Hi anubis868!
Interessante Harmoniefolge, die ich aus Zeitgründen ohne Rücksicht auf Melodie und harmonischem Rhythmus betrachte:
Da ist die Tonart doch zwischenzeitlich nicht mehr E-Dur oder?
Die Tonart E-
Dur ist im Song wohl nicht gefestigt. Jedenfalls sprechen die Akkorde des Pre-Chorus und Chorus klar gegen E-
Dur.
Interessant ist, daß im Song nicht das Prinzip des Quintfalls verfolgt wird, sondern das des Quartfalls (vgl.
Jimi Hendrix - Hey Joe).
Im Vers führt man über die
Subdominante zurück auf die Tonika (plagaler Schluss,
Quartfall). Die Schlußwirkung und Festigung der Tonika ist geringer als dies beim Quintfall (authentischer Schluß) wäre. Ist natürlich hier Absicht, denn man verfolgt eher das Prinzip einer erweiterten Tonalität statt das einer eindeutigen und gefestigten Tonika.
Im Pre-Chorus kommt man erst über zwei
Quartfälle auf die Tonika (vgl.
Michel Polnareff - La poupée qui fait non). Bei zwei Quartfällen besteht immer Verdacht auf die Kirchentonart Mixolydisch, also weder Dur noch Moll (vgl.
The Beatles - Norwegian Wood).
Im Chorus hat es den Anschein, daß noch ein weiterer
Quartfall hinzukommt, denn es beginnt mit G - D - A. Nach der bisherigen Logik müßte E kommen, doch man wird an der Nase herumgeführt, denn es folgt B.
Auch gut, denkt man, endlich mal ein Quintfall zur Tonika. Doch denkste! Es folgt G, was die Parallele zu Em wäre, Die Tonika E erscheint jetzt als "borrowed chord"/MI zu Em.
Nun kommt mit F#7, die Doppeldominante. Nähern wir uns jetzt der Tonika über zwei Quintfälle? Oder fällt die Quinte wenigstens auf Bm, wenn schon nicht auf B? Nein! Es folgt der Moll-
Trugschluss nach C (Tonikagegenklang) statt Bm.
Über D werden wir schließlich zur Dominante B geführt und es erfolgt ENDLICH die Auflösung im Quintfall nach E.
Viele Grüße
Klaus