- 15.04.26
- 02.07.05
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Hallo,
wie versprochen nun meine ErklÀrung.
Da hast du so gesehen wohl recht. Die die etwas (sorry) altbackene Reimerei hat mich dazu verleitet. Aber das wĂŒrde dem Schlager nicht gerecht. Den betrachte ich durchaus nicht als Schimpfwort.
NatĂŒrlich habe ich den Begriff "Schlager" ein bisschen polemisch gewĂ€hlt. Sozusagen als Gegenpart zum angestrebten "Punk", denn den finde ich darin absolut nicht. Also eher nach dem Ausschlussverfahren.
FĂŒr Punk ist es mir trotz des markigen "Deutschland in Flammen" nicht akzentuiert, rotzig und anarchisch genug und auch die Sprache zu veraltet (wer sagt denn noch "entronnen"?). FĂŒr einen Singer-Songwriter/Liedermacher fehlt mir dagegen die tatsĂ€chliche persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ăbrig blieb also irgendwas wie Schlager. Dabei dachte ich natĂŒrlich nicht an den Schlager einer Helene Fischer oder eines Roland Kaiser. Eher an die "Systemkritik" von Nina und Mike (Ketten, Mauern und Stacheldraht). Oder an den "Betroffenheitsrock" a ala Wolf Maahn ("Tschernobyl")
MaĂgeblich dafĂŒr, dass der Text bei mir nicht ankommt ist, dass man zwar im Text seine persönliche Betroffenheit und Kritik Ă€uĂert, dabei aber vermeidet, jemandem auf den Schlips zu treten - man bleibt also einigermaĂen konsensfĂ€hig auf der GefĂŒhlsebene und noch schlimmer: recycelt die GefĂŒhle, die bereits Schlagzeilen aus der Presse erzeugt haben, um eine Stimmung zu konstruieren. Zwar werden Leute genannt, die "Stammtischparolen" grölen und das Land entzweien. Was fĂŒr Leute das sind, bleibt aber verborgen. Kennzeichnend fĂŒr solche Leute ist aber (leider), dass sie sich selbst nicht als "Stammtischgröler" wahrnehmen, sondern als normale BĂŒrger, die lediglich ihre Meinung Ă€uĂern wollen - und ihr Ziel ist (ihrer Meinung nach) alles andere, als das Land zu entzweien. So kann sich jeder selbst ĂŒberlegen, wer diese Leute sind - und es werden fĂŒr jeden natĂŒrlich immer "die anderen" sein.
NachtrĂ€glich nehme ich aber die Kategorisierung in "Schlager" zurĂŒck. Im Prinzip bedient sich der Text Ă€hnlicher Instrumente, wie es auch die Rechten tun - nur eben ohne rechte Haltung. Auf Basis von "GefĂŒhlen" wird eine Stimmung erzeugt.
Ungenommen sei dir der Ansatz, keine klare Positiion einzunehmen. Dann frage ich mich allerdings, wo der Mehrwert im Text zu suchen ist. Dass es böse und gute Menschen ĂŒberall gibt, wusste ich schon. DafĂŒr braucht man das FlĂŒchtlilngsthema nicht.
wie versprochen nun meine ErklÀrung.
Das Anliegen des Textes allgemein mit dem eines Schlagers zu vergleichen, zeugt mE von Farbenblindheit
Da hast du so gesehen wohl recht. Die die etwas (sorry) altbackene Reimerei hat mich dazu verleitet. Aber das wĂŒrde dem Schlager nicht gerecht. Den betrachte ich durchaus nicht als Schimpfwort.
Woran machst du das fest?
NatĂŒrlich habe ich den Begriff "Schlager" ein bisschen polemisch gewĂ€hlt. Sozusagen als Gegenpart zum angestrebten "Punk", denn den finde ich darin absolut nicht. Also eher nach dem Ausschlussverfahren.
FĂŒr Punk ist es mir trotz des markigen "Deutschland in Flammen" nicht akzentuiert, rotzig und anarchisch genug und auch die Sprache zu veraltet (wer sagt denn noch "entronnen"?). FĂŒr einen Singer-Songwriter/Liedermacher fehlt mir dagegen die tatsĂ€chliche persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ăbrig blieb also irgendwas wie Schlager. Dabei dachte ich natĂŒrlich nicht an den Schlager einer Helene Fischer oder eines Roland Kaiser. Eher an die "Systemkritik" von Nina und Mike (Ketten, Mauern und Stacheldraht). Oder an den "Betroffenheitsrock" a ala Wolf Maahn ("Tschernobyl")
MaĂgeblich dafĂŒr, dass der Text bei mir nicht ankommt ist, dass man zwar im Text seine persönliche Betroffenheit und Kritik Ă€uĂert, dabei aber vermeidet, jemandem auf den Schlips zu treten - man bleibt also einigermaĂen konsensfĂ€hig auf der GefĂŒhlsebene und noch schlimmer: recycelt die GefĂŒhle, die bereits Schlagzeilen aus der Presse erzeugt haben, um eine Stimmung zu konstruieren. Zwar werden Leute genannt, die "Stammtischparolen" grölen und das Land entzweien. Was fĂŒr Leute das sind, bleibt aber verborgen. Kennzeichnend fĂŒr solche Leute ist aber (leider), dass sie sich selbst nicht als "Stammtischgröler" wahrnehmen, sondern als normale BĂŒrger, die lediglich ihre Meinung Ă€uĂern wollen - und ihr Ziel ist (ihrer Meinung nach) alles andere, als das Land zu entzweien. So kann sich jeder selbst ĂŒberlegen, wer diese Leute sind - und es werden fĂŒr jeden natĂŒrlich immer "die anderen" sein.
NachtrĂ€glich nehme ich aber die Kategorisierung in "Schlager" zurĂŒck. Im Prinzip bedient sich der Text Ă€hnlicher Instrumente, wie es auch die Rechten tun - nur eben ohne rechte Haltung. Auf Basis von "GefĂŒhlen" wird eine Stimmung erzeugt.
Ungenommen sei dir der Ansatz, keine klare Positiion einzunehmen. Dann frage ich mich allerdings, wo der Mehrwert im Text zu suchen ist. Dass es böse und gute Menschen ĂŒberall gibt, wusste ich schon. DafĂŒr braucht man das FlĂŒchtlilngsthema nicht.
