Was der Bauer nicht kennt ...
Hier mal eine Orgeltabulatur aus dem 18. Jhd.:
Schönes Beispiel. Historische Orgeltabulaturen gibt es ja einige. Aber nicht umsonst hat sich die heutige Notenschrift durchgesetzt.
Meine Meinung: Wenn der Komponistin möchte, dass sein Stück aufgeführt wird, dann sollte er bzw. sie es den Interpreten so einfach wie möglich machen, das zu erfassen, was er meint.
Wenn er lieber ein grafisches Gesamtkunstwerk schaffen möchte, auch gut, aber wenn es keiner ohne ihn entziffern kann, dann wird sich die Zahl der Interpreten eher in Grenzen halten.
Ich kenne etliche, die es ablehnen ihre Werke zu drucken, weil die Handschrift des Komponisten einen wesentlichen Eindruck beim Interpreten hinterlassen, der sich auf die Interpretation auswirkt.
Gedruckt sieht alles irgendwie ähnlich, technisch und unpersönlich aus.
Ich habe schon Werke neuer Musik uraufgeführt zu Zeiten, wo es noch keine privaten Computer gab, mit denen man Noten schreiben konnte. Also vom Komponisten handschriftlich notierte.
Es hätte mir viel Arbeit erspart, wenn man das besser lesen hätte können.
Aber wer das so sieht, spielt sicher Bach auch aus dem Faksimile

oder liest den Faust in Original Handschrift ...
zB.
http://www.omifacsimiles.com/brochures/images/78.jpg
Klar ist das irgendwie cool, aber für die Praxis sind ordentliche Noten einfach sinnvoll.