Ansatzprobleme bei der Trompete

von Thomas Emanuel, 16.04.17.

  1. Thomas Emanuel

    Thomas Emanuel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.17   #1
    Hallo miteinander!

    Ich spiele seit 7 Jahren Trompete, wobei ich seit einem Jahr auch noch Tenorhorn spiele.

    Da ich mich in letzter Zeit aufgrund eines Wettbewerbs aufs Tenorhorn konzentriert habe, ist mein Trompeten-Ansatz verständlicherweise relativ schlecht geworden.
    Allerdings sollte ich bis in einer Woche wieder anständig Trompete spielen können.
    Der Grund dafür ist ein Gottesdienst. Diesen Termin habe ich auch sehr kurzfristig erfahren.

    Ich habe bereits versucht Trompete zu üben, aber schon nach wenigen Minuten bekomme ich Schmerzen in den Wangen und den Lippen.


    Meine Frage ist jetzt: Kann ich den Ansatz für die Trompete innerhalb dieser kurzen Zeit noch aufbauen und wenn ja, auf welche Weise?

    Danke im voraus!
    Grüße, Thomas
     
  2. Claus

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    Erstellt: 16.04.17   #2
    Grundsätzlich hilft Mouthpiece Buzzing.
    Natürlich auch nur soweit, wie Du etwas aufbauen kannst. Trompeten Ansatz ist nach meiner Erfahrung selbst ohne Baustellen das Ergebnis geduldigen und konsequenten Trainings. :nix:
    Diese Übungsform geht natürlich auch beim Warm Up mit technischen Übungen.
    Musikalisches Anwendungsbeispiel: www.youtube.com/watch?v=KDx_Wm63PGA

    Beim Üben wie beim Spielen lohnt es sich, den Ansatz frisch zu halten, so gut es geht. Wird er müde, so dass z.B. Töne ab dem zweigestrichenen g nicht mehr ansprechen wollen, obwohl man eigentlich den Standardumfang bis mindestens dreigestrichenem c hat, dann wird es höchste Zeit mit dem Üben aufzuhören.
    Ansonsten baut man Ansatz ab statt auf.

    Wenn ich raten darf, dann könnten deine Lippenschmerzen mit zu viel Anpressdruck des Mundstücks gegen die Lippen zusammenhängen.
    Diese verbreitete Unsitte geht arg auf den Ansatz und be- oder verhindert außerdem, dass durch das Üben Lippenkraft aufgebaut wird.
    Die Schmerzen in den Wangen sind für mich weniger gut zu deuten, möglicherweise baust Du dort eine unnötige Spannung auf. Wurde dir vielleicht geraten, die Mundwinkel fest zu kneifen oder bläst Du die Backen auf und arbeitest dann mit Kraft dagegen? Beides ist nicht nötig.

    Selbst wenn Du für deine benötigte Höhe pressen musst bzw. es nicht so schnell auf ein vernünftiges Maß zurückführen kannst, so könntest Du darauf achten, diesen Anpressdruck mit jeder Abwärtslinie in den Noten so gut es geht zurückzunehmen. Damit kannst Du deinen Ansatz schonen und sehr schnell mehr Ausdauer bekommen.

    Während des Übens bewährt es sich auch, viele kleine Pausen zu machen, von einer halben Minute bis 2-3 Minuten (Noten aufschlagen, Stück erst singen und durchfingern, Kaffee holen...).
    Der Ansatz kann sich dadurch wieder etwas erholen und hält insgesamt länger durch. Dadurch nutzt das Üben auch dem Aufbau von Kraft und Ausdauer. Spielt man sich dagegen platt, wird das nur schwieriger.


    Man kann auch allein mit den Lippen buzzen, besonders geeignet sind dafür einfache Tonleiterübungen und Akkordbrechungen.
    Damit kann man sehr gut Kraft (und Höhe) entwickeln, allerdings geht auch das nicht von jetzt auf gleich.
    Übertriebenes Üben auf der Trompete kann leicht nach hinten losgehen, denn die Lippenmuskulatur ist empflindlich gegen Überlastung und quittiert das mit Leistungsverweigerung, die nicht immer am nächsten Tag verschwunden ist - dann hilft nur abwarten.

    Ebenfalls eher langfristig: es gibt ein sehr gutes Übungsheft des Ex-'Berliner Phiharmoniker' Trompeters Robert Platt, Tägliches Fitnesstraining.
    Das Bemerkenswerte am dünnen Heftchen sind nicht die schon oft so oder ähnlich gesehenen Noten, sondern der Einleitungstext. Darin vermttielt Platt in zehn Übungen einen Weg zum Spielen mit Luft/Lippen-Balance, er nennt es das "tiefe C-Prinzip".

    Mit bewusstem Einsetzen und Zurücknehmen von Mundstückdruck und einer intensiven Vorstellung des Trompetentons als innerlich gesungenem Ton kommt man m.E. auch schon ganz gut in diese Richtung, nur leider kaum innerhalb einer Woche.

    Gruß Claus
     
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