An alle Fender-Kenner: Strat-Kaufberatung

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Hi,

Ich stehe kurz davor,mir ein gebrauchtes Strat-Modell anzuschaffen. Leider kenne ich mich gerade mit den Strats überhaupt nicht aus,daher frage ich hier mal in die Runde!

1) Macht es Sinn,eine "zusammengesetzte" Fender zu kaufen? Also Hals und Korpus mit unterschiedlichem Alter?

2) Was ist der Unterschied zwischen einem American Standard und deluxe-Modell,in welchem Qualitätsbereich befindet man sich da?

3) Klaut man sich durch einen Humbucker am Steg den Stratsound der Bridge und mit einem Singlecoil die Option auf druckvolle Rocksounds?

Worauf sollte man bei gebrauchten Strats generell achten?

Danke im Voraus!
Mikel
 
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hi katzengreis!

zu 1:
eine "bastelcaster" empfiehlt sich nur wenn sie echt gut klingt, oder echt günstig ist.
ansonsten wird´s beim wiederverkauf immer schwierig...

zu 2:
gute qualität - die deluxe bietet ein paar extra features (noiseless pickups, locking-mechaniken, angeschrägter hals/korpus-übergang...), während die "standard" halt genau das ist - die aktuelle "standard"-version einer us-strat ;)

zu 3:
mh, weiß nich... aber ich finde man kann auch mit single-coils druckvolle rocksounds spielen...


generell:

allgemeiner zustand und originalität.
funktioniert alles?
sind die bünde ok?
wurde irgendwas "gebastelt"?

je mehr "minuspunkte" man findet, desto günstiger wird die gitarre sein.
das angebot an gebrauchten strats ist aber SO groß, dass man eigentlich keine abstriche machen muß ;)


cheers - 68.
 
Du kannst Fragen stellen ;-)

Also generell haben alle Strats was für sich, egal ob SSS, HSS oder HH Bestückung.

Ich habe 6 Strats und auch zwei Eigenbaumodelle, sprich wo ich mir die Einzelteile komplett aus dem Internat (ebay.com!!!) zu einem echt guten Preis besorgt habe. Das macht aber nur Sinn, wenn man weiß was man denn haben möchte und entsprechend gezielt suchen kann. Ich habe die Teile beider Strats für um 1000,-Euro erworben und bin mitd em Ergebnis super zufrieden, die spielen locker in der 1500-2000 Euro Klasse der etablierten Marken mit.

Ich habe aber auch 4 "normale" Strats vom Werk.

Ich bin ein großer Freund der Bestückung mit dem Humbucker am Steg, egal ob nun full size oder im Single Coil Format. Du hast einfach mehr Optionen und gerade im Rockbereich ist der HB eigentlich unschlagbar. Man jann die in der Regel auch noch splitten um zumindest in den Bereich eines echten Single Coils zu kommen. Hast du nur eine Strat dann ganz klar HSS!

Ob man nun die teuren Custom, Deluxe, Standard oder sonst was günstiges von z.B. Rockinger (günstig, aber gut!) kauft, bleibt einem selber überlassen. Die US Standard ist quasi eine Referenzgitarre, mitd er man nix falsch machen kann. Da würde ich aber die Pickups tauschen. Ich bin nach 17 Jahren Gitarre spielen ein ganz großer Fan von Leosounds geworden. Der wickelt die Tonabnehmer per Hand hier in Deutschland. Die sind verhältnismäßig günstig und übertreffen meiner Meinung nach auch die teuren Seymour Duncans und Co.

Ich rate zu zwei 62er Overwound für Hals und Mitte. Am Steg dann einen Humbucker. Sollte der full size sein, dann der Growl Dog (klassischer Ton) oder der RedZone (Hard Rock) ebenfalls aus dem Hause Leosounds. Wenn`s einer im Single Coil Format sein muss, dann habe ich mit dem Jeff Beck jr. von Duncan oder dem Chopper von DiMarzio sehr gute Erfahrungen gemacht.

Im Falle der US Standard kämst du dann ungefähr auf einen Preis von 1400 Euro und hast ne echt gute Gitarre mit einem stabilem Wiederverkaufswert. Gerade die 62er Overwound liefern einen Top-Stratsound, fett, schmatzig und perlende Höhen, ich bin voll begeistert!
 
Jupp, aus rein technischer Sicht spricht nichts dagegen, eine "Bastel-Strat" (oder Tele oder sonstige Fender) zu kaufen. Sie wird normalerweise nicht besser oder schlechter funktionieren als als eine Originalgitarre. In punkto Wertstabilität wird sie aber mit einem Originalinstrument nicht mithalten, was beim Kauf angenehm, beim Verkauf aber auch unangenehm sein kann.
 
Zunächst mal ein großes Dankeschön für eure Beiträge!

Meine anderen Gitarren haben alle Humbucker, daher tendiere ich momentan zu einem SSS-Modell. Ich beschreite mit der Gitarre nicht nur hinsichtlich des Modells neue Wege - seit kurzem spiele ich Pop (!) und habe mich hier als Instrument für eine Strat entschieden.

Nochmal zu den Bastel-Strats: In welchem Preisbereich würdet ihr solche Gitarren ansiedeln? Beispielsweise eine USA Standard mit zusammengesuchten 199x-Teilen?
 
hi katzengreis!

sss ist sicher eine gute wahl!

zur "bastelstrat":

gerade die "standard"- und die "american series"-modelle sind regelmäßig zwischen 550,- und 700,- E. zu haben - je nach alter und zustand.
ich wüsste nicht wo/warum man da noch "sparen" sollte ;)


cheers - 68.
 
Alles klar, dann weiß ich schonmal preislich ungefähr, woran ich mich orientieren kann.

Ich habe noch eine Frage zu den Pickups: Mir wurden von einem Freund die Texas Specials empfohlen, ich habe selbst aber natürlich wieder mal keine Ahnung. JayDee hat sich diesbezüglich ja schon ausgelassen, mich interessieren aber vor allem erstmal die Variationen von Fender selbst. Welche sollte man meiden, welche sind zu empfehlen?
 
Amich interessieren aber vor allem erstmal die Variationen von Fender selbst. Welche sollte man meiden, welche sind zu empfehlen?

Das ist derartig subjektiv, dass ich hoffe, darauf antwortet niemand. Es gibt bei Fender keine guten/schlechten Pickups, sie unterscheiden sich lediglich in Klang und Output.
 
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Hallo
Bevor ich jetzt die Pickups schon diskutieren würde, würde ich erstmal das ausprobieren was auf der Gitte drauf ist.
ICh habe ja auch schon oft drüber nachgedacht meiner 87er Standard etwas wärmere Pickups zu verpassen bzw die komplette Elektronik zu erneuern weil es dieses TBX Modell ist.
Dann aber habe ich festgestellt das sowohl die Gitarre als auch meine Verstärker über Regler verfügen und das sich mit hilfe derer eigentlich jeder gewünschte Sound erzielen lässt.
So und genau deshalb erspare ich mir das Gebastel und erfreue mich daran das die Gitarre im Originalzustand ist, sie klingt, sie schwingt (trotz Swimmingpool Fräsung) und sie ist mein ewiger Begleiter.
Mehr braucht gerade in der Popmusik kein Mensch.
Es sind immer nur Nuancen.
gruß
Hartmut
Der wenn es um den Klang geht heute eher ne Classic Vibe kaufen würde weil sie einfach Gut und Günstig ist und sie völlig ausreichend ist.
 
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Moin Katzengreis,

...Leider kenne ich mich gerade mit den Strats überhaupt nicht aus...

mit dieser Grundvoraussetzung wirst Du für Dich Deine Fragen nicht hinreichend beantwortet kriegen.

Dir fehlt quasi eine Art eigene erspielte Referenz sowohl in Haptik als auch in Sounds, was die unterschiedlichen Stratocaster-Modelle angeht.

Daher kann man Deine Fragen nur sehr vorsichtig generell beantworten.

Nur zu 1). Warum nicht, wenn Preis und Sound für Dich stimmen. Aber wie willst Du das beurteilen, ob dem so ist?

Meine z.B. vor ein paar Tagen fertiggestellte Bastelcaster hat spielend meinen bisherigen Favoriten (Industrie-Straocaster, diese jedoch schon mit Nicht-Stock-Pickups) überholt, den ich schon lange fiedle, so dass ich mir dieses Urteil / diesen Vergleich erst erlauben kann.

Texas Specials: Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Ich finde sie in einer Classic 50 Strat mit Stahlblock super, andere würde hier das Brechen kriegen. Vielleicht aber würde diese "Super-Konstruktion" aber schon an einem anderen Amp wieder eher seltsam klingen?

"Alte" American Standard mit Swimmingpool-Fräsung. Geile Strat, wenn man den Radius des Griffbrettes und TBX mag. Habe ich, schöne Gitarre, TBX nutze ich nie. Aber ob sie Dir gefallen würde? Probieren!

Hartmut schrieb völlig richtig, es sind Nuancen, die man sich sowohl haptisch als auch audiotechnisch ersma erfiedeln muss, um sie zu hören.

So what?

Wenn Dir das Angebot der Strat zusagt, dann nimm sie. Vielleicht nützt es Dir und uns eher was, wenn Du Bild + Preis postest? Aber auch dann werden die Auskünfte eher allgemeiner Natur sein. Vielleicht kannst Du mit einem erfahrenen Stratfiedler hergehen und das Angebot gemeinsam testen und der Erfahrene gibt Dir anhand es Modelles Auskunft; zumindest über Bespielbarkeit, Vollständigkeit, Preis/Leistungs-Rahmen.

Gruß Michael
 
Ok, ich merke, dass das Thema Stratocaster nicht so einfach zu erschließen ist, wie ich vielleicht zu glauben gewagt habe ;)

Vielleicht hilft es tatsächlich, wenn ich etwas konkreter werde. Ich schwanke zur Zeit zwischen zwei Modellen. Gehen wir davon aus, dass beide den gleichen Zustand hinsichtlich der Bünde/des Halses und sonstiger Optik besitzen.

Kandidat 1: Fender American Standard SSS Strat. BJ 1996, keine Modifikationen. Koffer, nicht original. 620.-

Kandidat 2: Fender Bastelcaster SSS. Body (Erle) '92, Hals '95. Mit Kupferfolie ausgeklebte Ausfräsungen, Texas Specials, "bessere" (schwarze) Saitenreiter. Koffer, nicht original. 630.-


Die Gitarre soll in der Stilrichtung Pop für Liveeinsätze verwendet werden.
Danke nochmals im Voraus! Ich weiß, ich bin anstrengend, aber vielleicht zieht ihr ja grade einen zukünftigen Stratliebhaber auf. ;)
 
Wenn du dich nicht entscheiden kannst, dann nimm die Originale, für eine verbastelte sind 620€ viel zu hoch angesetzt.
 
Hallo
Also mit den Saitenreiten ist das so ne Sache, ich finde die moderne Version bei den American Standards jetzt auch nicht so übel, die Unterschiede zu den Blechdingern sind für mich auch noch im Bereich der hustenden Flöhe.
Bei nahezu gleichem Preis würde ich Originalzustand wählen, falls das mit dem Fendersommeln auch bei den 90er Modellen weitergeht ist irgendwann in 20 oder 30 Jahren der Originalzustand gefragter.
Jetzt mal nur so wenn man auf Werterhalt spielt, benutzen darf man sie trotzdem ohne Scheu.
Gruß
Hartmut
 
Ich würde auch die American Std. wählen.

Bzgl. Texas Specials: Die habe ich in meiner US Signature Sambora Strat in Hals und Mitte. Klingt sehr fett und auch mit nem Schuß Dreck. Für Blues/Rock etc. sind die toll, aber für Pop wären sie nicht meine 1. Wahl. Davon ab sind die extrem wählersich was Gitarren angeht. Ich habe mir mal extra einen Satz bestellt um eine Fender Japan-Strat aufzuwerten, mit der ich sonst sehr zufrieden war (abgesehen von den Pickups) Das hat gar nicht gepasst!

Wie schon gesagt: Hau dir da einen Satz 62er Overwound Leosounds drauf und ich verspreche dir ewige Glückseligkeit!

Ich war ja auch sehr, sehr skeptisch, wurde aber eines Besseren belehrt.

Ich habe schon Singlecoils von Fender

Custom Shop Texas Specials

Custom Shop Fat 50 (total entäuscht)

Seymour Duncan Five-Two (toll)

Seymour Duncan SSL 5 (am Steg super)

gespielt bzw. verwende sie z.Z. in meinen Strats.

Nach der erfahrung mit den Leosounds habe ich mir kurz darauf noch ein Set Red House aus gleichem Hause für eine weitere Strat gekauft und das nicht ohne Grund.

Nach MEINER Erfahrung und MEINEM Geschmack bietet Fender in Sachen Ton keinen Pickup an, der da mithalten kann. Selbst beim Pickup-Guru Seymour Duncan wird es schwer. Was nicht heißen soll, dass die Müll bauen, im Gegenteil.

Es gäbe da natürlich noch die hoch gelobten Kloppmanns und Häussels, die kenne ich aber nur vom Hören-Sagen. Und ich stelle mir ehrlich die Frage, ob 400 Euro für 3 Tonabnhemer nicht auch viel mit Mojo, Voodoo und der Gleichen zu tun hat.
 
Lautenquäler;5715508 schrieb:
sie klingt, sie schwingt (trotz Swimmingpool Fräsung) und sie ist mein ewiger Begleiter.
Hi!
Was meinst Du mit "trotz" Swimmingpoolfräsung? Die ist doch super, falls man mal andere Tonabnehmer einbauen möchte.
 
Hi!
Was meinst Du mit "trotz" Swimmingpoolfräsung? Die ist doch super, falls man mal andere Tonabnehmer einbauen möchte.
Hallo Daze
Soll ja Puristen geben die meinen selbst die Swimmingpoolfräsung negativ Rauszuhören :)
Gruß
Hartmut
 
Hi Katzengreis,

ich kann das Nachfolgende auf Dein Posting 11:04 und insbesondere das, was Jaydee79 schrieb, rückhaltlos unterstützen.

Gruß Michael
 
Erstmal ist es wichtig, ob du eine Strat mit Esche oder Erlebody bzw. mit Ahorngriffbrett oder Palisandergriffbrett nimmst, weil es da schon mit den gleichen Pickups enorme Unterschiede im Grundsound gibt. Wenn du so gar keine Ahnung von Stratsounds hast rate ich dir in eine gutes Musikgeschäft zu gehen und wenigstens mal die Basisversionen anzuspielen bevor du irgendwelche Experiemente mit Austauschpickups machst, weil das bringt dann auch nicht mehr viel wenn der Grundsound nicht stimmt. In der Regel klingt eine Strat mit Ahorngriffbrett mittiger und ist damit durchsetzungsstärker als eine mit Palisandergriffbrett. Erst dann würde ich mir Gedanken machen, ob eine S-S-S Bestückung genügt oder ob es ein HB am Steg sein muss. Ich habe beispielsweise eine Strat mit über einen S1-switch splittbarem HB und bin sehr zufrieden damit. Allerdings wird ein gesplitteter HB nie ganz so wie ein SC klingen, das liegt schon an der Positionierung (SC=schräg, HB=gerade). Mir persönlich waren HB im SC-Format immer etwas zu fokussiert, ist aber Geschmacksache und kommt auch auf die Amp/Cab Kombination an.
 
In der Regel klingt eine Strat mit Ahorngriffbrett mittiger und ist damit durchsetzungsstärker als eine mit Palisandergriffbrett.
Besagt die absolute, unantastabare, unwiderlagbare Wahrheit der Stromgitarristen nicht, daß eine Ahorngriffbrett mehr Höhen hat als eine Palisandergriffbrett?
Gib mal "ahorn griffbrett mehr höhen" ein bei Google. :D

Ich glaube, viel Gedanken ums Holz würde ich mir zuerst nicht machen. Das mit dem Palisander- und Ahorngriffbrett ist für mich vor allem eine Sache des "fühlt sich anders an", weil Ahorn ja meist lackiert ist.
 
gerade dieser schöne, schräge bridgetonabnehmer gibt der strat doch den coolen look und genau diesen unvergleichlichen sound, den dir kein hb geben kann :)

Bei einer Strat spielen soviele Sachen eine Rolle:

- Halsprofil (ich z.B bevorzuge leichte v-form)
- Halsradius (7,25" sind meine erste Wahl, womit viele nicht klarkommen)
- Mechaniken (es gibt doch nichts angenehmeres als vintagmechaniken, abgesehen von lockingtunern)
- Tremolo (ich mag die optik dieser zweipunktteile von den Standards nicht leiden und auch das Feeling ist mir zu schwammig, wobei ich beide besitze)
- Hals- und Korpusmaterial (ich spiele ahornhals kombiniert mit erlekorpus, nicht jedermans sache, mir gefällts und ich hör sowieso keine Flöhe husten)

Auf jeden Fall sollte man verschiedene Modelle im Laden antesten. Über meine erste Fender (eine Standard) war ich zunächst überglücklich, seh sie aber nicht mehr wirklich als "strat" an. Zu "modern" und undefiniert.

Gruß
 

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