audient asp800

von mjmueller, 07.08.16.

  1. mjmueller

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    Erstellt: 07.08.16   #1
    Hallo Leute,

    vor ein paar Wochen habe ich mir etwas neues Equipment geleistet. Dabei war auch der audient asp800 Mikrofon-Preamp.
    SAM_5470.JPG
    Nachdem ich nun das Gerät ausgiebig testen konnte mit Bass-, Gitarren- und verschiedenen Mikrofonsignalen, erlaube ich mir ein erstes Urteil.

    Hardware
    Im Grunde schnell geklärt: Auf 1 HE bietet der 4,5 Kg schwere MicPreamp acht symmetrische Eingänge via Kombibuchsen (XLR+Klinke). Diese können über 2 Adat-Anschlüsse via Tosslink (Kabel nicht dabei) oder analog über einen DB25 Anschluss (Kabel nicht dabei) weitergeleitet werden. Innen werkeln Burr-Brown-Wandler (PCM4204 24-bit PCM).
    Auf der Frontseite sind je Kanal Gain bis max. 70dB regelbar sowie 48V Phantomspannung und -15dB Pad schaltbar. Je Kanal zudem eine Signal LED und Peak LED. Die Kanäle 1 + 2 bieten darüber hinaus noch ein paar Features mehr.
    Beide verfügen über je eine DI-Buchse (JFET), Phasenumkehr und je ein Schalter und Poti für "HMX" und "Iron". Rechts findet sich der Schalter und die Anzeige für die Samplerate (44,1 - 96kHz)
    Rückseitig sind der Anschluss für Spannungsversorgung (wählbar), die 8 Kombibuchsen, 2 x Adat (+18dBu=id22/+12dBu=id14 wählbar), Wordclock (HiZ+75Ohm schaltbar) und Lineout zu finden. Kein On/Off Schalter.
    Im Betrieb entwickelt der asp800 ordentlich Wärme, wird aber nicht heiß. Einen Lüfter braucht der MicPreamp nicht.

    Die Einrichtung geht flott: Via Tosslink ins Interface, Strom ran, Samplerate wählen und das asp800 im Interface als Clocksource auswählen. Fertig! Und schon kann es losgehen :)

    Sound
    Der Sound des asp8000 will ich als eher weich, dennoch fein bezeichnen. Wo die RME MicPreamps im Vergleich eher analytisch-fein klingen, sind die audient Preamps etwas seidiger, nicht ganz so groß, wie die DAV BGs - im Vergleich dazu etwas subtiler, zurückhaltender. Oder: Wo die D-Pres von Steinberg gute Hausmannskost liefern (mitunter leicht harsch), sind die audient eher ein französisches Feinschmeckerlokal. Wer das id14 oder id22 von audient kennt, wird mir vielleicht zustimmen.

    Dazu passen ganz hervorragend "HMX" und "Iron". Mit diesem Feature soll etwas Feeling britischer Pulte der 70er nachempfunden werden [Ergänzung: bzw. eine Bandsättigung]. Sind diese "Retro-Schalter" der Eingänge 1+2 angelegt, lässt sich der Klang noch mal sehr interessant formen. Aber Achtung: Das kann echt süchtig machen!
    Salopp gesagt, macht "HMX" das Signal untenrum dicker, "Iron" dagegen oben durch das Hinzufügen von Harmonischen (Obertönen) durch je einen MOSFET. Liegen beide an, sind entsprechend Mischungen möglich. Dabei ist der maximale Eingriff nie so, dass das Signal unbrauchbar würde. Im Gegenteil: Die Signale werden verdichtet und so sind die Pegel konstanter. Wie das technisch geht, weiß ich nicht, aber es klingt richtig gut und macht Laune, damit herumzuspielen :great:
    Mit meinem AKG C414 konnte ich damit wunderbar subtil den Charakter des Mikrofons färben, obne Nachteile für die Qualität. Der Gain wird übrigens beibehalten - also kein Nachregeln nötig.

    Fazit bisher
    Ein prima MicPreamp, der relativ günstig zu bekommen ist und wirklich gut klingt. Einziger Nachteil: nur zwei Eingänge haben Retroschalter :-(

    Mehr Bilder gibt es auf der audient Website:
    https://audient.com/products/mic-pres/asp800/gallery/
    Und die Spezifikationen auch
    https://audient.com/products/mic-pres/asp800/tech-specs/
     
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  2. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.16   #2
    Was mich interessiert: Warum hast Du Dir den zugelegt und nicht den ASP 880? Wegen dieser "Retro"-Features, bzw. weil Du ein Spielratz bist? Oder war es der Preis, der um ca. 140 € niedriger als beim 880er Modell liegt? Immerhin hättest Du beim ASP 880 noch eine um 5 dB verbesserte Rauschspannung hinzu gewinnen können... (sagt ein Purist ;) )
     
  3. mjmueller

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    Erstellt: 07.08.16   #3
    Hallo,
    tatsächlich schwankte ich zwischen dem asp800 und dem asp880. Beide hatten für mich jeweils interessante Features, die ich eigentlich nicht gegeneinander aufwiegen konnte. Der asp880 hat zB Insertmöglichkeiten und eingangsseitig Impedanzanpassung. Letztendlich waren aber genau wie von Dir vermutet, die Retroschaltungen und mein Spieltrieb entscheidend :D
    Grüße
    Markus
     
  4. Hotspot

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    Erstellt: 07.08.16   #4
    Wie retro sind denn die Retro-Features? Hast du was zum hören, was du eventuell reinstellen könntest? Vielleicht hast du ja einen Vergleichstest der Retro-Schaltungen gemacht. Wir lieben Retro :-)
     
  5. mjmueller

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    Erstellt: 07.08.16   #5
    Hallo,
    Ich hatte im Neuanschaffungsthread eine kleine Bass-Probe eingestellt
    https://soundcloud.com/mjmueler/test-audient-asp-800-bass-peavey-t40-ealy-80s
    Erster Take: audient DI clean
    Zweiter Take: mit HMX auf 12 Uhr
    Drittter Take: mit Iron auf 12 Uhr
    Vierter Take: HMX und Iron auf 12 Uhr
    Fünfter Take: HMX und Iron auf 5 Uhr (also beide voll aufgedreht)
    Die anderen Sachen sind noch "geheim" :)

    Und wie :great:
    Grüße
    Markus
     
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  6. Hotspot

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    Erstellt: 08.08.16   #6
    Du hast echt einen ziemlich guten Bass-Sound, finde ich klasse :great:
    Die Retro-Takes sind mir sehr gefällig :-)
    Magst du noch was zu den Zutaten sagen?
    Ich bin immer noch auf der Suche nach meinem eigenen Bass-Setup, aber das klingt mir schon nach einer super Basis.
    Bin selbst kein praktizierender Bassmann, aber für eigene Songs wäre ein autarkes gutes Setup schon mal fein. Ich fürchte, das fängt beim Instrument an, da müsste ich langfristig mal was Gescheites ordern. Bis jetzt hab ich es immer verschoben.

    Edit: gern auch per PN, wenn es hier zu OT wird, @mjmueller
     
  7. mjmueller

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    Erstellt: 08.08.16   #7
    Hallo,
    Klar, ist auch schnell gemacht. Zu hören ist ein Peavey T-40 von Anfanger der 80er. Ein wenig hatte ich den vor ein paar Jahren modernisieren lassen mit Knochensattel (original: Metall) und schmaleren Bundstäben. In dem Sample oben bin ich in den DI des audient.
    Peavey T-40.JPG
    Der Peavey war damals ein günstiger Bass und wird heute gebraucht deutlich teurer gehandelt, als er ursprünglich kostete. Was ich im Laufe der Jahre mehr und mehr zu schätzen gelernt habe, ist die unheimliche Flexibilität im Sound. Der Hals ist recht schmal und eher flach. Mit dem Bass geht soundmäßig im Grunde alles. Ich hatte nie wieder Interesse an einem anderen Bass, der wars, ist es und wird es auch bleiben :)

    Grüße
    Markus
     
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  8. Hotspot

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    Erstellt: 08.08.16   #8
    Hey Markus, danke für die Info. Interessantes Teil. Wie liegt denn der so preismäßig in etwas? 3-400?
     
  9. mjmueller

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    Erstellt: 09.08.16   #9
    Hallo,
    die Exemplare, die mir mal so aufgefallen sind, lagen eher so 600 - 800 EUR (in meiner Erinnerung hatte ich damals um 500 D-Mark bezahlt :))
    [:facepalm1:Genau jetzt habe ich es kapiert: "btw: falcone ist jetzt hotspot" :D]
    Grüße
    Markus
     
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  10. Hotspot

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    Erstellt: 09.08.16   #10
    :hail::claphands:
     
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