Balgwege festlegen: Pro und Contra

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maxito
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Lasst uns doch diese Marotte, die wir nicht steuern können, egal wie es aussieht. Wenn wir uns darauf konzentrieren sollen, den Mund im Zaum zu halten, leidet die Konzentration auf die Musik.
genau - das Thema hatten wir an anderer Stelle schon ausgiebig diskutiert...brauchen wir hier nicht weiter vertiefen! da haben wir hier schon Anmerkungen genug... Hier reichts wenn wir uns um die Balgwege kümmern
 
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Epifan
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@ Malineck, Klangbutter und all die Anderen, die hier geschrieben haben
Es fällt mir wirklich schwer, hier einen Beitrag zu schreiben ohne auszuufern. ( oove, Danke, danke, danke ! An alle Musiker in Familie und Bekanntschaft habe ich schon Deine leicht dadaistischen Vids verschickt und helle Begeisterungsstürme ausgelöst.)
Nein, ich kann mit Euch nicht mithalten, was bau- und spieltechnisches Wissen angeht trotz etwas allgem. Musikstudium vor mehr als einem halben Jhdt. Und trotzdem…
Schon die ersten 2 § von Malineck zu Beginn des Threads sagen Alles.
Ich habe aus Jux und Tollerei dann mal die langsamen Einleitungen vom Czardas, Jalousie mit diesen Hinweisen versucht zu gestalten - von “expressiv“ bis eindeutig parodistisch.

4,5 Jahren Unterricht mit 14, dann die ungeliebte Quetsche ins Eck geworfen und nur noch an Xmas mit Nikolausmütze zur Kinderbelustigung angefasst, aber dann aus purem Zufall und weil ich Wolfgang Ruß noch als Jazzgitarrist in Burghausen in Erinnerung hatte, zu seinen Erzeugnissen gegriffen. Nach mehr als 3 Jahren fast täglichen Übens bezeichne ich mich inzwischen als „Wiedereinsteiger“ - die altbekannten Tangos, Montis Czardas und Matzkes Swing-Medley krieg ich (wieder) hin.
Und trotzdem hab ich ein Riesenproblem mit der Balgführung, und zwar grösstenteils bauartbedingt. Ja, in meiner Kindheit war „Ziehen und Drücken“ üblich, von Balgführung oder Shake keine Spur. Wenig Risiko freudig wie ich bin, bin ich von meiner 34-Taste—Hohnica auf 37T-Taiwan-Hohner-Amica umgestiegen und kämpfe inzwischen immer mehr mit deren Unzulänglichkeiten. Ja, ich weiss, „Unterklasse“. Hämische Kommentare hab ich mir schon genug anhören müssen. Da ich an Pseudomymen und Fotos erkennen kann, dass alte Morinos hier sehr beliebt sind und noch Besseres …

Nach nur 1(!) Takt mit Bassbegleitung muss ich Balgwechsel machen. 1 und ein halber Takt reisst Phrasen auseinander. Mehr geht nicht, meine kurzen Arme ( alpine Vorfahren!) lassen sonst kein Bassspiel mehr zu. Bachs „Air“ auch ohne Bass nicht möglich.

Ich hatte mich deshalb auch schon bei 2 italienischen Firmen mit Modellen der oberen Mittelklasse umgesehen und tatsächlich EIN Instrument gefunden, das mir tonlich und von der Ansprache im Diskant - auch speziell 16“ wegen Jazz - sehr gut gefiel. Balgproblem, Dynamik/ Agogik gelöst, aber leider die „compact“ Tastenmensur ( und Design! Anderes Thema) Hatte die Suche deshalb vorerst aufgegeben.

Und jetzt kommts! Ich wohne Pirmasens, einem … ( hier passen Attribute, die ich nicht zu schreiben wage) Aber anscheinend auch ein Highlight der Akkordeonszene, wie ich erst vor wenigen Monaten hier und im einschlägigem Magazin las. Zungen für Hohner kommen angeblich von hier und „Balg“ - sein Pseudonym hier im Forum.
Ich hatte mir letzte Woche endlich ein Herz genommen und mich bei ihm eingeladen.
Ganz kurz: sein letzter Eigenbau „Erlkönig“ , das erste Akkordeon, das den Basston auf Knopfdruck nach Millisekunden herauslässt - im Gegensatz zu den Morinos, die ich inzwischen schon erlebt habe, auf denen im Bass weder „walking bass“ noch Bachs Passagen aus Brandenburger 2/3 in exaktem timing möglich waren😎

BALG: im Zentimeterbereich noch dynamische Spielchen möglich, da minimaler Luftverbrauch. Unfassbare Lautstärke, wie meine E-Gitarre am 30Watt-Amp.
Über den Sound kann man streiten, da Jeder sicher seine eigenen Präferenzen hat.

Ich meine, dass es mit diesen Möglichkeiten auch noch eine grösseren Breite an Ausdrucksmöglichkeiten in Phrasierung/Agogik für versierte Spieler wie Euch geben würde. Aber leider haben sich die beiden grossen deutschen Firmen - ich drücke es mal vorischtig aus - wenig kooperativ verhalten. Und „Balg“ alias Manfred M. wird irgendwann als der meistverkannte Tüftler Deutschlands in die Annalen eingehen.

Ich bin inzwischen so frustriert, dass ich ersthaft mich nach einer Steirischen umsehe und mit 73 in die Fußstapfen meines tiroler Großvaters trete. Hirschhorn-Lederhosenknöpfe statt Bassknöpfe drücken ( wird tatsächlich gebaut!) und 4Akkorde-Musik aus „Folx“-tv mir reinziehen, nachspielen und mit Schwarzenegger-Zahnlücke von einem Fuss auf den anderen hüpfen. Dazu braucht’ s dann keine „Balgführung“ , gell?
 

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