atem, stütze, druck im hals...

von sunflower, 17.05.05.

  1. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.05.05   #1
    ich bräuchte bitte dringend ein paar tipps und übungen, was die stütze beim singen betrifft!


    und zwar hab ich bei mir festgestellt, dass ein problem bei mir ist, dass ich oft zu wenig "aus dem bauch heraus" mache und dann der ganze druck in den hals geht. ich arbeite viel zu viel im hals!
    gibt es da spezielle übungen, wie ich locker werden kann?
    ich denk, ich bräuchte auch einfach mehr power aus dem bauch. ich müsste also etwas mehr mit den bauchmuskeln arbeiten. so nimmt man (was ich weiß) den druck aus dem hals und entlastet den bauch.


    aber das mit der spannung im bauch klappt bei mir nur, wenn ich mich gaaaanz stark drauf konzentrier oder wenn ich zum beispiel mit der hand dagegendrücke und aktiv gegen diesen druck anspanne.


    aber irgendwas haut da noch nicht so ganz hin.


    ich bitte um tipps!
     
  2. Rebellin

    Rebellin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.05.05   #2
    hallo sunflower ,
    bin momentan auch in dem stadium die stütze richtig zu lernen , bei mir ist es ebenso , dass wenn ich mich auf die stütze konzentriere der gesang irgendwie scheiße wird , das beste ist da einfach regelmäßiges üben , sodass der körper das unterbewusst automatisiert , so hat mir das jedenfalls heute meine gesangslehrerin gesagt .

    lieben gruß rebellin
     
  3. Elisa Day

    Elisa Day Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 17.05.05   #3
    Darf ich nachfragen, wie lange Du daran schon konkret arbeitest?
    Das dauert lange, bis das automatisiert ist.

    LG
    Elisa
     
  4. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.05   #4
    Also, zuerst einmal finde ich es wirklich toll und bemerkenswert, dass dir das auffällt und das du bemerkst, dass es nicht gut für dich ist, einen Ton auf diese Art und weise zu erzeugen. :great: Respekt, wirklich. Das alleine zeigt schon, dass du über ein gutes Gefühl dafür verfügst, was deinem Körper und somit dem Singen gut tut.

    Nein, eigentlich belastest du den Bauch so, indem du ihn muskelmäßig forderst (und auf die Dauer hoffentlich förderst). Singen ist, nach allem, was ich bisher erfahren habe, zum allergrößten Teil Muskelarbeit. Und das wirst du spüren, spätestens dann, wenn du Muskeln, die nicht ausreichend entwickelt sind, beanspruchst und sie eine Leistung bringen müssen, die sie so vorher nicht erbracht haben. Das kann dann zu "Muskelzittern" führen bis hin zu Muskelkater im Bauch- und Rücken- bzw. Kreuzbereich. Du wirst es merken, wenn du die entsprechenden Muskeln dann einmal trainierst. ;)

    Das ist fürs Erste eine gar nicht mal so schlechte Übung! Gratulation! :great: Wie du vielleicht weist, trainierst du Muskeln, indem du sie beanspruchst, also gegen einen Widerstand arbeiten lässt. Insofern ist deine Übung überhaupt nicht falsch und schlecht. Das Probem ist natürlich, dass du so nicht auf der Bühne stehen kannst ;) , sondern dass das dann irgendwann alleine, ohne "Faust im Bauch" kommen muss. Aber als Übung ist das durchaus geeignet.

    Es ist schwierig, auf diesem Wege hier Übungen zu "erklären", weil es, so ist meine Erfahrung, einfach den physischen Kontakt, die Körperlichkeit, braucht. Insofern wäre es vielleicht gut, die einen Lehrer zu suchen und Unterricht zu nehmen. Auf jeden Fall aber ist es notwendig - und offenbar hast du das ja nun schon getan -, immer darauf zu achten, dass du "aus dem Bauch" singst und Druck aus dem Hals immer zu vermeiden. In dem Augenblick, wo du es merkst, solltest du "in den Bauch" denken und fühlen. Wichtig dabei ist das Gefühl und der Vorgang des "Weinens".

    Wenn du einmal richtig geweint hast - ich wünsche es dir ja nicht :( , weil dann bestimmt etwas schwieriges für dich geschehen ist -, dann wirst du danach merken, dass dir der Bauch weh tut, dass du Muskelkater hast. Nun ist es - ohne die traurigen Anlässe, die dich zum Weinen gebracht haben natürlich - wichtig, dass du dieses "Weinen" "insitutionalisiert" und somit nutzt. Dass heißt, wann immer du merkst, dass du in den Hals gehst, solltest du gegensteuern, indem du "weinst". Mach das ruhig übertrieben in den Übungen (nicht, wenn du auftrittst). In den Übungen aber schon. "Weine" und "schluchze" jeden Ton. SO kommst du nicht nur ins Zwerchfell, sondern senkst auch den Kehlkopf entsprechend ab.


    Eine gute Übung ist folgende:

    Du konzentrierst dich auf die Bauch- und Zwerchfellatmung und machst nach dem richtigen Einatmen in den Bauch(!) drei Mal:

    sssss-sssss-sssss (das hört sich so an, wie eine Mischung aus Biene Maja und einem Motorrad, dass du so mit dem Gashebel dreimal "hochjagst"). Aber es muss "stimmhaft" sein, also nicht wie die Schlange Ka im Dschungelbuch nur ein "Zischen", sondern wie eine "summende" Hummel. Wie wenn du du "summmm" summst. ;) Und dann singst du:

    saaa-a-a-a-AAA-a-a-a-aaa. (eine Quinte rauf [das AAA ist dabei die Quinte] und wieder runter). [dabei immer schön legato singen, also nicht abgehackt, staccato, sondern alles binden]

    Dabei voll "im Bauch" sein, aufpassen, dass alles aus dem Bauch kommt, dass du kein "s-[h]aaa" singst, also dabei Luft abgibst (es darf nicht gehaaaucht sein), sondern dass es ein reines "aaa" bleibt, du also die Luft hältst. das ist besonders schwierig und der Knackpunkt, aber in dem Augenblick hast du Zwerchfellstütze, wenn es gut geht.

    Das kann mitunter sehr, sehr anstrengend sein. Du wirst es deutlich in der Bauch- und Kreuzgegend spüren, wenn du es richtig, mit Konzentration und Spannung machst. Dir wird u. U. auch schwindelig werden. Mach dann ruhig eine Pause. Wichtig ist nicht, dass du schnell viel machst, sondern dass du gute, kräftige, "saubere" und vor allem "gesunde" Töne produziertst. Nimm dir Zeit, atme richtig, setze gut und sauber an, achte immer drauf, dass du im Bauch bleibst, dass die vorangehenden "ssss" ' s immer voll aus dem Bauch kommen. Dann setzt du kurz ab, atmest in den Bauch und singst die Quinte rauf und runter auf "saaa".

    Achte drauf, dass du nicht heiser wirst, wenn das passiert, machst du etwas falsch. Wenn du "Belag" spürst, musst du neu atmen und neu ansetzen. Lass dir Zeit. Du kannst auch mit einem Teelicht auf einer Untertasse vor deinem Mund arbeiten. Es darf nicht flackern! Du musst saugen und die Luft "halten". Singen geschieht, so paradox es klingt, ohne Luft. Das heißt, du "hältst" die Luft und saugst vielmehr (wie ein Staubsauger) als dass du Luft abgibst.

    Wenn du das schaffst, wenn das Teelicht nicht flackert, wenn du nicht heiser wirst und kein "Belag" spürbar wird, dann hast du gewonnen! :great: :cool:
     
  5. sunflower

    sunflower Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.05   #5



    naja, konkret arbeit ich noch nicht so lang dran.
    insofern hilft mir da wahrscheinlich eh nur geduld und training.

    ich war mir bis vor etwa 2 wochen noch gar nicht so bewusst, was ich "falsch" mache - ich wusste nur, dass ich irgendwie viel zu viel kraft an der falschen stelle aufwende, nämlich im hals. und ich wusste und spürte, dass mir das nicht gut tut. und dann hab ich gemerkt, dass das daran liegt dass ich zu wenig stütze. weil wie ich mich bewusst drum gekümmert hab, hab ich gemerkt, dass das meinen hals enorm entlastet.
    früher hat es manchmal nämlich automatisch funktioniert (und da wusste ich dann nicht so recht, warum mir nun ein ton gelingt) und dann gab es wieder momente, da ging irgendwie gar nichts und da war der ton nur im hals. ich hab mich, um die verkrampfung im hals zu lösen, dann ne weile hauptsächlich drauf konzentriert, im hals hinten weit aufzumachen, und dann gingen andere dinge zwar besser, aber mein ursprüngliches problem hat es nicht beseitigt.
    ja und irgendwann war mir dann klar, woran es liegt...

    beschäftige mich also noch nicht monatelang oder jahrelang mit der stütze sondern eher erst seit 2 wochen... :o
     
  6. sunflower

    sunflower Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.05   #6
    hallo mysteriousrider!

    erst mal danke für deine ausführliche antwort!!

    da fällt mir ein: wäre es nicht auch sinnvoll, unabhängig von den gesangsübungen den bauch und den rücken zu trainieren? oder ist es wichtig, die bauchmuskulatur in koordination mit dem gesang zu trainieren?
    anders gesagt: nur weil ich bauchmuskulatur habe, heißt das ja dann nicht, dass ich sie automatisch für den gesang einsetzen kann. das muss man ja ins gefühl kriegen, was man da wie machen muss. allerdings: wo keine muskulatur da ist, kann ich sie auch nicht für den gesang einsetzen.
    oder reicht das "training", das ich durch die gesangsübungen für die muskulatur mache?



    danke für deine tipps!
    der tipp mit dem "weinen" klappt bei mir gut! :great:
     
  7. sunflower

    sunflower Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.05   #7
    ach ja, ich hätte noch eine wichtige frage!!

    und zwar klappt es bei mir schon ganz gut, dass ich mit stütze die hohen töne problemlos hinkrieg. nur: diese töne sind dann meistens sehr laut... ich streng mich gar nicht an, um diese lautstärke hinzukriegen, sondern es ist "einfach so" extrem laut. wenn ich halt mit der stütze arbeite. und ich weiß nicht so recht, wie ich das ganze mit weniger lautstärke hinkriegen soll, ohne wieder was im hals zu machen.... kommts da auf die resonanz an? oder wie weit ich im gaumen hinten "aufmache"? oder brauch ich für leise töne mehr oder weniger stütze? oder worauf genau kommts denn da an, wenns um die lautstärke geht? ich hab nämlich das gefühl, dass, wenn ich die lautstärke etwas reduzieren will, im hals einfach den großteil steuer.

    also was mach ich hier falsch und wie lässt sich dieses "problem" ändern?



    danke!!
     
  8. Rebellin

    Rebellin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.05   #8
    hi sunflower ,
    hohe töne im piano zu singen erfordern noch mehr anstrengung als im forte
     
  9. petejosephs

    petejosephs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.05   #9
    Hallo, sunflower.
    Wenn dein Hals bei den hohen Tönen zugeht, kann das verschiedene Ursachen haben. Zuerst die körperlichen, die nix mit der gesangstechnik zu tun haben. Beim Singen ist die Körperhaltung extrem wichtig. Wenn du ein Hohlkreuz hast, und das haben die meisten, dann ist automatisch der Beckenboden verkrampft und über eine Erschlaffung der Bauchmuskeln die Halswirbelsäule verkürzt. Dann gibt es anatomisch einen zu hohen Druck auf den Kehlkopf. Ist sehr verbreitet.
    Dann soltest du dir Hilfe suchen, Training der Bauchmuskeln allein hilft da nicht. Helfen kann Alexandertechnik oder Pilates, such dir da aber einen guten Coach, in Wien müsste eigentlich einer zu finden sein. Hab leider keine Empfehlung.

    Ansonsten ist gesangtechnisch warhscheinlich, dass deine Luftführung nicht in Ordnung ist. Der Kehlkopf geht nach oben und verengt den Hals, weil zuviel Luft kommt. Wenn du dann presst, kommen zwar dann einige töne trotzdem, aber die kommen dann nur laut und du singst dir deine Stimme kaputt. Die Stimmlippen sind bei hohen Tönen stark gespannt und sehr eng. Wenn zuviel Luft kommt, dann muß der Kehlkopf nach oben und den Luftstrom bremsen, sonst fetzt es dir die Stimmritze auseinander. Und das ist wahrscheinlich dein Problem.

    Also folgendes Training: Vollatmung, also auch Rücken- und Flankenatmung und dann die Luft drin behalten und nur ganz wenig rauslassen. Wenn das funktioniert, dann kannst du anfangen da deine höheren Töne drauf zu setzen.

    Fetter Sound bei hohen tönen kommt nicht über den Luftdruck, sondern über die Größe des Tons, die Resonazräume und die Obertöne. Wenn du presst, dann ruinierst du dich. Am besten ist eine Atmung, die das Steißbein absenkt, gleichzeitig das Brustbein hebt, denn Kehlkopf absenkt und den Hals weitet. Dafür brauchst du aber Unterricht.
    Such dir mal jemand gutes, wenn du es ernst meinst.

    Liebe Grüße aus Berlin,

    Pete
     
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