Blondel - In der Dorfkneipe

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Ein eigener Song mit Jazz Elementen und Geschichte, den ich seinerzeit mit Cubase 9 für Amateurzwecke produziert habe. Die Gitarrenspuren habe ich mit meiner Rockingham eingespielt.
Hier ein Link :
 
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Bobgrey
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Das klingt wie ein außer Kontrolle geratenes Alleinunterhalterkeyboard. Weder grooved es noch sehe ich da eine Linie im Song.

Das läuft alles auseinander. Tut mir leid, aber Jazz heißt nicht, dass überhaupt keine Regeln gelten auch wenn das viele meinen.

Tut mir leid, dass ich damit wenig anfangen kann.
 
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Das klingt wie ein außer Kontrolle geratenes Alleinunterhalterkeyboard. Weder grooved es noch sehe ich da eine Linie im Song.

Das läuft alles auseinander. Tut mir leid, aber Jazz heißt nicht, dass überhaupt keine Regeln gelten auch wenn das viele meinen.

Tut mir leid, dass ich damit wenig anfangen kann.
Es gibt eine feste Struktur in diesem Song, schade dass du es nicht erkennen kannst.
Basierend auf der Geschichte, dass 1968 ein 17jähriger die Sommerferien auf dem Dorf verbringt, geht es um einen Abend in der Dorfkneipe. Alles was nach Jazz klingt (und nicht grooved) sind in der Geschichte die Dialoge der Erwachsenen. Wenn der Junge spricht klingt es nach Rock&Roll, hier ist nichts zu hören. Er verbiegt aber die Jazz Strukturen der Erwachsenen in eine Rock&Roll Struktur und lässt die Jazz-Dialoge auf einen Dominantseptakkord enden. Sofort danach kommt wie ein "Nein falsch" ein maj7 Akkord mit dem gleichen Grundton, wie C7 - Cmaj7. Diese Harmonische Idee war die Grundlage für den Song, den ich dann "auf dem Reißbrett" entworfen habe. Urprünglich war "In der Dorfkneipe" ein einfaches Lied und ich hatte keine Lust, das aufzuhübschen, ich habe es über die Rock&Roll - Jazz Idee weitgehend neu und ohne Text umgeschrieben.
Als ich mit einer neuen Version von Cubase Pro die Möglichkeit bekam, den Song allein zu produzieren, habe ich "In der Dorfkneipe" und einige andere komplett digitalisiert. Nachdem ich mehrfach angesprochen wurde, die Songs fertigzustellen, bin ich damit angefangen, denn eigentlich wollte ich sie im Projektstadium enden lassen.
2019 habe ich begonnen, auf meinen YouTube Kanal einige Songs zu veröffentlichen.
Ich habe die Hörprobe "In der Dorfkneipe" gerade hier beim Jazz eingestellt, weil ich mir eine andere Diskussion erhofft habe. Mir geht es nicht darum, dass jemand die Songs gut findet oder ich Klicks auf meinem Kanal bekomme.
Ich liebe es, eigene Songs zu entwerfen und zu produzieren, ich benutze oft im harmonischen Skelett Akkorde, die selten benutzt werden, die Regeln im Blues, im Jazz oder Rock kenne ich, aber es wäre mir zu langweilig einen Song beispielsweise in Richtung Jazz Standard etc zu schreiben.
Die Jazzharmonik ist mir gut bekannt, das wollte ich erwähnen, weil du mit "auch wenn das viele meinen" vermutlich mich meinst.
Ich bin überrascht, wie wenig es akzeptiert wird, wenn ich Musik mache und dabei nicht die klare Linie verfolge Geld zu verdienen oder meinem Gegenüber zu gefallen.

 
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Hi Blondel,
ich höre es als Klangcollage bzw. Hörspiel ohne Worte, weil bei mir beim Hören der athmosphärische Gehalt am vordinglichstenankommt.
Ich bin überrascht, wie wenig es akzeptiert wird, wenn ich Musik mache und dabei nicht die klare Linie verfolge Geld zu verdienen oder meinem Gegenüber zu gefallen.
Das wären überhaupt nicht meine Kriterien und ich weiß auch nicht, ob es für @Bobgrey entscheidend ist.
Bei den Hörproben posten sehr unterschiedliche Leute mit sehr unterschiedlichen Ambitionen und Hintergründen - da kann entweder ein ausführlicher Eingangspost Einblick verschaffen oder man stochert halt notgedrungen etwas im Nebel.

Ich denke, sein post war in Richtung Anfänger gedacht, zur ersten Orientierung, wie das bei einer bestimmten Hörerwartung ankommt. Das ist ja kein objektives Werturteil, sondern eher in Feedback.

Ich liebe es, eigene Songs zu entwerfen und zu produzieren, ich benutze oft im harmonischen Skelett Akkorde, die selten benutzt werden, die Regeln im Blues, im Jazz oder Rock kenne ich, aber es wäre mir zu langweilig einen Song beispielsweise in Richtung Jazz Standard etc zu schreiben.
Das widerum ist etwas, das mir als Hörer völlig egal ist. Mir geht es nur darum, ob etwas, das ich höre, etwas in mir bewegt oder nicht - Genrediskussionen sind mir egal, Handwerk beziehe ich da mit ein, wo ich das Empfinden habe, bestimmte Mittel haben Anteil an der Wirkung. Ob etwas einem Standard entspricht oder nicht, interessiert mich nicht.

Ich habe die Hörprobe "In der Dorfkneipe" gerade hier beim Jazz eingestellt, weil ich mir eine andere Diskussion erhofft habe. Mir geht es nicht darum, dass jemand die Songs gut findet oder ich Klicks auf meinem Kanal bekomme.
Welche Diskussion erhoffst Du Dir denn?
Was außer Geschmack bleibt über, wenn eine Diskussion über Genres, Einordnungen oder "davon leben können" Dinge sind, die Dich nicht interessieren?

Da ich mich mangels Ahnung an theoretischen Diskussionen nicht beteiligen kann, bleibt, zu beschreiben wie die Wirkung auf mich ist:
  • gefühlsmäßig: die Dorfkneipe ist ein seltsamer, bizarrer Ort, an dem sich die Person, aus deren Sicht die Musik geschrieben ist, unwohl fühlt.
  • Surrealistisch, verfremdet, nicht Heimat, nicht aufgehoben, nicht Teil des Ganzen
  • Da es keine Worte gibt, gibt es keinen Inhalt und keinen Sinn, keine Positionen, kein Innen und Außen, keinen Dialog.
  • ein rundum besoffener Mensch könnte ähnliche Empfindungen haben wie die Person, aus deren Sicht die Musik geschrieben ist.
  • Musik: weder artifiziell, noch volkstümlich, noch tanzbar, noch eingängig - einen Zustand beschreibend, der nicht angenehm ist.
Insofern habe ich auch das Gefühl, ich höre einen Teil eines Konzeptalbums solo, wobei dadurch genau der Kontext fehlt, durch den der song seinen Sinn bezieht.

x-Riff
 
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@x-Riff Dankeschön für dieses tolle Feedback, ich bin positiv überrascht, wie genau du das getroffen hast, was ich in dem Song ausdrücken wollte bzw was es geworden ist. Für mich als Komponist ist es fast schon ein bisschen viel.
Welche Diskussion erhoffst Du Dir denn?
Was außer Geschmack bleibt über, wenn eine Diskussion über Genres, Einordnungen oder "davon leben können" Dinge sind, die Dich nicht interessieren?
Nach der Kritik von @Bobgrey war ich etwas irritiert, natürlich akzeptiere und weiß ich, dass diese Musik fast niemanden gefällt. Mir ist bewußt, dass sich sogar Menschen, die sich sehr für Musik interessieren nicht darauf einlassen wollen. Ich hätte erwartet, dass sinngemäß die Frage kommt, wie ich erwarten kann, dass diese intellektuelle Selbstbefriedigung wertschätzend wahrgenommen wird ohne dass ich ein anerkannter Intellektueller bin - oder einfacher, warum machst du überhaupt so verdrehte Musik? Du könntest doch auch straighte Musik machen...
 
glombi
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Hallo @Blondel,

Danke fürs Teilen. Da sind wirklich ein paar schöne melodische, harmonische aber rhythmische Ideen drin. :great:

Gerner teile ich meine Eindrücke als reiner, musikalisch ambitioniertem Konsumenten, der selber keine Songs schreiben oder produzieren kann:

Was ich höre/wahrnehme:

Schöne, beruhigende, repetitive, leicht melancholische aber trotzdem zuversichtliche Chill-Out-Grooves für einen nebligen Samstagmorgen...

Was ich nicht höre:

Eine Dorfkneipe, mit alten, sich anschweigenden Männern, hitzigen Diskussionen, spontanem Gelächter, lauter Prahlerei, alkohiliserten Jungesellenvereinen. Vielleicht habe ich auch nur ein falsches Bild von einer Dorfkneipe...

Ich höre auch keinen Jazz, keinen Rock'n'Roll, keine intellektuellen Spielereien, keinen Clash der Generationen, oder der Akkorde...

Trotzdem kann ich die Rückmeldung von @Bobgrey insgesamt nicht wirklich teilen. Das Ganze hat für mich schon Struktur, eher schon zuviel Wiederholung. Den Rhythmus bzw. Groove finde ich eigentlich auch gut/interessant, vielleicht ist es nur noch "zu sauber" programmiert und könne etwas mehr Leben bzw. Variation gebrauchen? "Jazzig" (im Sinne von schräg) wird es eigentlich nur im Schluss-Solo, da passt für mein Ohr dann nicht viel.

Vielleicht kannst Du mit meinen Eindrücken ja etwas anfangen. Es ist ja oft etwas anders, was man sich vorstellt, und was beim Hörer ankommt...

Gruß,
glombi
 
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Hallo @glombi, Dankeschön für die Ausführungen deiner Wahrnehmung zum Song.
Was ich nicht höre:

Eine Dorfkneipe, mit alten, sich anschweigenden Männern, hitzigen Diskussionen, spontanem Gelächter, lauter Prahlerei, alkohiliserten Jungesellenvereinen. Vielleicht habe ich auch nur ein falsches Bild von einer Dorfkneipe...
Auf der Suche nach Spaß und Zeitvertreib in den 6 Wochen Ferien landet der 17 Jährige in der Dorfkneipe und merkt schnell, hier gehöre ich nicht hin. Der Titel "In der Dorfkneipe" könnte durchaus eine positive und lustige Story beinhalten, aber ich hatte autobiografische Begebenheiten mit einem ausgeprägten Generationenkonflikt vor Augen. Ein Dialog ist für beide Seiten nur ein ermüdendes Bla Bla.
Es ist ja oft etwas anders, was man sich vorstellt, und was beim Hörer ankommt...
Ganz genau! Ein virtuoser oder versierterer Gitarrist hätte die Geschichte sicherlich musikalisch anders interpretiert. Da ich den Song ganz alleine komponiert und gepielt habe, kommt dabei natürlich heraus : Ich kann nur so und nicht anders - und ich habe sehr viel Spaß daran.
 
turko
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Ich habe mir das jetzt einige male angehört, um für mich selber genau bestimmen zu können, WAS mich daran eigentlich stört.

Ich finde, die Worte
ich höre es als Klangcollage
treffen es am besten. Wenn ich es als so etwas betrachte, kann ich dem auch etwas abgewinnen.

ABER: Da ist kein Jazz. Da ist kein Rock.
Und für eine (stimmungsvolle) Klangkollage ist mir das Schlagzeug viel zu erratisch und störend. Das würde viel besser funktionieren, mit gezielten Percussions hie und da.

LG
Thomas
 
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Wenn ich so zurückdenke, was für mich die Dorfkneipe ausgemacht hat, dann kommen mir Holztische, Schafkopfkarten, Gegröhle, Bier- und Zigarettendunst in den Sinn. Nichts davon kann ich mit deinem Song verbinden.
Vielleicht hast du da ja andre Erfahrungen.
Für mich tuen sich andere Bilder auf: gedämpftes Licht, Cocktail schlürfende Yuppies, die sich an den kostenlosen Erdnüssen gütlich tun, während sie den Abend der Dienstreise beenden.
Dazu ein Hotelbediensteter, der den Tresen wischt, und hofft, dass die Anzugträger mal langsam schlafen gehen, und er das Businessgeschwätz nicht mehr lange hören muss (selbiger repräsentiert durch das leicht genervte und nervige Schlagzeug).
Ist jedenfalls nett produziert. Und wenn dich alle verreißen, kann das auch bedeuten, dass du was richtig gemacht hast. Sagen wir es so: das ist eh nicht "music for the masses", und deshalb bin ich da schon eher bei dir: Hauptsache, für dich ruft es die richtigen Assoziationen hervor. Der Ansatz, nicht dem Standard entsprechen zu wollen, ist jedenfalls per se schon mal ganz und gar nicht verkehrt. Und geschafft hast du das auf jeden Fall.
 
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