[Amp] Marshall JCM 2000 - TSL 60

von Freakshow, 24.05.08.

  1. Freakshow

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    Erstellt: 24.05.08   #1
    Ich hab's zwar schon im Amps&Boxen gepostet, aber falls mal jemand per Suchfunktion nur im Unterforum Reviews sucht - so wie ich das oft mache - soll er auch dort was finden ;)


    Heyho..

    .. die Erste Hysterie ist vorbei - das Ding war schoneinmal im Clean Kanal VOLL aufgedreht.. klingt auch recht amtlich, diese Endstufenzerre - also gibts jetzt ein schönes, ausführliches Review über diesen, sehr umstrittenen, Amp.

    Vorgeschichte
    Ich war ewig auf der Suche.. über einen JVM zum AC30.. dann zum Fender Hotrod hingerissen. Kurz darauf habe ich über den Vintage Modern und einen DSL 50 nachgedacht - der TSL kam mir garnicht in den Sinn, weil der hier ja ziemlich oft verrissen wird.
    Als ich dann eines Tages bei meinem Dad in Regensburg war und in den örtlichen Musikläden rumstöberte, fiel mir der TSL 601 in's Auge. "Was soll's" dachte ich mir und hab ihn einfach mal ausprobiert.
    Gottseidank. Der erste Verstärker seit ewiger Anspielzeit, der mich in allen drei Kanälen so richtig vom Hocker fallen ließ.
    Ich habe danach zwar noch den Vintage Modern angespielt.. aber eigentlich war es schon entchieden. Auf zum örtlichen Musikladen und einen "TSL 60" bestellt.

    Warum nicht der TSL100?
    100 Watt sind mir zu viel... allein der Gedanke an 100 Watt.. neee danke. Dazu kommt.. alle Effekte, die ich nutze, kommen vor den Amp und ich brauche keinen eigenen EQ für den Higain, weil ich diesen wirklich nur als Gainboost und "Sound-offener-Macher" nutze.

    Nach ewigem Hin und Her kam er dann auch an. Die Harley Benton G212 wartete schon.

    Daten
    • 60 Watt RMS
    • keine Halbleiter im Signalweg
    • 3 Kanäle: Clean, Chrunch, Lead
    • Tone Shift Soundschalter im Lead & Chrunch-Kanal
    • Gemeinsame Klangregelung für Chrunch & Lead
    • eigene Lautstärkeabstimmung für alle Kanäle
    • Reverb für Clean / Overdrive getrennt regelbar
    • Mastervolumen
    • Master-Sektion mit FX-Mix, Presence, Deep
    • paralleler Effektweg mit Pegelumschaltung
    • Accutronics Reverb
    • Emulated DI-Out (XLR)
    • Speaker-Impedanzen (8 Ohm & 16 Ohm)
    • 4 x ECC83 Vorstufenröhren, 2 x EL34 Endstufenröhren
    • Pedal im Lieferumfang (PEDL00021)
    • Adapterkabel für MIDI-Switcher (optional)
    • MR-COVR00008 Hülle (optional)
    • Gewicht nur 17,5 kg
    • Maße (B x H x T / ü.A.): 750 x 300 x 220 mm


    Nun zum Sound..

    Clean:
    Der Clean Kanal ist ziemlich Marshall untypisch. Er ist seehr sauber und perlig. Kein Bisschen zu dumpf. Er bleibt auch bis in sehr hohe Lautstärken noch wirklich clean. Ich allerdings spiele eine ganz leichte Anzerrung bei harten Anschlägen, klingt in die Hendrix-Hey Joe-Richtung.
    Man hört, dass es ein Marshall-Clean ist. Jedoch ist er westentlich perliger und cleaner als man es gewohnt ist.

    Crunch:
    Der Crunch Kanal hat mir ziemliche Probleme bereitet. Der TSL 601 im Laden war ziemlich gut auf meinen Geschmack eingestellt. Ich saß ewig dran und habe rumgetüftelt, bevor ich einige gute Sounds gefunden habe. Ich muss zugeben: Der Amp ist wirklich seehr flexibel, die Regler reagieren sehr brachial und verändern mehr als man es von Marshall gewohnt ist. Einen richtig guten Sound für sich selbst einzustellen dauert schon mal ein bisschen. Warscheinlich ist der Amp deswegen auch so unbeliebt. Ein kurzes Testen reicht hier oft nicht..!
    Gehen wir die Palette durch: Erst den AC/DC Sound... jap, man merkt, dies ist kein altherkömmlicher Marshall. Man hört, dass es ein Marshall ist, das steht ausser Frage. Aber er klingt doch recht modern. Diesen Richtigen Vintage-AC/DC Tone kann ein DSL deutlich besser. Beim TSL rollen die hochmitten nicht so schön, wie beim DSL sondern Kratzen sehr stark. Mit ein wenig Presence/Treble Abstimmung ist es in den Griff zu kriegen.
    Weiter gehts im Sound: Jop, wenn man per EQ versucht, die Tiefmitten ein wenig mehr zu betonen und etwas aufdreht, fängt der Amp an, richtig schön zu rollen und brummeln. Das gefällt mir. Kommt einem schönen Plexi auf jeden Fall näher als der DSL, weil sich bei diesem die starken Hochmitten nur seehr schwer zügeln lassen. Der TSL ist da westentlich flexibler!
    Wolfmother Chunk: JAP, DAS IST MEIN SOUND: Gain auf 14 Uhr, Middle 8, Treble 4, Bass 3 (die Box ist klingt SEHR nach Badewanne - nicht irritieren lassen), Presence 7. Wer den Sound von "Woman", "Joker and the Thief" oder "White Unicorn" kennt. Das ist er, und das ist GENAU MEIN SOUND!! Strike! Damit zum Higain.

    Higain:
    Durch die gemeinsame Klangregelung mit dem Crunch Kanal, klingen die beiden Channels recht ähnlich. Generell kratzt er ein kleines bisschen mehr, wirkt etwas offener bei selber Einstellung (minimal) und hat natürlich westentlich mehr Gain. Auch hier, darf man nicht versuchen, den Amp zuu agressiv und hochmittig klingen zu lassen, weil er dann nicht mehr rollt sondern sehr stark kratzt. Ist halt doch irgendwie eine Mischung aus einem Ami und einem Briten. Bei den selben Einstellungen, wie sie im Crunch Channel ein sehr schönes Wolfmother hergeben, klingt das im Higain Channel stark nach "Slither" von Velvet Revolver. Das Gain darf hier nicht zu weit aufgedreht werden, da es sonst anfängt zu matschen. Bis 3/4 bleibt der Amp allerdings recht durchsetzungsstark und matscht nicht. Aktiviert man den Tone Shift, dreht die Bässe etwas rein und die Mitten raus, lassen sich auch wirklich ordentliche Metal Sounds erzeugen. Aber: Das ist kein richtiger Metal Amp. Also wer wirklich NUR Metal spielt, dem wird das Ding nicht so taugen.. es ist halt ein Amp für die Unentschiedenen, die etwas flexibles brauchen. Er kann fast alles. Manches richtig gut (Slash, Classic Rock) und manches eeeher weniger gut (Metal, ACDC). Klingt aber troztdem sehr amtlich. Ich sage nur, dass es hierfür - unabhängig von Geschmack - bessere Amps gibt.



    Generelles:
    Es ist ein 60 Watt Vollröhren Amp. Er klingt zwar leise - auch durch die Deep Schaltung, die den Sound bei leisen Lautstärken voller und dicker macht - gut, aber man muss ihn schon etwas aufdrehen, damit er anfängt, richtig zu atmen.
    Der Effektloop ist nur zu 60% seriell, das stimmt. Mich stört es jedoch nicht, da ich diesen eh nur als Lautstärkeboost benutze (einfach ein Kabel ohne Effekte dazwischen in Send und Return. Dann die FX-Mix Lautstärke voll aufdrehen und per Fussschalter boosten).
    Weiterhin kann man sagen. Der Amp klingt nicht so offen und agressiv wie ein DSL aber auch nicht so matschig und steril wie ein Fender in der Zerre. Es ist einfach eine Mischung aus Ami und Briten. Für mich genau richtig, da ich einen Amp gesucht habe, der nicht so kratzig, perlig und agressiv ist, wie die Briten - aber gleichzeitig nicht so steril und weich wie die Amerikaner. Für mich, und sicher viele Andere, nahezu perfekt.

    Fußschaltbar sind: Channel 1, 2, 3, Reverb und FX-Loop

    Desweiteren gibt es noch zu sagen: An einer Harley Benton G212 Vintage, die ich mir für den Proberaum bestellt habe, klingt der Amp noch ein Stück offener und kratzt nicht so in den Höhen. Die G212 ist nicht die beste Box, da sie wirklich sehr nach Badewanne klingt. Aber das kennt ihr ja: Auch die Box macht den Sound

    Soviel damit von mir. Ich hoffe, ich konnte euch ein paar mehr oder weniger ausführliche Eindrücke schildern.

    Mfg, Freakshow
     
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  2. The_Buzzsaw

    The_Buzzsaw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.08   #2
    Hey,

    danke für das informative Review!
    Klingt wirklich sehr interessant.
    Wenn du noch ein paar Samples posten würdest, wäre es perfekt.
    Grüße,
    Niklas
     
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