Chromatische Mundharmonika lernen nach Noten

Warum tun sich die Leute so etwas an?
Das verstehe ich nicht.
Ich denke das so ein Ensemble / Orchester für viele die einzige Anlaufstelle in der Nähe zum gemeinsamen Musizieren ist. Verstehen kann ich das auch nicht.

Zu Thema musikalisch / unmusikalisch noch:
Das es gewisse Teilaspekte in der Musikalität gibt sehe ich auch so. Fast jeder Mensch erfüllt irgendwie- den einen und / oder anderen davon. Demnach müssten fast alle Menschen musikalisch sein. Nein, das sind sie aber allein dadurch m. E. NOCH nicht. Das Potential, -musikalisch sein zu können-, schlummert in vielen Menschen, ja!
Aber in das "Horn" der meisten Musikpädagogen, die die Auffassung vertreten, das es unmusikalische Menschen gar nicht gibt, stoße ich nicht.

Total gegen den Strich gehen mir Wortfindungen wie "Musikschwäche" oder gar "Schwachmusiker". Ich sehe darin Verunglimpfungen- Diskriminierung- nach dem Motto: Unmusikalisch gleich unnormal. :bad:


Die Tänzerin z. B. wäre m. E. unmusikalisch weil sie nicht fähig ist selbst erzeugte Töne musikalisch ein zu ordnen- bzw. Misstöne zu korrigieren.
Sie hat, Deiner Beschreibung nach ein gewisses Gespür für Rhythmus. Sie nutzt bzw. braucht aber den Rhythmus der Musik praktisch zum umsetzen gewisser Tanzbewegungen.

Wenn sie die Fähigkeit hat, (per Perkussion-Instrumente- und / oder mit Hände / Füße) selbst Rhythmus zu erzeugen, wäre sie m. E. immer noch unmusikalisch aber hätte Rhythmusgefühl.

Musikalisch oder unmusikalisch sehe ich allein darin ob jemand die Fähigkeit hat oder nicht, seine selbst erzeugten Tonfolgen akustisch zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren.
Teilaspekte wären z. B.:
Hat Rhythmusgefühl oder hat es nicht.
Spielt / Singt mit Leidenschaft / Emotionen oder nicht.

Wäre ein Mensch, der nur mit Hilfe von Noten musikalisch richtig spielen kann bzw. überhaupt spielen kann, nun musikalisch oder nicht?
Meine Antwort ist: Nein.
Ja, die Frage war zu oberflächlich gestellt, ich meinte es so:

Jemand der in der Lage wäre, ein Notenblatt 1zu1- (inklusive Fehler im Notenblatt)- auf einem Instrument um zu setzen aber nicht in der Lage wäre, akustisch zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren. Das Notenblatt wäre in dem Fall praktisch -nichts mehr als- eine art von Bedienungsanleitung für das erzeugen musikalischer Tonfolgen.

Beste Grüße
Mecky
 
Ok, die Standpunkte sind somit weitgehend geklärt.

Jetzt erhebt sich die Frage, wie man mit einer Gruppe Laienmusier umgeht, in denen einige Mitglieder durch ihre offensichtlichen Defizite das gemeinsame Musizieren mehr oder weniger empfindlich stören. Ich fasse jetzt mal aus dem Gedächtnis die gravierendsten Probleme zusammen:
1. An das Akkordspiel gewöhnte Mundharmonikaspieler tun sich mit dem Einzeltonspiel schwer.
2. Diese Leute spielen in der Regel auswendig und können auch keine Noten lesen.
3. Einige von ihnen haben obendrein Probleme damit, über das Gehör mit Hilfe von Audio-Aufnahmen Melodieverläufe exakt zu lernen und fantasieren sich manche Passagen nach eigenem Gutdünken zusammen.
Durch diese Kombination von Defiziten ist es sehr schwer, ihre Fehler zu korrigieren.​

Diese Probleme konntest Du zumindest teilweise mindern, bei jüngeren Musikern sogar beheben.
Du konntest feststellen, dass ein Wechsel von der Tremolo-Mundharmonika auf Solo-Mundharmonika oder Chromatische Mundharmonika zumindest bei einigen Musikern die Verbesserung des Einzeltonspiels bewirkte. Gleichzeitig verbessert sich die Selbstkontrolle dieser Musiker.
Du motivierst außerdem die "Auswenigspieler", Noten zu lernen mit dem Erfolg, dass einige dadurch beginnen, selbständiger zu musizieren.
Gleichzeitig kritiisierst Du aber, dass das Spiel sehr unmusikalisch ist, weil sich diese Musiker nicht mehr von den Noten lösen können und sich mit "versteinerten Gesichtern" daran festklammern.

Ist das so jetzt richtig?
Oder habe ich da im Laufe der Diskussion einen falschen Eindruck gewonnen und sehe kausale Zusammenhänge falsch?

Gruß
Lisa
 
Hallo Lisa2,

bis auf den letzten Satz ist alles stimmig!:great::)

Beste Grüße
Mecky

PS: Sind, Zungenreiter, Du und ich die einzigen in diesem Forum, die sich für das Thema Notenlernen bzw. Mundharmonika nach Noten zu spielen, interessieren?
In der Themenüberschrift steht zwar chromatische- auf diatonische lässt sich das ja auch übertragen.
 
PS: Sind, Zungenreiter, Du und ich die einzigen in diesem Forum, die sich für das Thema Notenlernen bzw. Mundharmonika nach Noten zu spielen, interessieren?

Das glaube ich nicht, denn es gibt bereits 420 Aufrufe.
Aber z.B. ich lese hier einfach nur mit, solange mir nichts Eigenes zur laufenden Diskussion einfällt. :)

Gruß Claus
 
@zonquer
Hi Claus, ich interpretiere die Zahl der Aufrufe so, das etwa 10 Leute (uns eingeschlossen) diese Diskussion mitlesen. :)

@Mecky
Ok, dann lassen wir die Geschichte mit den "versteinerten Gesichtern" / das Festklammern an Noten mal außen vor.

Mich interessiert jetzt im einzelnen, wie Du die "Problemgruppe" an die Stücke heran führst. Bereitest Du die Stücke sozusagen "mundharmonikaspezifisch" methodisch auf, indem Du zu markanten Melodiemotiven vorbereitende Etüden heraussuchst oder entsprechende Noten ausarbeitest?

Nenne mir doch mal eine Melodie aus eurem Repertoire, die gemeinfrei und daher im Netz zu finden ist. Vielleicht können wir dann ein konkretes Beispiel diskutieren, wie man Laien, die noch Schwierigkeiten mit Notenlesen haben, einen Zugang dazu vermitteln kann. Die herkömmliche Methode, einfach das Blatt mit der kompletten, fertigen Melodie aufs Pult stellen, schließe ich dabei bewusst aus. Denn um damit wirklich zurecht zu kommen (anstatt sich irgendwie durchzuschummeln), muss man ja schon Noten lesen können.



Wenn ich mich richtig erinnere, hast Du irgendwo geschrieben, dass Du von denen, die chromatische Mundharmonika spielen, erwartest, dass sie im Laufe der Zeit lernen, sich in wenigstens 3 Tonarten zurecht zu finden: C-Dur, F-Dur und G-Dur. Wird das bereits praktiziert, oder bewegen sich die Mundharmonika-Spieler bislang hauptsächlich in C-Dur und spielen transponierende Instrumente, wenn die Tonart gewechselt wird?
Grundsätzlich ist das eine Option, die man meiner Meinung nach durchaus in Betracht ziehen kann.

Wenn man auf Mundharmonikas Jahrzehnte lang in Akkordspielweise musiziert, verinnerlicht man dabei ein ganz bestimmtes Atemschema. Man hört eine Melodie und spielt sie instinktiv mit der richtigen Atmung. Dieses Atemschema ist zumindest in der Kernoktave des Richter-Stimmsystems mit der Blas-Zieh-Folge auf der Solo-/Chromatik-Mundharmonika völlig identisch. Da dieses Schema in den "gestapelten" Oktaven der Solo-/Chromatik-Instrumente vom Prinzip her in allen Oktavlagen gleich ist (die den Oktavlagen anzupassende Anblastechnik lassen wir mal außen vor), fällt es in der Regel nicht schwer, sich auf dieses AtemSchema einzustellen, wenn man vom Richter-System auf das Solo-System umsteigt.
Einen Stolperstein gibt es allerdings: das verdoppelte C.
Für die Atmung ist das uninteressant. Aber die horizontale Bewegung mit dem Instrument muss angepasst werden. Intervallsprünge, die über diese Doppelung gehen, haben eine ganz ungewohnte Distanz. Aber gut ... zurück zur Atmung.

Wenn man ausschließlich auf diatonischen Mundharmonikas im Solo-Stimmsystem spielt, muss man bei Tonartenwechseln die Mundharmonika austauschen. Dadurch spielt man alle Tonarten mit demselben Atemmuster. Für diejenigen, die mehr nach Gehör als nach Noten spielen, ist das meiner Meinung nach eine große Erleichterung.
Wer nun mit wechselnden Mundharmonikas die Noten in der jeweiligen Tonart abspielt, liest sie meiner Erfahrung nach im Grunde transponierend bzw. muss lernen sie transponierend zu lesen, um mit seiner Atmung nicht durcheinander zu kommen. Das ist nicht nur für Anfänger eine Sache, die gut geübt werden muss. Gibst Du den Solo-MuHa-Spielern dann C-Dur-Noten, damit sie nicht transponierend lesen müssen?
Oder seid ihr noch gar nicht so weit?
Oder umgehst Du das, indem möglichst nur mit chromatischen Instrumenten gespielt wird?

Früher habe ich es leichter gefunden, die Noten transponierend abzuspielen, als meine Atmung umzustellen. Heute ist es mir egal.
Aufgrund dieser Erfahrung könnte ich mir vorstellen, dass bei denen, die sich häufig verspielen, wenn sie ungewohnte Tonarten nach Noten spielen, ein an das relative Gehör gekoppeltes Atemschema die Ursache sein könnte. - Nur mal so ein Gedanke. ...


Viele Grüße
Lisa
 
@ Lisa2,
danke schon mal für Deine Ausführungen und Fragen!

Ich möchte hiermit noch das -"Für- oder Gegen-"- der beiden Methoden, (Kanalziffern / Tonziffern) für die Hilfsangaben in den Noten für Mundharmonika hinterfragen / abklopfen.
Vielleicht habt ihr noch weiteres was Für- oder Gegen- die eine oder andere Methode spricht.

Noch tendiere ich zwar zur Tonziffermethode, halte aber nicht krampfhaft daran fest. Denn ich möchte natürlich später nicht feststellen müssen das die Kanalziffermethode vielleicht doch die bessere gewesen wäre.

Von daher, das niemand aus meiner Gruppe bisher nach der Kanalmethode spielt, bräuchte auch niemand umdenken- / lernen. Es wäre also noch egal mit welcher Methode ich da rangehe.

Für die Kanalziffermethode spricht:
  • -Eine weit verbreitete Methode unter Mundharmonikaspielern
  • -direkte Orientierungshilfe am Instrument

Gegen die Kanalmethode spricht:
  • -zu den Kanalziffern müssen noch Zusatzzeichen für blas- und zieh- Töne angegeben werden.
  • -für gleiche Töne kann es u. U. je nach Modell- Stimmung- Modifizierung verschiedene Kanalziffern geben.

Für die Tonziffermethode spricht:
  • -direkte Zuordnung zum Ton, unabhängig von Model- Stimmung- Modifizierung.
  • -keine Zusatzzeichen für blas- und zieh- Töne.

Gegen die Tonziffermethode spricht:
  • -von Mundharmonikaspielern kaum bis gar nicht praktiziert / bekannt.

Zur Richtigstellung möchte noch erwähnen das die Tonziffermethode keine Mecky- Methode ist. Die Tonziffermethode ist eine weit verbreitete Notizmethode unter Musikanten allgemein, um unterwegs mal schnell ´ne Blitzidee o. ä. auf einen Schmierzettel zu kritzeln.

Nach der Tonziffermethode teile ich unseren Gitarristen, auf die schnelle per Zuruf auch den einen oder anderen Akkord mit.
Z. B. ein: X-Vermindert (X°) = 1 - 3b - 5b

Beste Grüße
Mecky
 
Mich stört an der von Dir in den Mundharmonikanoten beabsichtigten Verwendung der Tonziffern, dass sie die Tonbuchstaben für die absolute Tonhöhe ersetzen. Ich verwende sie ausschlließlich als relative Tonstufenbezeichnungen, so wie Du es in Deinem Beispiel am Ende des Posts auch machst. Wenn Du aber die absoluten Tonhöhen auf der Mundharmonika mit den Tonziffern verknüpfst, stehst Du vor einem Dilemma, sobald auf der chromatischen Mundharmonika die Tonart gewechselt wird. Entweder Du verschiebst dann die Tonstufenziffern, damit die relative Abbildung der Leiterstufen und Akkorde stimmig bleibt und verwirrst damit die Mundharmonikaspieler, oder Du belässt die Ziffern an den Positionen quasi als Zungenzahlen (Was aber m.E. auch nicht ganz stimmig ist.) und hast dann in dem Moment Chaos, wenn Du den Mundharmonikaspielern mit Hilfe von Tonziffern das Transponieren, Akkorde oder Leiterstrukturen erklären willst.

So wie Du die Tonziffernmethode in den Mundharmonikanoten einzusetzen gedenkst, hat dieses System keine eigenständige Bedeutung mehr. Ich sehe darin eine Doppelung der absoluten Tonhöhenbezeichnung, für die normalerweise Buchstaben verwendet werden. Oder anders ausgedrückt: Buchstabe, Ziffer und Notenposition sind dann drei verschiedene Darstellungsweisen für ein und denselben Tatbestand: die absolute Tonhöhe.
In meinen Augen macht das keinen Sinn.

Was Du da vor hast, findet man in ähnlicher Form auf Akkordzithern. Da sind die Saiten mit Noten, Tonbuchstaben und Ziffern unterlegt und somit die Zahlen an eine absolute Tonhöhe gekoppelt. In den alten Notenheftchen findet man dann die Zahlen unter den Noten wieder. Gedacht für Leute, die keine Ahnung von Musiklehre haben, aber gerne etwas eigene Musik machen möchten. Ich nutze das System nicht. Es ist meiner Meinung nach eine Sackgasse.



Viele Grüße
Lisa
 
Gegen die Kanalmethode spricht:
  • -zu den Kanalziffern müssen noch Zusatzzeichen für blas- und zieh- Töne angegeben werden.
  • -für gleiche Töne kann es u. U. je nach Modell- Stimmung- Modifizierung verschiedene Kanalziffern geben.

Die Zieh-Markierungen sind in dem von mir benutzen System neben den "Schieber-Drück-Markierungen" die wichtigsten Spielhilfen und bleiben am Ende übrig, wenn die Kanalziffern längst weggefallen sind. Für mich wird also anders herum ein Schuh draus:
Die Atemzeichen werden durch Kanalziffern ergänzt, um Anfängern die Orientierung am Instrument zu erleichtern.


Die Atemzeichen sind ganz neutral gehalten und von Noten und Kanalziffern unabhängig. Man muss nur wissen, auf welche Mundharmonika-Tonart sie sich beziehen. Dann kann man die Noten für verschiedene Stimmsysteme inclusive transponierender Instrumente (z.B. C-Dur lesen & andere Tonart spielen) benutzten, ohne die Atemzeichen zu ändern.
Die Notenbeispiele in #17 zeigen obendrein, dass dieses System auch das Musizieren auf mehreren Instrumenten unterstützen kann. Blasen und Ziehen ist nicht in jeder Tonart an dieselben Töne gekoppelt. Wäre das der Fall, würde es Sinn machen, sich zu merken, bei welcher Note man zieht, und bei welcher nicht. Bei diatonischen Instrumenten wirkt sich diese Konditionierung allerdings fatal aus, wenn wie aus den in #17 gezeigten Noten abzulesen, durch schnelle Instrumentenwechsel Blas-Noten zu Ziehnoten werden und umgekehrt. Deshalb bevorzuge ich für die sichere Konditionierung der Atmung ein neutrales, unabhängiges System: Kreis = ziehen (*1 Fußnote)

Wie bereits erwähnt, sind die Kanalziffern der chromatischen Mundharmonika immer so positioniert, dass unabhängig vom tiefsten Ton des Instruments auf einer C-Dur-Mundharmonika die Kanal-Zählung immer beim c' beginnt. (siehe Post #12)
Die z.B. bei Seydel in verschiedenen Tonarten erhältlichen chromatischen Mundharmonikas sind meines Erachtens als transponierende Instrumente zu betrachten. Dort beginnt die Zählung ebenfalls beim Grundton der Mundharmonika. Die mit Kanal 1 verknüpfte absolute Tonhöhe ist aber logischerweise eine andere. Wenn solche Instrumente im Ensemble benutzt werden, würde ich dafür wie bei den Blechbläsern (z.B. B-Trompete @zonquer richtig?) transponierende Noten anbieten. Also alle spielen in F-Dur, aber der F-Dur-Mundharmonikaspieler liest seine Noten in C-Dur. Ob ich das dann grundsätzlich so machen würde, oder nur solange, wie die Kanalziffern als Hilfe benötigt werden und ein Umschalten auf das transponierende Lesen verschiedener Tonarten den Spielern nicht möglich ist, das habe ich mir noch nicht überlegt, weil ich so eine Entscheidung noch nicht treffen musste. Wer transponierend lesen kann, kann sich genauso gut die F-Dur-Noten nehmen und diese dann auf dem F-Dur-Instrument mit einem Atemschema spielen, das identisch ist mit dem Atemschema auf der C-Dur-Mundharmonika (sofern er auf beiden Instrumenten dasselbe Lied in der Tonart der Mundharmonika liest und spielt). Deshalb ist das für mich transponierendes Lesen.

Fazit
Die gegen die Kanalziffernmethode vorgebrachten Argumente überzeugen mich nicht.
1. Weil die Kanalziffern bei meinen Schülern nur kurzfristig als Orientierungshilfe gegeben werden und dann sowieso wegfallen.
2. Weil ich Noten mit Kanalziffern immer passend für das genutzte Instrument einrichte.
3. Gegebenenfalls lasse ich die Kanalziffern bei der Vorbereitung weg, setze nur die Atemzeichen, die bei gleicher Tonart auf mehreren (nicht allen) Stimmsystemen (Richter Solo etc.) identisch sind und lasse die Kanalziffern von den verschiedenen Mundharmonikaspielern (nur) bei Bedarf von Hand eintragen. Das hätte obendrein einen zusätzlichen Lerneffekt.

Viele Grüße
Lisa


-------------

*1 Wie gut die Konditionierung der Atmung auf das Kreissymbol funktioniert, konnte ich kürzlich beobachten, als eine Flötenschülerin statt aus den normalen Noten aus dem Mundharmonika-Noten-Buch flötete. Sie war wiederholt versucht, beim Spielen einzuatmen. Lachend erzählte sie mir von dem komischen Gefühl beim Spielen. Dieselben Noten ohne MuHa-Atemzeichen spielte sie ganz normal.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit Akkorde haben die Mundharmonikas eh nichts zu tun, und ich denke wenn ich denen mit Transponieren- Leiterstruckturen- große und kleine Terzen usw. blocken die ab und nix geht mehr.
Die brauchen als Hilfsbezeichnungen, (nichts anderes soll die Tonbezifferung sein) doch nichts anderes wissen als das:
1- 3- 5- 8/1 geblasen und
2- 4- 6- 7- gezogen wird.
Buchstaben- blas- zieh- Bezeichnungen würde ich nur in den Übungen zusätzlich angeben.
Durch Tonübungen, Tonleiter- Intervalle- kurze bekannte Liedpassagen, sollte das irgendwann ein Automatismus werden.

Klar, Mundharmonikawechsel auf andere Tonarten bedeutet Grundtonwechsel inklusiv der dazu gehörenden Tonbezifferung. Das ist dabei und muss trainiert werden, genau wie ein Tastenspieler den Fingersatz bei anderen Tonarten anpassen muss.

Was mir noch nicht ganz klar ist, wieso die Kanalziffermethode mit zusätzlichen Blas- Zieh-Zeichen, für den Spieler leichter um zu setzen sein soll.

Hier mal ein kurzes Notenbeispiel.
4 takte alle voegel.jpg
 
Mit Akkorde haben die Mundharmonikas eh nichts zu tun
Das sehe ich anders. Du willst sie nur nicht benutzen (lassen).

wenn ich denen mit Transponieren- Leiterstruckturen- große und kleine Terzen usw. blocken die ab und nix geht mehr
Mag ja sein. Aber vielleicht ändert sich das doch mal irgendwann. Du hast doch von neuen, jungen, wissbegierigen Mundharmonikaspielern erzählt.



Buchstaben- blas- zieh- Bezeichnungen würde ich nur in den Übungen zusätzlich angeben.
Durch Tonübungen, Tonleiter- Intervalle- kurze bekannte Liedpassagen, sollte das irgendwann ein Automatismus werden.
Im Prinzip kannst Du die Mundharmonika-Spieler auf jedes x-beliebige Symbol konditionieren. Man muss nur lange genug üben. Die Frage ist, mit welcher Methode kommt man schneller zum Ziel? Der Vorteil, dass die Kanalziffern in direktem Bezug zum Instrument stehen macht dieses System für mich zum Favoriten. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht; auch damit, dass Atemzeichen unabhängig und systemübergreifend eingesetzt werden können.

Weiteres steht über Deinem Post, da wir anscheinend gleichzeitig geschrieben haben. :D

Dein Notenbeispiel ist für mich (im Moment) nicht sichtbar.


Viele Grüße
Lisa


EDIT
Jetzt ist es da.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe jetzt mal versucht, nach Deinen Ziffern zu spielen. Das ist für mich dasselbe, als würde ich nach Buchstaben spielen. Da keine Atemzeichen angefügt sind, muss jedesmal überlegt werden, ob man Blasen oder Ziehen muss. Außerdem (und das stört mich sehr) muss ich jedesmal überlegen, ob ich zum nächsten Kanal weiter rücken muss oder am Platz bleiben kann. Würde zu den Oktavlagenmarkierungen an den Zahlen noch das Atemzeichen in Form des Minus hinzu kommmen, wären das eine Menge winzige Elemente, die man da als Input bekommt. Ob das so hilfreich ist?

Mich überzeugt das Notenbild nicht.

Viele Grüße
Lisa
 
Noch ein Grund, warum ich die (optische) Vermischung von relativer Tonstufenbezeichnung und auf die Mundharmonikazungen bzw. absoluten Tonhöhen bezogenen Stufenbezeichnungen nicht gut finde:
Wenn erreicht werden soll, dass die Schüler eine gehörte Melodie bewusst (und nicht nur irgendwie mitschwimmend oder einer mehr oder weniger vagen Erinnerung folgend) auswendig spielen können, dann ist das meiner Meinung nach beste Hilfsmittel die relative Tonstufenbezeichnung und ein daran anknüpfendes relatives, intervallgetreues Darstellungssystem (ich benutze die von Karl Foltz entwickelte Melografie; aber das ist ein Thema, das ich in diesem Thread nicht abhandeln und darstellen kann). Dazu brauche ich die Schüler nicht ausführlich mit Musiktheorie zu belasten. Die Heranführung erfolgt mit praktischen Hör-, Spiel- und Definitionsübungen und ist daher in erster Linie eine Frage der Methodik und der entsprechenden Stoff-Aufbereitung. Wenn die Ensemblemitglieder zum Teil "ein ganzes Körbchen Instrumente" mitbringen, dann gehe ich mal davon aus, dass das zumindest teilweise Instrumente in verschiedenen Tonarten sind. Selbst wenn diese Musiker mit Noten nichts anfangen können, haben sie (praktische) Erfahrung mit Transponieren, ganz egal, ob sie nun den Begriff kennen/erklären können oder nicht.

Dein Notenbeispiel 2 kollidiert mit dieser Herangehensweise und deshalb kommt es für mich nicht in Frage.

Würdest Du separate Atemzeichen und bei Bedarf Kanalzahlen einsetzen, könntest Du mit Hilfe der relativen Tonstufenbezeichnung sichtbar machen, warum sich ein und dieselbe Melodie
- auf demselben Instrument in verschiedenen Tonarten gespielt so unterschiedlich anfühlt und möglicherweise in der ein oder anderen Tonart beim Atmen Probleme bereitet.
- auf verschiedenen Instrumenten in der Tonart des Instruments gespielt jedesmal gleich anfühlt.​

In einem entsprechend methodisch aufgebauten Unterricht passiert es wie von selbst, dass die Schüler das relative Tonstufensystem verinnerlichen und anwenden. Das relative Tonstufensystem dient in meinem Unterricht als Stütze für das transponierende Lesen. Ein ähnlich aussehendes Zahlensystem zur Anzeige der zu spielenden Mundharmonikazungen kann ich aus methodischen und didaktischen Gründen nicht vertreten.

Viele Grüße
Lisa
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,
Ich muss mich für die nächsten Tage hier mal ausklinken, melde mich dann wieder.

Bis dahin beste Grüße
Mecky:)
 
Hallo Mecky,
Du stellst die Frage, warum beteiligen sich so wenige an deinem Thread, Mecky. Ich denke das hat seinen hauptsächlichen Grund darin, dass sich hier zwei User gegenseitig und fortlaufend mit Wissen von Musiklehre imponieren wollen. Das hat weiter seinen Grund darin, dass sehr viele Musiker/User sich lieber mehr der praktischen Musik als den der Theoretischen Musik widmen. Andrerseits auch wunderlich, da doch die Mundharmonika Weltweit das meist verbreitete Musik Instrument ist. Nicht wenige sind wohl der Ansicht, dass alle Theorie allein wenig bis nichts nutzt. Zumindest dann nicht, wenn diese für die Praktiker nicht nutzbar ist. Diese wollen hier keinen Musikunterricht nehmen sondern sich mehr oder weniger über die Anwendung und Spielbarkeit von Mundharmonika´s unterhalten. Letztlich ist das ja auch genau das worauf es vor Publikum ankommt. Das Publikum möchte mit interessanter guter Musik unterhalten werden. Und das ist entscheidend.
Andrerseits sind hier im Mundharmonika Forum mehr Blues Harp Spieler anzutreffen als Chromatik Spieler und noch weniger Tremolo Spieler. Blues Harp Spieler brauchen sowieso keine Noten weil diese überwiegend ohne spielen. Vielfach improvisieren sie und spielen nach eigenem Geschmack. Fehler bemerkt da ohnehin keiner. Diese Narrenfreiheit haben Einzeltonspieler nicht. Dazu gehören auch jene, die Tremolo auf Einzelton, gelegentlich vielleicht noch ein bisschen mit Akkord Begleitung spielen so wie das hauptsächlich die Asiatischen Tremolo Spieler machen. Da wird jede Unstimmigkeit sofort erkannt. Insofern sind diese auf Noten und Tongenauigkeit sehr stark angewiesen. Wobei einige sich mit Grundwissen der Musiklehre begnügen. Wie ich aber schon mal sagte finde ich Musiklehre für junge beginnende Musiker als eine eminent wichtige Voraussetzung. Und wie du schon geschrieben Mecky, ist das bei den älteren Mundharmonika Spielern nicht so einfach diese nun auf etwas neues um zu gewöhnen. Diese verlassen sich halt mehr auf ihr Gefühl, Gehör und Erfahrung. Und wenn das hinhaut kann und darf man nicht voreingenommen sagen, die spielen alle falsch. Und wenn jetzt jemand sagt, der Weg ist das Ziel, dann sage ich, viele Wege führen nach Rom. Aber deine Rolle ist ja eine andere Rolle.
Von daher hast und musst du eine andere korrekte Sichtweite haben. Das gilt anscheinend nicht für deine haarsträubende Meinungsäußerung „Zum Tremoloklang“. Einerseits findest du die verschiedenen Tremoloklänge als Geschmackssache und schon im nächsten Atemzug beschreibst du diese abwertend. Das ist Typisch. Chromatikspieler auch Oktavspieler glauben sich ein Urteil über die Tremolo anzumaßen ohne dieses Instrument überhaupt umfassend zu kennen. Was glaubst du wozu wurde und wird dieses Instrument überhaupt gebaut ? Also sei mir nicht böse, aber so wie du über die Tremolo schreibst hast du wenig bis keine Ahnung davon. Ich erspare mir deine pauschalen Abwertungen im einzelnen zu zerlegen. Da muss ich sagen, da bist du als Mundharmonikalehrer bzw. Orchesterleiter weder fair noch objektiv. Und genau dazu wärest du verpflichtet. Ich rate dir und anderen fahr(t) nach Asien zu den großen Tremolo Wettbewerben und du wirst mit einer ganz anderen Meinung zurück kommen. Ich weiß wovon ich hier rede.
Ich wünsche dir immer das richtige Feeling zum Erfolg.
Und am Schluss habe ich noch einen Link „ Warum Mundharmonikalehrer nicht reich werden ”.
http://www.juergen-sturm.de/Gitarrenworkshop_Juergen_Sturm.html
Mit Mundharmonischen Grüßen
 
PS: Sind, Zungenreiter, Du und ich die einzigen in diesem Forum, die sich für das Thema Notenlernen bzw. Mundharmonika nach Noten zu spielen, interessieren?

Das glaube ich nicht, denn es gibt bereits 420 Aufrufe. Aber z.B. ich lese hier einfach nur mit, solange mir nichts Eigenes zur laufenden Diskussion einfällt. :)


Mir fällt zur laufenden Diskussion auch nichts ein - weder was Eigenes, noch was Geklautes...:ugly:. Allerdings verdient Lisa wenigstens ein Gedulds- und/oder Fleißsternchen dafür, dass sie sich derart unbeirrt mit (zumindest) sehr gewöhnungsbedürftigen Interpretationen von Musiktheorie und ihrer praktischen Umsetzung beschäftigt. Chapeau...! ;)
 
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@bluesmash
Vielen Dank für den "Orden". :)
 
Hallo Zungenreiter,

von dem was nicht interessiert, will auch kaum jemand was hören / lesen. Manche Auswendigspieler, die keine Notenkenntnisse haben, argumentieren ja gerne damit, das sie Noten nicht bräuchten, weil sie ja alles im "Kopf haben".

Das ist für mich so wie: "Ich kann hören und reden, wozu soll ich lesen und schreiben lernen"

Fehler bemerkt da ohnehin keiner.
Dieses höre ich als Argument ganz oft. Okay, jeder wie er kann und mag!

Zu den Tremolos:
Es ist richtig, ich kenne Tremolo - Modelle in sofern nicht, weil ich keine selbst spiele.
Der Tremoloklang von den Modellen die wir in der Gruppe haben trifft nicht meinen Geschmack und wirkt sich störend auf den Gruppenklangkörper aus.

Das dieses für Dich Zungenreiter und andere, einer pauschalen Abwertung aller Tremolos gleichkommen soll, kann ich nicht nachvollziehen.

Beste Grüße
Mecky
 
Ich glaube, es ist müßig, sich über das Thema Tremolo-Mundharmonika zu streiten.

Dass sich Meckys Sichtweise speziell auf die Erfahrungen mit seinem Ensemble bezieht, sollte inzwischen eigentlich klar sein.

Eine Ursache dafür, dass es manchen Tremolo-Mundharmonika-Spielern schwer fällt, ihr Einzeltonspiel zu kontrollieren könnte sein,
dass es ihnen schwer fällt, zu unterscheiden, ob sie nur die gewollte Schwebung oder zwei verschiedene Töne hören.
Um diesen Unterschied erkennen zu können, bedarf es einer entsprechenden Gehörschulung. Es leuchtet mir ein, dass es für ein untrainiertes Gehör einfacher sein kann, Einzelton und Zweiklang auf einer tremolofreien Mundharmonika zu unterscheiden.

Über den Sinn und Nutzen, Noten zu lernen, äußere ich mich nicht mehr. Solche Diskussionen bringen sowieso nichts.
Wen jemand für sich entscheidet, Noten nicht lernen zu wollen, habe ich kein Problem damit. Er ist dadurch weder ein schlechterer noch ein besserer Musiker für mich. Für mich ist es ein Vorteil, dass ich Noten lesen kann. Und den nutze ich. Es macht mir Spaß, ein Notenbuch aufschlagen zu können und eine Melodie nach der anderen abspielen zu können, ohne sie jemals vorher gehört geschweige denn geübt zu haben. Ich kann auch viele Melodien einfach nach Gehör nachspielen. Das eine schließt also das andere nicht aus. Durch Jahrzehnte langes Training der Auge-Hand-Koordination ist es für mich allerdings unter Umständen deutlich leichter, ein neues Stück mit Blick auf die Noten zu lernen. Dadurch spiele ich doch nicht schlechter, ausdrucksloser, unmusikalisch. Und behindert fühle ich mich dadurch auch nicht. Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden.

Gruß
Lisa
 
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Üben von allen Tonleitern rauf und runter die "ohne Schieber" möglich sind ,dazu die Noten aufschreiben, von:C-Dur und G-myxolydisch(bluesverwandt)g,a,h,c,d,e,f,g alle in C-Dur enthaltene pentatonische (fünftönige) F-G-C-Dur-und e-a-d-Moll-Tonleitern(bluesverwandt) alle Drei-undVier-Klänge zu jedem Ton der C-Dur-Leiter(Akkorde "gebrochen" )auf- und abwärts und immer die Noten im Auge behalten immer rhythmisch auch unterschiedlich (vielleicht vorher notiert) aufgefasst.Wie sagte mein Musiklehrer :Nach Noten lernen und auswendig spielen! Später alle Titel in C-Dur-Noten schreiben und für den Schiebereinsatz ein x vor die Note malen.
Beim gemeinsamen musizieren auf die gemeinsame Phrasierung achten (die ist aus den Noten nicht herauszulesen sie wird von jedem selbst kontrolliert oder der Dirigent passt auf oder bestimmt).
Wer die Leidenschaft hat bekommt auch Spass bei'm Üben. Es grüsst Sambutera
 
Zuletzt bearbeitet:
Nach Noten lernen und auswendig spielen!
So in der Art mach ich es selbst und so vermittle ich es auch "meinen Leuten"

Mit so in der Art meine ich: Ich poche nicht darauf NUR auswendig zu spielen, im Gegenteil, die Noten sollen beim Gruppenspiel schon vorliegen. Das nach Noten eingeübte sollte aber früher oder später in eine Art Automatismus übergehen. Auf Noten, mancher braucht sie immer- mancher nicht mehr, lege ich beim Gruppenspiel schon wert.
Manche schaffen es schnell in dem sie sich innerlich von den Noten lösen, andere tun sich schwerer, sie kleben förmlich an den Noten.

Später alle Titel in C-Dur-Noten schreiben und für den Schiebereinsatz ein x vor die Note malen.
Mit der "Emil Feil"-Schrift kann ich mich nicht anfreunden.
Das würde bedeuten das ich
a) alle Noten umschreiben müsste und
b) Spieler das lesen und umsetzen von handelüblichen Noten sehr schwer fallen würde.
 

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