Chorus von Robbie Williams - Kids

von anubis8686, 08.03.12.

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  1. anubis8686

    anubis8686 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.12   #1
    Hi,

    ich habe soeben im Radio Robbie Williams Kids gehört. Mich würde jetzt folgendes interessieren:

    Vers: E(I) - A (IV)
    Pre-Chorus: D (V) A (IV) E(I)
    Chorus: E - G - D - A - B - G - F# - C - D - B

    (siehe hier)

    Was geht da im 2. Teil des Chorus harmonisch vor sich? Da ist die Tonart doch zwischenzeitlich nicht mehr E-Dur oder?

    (Zum Anhören hier, besagte Stelle etwa ab 0:51
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 10.03.12   #2
    Die Akkorde lassen sich von fast alle von E-Dur und E-moll ableiten.

    Das F# erklingt mit dem Melodieton e zusammen. Dadurch klingt es nach F#7. Der Akkord ist die Doppeldominante, deren erwartete Auflösung Bm (oder auch B) allerdings ausbleibt. Stattdessen geht es nach C, der bVI Stufe (=sP). Der Melodieton e hält m.M.n. das Ganze hauptsächlich zusammen.

    Gruß
     
  3. klaus111

    klaus111 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 11.03.12   #3
    Hi anubis868!

    Interessante Harmoniefolge, die ich aus Zeitgründen ohne Rücksicht auf Melodie und harmonischem Rhythmus betrachte:

    Die Tonart E-Dur ist im Song wohl nicht gefestigt. Jedenfalls sprechen die Akkorde des Pre-Chorus und Chorus klar gegen E-Dur.

    Interessant ist, daß im Song nicht das Prinzip des Quintfalls verfolgt wird, sondern das des Quartfalls (vgl. Jimi Hendrix - Hey Joe).

    Im Vers führt man über die Subdominante zurück auf die Tonika (plagaler Schluss, Quartfall). Die Schlußwirkung und Festigung der Tonika ist geringer als dies beim Quintfall (authentischer Schluß) wäre. Ist natürlich hier Absicht, denn man verfolgt eher das Prinzip einer erweiterten Tonalität statt das einer eindeutigen und gefestigten Tonika.

    Im Pre-Chorus kommt man erst über zwei Quartfälle auf die Tonika (vgl. Michel Polnareff - La poupée qui fait non). Bei zwei Quartfällen besteht immer Verdacht auf die Kirchentonart Mixolydisch, also weder Dur noch Moll (vgl. The Beatles - Norwegian Wood).

    Im Chorus hat es den Anschein, daß noch ein weiterer Quartfall hinzukommt, denn es beginnt mit G - D - A. Nach der bisherigen Logik müßte E kommen, doch man wird an der Nase herumgeführt, denn es folgt B.
    Auch gut, denkt man, endlich mal ein Quintfall zur Tonika. Doch denkste! Es folgt G, was die Parallele zu Em wäre, Die Tonika E erscheint jetzt als "borrowed chord"/MI zu Em.

    Nun kommt mit F#7, die Doppeldominante. Nähern wir uns jetzt der Tonika über zwei Quintfälle? Oder fällt die Quinte wenigstens auf Bm, wenn schon nicht auf B? Nein! Es folgt der Moll-Trugschluss nach C (Tonikagegenklang) statt Bm.

    Über D werden wir schließlich zur Dominante B geführt und es erfolgt ENDLICH die Auflösung im Quintfall nach E.

    Viele Grüße

    Klaus
     
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