Braucht man wirklich noch irgendwelche "Boutique Pickups" oder sonst noch so etwas

  • Ersteller Ersteller yxyxyx
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  • #201
dass nicht gleich jedes "Boutique" oder "Premium Selected" ........ auch wirklich zwangsläufig immer eine Verbesserung bringt.
aber eine Veränderung
Egal, über was wir uns unterhalten, Amps, Pickups, Gitarren, Pedale usw., es sind lediglich einzelne Teile, deren Summe am Ende für den Sound verantwortlich sind,
Richtig, aber wenn ich ein Teil in der Kette verändere, ändert sich auch das Gesamtergebnis.
was ist denn überhaupt "gut" und was ist vielleicht noch "besser"?
Da wir uns hier in einem Bereich des nicht messbaren persönlichen Empfindens bewegen, kann das immer nur eine subjektive Beurteilung sein
 
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  • #202
aber eine Veränderung

Irgendeine Änderung erzielst Du auch wenn Du die Höhe des Pickups änderst, Volume oder Tone-Poti benutzt, ein längeres oder kürzeres Kabel (...). Die Liste lässt sich ewig fortsetzen.

Einfach nur für "ist anders" sind halt viele "Boutuique"-Produkte recht teuer.

Richtig, aber wenn ich ein Teil in der Kette verändere, ändert sich auch das Gesamtergebnis.
Das stimmt. Die spannende Frage ist aber doch, ob diese Änderung erstrebenswert ist bzw. ob diese Änderung nicht auch ohne einen Kauf machbar gewesen wäre.

Einen Pickup für 200,00 € einzubauen um nachher etwas mehr Bass in dem Bereich zu haben, wo ohnehin der EQ schon vergleichbar greift... ist dann irgendwie nicht gut investiertes Geld.

Anstatt also wild einzelnen Bestandteile der Kette auszutauschen würde ich mich erst einmal mit den Möglichkeiten der Signalkette auseinandersetzen.
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Da wir uns hier in einem Bereich des nicht messbaren persönlichen Empfindens bewegen, kann das immer nur eine subjektive Beurteilung sein

Natürlich ist das so. Und wenn für den Gitarristen der neue Boutique-Pickup "besser" klingt, ist ja alles gut.

In der Regel neigen wir aber dazu, neu und teuer auch unbewusst als "besser" wahrzunehmen. Objektiv hören ist eine Fähigkeit, die negativ mit GAS korreliert.

Eigentümer großer Gitarrensammlungen kennen ggf. das Phänomen: Da macht man sich beim Kauf Gedanken über jede Kleinigkeit der einzelnen Instrumente (diese Brückenkonstruktion, jenes Holz, dieser Pickup) um möglichst vielfältig aufgestellt zu sein und kann nach ein par Tagen überhaupt nicht mehr sagen, welche Gitarre man denn da auf der Aufnahme letzte Woche tatsächlich gespielt hat.
 
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  • #203
Es hat schon seinen Grund, dass auch professionelle Musiker sehr häufig Massenware auf dem Board und in den Gitarren haben. Die Teile funktionieren, klingen gut und es gibt fast überall auf der Welt schnellen Ersatz wenn doch mal was ist.
Ja, die problemlose Verfügbarkeit, ganz wichtiges Argument! :great:

Das stimmt. Die spannende Frage ist aber doch, ob diese Änderung [...] nicht auch ohne einen Kauf machbar gewesen wäre. [...]
Genau das hätte ich @KlampfenTom ebenfalls geschrieben, denn darum ging es mir: Viele Wege führen nach Rom.
 
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  • #204
Viele Wege führen nach Rom.

Und diese Wege sind schnell oder langsam, teuer oder günstig, schön oder anstrengend und das in wechselnden Kombinationen.

Und wenn jemand nun gerade mit einem handgeklöppelten P90 genau den Sound erreich, den er schon immer im Kopf als Ideal hatte, dann sind auch ein par hundert Euro dafür gut investiert.

Und deswegen bleibt die Diskussion hier auch am Ende ohne Ergebnis. Wer selber mal nach dem Einkauf bei einem der Pickup-Gurus ein "Erweckungserlebnis" hatte, der vertritt eben die Auffassung dass das jeden cent wert ist.

Wer nach zahlreichen Gitarren für sich feststellt, dass es für ihn eigentlich vor allem auf die Bespielbarkeit ankommt und sein Grund-Sound weitestgehend unabhängig von der E-Gitarre* mit der der nachfolgenden Kette aus EQ, Kompressor und Amp gemacht werden kann, der bewertet es eben anders.

Und das Schöne ist doch: Man muss hier keine Einigkeit erzielen.

Insofern: Ja, einige brauchen unbedingt Boutique. Andere nicht.

Es ist doch wunderbar. Man kann heute für kleines Geld sehr brauchbare Musikinstrumente erstehen. Und gleichzeitig gibt es für fast jeden Geschmack und Geldbeutel auch exklusivere Angebote.
 
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  • #205
Die spannende Frage ist aber doch, ob diese Änderung erstrebenswert ist bzw. ob diese Änderung nicht auch ohne einen Kauf machbar gewesen wäre.
Doch natürlich wäre das oft auch ohne Kauf machbar gewesen, und ob ein Kauf erstrebenswert ist/war, weiß man erst später.
Da gibt es grob eingeteilt die zwei Lager.
In dem einen sind die Propagandaaffinen, die überall lesen und danach dann einkaufen gehen.
In dem anderen Lager sind die Fundamentalisten, die erstmal gucken was sie haben und was man wie eventuell ändern kann um das Ziel ohne Kauf zu erreichen.
Wer nachher sein Ziel besser und wer billiger erreicht, lassen wir mal offen
 
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  • #206
...die Fundamentalisten, die erstmal gucken was sie haben und was man wie eventuell ändern kann um das Ziel ohne Kauf zu erreichen....

Das werden natürlich "Boutique"-Anbieter denen nicht sagen, dass man u.U. Klangveränderungen oder sogar -verbesserungen allein nur schon dadurch bekommt, indem man z.B. die Pickup-Höhe mal ändert oder einfach mal das Plektrum von spitz auf rund umdreht. Die wollen ja, dass man ihre Produkte kauft. :)
 
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  • #207
Das werden natürlich "Boutique"-Anbieter denen nicht sagen, dass man u.U. Klangveränderungen oder sogar -verbesserungen allein nur schon dadurch bekommt, indem man z.B. die Pickup-Höhe mal ändert oder einfach mal das Plektrum von spitz auf rund umdreht. Die wollen ja, dass man ihre Produkte kauft. :)

Ich glaube nicht einmal, dass die Pickup-Hersteller Kunden bewusst uninformiert lassen. Ich vermute. dass man mit einem Herrn Häussel oder einem Herrn Kloppmann durchaus gut über Gitarrensounds im Allgemeinen fachsimpeln kann.

Und die behaupten auch nicht, dass allein der Pickup entscheidend wäre.

Sie messen dem Pickup eben eine hohe Relevanz zu. Ich persönlich glaube ihnen auch, dass sie Pickups aus Überzeugung bauen und nicht weil das ein Markt wäre, auf dem man besonders leicht reich wird.

Und in manchen Kombinationen ist der Tonabnehmer auch durchaus relevant. Wenn man eher clean bis edge of breakup direkt in einen klassischen Amp mit sehr eingeschränkt wirkendr EQ-Sektion spielt, ist der Pickup schon sehr entscheidend.

Hat man mehre Möglichkeiten im Rig für Gain-Leveling, Kompression, chirurgische EQ Eingriffe und spielt am Ende auch noch stark verzerrte Sounds, spielen Feinheiten zwischen den Pickups kaum noch oder mitunter gar keine Rolle mehr.

Ich würde jedenfalls vor einem Pickuptausch heute eher verschiedene Overdrives, EQ und Kompressoren mit der Gitarre testen. Aber wenn ich damit nicht das Gewünschte hinbekomme, würde ich durchaus auch andere Pickups testen.
 
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  • #208
und spielt am Ende auch noch stark verzerrte Sounds
Hier würde ich widersprechen. Stark verzerrt wird der Pickup nicht weniger wichtig und ein schlecht geeigneter Pickup kann es sehr (!) umständlich machen, einen vernünftigen Sound hinzubekommen, vor allem bei stärkerem Droptuning. Umgekehrt habe ich auch PUs, die mir im Highgain „Biss“ geben, den ich weder mit EQ, noch mit Booster reinkriege.
 
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  • #209
Ich überlege gerade ob das nicht am Thema vorbeigeht....
Ich stimme zu, dass man bestimmte Sounds nur mit bestimmten Tonabnehmern hinbekommt.
Aber müssen die Boutique sein?
Bei der mittlerweile erhätlichen Diversität findet sich doch in jeder Kategorie was von der Stange, oder?
 
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  • #210
Ich stimme zu, dass man bestimmte Sounds nur mit bestimmten Tonabnehmern hinbekommt.
Aber müssen die Boutique sein?

Exakt. Es geht nicht darum, dass die Bauform und Herstellungsart des Pickups bei Verzerrung keine Rolle mehr spielt. Aber Unterschiede zwischen Pickups ähnlicher Bauart verwischen nach meiner Erfahrung hier noch stärker.

Das beispielsweise ein ungewachster Single-Coil nicht die naheliegende Wahl für High-Gain-Sounds ist, ist denke ich allen klar.
 
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  • #211
Es geht nicht darum, dass die Bauform und Herstellungsart des Pickups bei Verzerrung keine Rolle mehr spielt.
Ich wollte auf noch etwas ganz anderes Hinaus, weil ja die ursprüngliche Frage war, ob man Boutique noch braucht.

Das beantworte ich nämlich immer mehr mit einem ganz klaren ...JEIN.

Jetzt mal vom Pickup losgelöst auf die gesamte Gitarrenwelt:

Die Vielfalt der aus dem Regal erhältlichen Massenware ist mittlerweile so groß, dass es eigentlich für jeden Zweck da was passendes geben müsste.
So gesehen wäre Boutigue überflüssig.
Wenn ich aber Boutique als Prestige ansehen, oder mir jegliches Probieren und basteln sparen will, oder ganz unkonvetionelle Vorstellungen habe, dann brauche ich Boutiqe
 
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  • #212
Aber müssen die Boutique sein? Bei der mittlerweile erhätlichen Diversität findet sich doch in jeder Kategorie was von der Stange, oder?
Würde ich genauso sehen. Die großen Pickup-Produzenten haben doch Dutzende von Modellen mit allen möglichen Charakteristiken im Angebot, da müsste ein Boutique-Anbieter halt wirklich ganz spezielle Sachen herstellen, die man anderweitig nicht bekommt. Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre vielleicht eine ganz individuelle Beratung mit Testmöglichkeiten usw., was dann auch hohe Preise durchaus rechtfertigen könnte.
 
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  • #213
...nach über zwei Wochen hier nix wäre es evtl. an der Zeit das Thema nun endgültig totdiskutiert fallen zu lassen...doch dann poppt es provozierend auf der Startseite wieder auf nach dem Motto "ließ mich, schreib noch mal was dazu, auf geht`s"...also gut, ich folge nur der Aufforderung und geb nochmal nen Senf dazu der mir neulich einfiel und noch auf den Vorgängerpost Beziehung nimmt...zu dem nämlich: ja, sehe ich auch so.

Aber....nun was mir einfiel....die immer wieder hier diskutierte Sinnhaftigkeit des 37. Boutique PAFs und des 83. Strat SC Sets kommt mir ähnlich vor, als gäbe es im Baumarkt zweimal nen Farbkübel mit schwarzer Farbe. Auf dem einen steht: Farbe schwarz, auf dem anderen: Farbe schwarz Boutique-Custom...und dreimal dürft ihr raten was da drin ist....schwarze Farbe :biggrinB:
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Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre vielleicht eine ganz individuelle Beratung mit Testmöglichkeiten usw., was dann auch hohe Preise durchaus rechtfertigen könnte.
Was eben in der Praxis allermeist nicht so ist...und deswegen lagen in dem Laden wo ich arbeitete die guten heftig ausgepreisten Kinmans und Ray Gerold Sets wie Blei im Regal...beides Pickups die ich spiele weil sie hervorragend das darstellen was Brazolino meint...
 
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  • #214
Zumal ja vermutlich niemand mehr den Pickup neu erfindet. Nach Piezo, aktiven PUs oder anderen Magneten ist ja technisch nicht mehr viel passiert.
Trotzdem freue ich mich über die große Auswahl, obwohl mir selbst bestimmte Serien-PUs für die Klänge, die mir gefallen, genügen.
 
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  • #215
Aber....nun was mir einfiel....die immer wieder hier diskutierte Sinnhaftigkeit des 37. Boutique PAFs und des 83. Strat SC Sets kommt mir ähnlich vor, als gäbe es im Baumarkt zweimal nen Farbkübel mit schwarzer Farbe. Auf dem einen steht: Farbe schwarz, auf dem anderen: Farbe schwarz Boutique-Custom...und dreimal dürft ihr raten was da drin ist....schwarze Farbe :biggrinB:

Eigentlich ein gutes Beispiel: Boutique-Custom Schwarz wäre dann z.B. Vantablack.
 
  • #217
Macht eigentlich wirklich nur bei PUs oder anderem Sinn, was halt nicht Standard ist.
Wie bei mir z.B. PUs nach 60s Rickenbacker Specs im P90 Format, oder ein Hals aus Eiche, bei Standard Format oder Material, kauf ich auch von der Stange.
 
  • #218
Zumal ja vermutlich niemand mehr den Pickup neu erfindet. Nach Piezo, aktiven PUs oder anderen Magneten ist ja technisch nicht mehr viel passiert.
Trotzdem freue ich mich über die große Auswahl, obwohl mir selbst bestimmte Serien-PUs für die Klänge, die mir gefallen, genügen.
Es ist eh Wahnsinn, was es noch alles gibt, außer den "normalen" Humbuckern, Singlecoils oder P90. Jazzmaster-PUs, Filtertrons, Lipstick-PUs, etc.

Aber Boutique betrifft ja jetzt nicht nur Tonabnehmer. Eigentlich kann das alles betreffen. Geht dann halt eher darum, was nicht ganz so alltägliches zu bekommen. Ein originaler Dumble müsste da doch auch draunter fallen, oder?
 
  • #219
Ich bleibe dabei … Boutique ist allenfalls die Beratung, basierend auf Gitarre X mit ihren Eigenschaften, die sich für mich gut anfühlt, bei der ich aber was vermisse.

Ich hatte so eine FGN … die hat sich mit PU Tausch (direkt vor Ort bei Kloppmann) massiv in die gewünschte Richtung gewandelt. Aus japanischen Mittenbrett, wurde ne klassische Strat. Mit den Werks PU nicht zu erreichen.

Ohne vor Ort gewesen zu sein, hatte ich aus dem Katalog die falschen PU bestellt …

Geklappt hat es, weil Gitarre und PU berücksichtigt wurde … im persönlichen Dialog 👍

Gruß
Martin
 
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  • #220
...oh, dann ist ja meine PCL Stagemaster Amps/Rath-Anlage auch Boutique ... hab das alles individuell mit Speakern bestückt/Kombiniert .. und jetzt weiß ich auch warum die so gut klingt...oder liege ich da falsch...ach, doch, schade...sch...drauf :ROFLMAO:
 
  • Haha
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