Als "Genrefremde" Vorband spielen - macht das Sinn

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Götz
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Hallo zusammen,

ich spiel in einer Rockabilly Band die sich erst kürzlich aus langjährigen Musikern anderer Stilrichtungen zusammengesetzt hat. Uns alle verbindet die Liebe zum Rock n´Roll und 50er Jahre Musik und langsam sind wir auch auf dem Niveau, das wir uns, ohne uns zu schämen, in die Freie Wildbahn trauen können. Da wir alle aus verschiedenen Richtungen kommen und teilweise schon seit Jahren Musik machen , hat jeder von uns auch Connections in die verschiedenen Richtungen. Jetzt wollen wir uns -um bekannter zu werden und um zu testen wie wir unter Live Bedingungen zusammenspielen - ein paar Vorband Gigs besorgen.

An den Connections mangelt es uns im Gegensatz zu vielen anderen Newbiebands zum Glück nicht. Aber ich mach mir ein bischen Sorgen, die die anderen in der Band nicht teilen. Ich denke nämlich, das es nicht unbedingt Sinn macht z.b. auf einem Punk Konzert als VB zu spielen. Oder als Vorband auf einem Deutsch Rock/Pop Konzert (so Richtung Lotto King Karl) oder änlichem zu spielen. Ich weiß von mir persönlich, das, wenn ich z.b. zu einem Rock n´Roll Konzer gehe und da spielt ne Soulband als Vorband oder ne Folkband, dann nervt mich das eher. Ich finde das unpassend und auch wenn ich die Bands gut finde und in einem anderen Rahmen vielleicht sogar zu deren Konzerten gehen würde, sind sie doch meiner Meinung nach fehl am Platz. Ich hab auch schon das eine oder andere mal mitbekommen das die Bands dann ausgebuht worden sind oder angepöbelt, was ich sehr unschönd fand, aber auch Verständniss für das Publikum hatte, denn die haben einfach was anderes erwartet. Solche Auftrite würden uns IMO nicht vorranbringen, denn von den Besuchern werde ich sicherlich keinen später auf einem unserer Konzerte wiedersehen. Der Werbeeffekt würde meiner Meinung nach also flach fallen.

Wie ist eure Meinung dazu, sollte eine Vorband auch zum Rest des Konzertes passen oder ist das ganz egal und die halbe Stunde einfach als separates Minikonzert sehen. Sollen wir z.b. auf einem Punk Konzert als Vorbans spielen oder eher nicht?
 
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Wir haben als Metal Band mal als Vorband für ne JazzRock Band gespielt Kam gut an. Ich denke es ist eibafch ne Frage wie ihr euch verkauft.Aber so weit ich weiß ist Rockabilly bei Punkern recht Bliebt. Bei sowas könnte man auch sagen "Wir spielen unser zeug heut halt mal was Härster Schneller und Dreckiger"
 
Ich finde, eine Vorband sollte in eine ähnliche Richtung gehen wie der Hauptact. Sie darf ruhig ein etwas anderes Genre bedienen (z.B. ne Hardrock-Band vor einer Heavy-Metal-Band), sollte aber trotzdem Lust machen, bis zum Haupact zu bleiben bzw. die Zeit bis dorthin unterhaltsam zu überbrücken.

Wir als Rhythm'n'Blues, Soul und Funkband nehmen auch gern mal reinen Blues als Vorprogramm ;)


Ich war mal auf einem (eigentlich) Foreigner-Konzert, bei dem die Doobie Brothers im Vorprogramm waren. Was soll ich sagen: ich war dermaßen von den Doobies begeistert, dass ich die im Vergleich dazu wirklich schlecht spielenden Foreigner nicht ertragen habe und gegangen bin.
So sollte es natürlich nicht sein ;)
 
Schwieriges aber gutes Thema. Wenn ihr die Connections habt, dann solltet ihr sie nutzen. Das ist zwar "eine harte Schule", aber dafür eine sehr lehrreiche. Mit Rockabilly habe ich die Erfahrung gemacht, dass das ein Genre ist, was allseits von den anderen Genreanhängern akzepiert wird. Es war sogar schon häufig so, dass wenn eine Rockabillytruppe irgendwo als Vorband spielte, dann schon automatisch gute Laune angesagt war :)
Ich würde raten nicht den Fehler zu machen sein Programm anzupassen. D.h. wenn man mit einer Metalband spielt versucht "härter" zu spielen, usw. Schuster belib bei deinen Leisten. Man soll das spielen was man kann, und das so gut wie möglich. Dann kann man auch ein für sich unbekanntes Publikum überzeugen.
Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg.
 
Aus Veranstaltersicht kann ich Folgendes sagen:
Ich hab 5 mal ein Festival veranstaltet und bei den ersten drei Shows hatte ich je zwei bis drei Hartwürste, zwei Punk Bands und je so ne "Mädchen-schmachtet-dahin" Kapelle am Start. Diese Shows waren supergut besucht und zwei davon ausverkauft. Ich hab auch nach den Shows Rücksprache mit den Bands und den Besuchern gehaltenn und ausschließlich positive Resonanz zur Vielfalt erhalten. Bei den letzten beiden Shows hatte ich nur Bands ähnlicher Ausrichtung und die beiden Shows waren so schlecht besucht, dass ich zweimal grad so auf Null rauskam. Ich hab immer versucht, eine oder zwei bekanntere Bands mit Lokalbands auftreten zu lassen und dabei ein breites musikalisches Spektrum anzubieten, was wie gesagt gut ankam. Bei den letzten beiden Shows konnte ich nicht viel für die Vielfalt tun, da sich echt nur Bands mit ähnlicher Stilistik beworben hatten.
Also, wenn Du Connections hast, dann nutze sie!
Hau dem Publikum was Unerwartetes vorn Latz und lockere das Billing mit Deiner Band auf. Das Publikum wird dankbar sein, nicht 5 Stunden lang den gleichen Kram hören zu müssen!
 
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Bei einer über einen ganzen Abend gehenden Veranstaltung gebe ich dir recht. Wenn da 3 Bands gleichberechtigt spielen ist eine gewisse Durchmischung sicherlich ne gute Sache. Aber meinst du, dass das bei den Typischen "Eine Band Headlined den Abend und ne kleinere Lokal Hero Band spielt als Vorgruppe" Veranstaltungen genau so ist? Ich kann mir auch nicht so richtig vorstellen, dass das Einfluss auf die Verkaufszahlen haben wird, die Besucher kommen ja wegen der Hauptband, wer da als Vorband spielt ist den IMO in der Regel egal. Im besten Fall passt die Vorband zur Hauptband und stört nicht weiter. Das ist jedenfalls so das, was ich glaube festgestellt zu haben.
 
Es ist oft leider so, dass egal ob die Vorband ne ähnliche Schiene wie der Hauptact fährt oder nicht, es manche Besucher für eine Art Pflicht halten, die Anheizer schlecht zu reden oder gar zu ignorieren.
Ich bin aber auch ganz der Meinung, dass wenn die Band gut ist und das auch rüberbringen kann, es gar kein falsches Publikum oder Billing geben kann!
Als aufstrebende Band muss man sich seine Fans erkämpfen, egal wo das ist.
 
Ich denke Vielfalt kommt beim Publikum immer gut an :) Wenn ich die Wahl hab zwischen zwei Konzerten, auf denen jeweils mir unbekannte Bands spielen, würde ich das Event vorziehen, wo ausreichend Abwechslung geboten wird. Der Mensch will alles haben, und wenn er die Wahl hat zwischen "Rock-Abend" und "Bunt gemischt", fällt die Wahl wohl eher auf letzteres. Ich rede jetzt hier auch nicht von Hardcore-Rock-Liebhabern, sondern vom "Durchschnittskonzertgänger", der am Samstag-Abend Party und Amusement sucht :)

Als Band selbst ist die Chance auch größer, Leute auf einem gemischten Abend mit seiner Musik positiv zu überraschen und für sich zu gewinnen, weil der Zuhörer dank der unterschiedlichen Genres einfach aufgeschlossener ist, während bei einem Themenabend die Vergleichsmöglichkeit viel direkter gegeben ist und man kritischer "beäugt" wird, ob sich Rockband 1 nun mit Rockband 3 messen kann.

Meine Meinung :)
 
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ich habe es mal erlebt, das in einem kleinen Club eine Punk Band als "Hauptgruppe" da war

paar Tage vorher kam ein Trupp reisender Iren in das Lokal und haben faktisch um einen AUftritt gebettelt. Die wurden dann eben vor dieser Punk Band geschoben.

UNd dann saßen sie vor einem Punk Publikum mit Flöten Fiedeln und Harfen.

Das ganze war ein derartiger Erfolg ( Pogo zu irish folk) das sie paar Tage später einen ganzen abend bekommen haben, dann auch mit richtig bezahlung :D
 
paar Tage vorher kam ein Trupp reisender Iren in das Lokal und haben faktisch um einen AUftritt gebettelt. Die wurden dann eben vor dieser Punk Band geschoben.

Tja, falls die Hauptband so Richtung Streetpunk ging, kann ich mir die Kombi sogar sehr gut vorstellen.
Manchmal passen Genres doch recht gut zusammen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben.
Gerade Rockabilly funktioniert meiner Meinung nach gut zusammen mit einigen anderen Sachen und passt fast überall rein. Mit Punk hätte ich da eigentlich keine Berührungsängste. Ska, Bluesrock, viel Indiezeugs und generell alles, was irgendwie tanzbar ist... warum nicht. Nur Metaller, die bleiben halt gern unter sich.

Außerdem ist das doch keine Lösung, immer nur mit anderen Rockabilly-Bands zu spielen. So viele gibts davon (leider) auch nicht.
 
Ich hab mal im Vorprogramm von Snoop Dogg eine Irgendwas-Core Band gesehen. Kenne mich in dem Bereich nicht so aus. Klangen ein bißchen nach Pro-Pain.

Das war der totale Reinfall, die wurden die ganze Zeit ausgebuht.
 
Ich denke, es kommt eher drauf an wie das Publikum gemischt oder eben nicht gemischt ist. Bei kleinen Festivals und Contests wissen die Leute, dass man nen bunten Strauß geboten bekommt und da war es kein Problem, dass ne Popband mit ner Death Metal Band, ner Jazz Fusion Band und nem Singer-Songwriter die Bühne geteilt haben. Bei ähnlichen Musikstilen ist das auch kein Problem wie Death Metal mit Thrash Metal, Swing mit Blues. Aber wenn man kaum Leute zieht und das Publikum nur wegen des Headliners kommt und eben dessen Musikgenre hören will, kann das in die Hose gehen. Ich hatte mal die Kombi meine Symphonic Metal Band vor ner Mundart Tanzband, und vor ner Hardcore Punkband und einmal mit der Top40 Schülercoverband auf ner Rockerparty. Letzteres war lustig, weil das Publikum stockbesoffen war. Die anderen haben aber kaum Spaß gemacht, weil das Publikum der Tanzband wie geschockt auf ihren Stühlen saßen und brav verhalten geklatscht haben und das Punkpublikum hat uns ignoriert (vor der Bühne war absolut niemand, waren alle draußen) und sich über uns lustig gemacht. Tendenziell muss ich sagen, je härter und trve-er sich die Leute halten (egal welches Genre), desto intoleranter und frecher reagieren sie. Wenn man aber genug Leute zieht, dürfte das eher erträglich sein. Aber sonst sind Auftritte Auftritte und wenn man Glück hat, gefällt es der ein oder anderen Nase doch und man hat nen neuen Fan und wenn nicht, wird der Gig als Probe abgestempelt. Also ideal ist eine seltsame Kombi nicht, aber wenn man noch nicht in der Position ist sich die Gigs auszusuchen zu können, sollte man das nicht immer gleich ausschlagen.
 
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es ist immer Glück, aber es kann auch eine Werbung sein. Z.b war ich mal in Osnabrück auf einem In Extremo, Subway to Sally Konzert wo auch eine Vorband waren die nicht so in die "heavy Dudelsack" Schiene passten, aber für mich war es der Grund, das ich danach nach CD von Milar Mar gesuchte haben, die ich vorher gar nicht kannte. Die Mischung war an dem Abend super und wäre noch besser gewesen, wenn eine gute Freundin nicht unbedingt der Meinung war, sich da den Fuß zu brechen :(
 
Ich finde die Dynamik der Posts und Meinungen hier grad echt gut, Leute!
So machts Spaß hier im Board zu lesen. Daumen hoch :great::great::great:
 
An Eurer Stelle würde ich einen Versuch wagen.
Unter der Voraussetzung, dass Ihr Euren Krempel gut rüberbringen könnt, nicht arrogant auftretet, einigermaßen professionell auf der Bühne seid und gute Laune verbreitet. Und alles was Ihr so schreibt, klingt so.

Rockabilly ist irgendwie so ne Art Musik, aus der halt das ganze Rockzeug und seine Nachfolger entstanden sind oder was halt ein ernstzunehmender Seitenarm war. Insofern hat das schon mal viele Anteile, die auch anderen Musikrichtungsfans gefallen können. Nicht ganz so wie blues, aber so ein bißchen in diese Richtung, finde ich. Zudem spielt ne Vorband ja nicht so lange als dass das Publikum gehen würde wenn es nicht gefällt. Oder ein paar gehen halt und kommen wieder.

Kann passieren, dass ein paar Leute rumätzen. Da finde ich die ganzen Bemerkungen hier von wegen "truem" Publikum mit "truer" Musik sehr passend. Da kann man drauf achten, auf den Auftrittsort ja auch. Den Rest muss man auf sich zukommen lassen. Es gibt auch so immer Gigs, die aus welchen Gründen auch immer in die Hose gehen können. Passiert.

Für größer halte ich die Chancen, dass Euch etliche Leute gut finden, dass ein paar Veranstalter auf Euch aufmerksam werden und dass Ihr selbst live-Erfahrung in Eurer neuen Musikrichtung sammelt.
Wenn Ihr jetzt schon ein volles Programm hättet, um als alleiniger act aufzutreten oder wenn Ihr ausschließlich als Vorband für andere Rockabilly-Bands spielen könntet, würdet Ihr es ja machen. Also ist das ganze sowieso nur als Phase anzusehen, um Erfahrungen zu machen.

Mein Votum: Probiert es aus und schaut, dass es von der Musik, dem Publikum und dem Veranstaltungsort in etwa passen könnte. Punk kann ich mir beispielsweise gut vorstellen, es sei denn, es ist wirklich ne sehr sehr true, abgerotzte Punk-Szene und ihr macht extrem einen auf Schmalzlocke ... :)

Was solls: das Leben und die Musik ist Rock n Roll ... probieren geht über studieren ....
 
Oder ihr schreibt Songs wie die Volbeats und mischt euren Stil mit Hartwurst und Jeder fährt drauf ab. Denn bei ner Volbeat Show ist wirklich jede Art von Mensch im Publikum und hat Spaß dabei.
 
Ein bisschen anpassen könnte man es schon. Ne Rockabilly Band könnte doch locker auch ein uplugged Programm haben um noch ne Spur flexibler zu sein.

Allerdings ergibt sich dann das Problem, dass es manchmal eben nicht wie die Band klingt, so wie sie natürlich gewachsen ist. Ist also etwas gefährlich. Aber unplugged is immer gut, nicht nur um etwa besser zu ner Irish Folk Band zu passen (wobei Rockabilly da noch gut in seiner reinen Form geht) , sondern auch um Veranstalter damit zu locken. "Die kneipe ist klein? Kein Problem, wir können das ganze auch unplugged machen..." Wir haben schon manche Möglichkeiten verschenkt, da wir uns soetwas nicht erarbeitet haben.

Andere Sache wäre noch mit einem möglichst genrefreudigen Song zu beginnen. Spielt man vor einer viel härteren Band könnte man versuchen mit einem eher harten/virtuosen Song zu beginnen um beim Publikum einen Kieselstein im Brett zu haben. Der Song muss dann aber auch ein geeigneter Opener sein natürlich ;)
 
ich sage: scheiß drauf!
es geht doch darum bekannt(er) zu werden. egal wie. wenn du die chance hast bei nem tollen act vorband zu spielen - warum nicht? was kümmert's dich, wenn ein großteil der hörer nicht zuhört? sobald es einige wenige darunter gibt, denen gefällt was ihr macht, hat sichs schon rentiert. und ihr habe ja auch eure gaude.
 
Das machen wir jetzt auch. Wir arbeiten jetzt seit kurzem daran, ein Akustik Set aufzubauen. Für genau solche Fälle. Unseren Normalen Stil haben wir z.b. etwas härter schonmal ganz erfolgreich im Umfeld einer Classic Rock Band gespielt, da hat das auch gut reingepasst. Auch auf einer Popveranstaltung haben wir das Programm etwas softer und lockerer, Swingiger gespielt, das kam ganz gut an.. Dagegen hab ich eine HipHop VA neulich abgesagt. Der Veranstalter wollte uns dafür haben, weil wir ihn gut kennen und er uns quasi einen Gefallen tun wollte, aber da passen wir nun meiner Meinung nach wirklich garnicht rein. Das Publikum wäre auch locker IMO 10 Jahre zu Jung gewesen. Ich denke auch, das es Sachen gibt, die -egal wie sehr man sich versucht sich das schön zu reden- einfach nicht zusammen passen. Was ja auch völlig o.k. ist, man muss es ja nicht mit der Brechstange erzwingen.
 

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