Baubegleitung: Entstehung einer Linus Gitarre

Passt doch... Einfach nur ein Substituthals. Wie Bergkarabach ein Proxy War ist. Ich bin wirklich gespannt auf den richtigen Hals.
 
Klar passt das, ich erfreue mich nur an neuen Worten. :great:
Und an dem Baubericht natürlich.
 
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Der Begriff kam mir einfach in den Sinn, weil Peter einfach nur einen vorhandenen Hals zur "Anprobe" des Griffbretts am Korpus nutzte.
 
Heute mal von hinten nach vorne.

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Was für ein schöner Baubericht!

Mein Kompliment auch an den Kollegen der sooo schön sorgfältig arbeitet und es dabei schafft das ganze so schön zu dokumentieren.

Ich darf gerade keine Kekse mehr geben, freue mich aber sehr und bedanke mich herzlich!
 
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Mir wurde er 2013 empfohlen, als er Instrumentenbau noch als Hobby betrieb. Ein kostspieliger Test ohne Zweifel. Jedoch beindruckte mich seinerzeit schon sein Wille zur Perfektion. Und die Baubegleitung ist nicht auf Nachfrage, sondern er dokumentiert parallel in Wort und Bild.
 
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Halsshaping...
Ich wollte das gleiche Profil haben wie auf der ersten Linus. Da ist ein 'Best-of-3' PRS McCarty Wide-Fat-Profil drauf. Es wird sich bei der Red Scorpion anders anfühlen durch den 20" Griffbrettradius.

Der Korpus wurde heute gebeizt und grundiert, um die Beize zu fixieren.
Ich kriege aber erst wieder Bilder, wenn der Body fertig lackiert ist.
 
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Darf ich mal eine Frage stellen. Warum wird der sogenate Soundblock weggelassen ?
Der heißt doch nicht umsonst so. Die neue Konstruktion ist aus welchem Holz ?
Das soll keine Kretik sein. Die Konstruktion interessiert mich halt.
 
Na, klar kannst Du die Fragen stellen, @Cantetinza.

Das Material des Trestle Bracings ist Fichte.
Neu ist diese Art der Konstruktion nicht, denn sie wird auch 1959er Bockverspannung genannt.
Peter Steinacher nahm ein Vorbild für diese Konstruktion eine Gretsch White Falcon, um diese auf die Teleform zu übertragen. Insofern konnte ein Soundblock auch nicht Verwendung finden, wenn man vorbildgerecht vorgehen will.

Das Trestle Bracing fördert das Sustain, mindert die Feedbackneigung und konserviert den Ton einer Hohlkörpergitarre.

Peter führt zur Konstruktion folgendes aus (Quelle):

"Konstruktionsmerkmale:
Erst einmal muss man erwähnen, dass die White Chicken eine Mensur von 25" (630mm) hat und somit etwas kürzer ist als die Standard Telecaster.
Der Hals ist eingeleimt und hat einen Schwalbenschwanz. Die Zargen werden aus massivem Ahorn gebogen, Decke und Back sind natürlich auch aus massivem Holz und werden geschnitzt.
Man kann eigentlich sagen, dass es sich um eine richtige Archtop-Gitarre handelt durch die Formgebung natürlich etwas kleiner und dadurch deutlich angenehmer im Handling. Die Bauart aber ist die gleiche wie bei einer Jazzgitarre.
Bei den Vorbereitungen und Planungsarbeiten bin ich auf eine interessante Information gestoßen, was das Innenleben der alten Gretsch-Modelle anbelangt.
Ich wollte natürlich möglichst nahe an der White Falcon bauen, und die hat, wie man weiß, keinen Soundblock. So stieß ich auf die Trestle-Versteifung, oft auch als 1959er Bockverspannung bezeichnet.
Was ist das denn, wird man sich jetzt vielleicht fragen.
Ich fand folgende Informationen, die ich hier gerne zusammenfasse.
Auf Begehr von Chet Atkins entwickelte Gretsch in den späten 1950er-Jahren die Trestle-Versteifung. Grund war, dass Atkins das typische Feedbackverhalten von elektrischen Hohlkörpergitarren unterdrücken wollte.
Diese Technik hat entscheidende Vorteile gegenüber der meist zur Verwendung kommenden Sound-Post-Verspannung in Gitarren dieser Bauart.
Die Trestle-Methode kommt heute nur noch bei bestimmten Gretsch-Modellen zur Anwendung. In den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren hatte jede Gretsch eine Trestle-Versteifung.
Man ging aber dazu über, die bereits genannte Sound-Post-Methode anzuwenden, die einfacher und schneller umzusetzen war.
Die Sound-Post-Methode, die am häufigsten zur Anwendung kommt, hat nur zwei Auflagepunkte, die Decke und Back miteinander verbinden.
Die Trestle-Versteifung ist viel solider als die Sound-Post-Versteifung.
Sie besteht aus zwei brückenförmigen Böcken, daher kommt auch die Bezeichnung Bockverspannung, aus Fichte. Die breite U-Form verläuft parallel zur Mitte im Korpus. Beginnend am Halsfuß endet sie direkt unter der Bridge.
Der Verlauf ist direkt unter den Pickup-Löchern (parallel zu den Tonebars).
Da jede Trestle-Klammer zwei Füße (Soundpfosten) hat, gibt es vier Auflagepunkte, die mit dem Back verleimt werden. (Die Sound-Post-Verstrebung hat im Gegensatz nur einen Auflagepunkt.) Durch die vier Auflagepunkte verbessert sich das Sustain und das Feedback wird verringert. In den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren wurde jeder der vier Füße zusätzlich durch einen Dübel mit dem Back verbunden und verleimt.
Natürlich ist das zusätzliche Arbeit und wird daher bei den heutigen Modellen nicht mehr gemacht. Da wird nur stumpf verleimt. Ich werde selbstverständlich die ursprüngliche Methode mit der Verdübelung anwenden.
Die oberen Teile der Trestle-Klammern werden an die Tonebars geleimt, die ebenfalls parallel an der Unterseite der Decke verlaufen. Mit dieser Verbindung versteift sich die Oberseite viel mehr als mit den normalen Sound-Post-Verstrebungen.
Der ganz große Vorteil der Trestle-Versteifung besteht darin, dass eine Hohlkörpergitarre wie eine Solidbody-Gitarre reagiert, der klassische Hohlkörperton aber erhalten bleibt.
Das bedeutet, dass aufgrund der erhöhten Masse (mehr Holz), der erhöhten Dämpfung des Aufsatzes und der wesentlich stärkeren Verbindung mit dem Rücken der Gitarre, eine wesentlich bessere Kontrolle über die Rückkopplung des Tones besteht."

Auch Sweetwater nahm sich einer Erklärung an (Quelle):

"This is a distinctive bracing system used inside certain Gretsch hollowbody guitars. It is intended to increase sustain and decrease feedback. Gretsch developed trestle bracing and first used it in the late 1950s.
Most hollowbody instruments use an internal support method called “sound-post bracing,” in which a vertical wooden dowel located directly under the bridge connects the top of the guitar to the back. The sound post itself doesn’t add much mass, so it has little impact on sustain. Since the sound post takes up very little space inside the guitar, the feedback characteristics of the body remain largely unchanged.
Trestle bracing consists of two bridge-like spruce braces with a wide “U” shape. These run parallel to each other down the center of the instrument interior from the neck joint to the center of the body, ending directly under the bridge. They’re between the f-holes, just beneath the sides of the pickups and bridge. Since each rigid trestle brace has two “feet,” there are four points of attachment that are glued to the back of the guitar. The intention is to enable a solid-body-like response to sustain and feedback while preserving the tonal effect of a hollow body.
"

Ich hoffe das alles gibt Dir genug Hintergrundinformation.
 
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ich finde ja den Van Halen Tribute Headstock sehr geil.:m_git1:
 
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Es gab heute unerwartet einen Teaser in schlechter Bildqualität, wie Peter schrieb.

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Es ging darum, mich zu fragen, ob mir der Kontrast vom Ahorngriffbrett zum Rest gefällt. Ja, das tut es. Ich wollte bewusst ein Ahorngriffbrett und keines aus Ebenholz. Das Lackbild wird sich aber noch ein bisschen ändern.
Insgesamt ist der Lackiervorgang nach seinen Worten mit extrem viel Arbeit verbunden und heikel.
Zuerst wird alles schwarz gebeizt. Nach dem Trocknen wird alles wieder abgeschliffen. An den Riegeln und Jahresringen saugt sich die Beize tief ins Holz und wird beim Schleifen nicht entfernt.
Wenn das erfolgte, wird das Ganze mit roter Beize übergefärbt.
Das ist eine keikle Arbeit, da das Holz nach Peters Erfahrung erst beim Beizen zeigt, wo es Fehler hat bzw. fleckig wird.
Aus dem Grund wird er die Zargen dunkel machen, denn dort hat es Flecken gegeben. Aber dies ist auch von vornherein geplant gewesen durch das Burst.

Wenn das dann getrocknet ist, wird mit Schleifgrund grundiert, um den Farbton erst zu fixieren und zu schützen.
Beim Nitrolack sift die Beize leider immer etwas aus und versaut das Binding.
Das muss dann im Anschluss alles wieder freigeshapt werden.
Darum wurden Hals und Korpus getrennt lackiert.
Am Montag wird Peter prüfen, wie alles geworden ist und er entscheidet die nächsten Arbeitsschritte.
 
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Es geht weiter. Es gab Herausforderungen. Die Reminiszenz an EVH machte Probleme, weil sie den Nitrolack nicht annahm. Also musste Peter nochmal neu aufbauen. Aber alles gelöst.
Ein Koffer von der Stange fällt für die Gitarre aus, ich hätte mich gefreut, wenn ein Reverend Teardrop Koffer gepasst hätte. Die Innenhöhe ist aber zu gering. 8,89 cm ist das lichte Maß. Die Red Scorpion hat eine Höhe ohne Bigsby 9,4 cm (4 cm Zarge, Top und Back jeweils mit 1,4 cm, Steg 2 cm). Also werde ich wohl eine ordentliche Gitarrentasche suchen.

Ausblick: Nach dem Wochenende wird bundiert und der Hals eingeleimt.

Heute sind die Bilder chronologisch.

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--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
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Das Bigsby muss übrigens im Vergleich zur Green Mamba noch ein wenig mehr verkleinert werden.
 
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Bitte nicht böse sein, aber das Blau des Scorpions past nach meinem Geschmack leider nicht. Ist leider ein Fremdkörper für mich. Vielleicht weil der Hals Naturahornfarbig ist. Bei dunklem Griffbrett wären es dann nur drei Farben.
So sind es Rot , Schwarz, Ahorn natur und blau. Hardwarefarbe ????
Ist aber nur mein Geschmack.
Verarbeitung und Können des Gitarrenbauers, ein Traum.
 
Wo siehst Du den einen blauen Skorpion? Der ist doch schwarz...
 
Das Blau ist nur Schutzfolie, @Cantetinza. Die sieht man auch in den "Pickuphöhlen".
 
Achso der meint die Schutzfolie?
 
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Ja.

Und noch ein paar Metallteile:

Metallteile.PNG
 
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Es wurde in der Zwischenzeit bundiert und der Hals mit dem Korpus verheiratet.
Das Griffbrett wurde mit 2K Lack überzogen, weil ein nachträgliches Bundieren als unmöglich bewertet wurde. Der Nitrolack zerspringt und bekommt unschöne Risse, wenn die Spannung der Bundstäbe beim Bundieren einwirkt.
Im industriellen Gitarrenbau (z. B. 7ender) wird einfach über die Bundierung lackiert. Dies ist nicht der Anspruch eines Gitarrenbauers.
Peter entfernte also wieder den Nitrolack und lackierte dann mit 2K. Trocknen, schleifen, neue Lackiergänge...

Die Hardware (s. o) ist aus Neusilber. Das Verarbeiten bezeichnet Peter als Horror, aber es bekäme eine wunderschöne Patina. Er wird es in Zukunft häufiger verwenden, weil die Qualität sehr gut ist und man sich den Schritt des Verchromens sparen kann. Allerdings ist es auch recht teuer, aber das sei es wert, sagt er.
Aktuell ruht die Gitarre, weil einerseits noch andere Projekte weiterführen muss, die durch die Verzögerungen beim Hals ins Hintertreffen gerieten.
Anfang Dezember, so seine Planung, wird die Gitarre den finalen Lackiergang bekommen und nach weiterer Ruhezeit poliert werden.
Parallel wird sich Peter noch um die Elektrik kümmern und die übrigen Metallteile vorbereiten.

Einpressen der Bundstäbchen:

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Einleimen des Halses:

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Und hier seht ihr, wie ein Bigsby B-7 für die Gitarre angepasst wurde:

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Den Endzustand habe ich in einem vorherigen Post schon gezeigt.
 
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Logo! Das Logo...

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Und auch das TRC lag Probe:

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Extrem spannendes Projekt! Freue mich auf jeden neuen Post.

Gruß, bagotrix
 
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