Der Jackson / Charvel User-Thread

  • #9.041
Ich finde leider gerade nicht das Bild was irgendwo auf irgendeiner Festplatte bei mir schlummert.
Da kann man den Unterschied ganz gut sehen. Die in San Dimas gebauten Gitarren hatten kleinere Elektronikfächer, die aus Ontario waren größer. Wenn ich es noch finden sollte, poste ich es noch.

Wann genau der Umzug stattfand kann ich dir leider nicht sagen, irgendwann Ende 86 auf jeden Fall, aber wann genau, keine Ahnung.

Schöne Gitarre hast du da geschossen 👍
 
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  • #9.042
Vielleicht kann ich da aushelfen. Ist zwar eine Charvel, aber auch eine San Dimas (1984er), hier kann man die Größe des Elektronikfachs gut erkennen:

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  • #9.043
Ich habe mal unter meinen Favoriten bei Reverb nachgeschaut und verglichen.
Das mit den kleinen Elektronikfächern ist echt super hilfreich zu wissen. Jackson scheint ja wirklich mit dem Umzug angefangen zu haben, die größeren Fächer zu fräsen. Cool!
Ich habe eine Soloist von April 1987 mit dem R nach dem Logo gefunden, die aber noch das kleine Elektronikfach zu haben scheint. Also wahrscheinlich genau um diesen Zeitraum herum der Umzug. https://reverb.com/item/96576479-jackson-usa-soloist-guitar-1987-candy-red

Und hier ist eine Strat, die ich um ein Haar gekauft hätte und bei der die verschiedenen Merkmale zur Datumsbestimmung ganz schön durchgemischt sind und es sich zeigt, wie schwer es fast immer ist, die Strats zu bestimmen, wenn sie kein Hangtag haben: https://reverb.com/item/86541100-vintage-1985-87-jackson-solist-student?show_sold=true
Ein generelles Problem scheint zu sein, weil die Korpusse anscheinend früher gemacht wurden und bereit lagen und dann die Hälse zur Bestellung passend angefertigt wurden.
Bei der Strat ist das Korpusdatum also auf Februar 1985 datiert; die Neckplate weist eine hohe Seriennummer auf, die nach der Zeit stammt, in der die Neckplates angeblich noch sequentiell vergeben worden sein sollten. Laut https://tonewolf.com/pages/jackson-guitar-serial-numbers-by-year und https://killerrig.com/jackson-serial-number-lookup/ sind die ersten 500 noch 1986 zuzuordnen, die drei folgenden Jahre danach nicht mehr.
1986 (San Dimas)1001-1505
Fragwürdig!
Aber wie gesagt, kann sich das zumindest wohl nicht auf die Bodys beziehen, sondern auf die Hälse bzw. die fertige Gitarre.
Der Hals scheint dann nämlich nicht mehr von 1986, sondern eher wahrscheinlich von 1987 zu sein.
Ein Hals aus 1986 hätte, wie von @eternalhate geschrieben, nach dem Logo ein TM gehabt. Ob es eindeutige Ausnahmen gibt und diese womöglich die Regel bestätigen, ist die Frage, die ich mir stelle. Außerdem hätten die Tuner hinten auch nach dem Jackson-Logo ein TM gehabt. Solche gab es aber auch noch 1987. Eindeutig bestimmen beim Hals, dass dieser bzw. die Gitarre aus vor 1986 und damit San-Dimas-Ära ist, kann man, wenn die Schraubenösen der Tuner in Linie des Tuners verlaufen und nicht abgewinkelt sind. Das Einzige, was es, glaube ich, nicht gibt, ist ein TM hinter dem Logo auf der Kopfplatte und ein R bei den Tunern.

Hier sind noch zwei Beispiele von Strats, die, wie es mir scheint, ebenfalls genau in diesen Grenzbereich der Jahre 86 und 87 fallen. Sie scheinen in San Dimas gemacht worden zu sein, weil beide kleine Elektronikfächer haben, aber mit den anderen Merkmalen das auch wieder in Frage zu stellen scheinen. Denn der Hals hat dann bei beiden Merkmale der Ontario- als auch der San-Dimas-Werkstatt und beide Neckplates sind weit über 1505.
https://reverb.com/item/86090573-jackson-san-dimas-custom-shop-86?show_sold=true
https://reverb.com/item/90185781-1986-jackson-usa-san-dimas-silver-tiger-graphics?show_sold=true

Bin gerade noch auf ein interessantes Interview mit Grover Jackson gestossen. Er erzählt von Gibson, Bernie Rico, dem Compound Radius und viele Geschichten unter anderem zu Randy Rhoads.
Jetzt verstehe ich auch, warum so viele RR aus den frühen Achtzigern noch keinen Compound Radius hatten. :)


View: https://www.youtube.com/watch?v=3hIIwxpRvgU
 
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  • #9.044
Die in San Dimas gebauten Gitarren hatten kleinere Elektronikfächer, die aus Ontario waren größer.
Es gibt aber auch "Ontarios" mit kleinem E-Fach. Hier die Rückseite meiner Custom Shop Jackson (Baujahr 2006). Alle Specs kamen von mir, aber an das E-Fach hatte ich nicht gedacht und sie haben dann einfach ein kleines verwendet.
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Zu der Frage, ob die Gitarre von Erkelenzer eine San Dimas (bzw. Glendora) oder Ontario ist, kann man die aufgrund der Seriennummer nach Ontario einordnen. Es gibt nämlich "nur" knapp über 500 Bolt-Ons aus San Dimas, die haben dann die Seriennummern 1001 bis ungefähr 1500. Die übriggeblieben Halsplatten waren alle schon geprägt und wurden bis ungefähr 1990 in zufälliger Reihenfolge verwendet. Erst ab 1990 dürften die Ontario-Halsplatte auftauchen.

Edit: Kleiner Nachtrag: Mir ist gerade eingefallen, dass es ja gar keine Ontario Jackson ist, die kommt schon aus Corona, das hatte ich übersehen. Sie hat aber noch eine Ontario Halsplatte. Wahrscheinlich haben sie erst die übriggebliebenen aufgebraucht :D
 
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  • #9.045
Nur eine kleine Anregung:

Hättet ihr nicht mal Lust dazu, euer Wissen in einem eigenen Thread zusammenzufassen?

Über die frühen USA-Charvels haben wir das ja schon, über die frühen USA Jacksons noch nicht.
Ich habe in den letzten Posts richtig spannende Infos gelesen, danke dafür, es wäre schade, wenn das (auf Seiten 452 und 453 des allgemeinen Threads) in ein paar Monaten untergehen würde.

Macht allein schon Spaß. Oder auch zu mehreren, kann ich aus eigener Erfahrung (3 mal Ibanez* mit gitarrero, 1 mal Charvel mit Nils, 1 mal PRS* mit stoptail24) bestätigen.
Der Aufwand ist geringer, als man so denkt, ein paar Infos, ein paar Pics und die Kommunikation läuft prima über PN-Gruppen.

:prost:
 
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  • #9.047
Mega! Ich liebe Pearl-Flügel!

Hast du die schonmal umfangreicher vorgestellt?😍
Ich auch :D

Ja, ich hatte sie vor laaanger Zeit hier mal vorgestellt. Ich gucke mal, ob ich den Beitrag noch finde.
Edit: Habe einen Beitrag von mir gefunden, in dem eigentlich Fotos sein sollten. Aber die Fotos sind alle weg :nix: . Vielleicht irgendeinem Serverumzug zum Opfer gefallen. Ich kann ja die Tage mal ein paar neue posten und ein paar Worte dazu schreiben.
 
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  • #9.048
Puh, da hab ich ja ganz schön was losgetreten :D Euer Schwarmwissen ist absolut sensationell, ich bin schwer beeindruckt.

Ich werde mir die Gitarre heute angucken und nehme mit, auf folgende extra Punkte zu achten: Erstens auf das Hangtag zur deutlichen Datierung, entsprechend auch auf das Elektronikfach zur Einordnung. Zweitens auf den Humbucker, ist dieser ausgetauscht oder fehlt nur die Kappe (Was nicht schlimm wäre, eine Jackson Kappe hätte ich von meiner Model 3 noch übrig). Was war denn für ein PU drin? J-90C?
 
  • #9.049
  • #9.050
Naja, der Preis ist ja trotzdem absolut i.O., ich persönlich hätte den Steg-Humbucker auch ausgetauscht.
Wäre aus meiner Sicht immer noch ein wirklich guter Kauf. Vielleicht kann man ja sogar aufgrund der hiesigen Erkenntnisse etwas handeln?
 
  • #9.051
Vielleicht kann man ja sogar aufgrund der hiesigen Erkenntnisse etwas handeln?
Dafür ist es zu spät, das gute Ding ist eingetütet. Bisschen runter ist er gegangen, meine Verhandlungsbasis war ob der zahlreichen Kaufangebote (sogar aus Finnland einer!) leider schlecht :D
 
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  • #9.052
Die Finnen wieder 😜90% meiner verkauften Jackson Gitarren befinden sich in Finnland.
 
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  • #9.053
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Die zwei alten Damen in trauter Zweisamkeit. Und jetzt geb ich Ruhe und spiele. Die 80er rufen :D
 
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  • #9.054
Herzlichen Glückwunsch, ein tolles Stück zu einem wirklich sehr guten Preis! :great:
 
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  • #9.055
@Erkelenzer du hast dir in letzter Zeit ja hier echt deinen Platz verteidigt👍😂
 
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  • #9.056
@Erkelenzer du hast dir in letzter Zeit ja hier echt deinen Platz verteidigt👍😂
Ja, wieder. War ja eine Zeit lang Ibanez* only, aber ein bisschen Abwechslung muss sein. Jackson war durch die RRs und Soloists immer 'meins', schön dass ich wieder dabei sein kann :D
 
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  • #9.057
Von mir auch herzlichen Glückwunsch. Gerade wo du die Rote hast, ist das ja jetzt ein Träumchen. :D:hat:
Steht denn im Tremolofach ein Datum oder sowas?
 
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  • #9.058

Sehr schönes Pärchen! Ich hatte die Gitarre bei erster Betrachtung nicht direkt erkannt, da ich den folgenden Satz so gelesen hatte, als hätten die Finnen gewonnen. :-)

Dafür ist es zu spät, das gute Ding ist eingetütet. Bisschen runter ist er gegangen, meine Verhandlungsbasis war ob der zahlreichen Kaufangebote (sogar aus Finnland einer!) leider schlecht :D

Aber alles gut, sie ist im Forum angekommen.
 
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  • #9.059
Steht denn im Tremolofach ein Datum oder sowas?
Weder im Tremolofach noch im Elektronikfach. Ich vermute, dass in der Hals-Korpus-Verbindung eine entsprechende Datierung zu finden ist, aber ich mag die grad nicht auseinandernehmen. Wahnsinnsteil, die hängt richtig am Gas!

Das Griffbrett ist übrigens das fetteste, was ich je gesehen habe. Gefühlt besteht der Hals 50:50 aus Hals und Griffbrett. Hier im Vergleich zur Charvel Model 3:

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  • #9.060
Das Griffbrett ist übrigens das fetteste, was ich je gesehen habe. Gefühlt besteht der Hals 50:50 aus Hals und Griffbrett.
Für die dicken Stullen Griffbretter sind die 80er Jackson Strats definitiv auch bekannt. 😁
Manche spekulieren dass dies zur Stabilität gemacht wurde. Mein Laienhirn sagt aber, hä, wieso sollte weniger Ahorn und mehr Rosenholz mehr Stabilität geben?!
Ich meine Jackson hat es aus Soundgründen gemacht, was ich auch nachvollziehen kann.
Auf jeden Fall gut zu hören, dass die Strat rockt!
 
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