Boost, Overdrive oder "Signal Enhancer"?

  • Ersteller Soultrash
  • Erstellt am
Soultrash
Soultrash
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
20.06.24
Registriert
20.02.05
Beiträge
1.259
Kekse
3.230
Hallo,

ich versuche aktuell meinen Gitarrensound noch ein wenig aufzuwerten bzw. zu verändern
und würde gerne wissen ob dies überhaupt mit einem Pedal möglich ist!

Das Ganze ist natürlich, wie immer bei mir etwas kompliziert und bedarf sicherlich erst mal einer langen Erklärung...

Wenn es um Gitarrensounds geht bin ich eher Minimalist, Gitarre, Amp, Box!
Ich spiele hauptsächlich Metal und stehe auf definierte und straffe Sounds, was mit meinem aktuellen Setup auch mühelos möglich ist!

Manchmal fehlt dem Sound aber etwas bestimmtes, etwas mehr Charakter oder "Tone",
vor allem wenn ich mir sehr wenig Verzerrung spiele, was ich in letzter Zeit sehr gerne mache, also doch nicht nur METAL, naja...man wird halt älter! :D

Natürlich könnte man jetzt sagen, hol dir doch einfach einen crunchigen low Gain Amp
und gut ist...das wäre sicherlich eine Alternative aber ich würde es gerne erst mal mit dem was ich habe probieren.

Ich habe natürlich bereits einige Pedale ausprobiert aber bisher nicht wirklich viel gefunden was speziell in meinem Fall funktioniert.
Bisher hat alles was ich hatte eher das Gegenteil von dem bewirkt was ich möchte, die meisten Booster oder OD's sind so
ausgelegt das sie nicht so straffe Amps tighter machen oder Amps mit nicht so viel Gain durch einen starken Boost mehr in die Sättigung fahren.

Ich möchte aber genau das Gegenteil, also meinen super straffen und definierten Amp weniger straff und weniger definiert haben,
natürlich ohne Einbußen in der Tonqualität!

Genau das ist aber eben bei den meisten Boostern/OD's der Fall, sobald man diese einschaltet killt es mE den Sound komplett,
die Bässe werden matschig aber nicht weich, die Mitten nasal aber nicht singend und die Höhen kratzig aber nicht seidig, also zumindest mit Overdrives!

Booster hingegen übersteuern den Eingang vom Amp viel zu sehr sodass alles extrem übersättigt wird.

Eine Ausnahme sind Booster mit denen man auch das Signal ins Negative regeln kann,
damit habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht, allerdings fehlt da der Charakter da es idr fast immer totale clean Booster sind,
oder eben eine Frequenzkurve zum "straffen" hinzufügen, was ja in meinem Fall nicht erwünscht ist.

Das Ganze ist zudem natürlich zu 100% subjektiv und sicherlich nicht einfach nachzuvollziehen
aber ich denke das man generell als Gitarrist nachvollziehen kann was ich ungefähr mit all den Umschreibungen sagen möchte.

Aktuell benutze ich den "Benson Germanium Booster" und mag die Färbung von dem Pedal wirklich sehr, auch wen es doch ehr minimal ist.
Hierbei drehe ich den Booster auch nicht auf sondern "zu" und nehme damit quasi Verzerrung raus.
Das funktioniert gut aber irgendwie fehlt da noch immer was.

Ich habe über die letzten paar Tage etwas recherchiert und denke das eventuell ein "transparent low gain Overdrive" das richtige sein könnte.
Definitiv nicht um mehr Verzerrung zu erhalten, eher um das Signal minimal zu sättigen, OHNE das der Grundsound vom Amp komplett über Board geworfen wird!

Wer kann noch folgen? :D

Also kurz, Gitarre in dem Amp mit gut Verzerrung, so im Hard Rock Bereich, dann mit einem Booster runter regeln (ich weis, ich weis :D)
und dann das entzerrte Signal wieder ein wenig "Aufblasen" allerdings so das nicht der komplette Grundcharakter zerstört wird...geht das überhaupt?

Ich bin mal gespannt ob sich da überhaupt jemand einen Reim drauf machen kann und ob überhaupt die eine oder andere Empfehlung zustande kommt!

Danke schon mal an jeden der es schafft den Post einmal komplett zu lesen ohne wahnsinnig zu werden oder mich zu verurteilen! :D
 
Zu erst was hast du für einen Amp?
Viele Pedale reagieren unterschiedlich auf
Amps. Es gibt von Orion den Minus Booster oder ein Fuzz kann ich mir vorstellen
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
In der Lage befand ich mich auch und sah eigentlich keinen Sinn darin einen gut klingenden Amp noch anzupusten bzw. aus Bordmitteln kam da nichts richtiges zustande.

Im Grunde kann da nur probiert werden, was gefällt. Mit Overdrives komm ich nicht klar. Bei mir fing das mit em Randall MOR an, ging zu Fortin Grind und 33 weiter und jetzt bin ich beim Catalinbread Nagaviper. Die machen eigentlich gar nicht so viel, je nachdem, wie sie eingesetzt werden. Gerne gehen die gar nicht weit auf und die wirken schon. Beim Nagaviper nutze ich den Boost kaum. Aber die Pedale räumen im Signal auf. Und mit denen geht meiner Meinung auch "weniger ist mehr"
Mein Bandkollege war mal mit eine Rangemaster irre froh, und hat seit einiger Zeit den Ibanez TS 808 HW für sich entdeckt.
Aber wie du merkst, da kommst du schon in gewisse Preisgefilde. Und ich muss leider sagen, dass es am Ende auch zu hören ist.

Für Clean-Klänge nehme ich mittlerweile ein Catalinbread Epoch Boost oder Wampler Ego Compressor. Die mache auch gar nicht viel, den Epoch Boost finde ich für High-Gain sogar unbrauchbar, aber die Nuancen bringen die Klarheit ins Signal. Da nutze ich den Boost gar nicht. Der Wampler Ego Compressor kann auch sehr gut entschärfen ...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
@RED-DC5
Der Amp ist ein Fortin Sigil High Gain Metal Monster, daher auch und Unsicherheit ob man diesen überhaupt etwas "zähmen" kann! :)
FUZZ zerstört das Signal halt komplett da der Amp nicht wirklich clean einzustellen ist.
Die Beschreibung vom Orion Booster trifft es schon sehr gut, im Grunde das was ich suche aber ich
vermute mal das dieser nicht färbt, dh ich müsste étwas zur "Färbung" dahinter hängen, vielleicht würde das dann doch mit dem FUZZ funktionieren.
Den Amp so "clean" es geht einstellen, dann das Signal runter regeln damit es noch cleaner wird und dann mit einem FUZZ wieder anheizen...

@DeadboZ
Das ist es, der Sigil klingt im Metal Bereich unglaublich gut und hat so ziemlich alles andere bei mir verdrängt,
teilweise Amps die das 3-4 Fache kosten, wenn das denn überhaupt was aussagt.
Angezerrt kann er aber halt eher gar nichts und clean ist bei dem Amp absolutes Wunschdenken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht einen Xotic SP Compressor davor (mit Blend und Volume-Regler)? Ich benutze ihn auch gerne mit einem Xotic Booster davor, um zu pushen und dann im Compressor wieder zurückzunehmen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
@Soultrash ich habe meinen Post nochmal angepasst.
Den Sigil finde ich auch schwer zu händeln. Da kann das Wampler Ego durchaus helfen, bzw. ein anderes gutes Compressor Pedal.
Ist jetzt mein erstes Compressor Pedal und ich bin stark beeindruckt was da geht. Da lässt sich ordentlich schärfe rausdrehen und der Ton wird irgendwie seidiger, aber der Charakter ändert sich nicht so stark.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
..mir käme da ganz unspektakulär ein EQ in den Sinn.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 7 Benutzer
@HD600
Einen Kompressor hatte ich auch bereits im Sinn, das könnte tatsächlich funktionieren, cool wäre etwas mit einem "Mix" Regler um so eine Art Parallelkompression zu haben.
Werde mir mal die Xotic Pedale ansehen!

@DeadboZ
Macht definitiv Sinn, der Sigil ist ja alles andere als komprimiert, genau das was ich für High Gain so liebe, aber bei weniger Verzerrung klingt der Sigil halt schon ziemlich leblos.

@frankpaush
Ich hatte vor einer Weile einige EQ Pedale ausprobiert aber fand nix davon gut, der Sound wird irgendwie immer verwaschen und wirkt im Ganzen noch steriler
als vorher, egal ob ich Frequenzen absenke oder anhebe. Ich bekomme bald aber einen Mesa 5 Band EQ Klon, vielleicht funktioniert dieser etwas besser!
 
So wie du das machen willst, funktioniert das nicht.

Du kannst den Amp leicht angezerrt einstellen und dann zum Drive Pedal deiner Wahl greifen.

Aber Amp mit volle Kanne Gain fahren und dann daraus mit vorgeschaltenen Pedal irgendeinen "Vintage Plexi" (nur als Beispiel) machen, das geht nicht.
Beim Verringen des Pedal Outputs schwächst du nur das Eingangssignal ab - was der Amp selbst macht, bleibt gleich.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
@Myxin
Ne, also der Amp wird nicht voll gefahren, sondern so das noch der "Tone" da ist, also ich kann beispielsweise den Gain kaum aufdrehen und den Master sehr hoch einstellen,
dann ist der erste Kanal einigermaßen "clean" dann klingt es aber sehr leblos und steril.

Was ich versuche ist den Amp so einzustellen das er gut klingt, in dem Fall ist es wie gesagt im Bereich Hard Rock und dann mit dem negativ Boost
Verzerrung weg zu nehmen. Das klingt dann schon anders und deutlich besser als wenn ich beispielsweise den Poti an der Gitarre runter drehe.
 
Was ich versuche ist den Amp so einzustellen das er gut klingt, in dem Fall ist es wie gesagt im Bereich Hard Rock und dann mit dem negativ Boost
Verzerrung weg zu nehmen.

Ja, dabei wird die Zerrstruktur aber die gleiche bleiben, aus og. Gründen.
Außer du machst zusätzlich Matsch draus mit einem Fuzz. :D
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
@Myxin steile These. Ich mache das genauso mit einem Epoch Boost an einem EVH 5150 LBXI mit dem blauen Kanal. Der ht ja auch schon dampf. Den regle ich weit runter und mit dem Epoch Boost bekomme ich den nahezu brilliant clean.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
vielleicht funktioniert dieser etwas besser!
.. ich würde mal sagen: ein EQ funktioniert nur so gut, wie deine Vorstellung von den deinen Ton bewirkenden Frequenzen definiert ist. Und: je weniger Bänder du hast, desto mehr "Eigenleben" haben die Dinger durch die Art, wie die zueinander liegen und wie steil die definiert sind.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
steile These. Ich mache das genauso mit einem Epoch Boost an einem EVH 5150 LBXI mit dem blauen Kanal. Der ht ja auch schon dampf. Den regle ich weit runter und mit dem Epoch Boost bekomme ich den nahezu brilliant clean.

Ja schon klar.
Er will den Amp aber nicht clean bekommen, sondern die Zerrcharakteristik ändern, wenn ich das richtig verstanden habe.

Und das geht halt am besten, wenn man den Amp selbst clean oder leicht angezerrt einstellt und dann ein entsprechendes Overdrive oder Distortion Pedal davor nutzt.
Für Marshall'eske Sounds halt ein sog. MIAB Pedal.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Das habe ich aber ganz anders Verstanden und fühle mich vom TE auch entsprechend bestätigt.
Es geht ganz und gar nicht darum anders zu klingen, was ein MIAB Pedal machen würde, und Overdrives passten bisher nicht. Es soll die Schärfe, Attack würde ich meinen, raus. Er soll weicher klingen, aber nicht Charakter verändern. Ich bin kein Compressor erfahrener, habe aber mehrfach den Ego Compressor probiert an diversen Settings und mit dem klappt das.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Mir schien das hier wichtig:

Eine Ausnahme sind Booster mit denen man auch das Signal ins Negative regeln kann,
damit habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht, allerdings fehlt da der Charakter da es idr fast immer totale clean Booster sind,

So ein Negativ Booster schwächt nur das Eingangssignal ab.
Im Vergleich zum Volume Poti der Gitarre ändert es aber nicht so viel am Signal selbst abgesehen von der Signalstärke.
Wenn man z.B. ohne Treble Bleed in der Gitarre Volume runterregelt, gehen Höhen verloren - das passiert bei so einem Booster nicht.

Nur fehlt ihm da "der Charakter", wie er geschrieben hat, dh. für mich, er hätte gerne diesen Effekt, aber eben einen anderen Zerrcharakter.
Und das funktioniert halt eher, wenn man den Amp selbst clean oder nur leicht angezerrt einstellt und dann ein Zerrpedal davor packt, das den gewünschten Sound liefert.

Das ist halt meine Meinung dazu.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
cool wäre etwas mit einem "Mix" Regler um so eine Art Parallelkompression zu haben.
Der Xotic hat dafür den Blendregler. Zusätzlich noch einen Volumeregler. Die Kompression an sich wird nur durch einen dreistufigen Kippschalter eingestellt.
Natürlich gibt es auch ganz andere Pedale die das können, ich würde halt immer auf einen Mix/Blendregler achten, das ist mir wichtiger als die Kompression stufenlos einstellen zu können.

Ich verwende den Compressor auch gerne mit Blendregler auf Dry. Im Prinzip ohne Effekt aber das stimmt nicht. Er macht wohl was und das oft in genau der richtigen Menge. Kombiniert mit einem vorhergehenden Booster (auf fast voll), kannst du damit die Mitten pushen wenn dann der Compressor dahinter ohne Effekt eingestellt ist und Volume soweit runtergeregelt wie nötig.

Wenn du richtig Geld ausgeben willst, kannst du vielleicht auch sowas testen:
https://www.thomann.de/de/hamstead_soundworks_zenith_amplitude_controller.htm
Damit hast du Compressor, Boots und EQ in einem. Hat halt seinen Preis.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich bin da schon bei @Myxin … aus einem hochgezüchtetem Metall Amp, wo viel Gain, aber dennoch, Transparenz, Tightness, Impulstreue und Attack ganz groß im Lastenheft steht, mal eben mit einem Pedal “Sag“, Wärme und Kompression einzuhauchen, wird kaum möglich sein.
Die Aufgabe von einem typischen Overdrive Pedal ist auch eine ganz andere. Eben einen schon möglichst „gut“ klingen Amp zu mehr Gain zu verhelfen.
Was gehen könnte, ist tatsächlich ein Preamp Pedal, zusammen mit dem so neutral wie möglich eingestellten Clean Kanal, einen passenden Sound zu produzieren. Doch den Metall High Gain Sound auf einen bluesigen Hardrock Sound “zurückzufahren“, dafür fehlen ihm einfach die Gene.
Ein Origin Effekts Revival Drive (Hot) ist so flexibel, dass mit wahrscheinlich jedem Amp eine guter Rocksound ermöglicht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
@HD600 Es geht IMO nur über den „clean“ zu sterilen Kanal. Aus dem Metall Sound mit einem Pedal einen Rocksound zu machen wird nicht funktionieren.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben