Brennender Boden

  • Ersteller Ersteller Captain Knaggs
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  • #21
Hallo,

wie versprochen nun meine ErklÀrung.

Das Anliegen des Textes allgemein mit dem eines Schlagers zu vergleichen, zeugt mE von Farbenblindheit

Da hast du so gesehen wohl recht. Die die etwas (sorry) altbackene Reimerei hat mich dazu verleitet. Aber das wĂŒrde dem Schlager nicht gerecht. Den betrachte ich durchaus nicht als Schimpfwort.

Woran machst du das fest?

NatĂŒrlich habe ich den Begriff "Schlager" ein bisschen polemisch gewĂ€hlt. Sozusagen als Gegenpart zum angestrebten "Punk", denn den finde ich darin absolut nicht. Also eher nach dem Ausschlussverfahren.

FĂŒr Punk ist es mir trotz des markigen "Deutschland in Flammen" nicht akzentuiert, rotzig und anarchisch genug und auch die Sprache zu veraltet (wer sagt denn noch "entronnen"?). FĂŒr einen Singer-Songwriter/Liedermacher fehlt mir dagegen die tatsĂ€chliche persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Übrig blieb also irgendwas wie Schlager. Dabei dachte ich natĂŒrlich nicht an den Schlager einer Helene Fischer oder eines Roland Kaiser. Eher an die "Systemkritik" von Nina und Mike (Ketten, Mauern und Stacheldraht). Oder an den "Betroffenheitsrock" a ala Wolf Maahn ("Tschernobyl")

Maßgeblich dafĂŒr, dass der Text bei mir nicht ankommt ist, dass man zwar im Text seine persönliche Betroffenheit und Kritik Ă€ußert, dabei aber vermeidet, jemandem auf den Schlips zu treten - man bleibt also einigermaßen konsensfĂ€hig auf der GefĂŒhlsebene und noch schlimmer: recycelt die GefĂŒhle, die bereits Schlagzeilen aus der Presse erzeugt haben, um eine Stimmung zu konstruieren. Zwar werden Leute genannt, die "Stammtischparolen" grölen und das Land entzweien. Was fĂŒr Leute das sind, bleibt aber verborgen. Kennzeichnend fĂŒr solche Leute ist aber (leider), dass sie sich selbst nicht als "Stammtischgröler" wahrnehmen, sondern als normale BĂŒrger, die lediglich ihre Meinung Ă€ußern wollen - und ihr Ziel ist (ihrer Meinung nach) alles andere, als das Land zu entzweien. So kann sich jeder selbst ĂŒberlegen, wer diese Leute sind - und es werden fĂŒr jeden natĂŒrlich immer "die anderen" sein.

NachtrĂ€glich nehme ich aber die Kategorisierung in "Schlager" zurĂŒck. Im Prinzip bedient sich der Text Ă€hnlicher Instrumente, wie es auch die Rechten tun - nur eben ohne rechte Haltung. Auf Basis von "GefĂŒhlen" wird eine Stimmung erzeugt.

Ungenommen sei dir der Ansatz, keine klare Positiion einzunehmen. Dann frage ich mich allerdings, wo der Mehrwert im Text zu suchen ist. Dass es böse und gute Menschen ĂŒberall gibt, wusste ich schon. DafĂŒr braucht man das FlĂŒchtlilngsthema nicht.
 

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  • #22
@Jongleur Mir geht es nicht um das Betonen von Kompetenz, sondern eher darum dass ich tagtÀglich mit der Thematik zu tun habe und deswegen vielleicht stÀrker davon angesprochen werde.

Ich habe auch nirgends von Mord im juristischen Sinne gesprochen, sondern davon dass ein FlĂŒchtling ein MĂ€dchen getötet hat, wĂ€hrend in Teil 1 des Textes ein FlĂŒchtlingskind die Flucht nicht ĂŒberlebt hat.

Es sind beides FlĂŒchtlinge, mit unterschiedlichen Geschichten und unterschiedlichen Taten. Darauf wollte ich eigentlich hinaus, dass es eben nicht "DEN" FlĂŒchtling gibt, sondern dass diese Menschen genauso verschieden sind wie wir auch.
--- BeitrÀge wurden zusammengefasst ---
@antipasti Danke fĂŒr die Klarstellung und das Feedback

Ich gebe zu ich habe das oben mißverstĂ€ndlich formuliert. Der Song sollte nicht von einer Punkband gespielt werden (also mit der entsprechenden politischen Ausrichtung), sondern im punkigen Stil, also Powerchordlastig, schroff und ohne große Soli.

Worin sehe ich den Mehrwert meines Textes, puh, das ist ein gute Frage. Kernpunkt des Textes sollte eigentlich keine politische Stimmungsmache in irgendeiner Form sein, ich habe auch bewusst keine Position links oder rechts des politischen Spektrums bezogen. Denn genau darum geht es mir. Dass man diese Herausforderung weder mit simpler "rechter" oder "linker" Ausrichtung lösen kann, sondern dass das Problem viel tiefer und komplexer ist und eben nicht schwarz und weiß.

Ich bin auch kein Politiker und will auch niemanden bekehren, sondern eher darauf aufmerksam machen, dass es eben nicht "einfach" ist eine Lösung zu finden.

Vielleicht denke ich mir in den Text mehr rein als drinnen steht, aber ich bin dankbar fĂŒr die Diskussion!

Gruß,

Thorsten
 
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  • #23
Ich gebe zu ich habe das oben mißverstĂ€ndlich formuliert. Der Song sollte nicht von einer Punkband gespielt werden (also mit der entsprechenden politischen Ausrichtung), sondern im punkigen Stil, also Powerchordlastig, schroff und ohne große Soli.

Hab ich schon verstanden. Aber Genres haben ja nicht selten eine eigene Sprache.

Denn genau darum geht es mir. Dass man diese Herausforderung weder mit simpler "rechter" oder "linker" Ausrichtung lösen kann, sondern dass das Problem viel tiefer und komplexer ist und eben nicht schwarz und weiß.

Dein Ansinnen in allen Ehren. Bei mir ist diese KomplexitÀt nicht so recht angekommen, sondern stand im Schatten des "Boulevards".
 

  • #24
@Captain Knaggs

Bei dem Thema wird man sich immer irgendwie in die Nesseln setzten. Deshalb sollte man das garnicht so krampfhaft vermeiden. Viele stört vielleicht auch dieser betont objektive Standpunkt. Es kann etwas ĂŒberheblich wirken unterschiedliche Handlungen und Personen zu kritisieren und sich selbst auf ein hohes Roß zu setzen ("doch zweifle ich manchmal an eurem Verstand.")

Die Einordnung der Ereignisse (angespĂŒltes Kind - Stammtischparolen, FlĂŒchtling - Mörder) und ihre GegenĂŒberstellung wirkt hier sehr schablonenhaft und damit vermittelt der Text genau das, was du eigentlich kritisieren willst.

Denn genau darum geht es mir. Dass man diese Herausforderung weder mit simpler "rechter" oder "linker" Ausrichtung lösen kann, sondern dass das Problem viel tiefer und komplexer ist und eben nicht schwarz und weiß.

Diese KomplexitĂ€t ist aus deinem Text nicht so richtig herauszulesen, weil du Dinge in Zusammenhang bringst, die nicht in Zusammenhang stehen. Der Fokus des Textes ist zu groß und es fehlt der emotionale Bezug des ErzĂ€hlers zum Thema.
Er wirkt nur wie ein Richter.

Ein anderer Versuch wĂ€re vielleicht, von sich selbst auszugehen. Ein Beispiel: Du sitzt nach einem SchiffsunglĂŒck in einem Rettungs-Boot mit deiner Familie. Plötzlich schwimmen weitere Überlebende auf das Boot zu. im Boot ist kein Platz mehr. Haie nĂ€hern sich. Die Überlebenden im Wasser versuchen auf das Boot zu gelangen, bringen es beinahe zum kentern. Auf dem Boot befindet sich eine Pistole. Was tust du?

In der Beipielgeschichte wird keine Wertung und kein Vergleich vorgenommen. Trotzdem ist die Situation ziemlich emotional und unsere Wertvorstellungen werden auf die Probe gestellt. Es entsteht nicht das GefĂŒhl der moralischen Überlegenheit des Autors.
 
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  • Ersteller
  • #25
Bei mir ist diese KomplexitÀt nicht so recht angekommen, sondern stand im Schatten des "Boulevards".

Ok, Danke fĂŒr das Feedback. Ich finde Deine Wahrnehmung interessant und werde mal darĂŒber nachdenken!
 
  • #26
Ich finde Deine Wahrnehmung interessant und werde mal darĂŒber nachdenken!

Wobei ich noch anmerken möchte, dass ich auch nicht geringste Idee habe, wie ich so ein Thema musikalisch verarbeiten wĂŒrde. Daher lass ich es (vorerst) lieber. Vielleicht brauchen manche Themen auch keine Lieder, sondern mehr echtes, persönliches Engagement.
 
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  • #27
Ist es nicht schon ein gewisser "Erfolg" das du die Leute mit deinem Text dazu bringst, eine umfangreiche Konversation zu starten? 🙂
Ich finde ihn nicht grundlegend schlecht, aber es könnte etwas mehr von "Dir" im Text stehen. Nicht zu neutral...neutral sind die meisten und das ist langweilig 🙂
 
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  • #28
@applcreepz Hmm, interessant wie Du das siehst, auch Dein Vorschlag ist nicht schlecht. Dass ich keine Position beziehe war ja ganz bewusst, aber ich hÀtte nicht gedacht dass das so stark auf den Leser/Hörer wirkt.

Wahrscheinlich wird aus diesem Text auch nie ein Lied werden, aber irgedwie haben ja viele etwas dazu zu sagen. Es kommt mir vor als hÀtte ich einen Nerv getroffen, aber nicht den den ich treffen wollte.

Danke nochmals an alle fĂŒr eure Meinungen.

Es ist fĂŒr mich total interessant wie sehr die Sicht von euch als "Dritten" von meiner eigenen Beurteilung des Textes abweicht.


@ACIES Ja, da hast Du auch irgendwie recht🙂
 
  • #29
Hallo @applcreepz , richtig, lass uns ĂŒbers Schreiben. reden. Ich stimme mit deiner Bewertung ĂŒberein. BanalitĂ€t droht spĂ€testens dann, wenn sich ein Songtext-Autor ernsthaft als berufener Richter begreift. Umkehrt wirkt jede Geschichte automatisch intensiver, wenn sie direkt oder indirekt von einem authentisch wirkenden Lyrischen Ich erzĂ€hlt wird. Egal ob ein Richterin erzĂ€hlt oder eine Putzfrau, die nach dem Prozess ĂŒber den hinterlassenen Dreck resĂŒmiert. ;-)

StĂŒnde da sinngemĂ€ĂŸ beispielsweise: ich sah dieses tote Kind am Strand... las von einem Messerstecherprozess .... meine Freunde meinen... die Zeitungen kommentieren anders.... Ich bin verwirrt... usw. wĂŒrde ich Kritikern sagen: Na und, das ist dem Captain seine (harmlose) Geschichte... kann ich aber irgendwie nachvollziehen... und weiter geht's im Text(eforum).

Ein guten Text bietet mir allerdings immer etwas Besonderes: ein einmaliger AufhÀnger.... und / oder faszinierende Sprachbilder... eine ungewöhnlich krasse Sichtweise.... Kunst ist keine provokante Meinung... sondern die brillante Darstellung selbiger.
 
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  • #30
...aber irgedwie haben ja viele etwas dazu zu sagen. Es kommt mir vor als hÀtte ich einen Nerv getroffen, aber nicht den den ich treffen wollte.

Ich wĂŒrde das nicht ĂŒberbewerten.

Streng genommen passiert das sehr vielen, ja fast allen, die versuchen, einen gesellschaftskritischen Text zu formulieren. Zumindest hier bist du nicht der erste, der in eine der vielen bereitgestellten Fallen tappt.
 
  • Ersteller
  • #31
Zumindest hier bist du nicht der erste, der in eine der vielen bereitgestellten Fallen tappt.

Es ist ja auch erst mein dritter Text, insofern bin ich fĂŒr jede Kritik dankbar. FĂŒr mich ist es eine positive Erfarhung dass ihr alle euch ĂŒberhaupt Zeit nehmt etwas dazu zu schreiben.

Wie oben bereits geschrieben war meine eigene Wahrnehmung des Textes völlig anders als eure. Insofern kann ich das Ganze als lehrreich verbuchen und werde beim nĂ€chsten Text nochmal durchlesen was alles hier so geschrieben wurde. Ich stimme nicht mit allem ĂŒberein, aber ein paar interessante Denkanstösse waren definitiv vorhanden.
 
  • #32
Kunst ist keine provokante Meinung... sondern die brillante Darstellung selbiger.

Mit "Kunst ist.."- Aussagen halt ich mich zurĂŒck.😉
Aber ich gehe mal so weit mit: Ein Text ĂŒber einen eingewachsenen Fussnagel, der gut geschrieben ist, kann bewegender sein, als ein vermeintlich gesellschaftskritischer Text, der sich altbekannter Motive bedient.
Es muss fĂŒr meinen Geschmack also auch nicht unbedingt provokant werden.
 
  • #33
Hallo Captain Knaggs,

ich habe mir deinen Text vor einigen Tagen schon durchgelesen, aber noch kein Feedback abgegeben, weil ich erst gedanklich sortieren musste, was mir dabei durch den Kopf ging. Dabei haben mir aber jetzt auch die anderen Stellungnahmen im Strang geholfen. Zuallererst und spontan hat mich an deinem Text gestört, dass er exemplarisch zwei FĂ€lle herausgreift, die in den Medien und sozialen Netzwerken schon so breitgetreten wurden, was bei mir eher ein "Oh, bitte nicht schon wieder"-GefĂŒhl erzeugt hat. Das wird noch unterstreichen durch die etwas hölzernen Reime, aber das fĂ€llt evtl. je nach musikalischer Form gar nicht so auf. Aber zu den zwei Beispielen: Die hast du vermutlich herausgegriffen, um möglichst plakativ die gegensĂ€tzliche Pole dieses Gut/Böse-Szenarios darzustellen. Bei mir verfehlt das aber gerade wegen dieser PlakativitĂ€t seine emotionale Wirkung, weil es schon so durchgekaut ist, und genau das willst du sicher nicht. Ich habe aber auch meine Zweifel, dass du mit einer plakativen Darstellung Leute erreichst, die sich dieser Form der Reflexion prinzipiell entziehen. Meine Erfahrungen im Netz sind da andere: Argumentieren hilft nicht. Bei denen, die sowieso verstehen, worum es dir geht, rennst du dagegen offene TĂŒren ein, und die fragen sich: Was will er mir eigentlich sagen, das weiß ich doch.

Andererseits kann ich gut nachvollziehen, dass du das Spannungsfeld, in dem du da selbst stehst, auch in einem Song oder Text thematisieren möchtest. Vielleicht gelingt das aber eher, wenn du nicht automatisch versuchst, von deiner persönlichen Erfahrung zu abstrahieren, weil du meinst, dass Außenstehende dann eher verstehen, was du meinst. Wenn du also nicht diese ErklĂ€rbĂ€r-Position einnimmst, die den Text platter und unpersönlicher macht.
 
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  • #34
applcreepz schrieb:
Mit "Kunst ist Aussagen" halte ich mich zurĂŒck

Wenn ich schreibe, versuche ich mich selber zu provozieren. Das reicht mir meistens ;-) Damit meine ich einerseits meine gÀngigen Inhalte und andererseits meine gÀngigen Formelemente.

Will ich also beispielsweise ĂŒber eine zĂ€rtliche Liebe schreiben, schreibe ich gern mal als Erstes etwas, was ich eigentlich garantiert ausschließen möchte. Beispielsweise die Zeile: Immer wenn wir ficken / in den Arsch wie die Tiere.... Und in kĂŒrzester Zeit frage ich mich, warum ich einen solchen Beginn ausschließen möchte. Sofort finde ich eine wunderschöne Überleitung zu "zĂ€rtlich". -

Jemand schrieb hier, "entronnen" wÀre altmodisch. Derartige Phantasielosigkeit stimmt mich traurig. Jeder veraltete Formulierung ist prÀchtig geeignet, den letzten Schrei der Mode zu charakterisieren. .

Warum soll ich nicht Kunst definieren? Heute so... und morgen so! So bin ich. Genau so. - Sind deine GefĂŒhle etwa nicht flĂŒchtig? Ist das nicht herrlich, authentisch zu schreiben ?! :D

Fazit: Wenn ich etwas Aufregendes schreiben will, gehe ich mir am liebsten zunÀchst mal selber auf die Ketten. So bekomm ich einen Vorgeschmack von dem, was wirklich weh tut. ;-)

So verstehe ich @antipasti, wenn er ĂŒber moralisierende Texte lĂ€stert. ich betrachte es nicht als Kunst, seinen Schweinehunden aus dem Weg zu gehn.
 
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  • #35
Wenn ich schreibe, versuche ich mich selber zu provozieren. Das reicht mir völlig. ;-) Damit meine ich einerseits meine gÀngigen Inhalte und andererseits meine gÀngigen Formelemente.

Du bist halt ein Egozentriker. So wie jeder Andere auch. Du stehst im Zentrum deiner Betrachtung, ob du willst oder nicht.
Ich habe ja schon mal die These geĂ€ußert, dass man Kunst in erster Linie fĂŒr sich selbst macht. Wenn man andere erreichen will, kommt man aber nicht drumrum die Texte dementsprechend zielgruppengerecht aufzubereiten. Es wird immer nur eine Schnittmenge der Übereinstimmung zwischen einem Selbst und dem Rezipienten geben. FĂŒr Captain Knaggs war der Text sicherlich anhand seiner eigenen Erfahrungen bewegend. FĂŒr dich eher nicht.
 
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  • #36
Jemand schrieb hier, "entronnen" wÀre altmodisch. Derartige Phantasielosigkeit stimmt mich traurig. Jeder veraltete Formulierung ist prÀchtig geeignet, den letzten Schrei der Mode zu verarschen.

Herjeh - du bist aber auch immer unerbittlich. Das war doch nicht pauschal. Ich benutze in meinen Texten andauernd und mit Vorliebe "vergilbtes Wortgut" wie "kommod" oder "ohne Harm und MĂŒh'". Aber ich schreibe auch andere Songs. Und im Kontext einer zeitgenössichen Rocknummer mit aktuellem Bezug wirkt es auf mich einfach etwas ungĂŒnstig gewĂ€hlt. Auch etwas dem Reim geschuldet.

So verstehe ich @antipasti, wenn er ĂŒber moralisierende Texte lĂ€stert

Nicht, wenn sie gut sind ....
 
  • #37
Lieber @applcreepz : wenn man andere erreichen will.... muß man denen vor allem erst mal auffallen! Wer hoch hinaus will, fĂ€llt tief... oder bleibt oben. Auffallen ist Risiko fĂŒr Leib und Seele. Naja, gut gebrĂŒllt... ;-)

Antipasti, du bist einer der wenigen Mods im Netz, der nicht nur ordentlich moderieren, sondern auch schreiben kann. Aber perfekte Texte sind das eine, und angreifbare Kommentare das Andere. ;-)
Ich denke gern mehrfach ĂŒber deine gut lesbare Meinungen nach und ahne, dass Du fĂŒr eine gut verstĂ€ndlichen Kommentar 'ne Menge guter Quergedanken opferst. - Is fĂŒr mich alles im grĂŒnen Bereich.

lg
 
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  • #38
Aber perfekte Texte sind das eine, und angreifbare Kommentare das Andere.

Mag sein - aber musstest du denn gleich mit dem lĂ€ngsten Messer in der kleinsten Wunde rĂŒhren? Nur, weil sich eine Gelegenheit zum Angriff bot? 😉
 
  • #39
Lieber @applcreepz : wenn man andere erreichen will.... muß man denen vor allem erst mal auffallen! Wer hoch hinaus will, fĂ€llt tief... oder bleibt oben. Auffallen ist Risiko fĂŒr Leib und Seele. Naja, gut gebrĂŒllt... ;-)

Ja das meinte ich. An seinen eigenen MaßstĂ€ben gemessen, wĂ€re der Text aufgefallen. Genau wie dein "zĂ€rtliches" Beispiel. FĂŒr dich ist es vielleicht provokativ, fĂŒr andere alltĂ€glich oder sogar wirklich zĂ€rtlich.
 
  • #40
Ja das meinte ich. An seinen eigenen MaßstĂ€ben gemessen, wĂ€re der Text aufgefallen. Genau wie dein "zĂ€rtliches" Beispiel. FĂŒr dich ist es vielleicht provokativ, fĂŒr andere alltĂ€glich oder sogar wirklich zĂ€rtlich.

Was ich sowieso hinzufĂŒgen möchte: NatĂŒrlich gibt es sehr viele provokante AnfĂ€nge, wo sich meine Seele weigert, eine Fortsetzung zu liefern. Das sind dann meine Nogos. Aber obwohl oder grad weil du dich weigerst, Kunstdefinitionen zu formulieren, steckst du voll von ihnen. Nur wer seine eigenen MaßstĂ€be setzt, unterdrĂŒckt fremde.

Was nĂŒtzt es dir, Zielgruppen zu beachten? Ich hab noch keinen Produzenten erlebt, der mir eine Zielgruppe fĂŒr einen Text beschreiben konnte. Die meisten operieren mit Begriffen wie "Otto Normalverbraucher" oder "Lieschen MĂŒller", die den Text verstehen mĂŒssen. Weil sie nicht wissen, dass auch Brecht, Heine oder Randy Newman von Otto Normalverbraucher verstanden werden können. DAS sagt noch gar nix. Viel mehr haben Produzenten nach meiner Meinuong nicht im Köcher.

Sie orientieren sich an den aktuellen Verkaufszahlen und akzeptieren nicht den Einwand, dass die aktuellen Hits beim Erscheinen des eigenen TontrÀgers garantiert die Zeitung von gestern sein werden.

Ich finde "brennender Boden" schlecht. Da bin ich sicher. Der Text verhungert mMn zwischen Links und Rechts. Bietet aber auch der Mitte keine Heimat. Er bietet mMn niemandem eine geistige Heimat. und was ich mit meine provokanten AnfÀngen bezwecke ist: Meine innere Heimat zu finden. Nicht die Fremde, in der ich mich wÀhne, sondern mein Zuhause, mein Ziel.
 
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