Also die Artist in der Studio Ausführung (keine Crown Inlays, kein Binding) ist definitiv zu teuer mit 1200€ - auch wenn sie das sicherlich wert wäre. Verhältnismäßig bekommt man die teureren Modelle wie Studio/Sunburst Standard von 93 (also Body Binding, Dot Inlays) mittlerweile für um die 1000€ (hin und wieder werden Mondpreise ausgerufen, kauft dann aber idR keiner). Dafür ist eine Artist natürlich das seltenere Instrument - nebenbei sind die originalen PUs Seth Lovers und nicht Sh1 und JB. Jedoch sieht man häufig, dass wenn jemand eine Artist und eine Sunburst/Studio oder mehrere hat, früher oder später die Artist verkauft wird. Und wenn mich nicht alles täuscht, wurde genau diese Artist in den letzten Jahren nun schon mehrfach verkauft, der letzte Besitzer wird zusätzlich die Burstbucker eingebaut haben. Wer aufmerksam ist und Glück hat, bekommt viel wertvollere Hamer wie sogar eine Sunburst Standard oder Custom (1991/92) für weniger Geld. Allerdings machen da alle unterschiedliche Erfahrungen, da man ja nicht ununterbrochen den Kleinanzeigen-Markt im Auge behalten kann.
Zu der Anniversary kann ich wenig sagen, da ich noch nie einer Hamer mit späterem Baujahr als 97 in der Hand hatte. Jedoch war die Anniversary ja auch ein eher günstigeres Modell gewesen, was ja aber grundsätzlich bei Hamer nichts heißt.
Persönlich würde ich - vor allem Preis/Leistungs bezogen - immer zu Hamer Gitarren bis zum Jahrgang 93 raten. Danach hatte sich offensichtlich - auch wenn das nicht alle wahrhaben wollen - einiges in der Qualität geändert (bedeutend dickere Lackierungen etc.). Erst mit Jol Dantzigs Rückkehr (97/98) und den 2000er Gitarren scheint die Qualität wieder sehr stark nach oben gegangen zu sein (was man so liest über die Jahre). Jedoch haben diese Hamer aus Mitte/Ende der 90er auch wieder ihre eigenen Halsprofile, die nun auch wieder vielen Gitarristen besser gefallen, als die oftmals schmalen Hälse von Anfang der 90er.
Die Hamer Ende der 70er und Anfang der 80er steigen seit einigen Jahren signifikant im Preis.