang um den heißen Brei rumreden: ich bin Gitarrist :D
    Ich habe neulich auf der Straße einen Geigenspieler gesehen, der quasi Akkorde bzw. zweistimmig auf seiner Geige spielte. Die "Akkordwechsel" waren hierbei schnell und es hat mir klanglich sehr gut gefallen.
    Leider konnte ich im Vorbeigehen aber nicht genau untersuchen/ raushören, wie genau er es machte bzw. was genau er spielte.
    Ich würde die Sache jetzt sehr gern auf die Gitarre übertragen (falls das möglich ist), mein Problem ist nur, dass ich mich in der Welt der Geige so gut wie gar nicht auskenne...
    Habt ihr eventuell Liedvorschlage in denen schnelle Akkordwechsel auf der Geige vorkommen (bitte aus dem klassischen Bereich), oder gute Übungen dazu?


    Meine zweite Frage:
    Meine Vormieter haben einen Geigenbogen im Keller vergessen. Ich weiß von mehreren Bekannten Gitarristen, dass sie ihre Gitarre bereits mit dem Bogen bespielt haben, ich habe jedoch meine Probleme damit:
    es klingt als würde man einem Frettchen auf den Schwanz treten :D
    Ist das ein Zeichen für zu viel, oder für zu wenig Druck?
    Hier noch ein Beispiel, wie es klingen kann, wenn man es drauf hat xD

    ist das ein Geigen oder ein Cello Bogen?
     
  2. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 23.02.16   #2
    zu 1) Übung, Übung, Übung... Ein Problem könnte sein, das Geigen in Quinten gestimmt sind...


    zu2) das könnte ein Cellobogen sein, müsste aber auch mit einem Geigenbogen gehen...
     
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  3. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.02.16   #3
    Es handelt sich um sogenannte "Doppelgriffe".
    Auf der Gitarre heißen die "Powerchords".
    Auf der Geige spielt man da oft Quarten, Quinten, Sexten und teilweise auch Oktaven.
    Da wir aber nicht genau wissen, was Du gehört hast, wäre eine Möglichkeit wie Du weiter kommst, dass Du mal Youtube durchsuchst.
    Z.B. David Garret spielt viel mit Doppelgriffen, vielleicht kannst Du dann was posten, damit wir wissen, welche Richtung Du meinst.

    Der Bogen könnte ein Geigen, oder Cellobogen sein.
    Da man ihn nicht von der Seite sieht ist das schwer zu sagen.

    Damit der Bogen jedenfalls auf Deinen Saiten auch greift und nicht nur "drüberjammert", brauchst Du Kolofonium.
     
  4. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service HCA

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    Erstellt: 23.02.16   #4
    Sodele, hier mal ein Beispiel vom Großmeister der Polyphonie auf der Geige: J.S. Bach.



    das hat mit powerchords nix zu tun - das ist polyphones Orgelwerk! ;)


    cheers, fiddle

    p.s. uhh, ich bekomme echt weiche Knie bei dieser Interpretation..
    (btw. das komt bei mir nicht sehr oft vor)
    Erkenne ich hier eine sehr durchtrainierte belgofrankische Bogenhand?
    Ich habe an Intensität selten eine derart "erschütternde" Wiedergabe hören dürfen.
    (wenn Bach nicht erschüttert, dann spielt es jemand wie.. Garrett?)
     
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  5. TheGreatCornholio

    TheGreatCornholio Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.02.16   #5
    Ach was würde ich manchmal dafür geben, wenn die Gitarre auch "gestrichen" werde würde. :D
    Ja, Powerchords sind nur Grundton, Quinte und meist wieder Grundton. Habe selbst auch schon viel rumprobiert mit Terzschichtungen etc., da ich mich in der klassischen Harmonik jedoch nicht sonderlich gut auskenne, klang es mir meist zu "popig".
    Werde mir auf jeden Fall einmal die Noten zum von dir geposteten Video runterladen.
    Fiddle, kennst du evtl. eine gute Harmonielehre im klassischen Bereich?
    Ist Garrett etwa schlecht? :D
    Und ist die Frau Trotovsek bekannt? Ich kenne mich zwar wie gesagt nicht wirklich aus, aber ihr Klang ist sehr sehr fein, gefällt mir dein Video :D
    Wärs nur Audio hätte ich mal glatt auf 2 Fiedler getippt xD
     
  6. Stollenfiddler

    Stollenfiddler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.02.16   #6
    Viel Spaß mit den Noten:D.
    Was die Frau Trotovsek da spielt hat wirklich einen hohen Level, nur weil es einfach aussieht, ist es nicht einfach zu spielen. Und wenn Du Dir das Ende vom Clip anschaust, dann ist auch deutlich zu sehen, dass sie das nicht locker runtergegeigt hat, sondern 4 dicke Kreuze macht, die Nummer gepackt zu haben. Respekt!

    Der Garrett ist übrigens ein verdammt guter, wird halt hier und da ein wenig beneidet. Und ja, er hat auch ein paar CDs im Bereich der Populärklassik gemacht, die nicht zum erneuten Hören einladen. Trotzdem - der kann echt was!
     
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  7. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 24.02.16   #7
    Hui, echt großes Kino was die Frau Trotovsek da tut :eek: Mal davon abgesehen, dass die Werke von Bach sehr anspruchsvoll zu interpretieren sind, sind die Violinversionen von Orgelwerken ziemlich krass. Das muss man schaffen, die einzelnen Stimmen so auszuspielen, dass es nicht wie Salat klingt.
    Garrett hat es technisch gesehen mMn schon ziemlich drauf, das kann ihm wirklich niemand absprechen und hebt ihn etwas von den anderen Popgeigern ab. Aber seine Interpretationen sind, naja, kontrovers. Seine Popsachen sind schon eben ziemlich Pop, mMn teils übertrieben als wär er der André Rieu der Popmusik, nicht jedermanns Sache. Was die Klassik angeht, gibt es mMn andere die um Klassen besser sind.
     
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  8. TheGreatCornholio

    TheGreatCornholio Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.02.16   #8
    Ich finde dazu keine Noten :( habt ihr vielleicht ne gute Seite
     
  9. Silvieann

    Silvieann Registrierter Benutzer

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  10. Silvieann

    Silvieann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.02.16   #10
    imslp.com ist ein bekanntes Projekt mit einem Großteil gemeinfreier Noten.



    Beitrag von hack_meck geändert, da ich an falscher Stelle gepostet habe - User über Änderung und Grund informiert.
     
  11. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service HCA

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    Erstellt: 24.02.16   #11
    Diese Fuge stammt aus den Sonaten und Partiten von J.S. Bach, die explizit für Solo-Geige geschrieben wurden.
    Darin gibt es drei Fugen, die jede wie ein Orgelwerk aufgebaut ist.
    Es setzen bis zu 4 stimmen versetzt nacheinander ein und erklingen zeitweise alle gleichzeitig auf einem Soloinstrument,
    was auf einer Geige schon eine Monster-Aufgabe darstellt.
    Als diese Noten wiederentdeckt wurden, war anfangs garnicht klar, wie sowas überhaupt gespielt werden sollte.

    Die unterschiedlichen Stimmen laufen selbständig, abwechselnd, parallel, teilweise gegeneinander.

    Das ganze Programm an barocker Durchführung mit mehreren Stimmen, wie in einem Orchester, oder halt auf einer Orgel
    (.. die ja auch nur ein Orchester zu imitieren versucht über die verschiedenen Register und Manuale).


    cheers, fiddle
     
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  12. TheGreatCornholio

    TheGreatCornholio Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.16   #12
    Danke Sehr :D
     
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