Basseffekt der Werbungen - Wie bekommt man so etwas hin?

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Hallo,
Erstmal wollte ich mich vorstellen, da ich erst seit Heute hier registriert bin, ich heiße Felix Neumann und komme aus Österreich.

Ich bin heute auf eine Werbung von Schöffel gestoßen und war sofort von der Stimme des Sprechers begeistert (Link ist unten). Meine Frage ist nun, wie man so einen extrem basshaltigen Effekt bekommen kann. Ich besitze das Behringer XenyX 1002 und das Rode NT1-A, womit das ja schon sehr viele andere hinbekommen haben.

Wäre super, wenn ihr mir weiterhelfen könntet, LG
Felix
Link zu der Werbung:
 
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Hallo Felix!

Hast du auch ein Sprachbeispiel von dir? Dann kann man konkreter sagen, was du anders machen könntest. Ansonsten schieb ich deinen Thread zu den Recordingspezialisten, die kennen sich damit besser aus als "Nur-Sänger".
 
Hallo,

dass ist kein spezieller Effekt. Das einfach ein professioneller Sprecher mit einem guten Mikro (vermutlich eher in Richtung Neumann o.Ä.) und natürlich die übliche Bearbeitung durch Kompressor und EQ.

Also nichts, was man "im kleinen" nicht auch zuhause als Plugins haben kann.

Da das aber keine Frage ist, die mit speziellem Sängerquipment zu hat, verschiebe ich dich mal ins Rec-Forum.

EDIT: Danke Vali. Du warst schneller.
 
Hallo Felix, ich würde es tatsächlich erst mal mit einem Equalizer probieren. Das funktioniert am Besten, wenn du nach dem Aufnehmen deine Sprache mal laufen lässt und dann währenddessen den Equalizer (EQ) verstellst. Optimalerweise nutzt du dazu einen grafischen EQ und hebst an einer Stelle (ab 50Hz - 100 Hz) das Signal um 10 dB an. Achte dabei darauf, dass der Frequenzbereich, der angehoben wird möglichst schmal ist. Dann fährst du langsam im Frequenzbereich nach oben, also von 50 - 100 Hz aufwärts (bei einer Stimme denke ich mal nicht weiter als 300 oder 400 Hz, was vermutlich um den Klang bassig zu bekommen schon viel zu hoch ist). Wenn du dann die Stelle gefunden hast, wo der bassige Verstärkungseffekt am besten auftritt, lässt du das da stehen und kannst dann noch mit der Breite des angehobenen Frequenzbereiches und der Verstärkung an sich arbeiten.
Evtl. gibt es auch zwei oder mehr solcher Bereiche. Dann machst du das ganze Procedere einfach noch einmal.
 
Danke für die vielen Antworten!
Werde das alles gleich mal probieren und euch dann davon berichten.

LG,
Felix
 
der EQ hat nichts mit dem von dir beschriebenen Effekt zu tun (er macht die Stimme eher 'mumpfig' statt prägnant)
der Einfachheit halber folgt eine Beschreibung des dbx286, ein Preamp der sich genau diese leicht überzeichnete 'radio-voice' auf die Fahne geschrieben hat:



das geht natürlich auch ohne das Gerät, aber keinesfalls ohne Kompressor (der enhancer holt dann das markante 'extra' heraus)
es gibt 'vocal channel' plugins, die das imitieren

cheers, Tom
 
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Auf die Gefahr hin mich zu irren, aber macht man sich hier nicht auch den Nahbesprechungseffekt zu nutze?

mfg Papalapap
 
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guter Punkt - die einfachste Sachen übersieht man meist... :redface: :D

cheers, Tom
 
Nahbesprechungseffekt benütze ich bereits sowie die EQ's von meinem Mischpult aber dieses dbx286 werde ich mir mal ansehen! :D

EDIT: Kann ich dann immer noch mein Mischpult benützen? Weil ich sehe da nur einen XLR-Eingang.
 
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@Telefunky Ist bei mir nicht anders... :)

Was mir bei Radiostimmen oder alg. Ansagerstimmen immer wieder auffällt(vor allem z.B. bei amerikanischen Ansagern) ist die Art und Weise wie bestimmte Wörter und Konsonanten nochmals betont werden.
Wie praktisch(schon beim simplen sprechen) so eine Art Flow entsteht...also die fangen da jetzt nicht an zu rappen oder sowas... :D
Aber die Art und Weise wie dann der Text gesprochen wird macht dann(finde ich) auch nochmal ne Menge aus.

mfg Papalapap
 
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Kann ich dann immer noch mein Mischpult benützen? Weil ich sehe da nur einen XLR-Eingang.
grundsätzlich kann man alles, was einen Ausgang hat, auch mit einem Eingang verbinden - muss man halt passend adaptieren
ich würde das aber wirklich erstmal als 'Prototyp' betrachten und die entsprechenden Funktionen in der Software finden
die gibt es mit Sicherheit ...
wenn du es natürlich 'live' abhören willst, ist das ein recht preiswerter Preamp
zumindest die 'klassische' Version (es gibt mehrere) ist für meinen Geschmack technisch gut aufgebaut

cheers, Tom
 
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In vielen Channelstrip und EQ Plugins gibt es ein Preset für "male radio voice" oder "male voiceover". Daraus kann man lernen und die dort verwendete EQ-Kurve als Basis benutzen.
Ich kenne einen bekannten Berliner Radiosprecher, der eine eigene Werbeagentur betreibt. Ich hab mal vor Jahren einen Job abgefasst, wo ich einen Werbespot für eine Bank aufnehmen sollte. Hatte das noch nie gemacht und habe mir Hilfe bei besagtem Kumpel geholt. War interessant. Er hat erst mit Waves Q10 EQ ziemlich breitbandig zwischen 90 und 120 Hz angehoben, bestimmt 9 dB. Dann low cut bei 70 Hz, recht flach abfallend (6 dB/Oct.).
Dann bei ca. 250-280 Hz was rausgenommen und bei 3.5-5 kHz nen Boost (Glocke, kein Hi Shelf).
Dann Kompressor, Multiband (Waves C4), mit Preset, "Male VoiceOver" oder so. Und dann nochmal Waves L2 Limiter und da hart begrenzt (ca. 4-5 dB Kompression).
Das hat er frei Hand in 30 sec. eingestellt. Macht er jeden Tag, also logisch für ihn.
Klang absolut amtlich und der Kunde war begeistert. Hat mich n Bier gekostet.

Der Sprecher ist heute noch "Station Voice" bei einem bekannten Berliner Rocksender, spricht dort also alle Jingles und Trailer. Hammertyp. Und seine Stimme sieht man ihm überhaupt nicht an :)
 
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Das klingt sehr cool, würde sowas auch mal sehr gerne machen aber bei uns gibt's sowas leider nicht wirklich, weil das laut nem lokalen Radiosender alles aus England gekauft wird o_O Ist also eurer Meinung nach das dbx286 eine gute Wahl?

LG

EDIT: Aja, falls das wichtig ist, ich brauche das ganze für Let's Plays, weswegen eine kleine Rauschentfernung nicht schlecht ist, wegen dem PC und wegen Skype und Teamspeak wäre wohl Hardware besser, damit dies gleich als verarbeitetes Signal kommt und die anderen somit gleich die bearbeitete Stimme hören können.
 
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Er hat erst mit Waves Q10 EQ ziemlich breitbandig zwischen 90 und 120 Hz angehoben, bestimmt 9 dB. Dann low cut bei 70 Hz, recht flach abfallend (6 dB/Oct.).
Dann bei ca. 250-280 Hz was rausgenommen und bei 3.5-5 kHz nen Boost (Glocke, kein Hi Shelf).
Dann Kompressor, Multiband (Waves C4), mit Preset, "Male VoiceOver" oder so. Und dann nochmal Waves L2 Limiter und da hart begrenzt (ca. 4-5 dB Kompression).

Das dein Bekannter mit diesen Einstellungen bei seinem Setup einen tollen Sound erzielt ist grundsätzlich erstmal super.
Ob diese Einstellungen bei anderen aber auch fruchten steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ich meine 9db bei ca. 100hz...nicht jeder EQ bildet solche, schon ziemlich extremen, Einstellungen auch sauber ab.
Da kann ein EQ auch schonmal filtrig klingen. Bei 250hz etwas entmumpfen und die Sprachverständlichkeit(die 3,5Khz ...) anheben sind ja alles legitime Aktionen. Aber...
Andere Stimme, andere Probleme ;)

Und auch der Limiter muss z.B. bei dem Video des TE womöglich gar nicht sein. In dem Clip wird ja durchweg in einer sehr konstanten Lautstärke gesprochen.
Beim Radio ist das natürlich anders, wenn man erstmal "lauthals" den Slogan des Senders ins Mikro feuert.

mfg Papalapap
 
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Ja, Du hast völlig recht. Es ging nur darum, eine Basis zu haben, von der aus man das weiterentwickeln kann. Pauschal zu sagen, "9 dB bei 100 Hz" kann einfach nicht überall funktionieren.
Es ist halt auch fies: der eine EQ klingt bei selber Einstellung komplett anders als der andere.
Die Story war aber lustig, oder? :)
Ich fand es damals einfach geil, bin mit nen USB Stick mit meiner Aufnahme da reingelaufen, er war megabusy, nach zehn Minuten war ich wieder weg. Das bouncen hat länger gedauert als das editieren haha.

Felix, ich an Deiner Stelle würde nicht gleich die dbx-Kiste kaufen. Ein anständiger Preamp in einem Audiointerface ist erstmal ausreichend.
Du solltest vielleicht eher ein wenig Zeit in das Einstellen von EQ und Kompressor stecken, um zu verstehen, wie die funktionieren und sich gegenseitig beeinflussen.
Es muss auch nicht immer ein Neumann Mic sein, ein Rode ist schon super und damit kann man wirklich arbeiten.
Der Unterschied zwischen dem Produzenten des Clips und Dir ist einfach die Erfahrung.
Üben und aus Fehlern lernen.

Ich hab neulich ein Voiceover mit nem Shure SM58 (mangels Alternativen) in ein RME Fireface 400 aufgenommen.
Klang sehr gut, Sprecher war kein Profi.
Geht alles!
 
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Ja, Du hast völlig recht. Es ging nur darum, eine Basis zu haben, von der aus man das weiterentwickeln kann. Pauschal zu sagen, "9 dB bei 100 Hz" kann einfach nicht überall funktionieren.
Es ist halt auch fies: der eine EQ klingt bei selber Einstellung komplett anders als der andere.
Die Story war aber lustig, oder? :)
Ich fand es damals einfach geil, bin mit nen USB Stick mit meiner Aufnahme da reingelaufen, er war megabusy, nach zehn Minuten war ich wieder weg. Das bouncen hat länger gedauert als das editieren haha.

Klar! :) Der Profi weiss ja auch wo er hinwill. Da geht das Ruck Zuck.

mfg Papalapap
 
Danke für deinen Tipp, gibt es da eigentlich irgend eine Richtlinie wo man ca. sagen kann, wie man eine Stimme so hinbekommt wie der Sprecher in der Werbung von Schlöffel? Ich vermute mal, dass er wohl eher die Höhen angehoben und die Bässe einwenig herausgenommen hat, oder liege ich da gerade daneben?

LG
 
Ja deine Ohren. :great:

Nicht böse gemeint aber einfach hinhören und entscheiden. Wenn du dir unsicher bist, kannst du ja diesen Werbeclip als .wav in deine DAW importieren und zwischen den Aufnahmen hin- und herschalten.
Also das Werbeding als Referenzquelle nutzen. Wenn es denn jetzt so klingen soll wie in der Werbung. ;)

mfg Papalapap
 
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Wird gemacht! ;)

LG
 
den dbx hatte ich nur als Beispiel und weil der Sprecher ihn einmal komplett durchgeht, wobei er auf wichtige Punkte hinweist (ok, es ist schon sehr Alltags-Englisch...)
die Werbung von Schöffel ist mit 100% Sicherheit nicht damit gemacht
der enhancer Effekt geht weit über das hinaus, was der dbx kann
auch die Vorstufen Qualität im Bassbereich würde von der Definition nicht ausreichen
(beim Xenyx allerdings auch nicht)
wollte man das Beispiel kopieren, könnte man bis Mitternacht am EQ schrauben... und würde es nicht hinbekommen - was nicht im Signal drin ist, kann man nun mal nicht herbeizaubern
die Frage ist: muss man das unbedingt kopieren ?
für einen markanten Spot ist es ok - als Sprecher im täglichen Einsatz möchte ich den nicht hören ;)

ein besseres Interface (selbst in der 100€ Klasse) dürfte unter'm Strich mehr bringen...
du musst in jedem Fall aber eine Einstellung für deine Stimme und deine Räumlichkeiten finden
da liegt imho die Hauptarbeit

cheers, Tom
 
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