Das Dilemma mit den Amp-Simulationen

  • Ersteller Neo2608
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In der von dir geschilderten Situation, würde ich bei Modelling bleiben. Wo willst du den Engl denn nutzen, wenn du zuhause meist nur über Kopfhörer spielen kannst und die Band auf In-Ear wechselt?
Ja, Röhrenamps sind toll. Aber wenn man sie nicht nutzen kann, wie es gedacht ist, auch ziemlich sinnlos. Investier das Geld lieber in einen High-End-Modeller und entsprechende Lautmacher. Auf lange Sicht hast du da mehr von.
 
..das ist durchaus nachvollziehbar und ja bestens für dich. Du hast vermutlich für den von dir (und von mir ) genannten Zeitraum absolut recht. Ich habe gerade mal geschaut, da, wo's dann eng wird ist tatsächlich eher eine Periode von über 10 Jahren relevant, hier Line6 X3 aus 2007 ursprünglich, die Editoren brauchen dann einen entsprechend retro-OS-Mac ... alles machbar, mein 1956er Dynacord läuft aber immer noch so, wie er konstruiert war :D (das ist eine Nutzungszeit von bis jetzt 67 Jahren ...)
Also die zeitliche Differenz zwischen "Röhrenhardware" und Software ist doch zu vernachlässigen. Wer spielt den länger als 10 Jahre das gleiche Topteil? So wie ich das hier gelesen haben probiert man sich da auch aus und das geht, trotz verkauf des alten, ins Geld. Die Haltbarkeit steht dabei auf einem anderen Blatt Papier. Die Haltbarkeit ist für den ökologischen Fußabdruck relevant (was nicht zu unterschätzen ist). Doch so wie ich die meisten Posts hier gelesen habe wurde ständig Hardware gekauft, verkauft und wieder verkauft, etc. Ich schätze das die durchschnittliche Nutzungsdauer hier bei 3-5 Jahren liegt. Natürlich gibt es einzelne Teile die man quasi für immer hat, aber die Masse eben nicht.

Und wenn mein Helix keine Updates mehr bekommt, dann ist der in dem jetzigen Zustand trotzdem ein geiles Stück Hardware und ich kann ihn trotzdem weiterspielen. Zumindest so lange bis er irreparabel kaputt ist. Doch dieses Problem haben auch alle anderen elektrischen Geräte. Wenn die kosten der Reparatur den Nutzen übersteigt fliegt das Teil raus; egal ob Röhre oder Simulation.
 
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Ich finde auch, dass Modeller und Röhrenamps friedlich koexistieren können. ;-)
Ich glaube manchmal, dass dieses Streitthema oft ein Generationenproblem ist. Viele jüngere Musiker bzw. jungendliche Musiker (ich bin 42) stellen sich oftmals gar nicht mehr die Streitfrage, was besser ist, sondern nutzen einfach das, was dem Zweck heiligt oder das Budget hergibt. Sind ja goldene Zeiten, was man für sein Geld geboten bekommt.

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Um deine Frage zu beantworten:
Ich spiele seit 8 Jahren einen Kemper und davor ein Eleven Rack. Davor Marshalls und neben mir steht mein alter 5150 und ein Jet City.
Ich find beides geil in seinem jeweiligen Umfeld. Ich hab zum Beispiel den Kemper über eine Class D Endstufe trotzdem noch nie genau so zum klingen bekommen, wie meinen 5150. Irgendein Fitzelchen Feel/Sound hat mir da immer gefehlt.
Live, mit InEar, verschiedenen Bühnensituationen isser trotzdem unschlagbar für mich. Auch in seiner Vielfältigkeit. Oftmals stillt er auch oft das GAS nach neuen Amps, da man mal reinschnuppern kann, in welchen Richtung das Pendant gehen kann.

Ich lass live immer eine Box (Backline) mitlaufen, damit die erste Reihen auch etwas mitbekommt und ein wenig Luft bewegt wird. Und rund um den Gig freu ich mich, dass ich kaum was schleppen muss. Bisher hat noch niemand behauptet, dass in der Kombi der Sound schrott ist ;-)
Der 5150 auf Lautstärke 0,5 klingt schlechter :D

Um es kurz zu machen:
Ich fand (und finde immer noch), dass das Avid Eleven Rack mit den richtigen Presets (hab ich mal gekauft) und dem Amp Addon eine super Kiste war. Geht für 300€ manchmal auf eBay weg. Im Vergleich klang der Kemper nicht 1200€ besser! Er ist nur flexibler.
Glaube, damit kommt man echt weit. Und wenn Du es laut machen willst, kannst Du auch eine kleine (Röhren)-Endstufe dranhängen.

Cheers, Markus.
 
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… am Ende erscheint mir die gesamte Diskussion auch ein wenig wie: „Schallplatte oder CD?“

Ich war neulich (2023!) auf einer Hochzeit, da hat der DJ noch Schallplatten gehabt und drauf geschworen!

… 99% seiner Artgenossen haben sogar CDs schon hinter sich gelassen und spielen Dateien von Laptopcomputern …

Am Ende zählt die Performance und das Entertainment!

… und da kann nur jeder selbst entscheiden, wie er die wilde Meute vor der Bühne am besten in den Wahnsinn treibt!

… wenn Mann da lieber eine Schrankwand im Rücken hat, anstatt einem Knopp im Ohr, dann gibt es da kein Falsch und kein Richtig!

Wahnsinn ist aber, was mit Software und Simulation heute an Qualität möglich ist!
 
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Da es sich um ein traditionelles Instrument handelt, sollte es IMHO auch traditionell behandelt werden.
Wozu kauft einer sich ein Custom Shop Instrument um es dann durch die Digitalisierung in ein Standardinstrument zu verwandeln?
Einmal mal ketzerisch gefragt...:evil:

Und nein, es regnet. Den Scheiterhaufen kriegt ihr nicht an...:D
 
*edit*
… wir reden von Amp & Effekt Simulation … nicht von einem MIDI Keybord, was ja überhaupt keinen eigenen Klang mehr hat!

und: das „traditionelle“ Instrument nennt sich Akustik Gitarre.

Eine E-Gitarre war vom ersten Tag an ein Bruch mit Traditionen und wurde ständig gegen den Strich gebürstet - oder nicht?
 
Grund: edit->Vollzitat Vorpost
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Ja ja, aber die traditionelle E-Gitarre ist doch auch aus Holz und es gibt Spezialisten, die den Unterschied zwischen einem Slabboard und einem herkömmlichen Griffbrett hören.
Fragt sich, ob der Digitalamp diesen Unterschied nicht einfach wegsimuliert :gruebel:
Fragen über Fragen...
 
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Da es sich bei der Gitarre um ein traditionelles Instrument handelt, sollte es natürlich auschliesslich nach traditionellen auf Papier gedruckten Noten gespielt werden. Wer da nach neumodischen Zeugs wie Tabs oder sogar, Gott bewahre, Guitar-pro spielt, hat sich der Digitalisierung schön völlig ausgeliefert und dem ist nicht mehr zu helfen

Und natürlich mit den Fingerkuppen und nicht mit einem Plektrum wegen Kunststoffabrieb und der Umwelt und so..
 
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Ja ja, aber die traditionelle E-Gitarre ist doch auch aus Holz und es gibt Spezialisten, die den Unterschied zwischen einem Slabboard und einem herkömmlichen Griffbrett hören.
Fragt sich, ob der Digitalamp diesen Unterschied nicht einfach wegsimuliert :gruebel:

… und manche hören sogar raus, ob der Röhren Amp mit Solarstrom oder gutem, alten, traditionellen Steinkohle-Strom betrieben wird!

🤣🤣🤣🤣
 
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der Röhrenamp klingt mit Atomstrom so steril, da kann man auch gleich mit einer Yamaha oder PRS spielen.

:ROFLMAO: :ROFLMAO:
 
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Grund: Vollzitat reduziert
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Da kennt jemand noch den Ausdruck "Knorke" :great:

Dann müssen wir ja ähnlich jung sein :LOL:

hogan666 schrieb: Ich finde auch, dass Modeller und Röhrenamps friedlich koexistieren können. ;-)

Konkret korrekt..... so sehe ich das schon sehr lange.

Natürlich liebe ich Röhrenamps.... aber auch Transen (habe noch nen steinalten Gallien-Krueger SC 112.... ist ein Mörderteilchen 🤘.... man kann die beiden Kanäle seriell oder parallel schalten, ist wirklich endgeil)

Und Modeler liebe ich auch 😁

Besitze jetzt das ToneX Pedal und den Ampero II Stomp.

112 SC GK.png
 
Grund: Bild eingebunden
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Wenn die kosten der Reparatur den Nutzen übersteigt fliegt das Teil raus; egal ob Röhre oder Simulation.
Wobei da nicht nur der Nutzen im eigentlichen Gebrauch zu sehen ist, sondern auch der Marktwert. Und der Punkt dürfte bei einem klassischen Röhrenamp erst sehr viel später erreicht, sein, wenn überhaupt je. Selbst wenn man seinen defekten Bassman eh durch einen Friedman ersetzen wollte, werden die Reparaturkosten in aller Regel unter dem erzielbaren Verkaufspreis liegen. Bei manchen Röhren- die eigentlich Hybridamps mit einem Haufen SMD-Bauteilen sind, kann das zugegeben anders aussehen.

Fragt sich, ob der Digitalamp diesen Unterschied nicht einfach wegsimuliert :gruebel:
Das ist mMn keine Frage der Technologie, sondern der Qualität. Es gibt auch Röhrenamps, die eher Gleichmacher sind. Auch wenn da einige der besonders gerne gemodelten Amps dabei sind, liegts dann aber nicht am Modeller.

Umgekehrt hört man über einen betont "ehrlichen" Amp mMn auch in der Digitalsimulation alle Feinheiten, solange der Algorithmus seine Verstärkungsverhalten ausreichend exakt nachbildet. Bei meinem Axe-Fx II habe ich jedenfalls nicht den Eindruck, dass sich irgendwelche meiner Gitarren ähnlicher anhören als über die Röhrengeräte. Über die klingen sie für meine Ohren zwar doch immer ein bisschen schöner, aber das gilt für alle Gitarren - und liegt vielleicht schlicht daran, dass im Axe weder mein heißgeliebter GT-Trio noch der Egnater ie4 gemodelt ist :unsure:. Den Übergang Clean/Crunch können die Models sogar einen Hauch besser, weil da auch Endstufenzerre simuliert wird - mit meiner 2x50 Watt Peavey Classic wäre das eher gebäudegefährdend...

Gruß, bagotrix
 
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Ich benutze ja auch gern den Kemper, aber es gibt halt auch diese Dinge, die ich manchmal gar nicht sachlich begründen will. ;-)

Neben dieser "Siri-Kugel" steht z.B. mein gutes altes iPal Mono-Radio. Ich mag das Ding einfach.
Und ich habe jedes mal Spaß, wenn ich das klicken der Kippschalter höre, das Lämpchen am Amp aufleuchtet und der Amp so langsam zum Leben erwacht.

IMG_3153.jpeg
 
Grund: Bild eingebunden
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So schön (und auch hilfreich, zeit- und geldsparend) die digitale Welt mittlerweile für viele Musikbereiche ist bzw. sein kann, so schön ist manchmal eben auch die totale Entschleunigung durch ein analoges Erlebnis. Das satte Einrasten eines Schalters, das leise Brummen und das mehr oder minder leichte Rauschen eines Röhrenamps, sind da dann einfach so hygge, wie man es gerade braucht.

Ich gebe offen zu, dass Röhre mir nicht fehlt und ich sehr zufrieden bin, seitdem ich ab 2008 schrittweise vollständig auf digitale Lösungen umgestiegen bin. Unbeschadet dessen, finde ich es schön, wenn man in beiden Welten unterwegs sein möchte, oder eben analog grundsätzlich digital gegenüber bevorzugt. Es ist schlicht der Dogmatismus mancher Diskutanten, der mich verwundert.

Die zentrale Frage, die ich für mich persönlich stelle, ist "klingt es gut in meinem Anwendungsfall?". Und da bin ich zu sehr Rationalist und stelle mir den Kemper hin - auch wenn ich in den meisten Fällen eigentlich mit einem Plexi-Profil unterwegs bin und die in meiner eigenen Bibliothek und dem Rig Exchange vorhandenen insgesamt 30.000 Profile nicht wirklich brauche. Macht für mich aber Sinn. Kemper Stage plus Headrush 108 im Vergleich zu "guter Plexi" plus Ox Box. Das ist preislich schon mal ein nicht zu verachtender Unterschied. Plus Handling und einige andere Schmackatien. Amp-in-the-Room-Gefühl fehlt? Hatte ich lange genug und halte das persönlich für mein Lebensglück auch für entbehrlich. Für mich passt es.
 
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Einmal mal ketzerisch gefragt...:evil:

Und nein, es regnet. Den Scheiterhaufen kriegt ihr nicht an...:D
… es braucht hier nie einen Scheiterhaufen. Die Leute zünden sich hier mit dem, was sie schreiben regelmäßig selber an… :opa:
 
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Die Leute zünden sich hier mit dem, was sie schreiben regelmäßig selber an… :opa:

Das ist aber in allen Foren so.... wird sich wohl auch nie ändern 😅

Habe am 19.08. endlich mal wieder ne Session mit nem alten Kumpel.... da werde ich dann mit dem ToneX Pedal in die Endstufe seine Marshall 6100er Tops gehen....

Er ist absoluter Röhrenfetischist (was ich auch verstehen kann).... der ganze digitale Kram ist Müll, sagt er....

Bin echt gespannt, was er dann zum Klang des Pedals sagt :evil:
 
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Gibt es überhaupt noch Foren mit erwähnenswertem Traffic?
 
@DannyGatton123

Den Kumpel bitte unbedingt einen Blindtest machen und selber spielen lassen, ob er einen Unterschied merkt und wenn ja, welchen…
( am besten zweimal über dasselbe Gerät spielen lassen, ohne dass er das weiß…
sowas führt regelmäßig zu lustigen Ergebnissen !) 😄
 
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