Was ist denn "DIE PRS", oder "DIE" Yamaha? ;-)
Die haben doch allerlei viele unterschiedliche Modelle? Bei PRS ist die Bandbreite ja nun auch extrem groß. Von sehr preiswert, bis hin zu sehr hochpreisigen Gitarren? Von unifarben, über kunterbunt, bis hin zu exklusiven Holzdecken für die Fans dieser Art von Gitarren
Davon abgesehen kochen die doch alle nur mit Wasser? Ich selbst bin ja z.B. bekennender Freund meiner US-Silversky, aber auch realistisch genug um zu sagen, dass die sich jetzt auch nicht soooo wesentlich von anderen Strat-Typen unterscheidet. (Ich will jetzt nix wegen der Kopfplatte hören!) ;-) Die Gitarre gefällt mir halt persönlich aus ganz individuellen Gründen. (Haptik, Pickups, Klang, etc.) Eine Anderer mag die aber vielleicht sogar nicht.
Noch mal zu den ganzen bunten Social-Media Produktvorstellungen: Die werden fast alle seitens der Anbieter "unterstützt", bezahlt und damit auch ganz extrem beeinflusst. Es gibt viele Agenturen, die entsprechende Influencer-Kampagnen organisieren und durchführen. Wenn du da dran hängst und von deinen Social Media Aktivitäten lebst, dann bist du ganz schnell raus, wenn du ein Produkt öffentlich negativ darstellst. Da wird halt einfach nur das positive berichtet. Das ist kein Geheimnis.
Meine grundsätzliche Meinung dazu ist relativ einfach.
Wenn eine Gitarre, die am Ende zum Beispiel 1.000,00 € im Laden kostet und in einer modernen Fabrik in großen Mengen hergestellt wird, dann liegt die Herausforderung sicherlich darin, eine definierte und gleichbleibende Qualität zu produzieren. Ansonsten muss man natürlich den Geschmack seine Kunden treffen. Das betrifft die Optik genauso, wie den Klang
Der größte Teil dieser ganzen pauschalen Aussagen zu irgendwelchen Marken ist doch oft völlig aus der Luft gegriffen. "Steriler Klang", oder ähnliches. Entweder das Ding gefällt dem Einzelnen, oder gefällt halt nicht. Ich finde es immer irre, wie sehr gerade bei Gitarren alles so sehr mystifiziert und emotional aufgeladen wird.
Es ist doch ein Fakt, dass sowohl Yamaha, als auch PRS und viele Andere, seit Jahren eine gewaltige Zahl an Gitarren aller Art produzieren und verkaufen. Also wird es auch viele Kunden geben, die die Dinge genauso haben wollen. Sonst würden sie die Dinger doch nicht kaufen. ;-)
Was PRS nach meiner ganz persönlichen Einschätzung allerdings recht gut kann, das ist Marketing. ;-) Ich finde, der Paul macht das sehr geschickt. Natürlich ballert sich auch Yamaha mit einem gewaltigen Werbeetat durch die Welt. Aber halt "anders". Das ist ja auch eine ganz andere Konzernstruktur und da fehlt es bei den Gitarren natürlich auch an einer schillernden Figur an der Spitze, vergleichbar zu Paul Reed Smith.
Nehmen wir doch mal die eingangs genannten Kriterien als Beispiel:
- Super Qualität
Was ist das? Was sind die Kriterien? Wer legt das fest? Wie wird das gemessen?
- Perfekte Verarbeitung
Gleiches Thema: Was soll das sein? Perfektion auf höchsten Niveau? Und am besten noch bei einer Gitarre für 300 €?
Nun ja...
- Ideales Arbeitstier
Meiner Meinung oft nach eine ziemliche Worthülse. Jede meiner Gitarren kann ein "Arbeitstier" sein. Die halten das alle aus. ;-)
Je nachdem, was man damit vorhat, ist die eine oder andere Gitarre vielleicht ein wenig flexibler einsetzbar. Das hat doch aber überhaupt nichts mit dem Hersteller zu tun?
- Super Bespielbarkeit
Was meinen wir denn damit genau?
Glaubt mir, auf manchen meiner Gitarren wollen andere nicht spielen und sicher auch umgekehrt. Darf abgesehen, sind die z.T. relativ unterschiedlich eingestellt. Das ist zum Beispiel auch ganz profanen Dingen, wie dem Griffbrett-Radius oder persönlichen Vorlieben geschuldet?
Auch das hat erst mal nichts mit einem Hersteller zu tun. Okay, Man darf sicher voraussetzen, dass eine Gitarre, egal ob von PRS oder Yamaha in einem halbwegs vernünftigen Zustand ausgeliefert wird, was die grundsätzliche Bespielbarkeit betrifft.
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Das erinnert mich jetzt ein bisschen an Stiftung-Warentest und Staubsauger oder Kühlschränke?
Auch hier wieder: Wer definiert das denn nach welchen Kriterien? Man könnte ja zum Beispiel auch mal mit einbeziehen wer welches Produkt unter welchen Arbeitsbedingungen, oder mit welcher Umweltbelastung, oder mit welchem Enbergieaufwand hergestellt wird?
Oder reicht es halt schon für ein gutes Preis- Leistungsverhältnis, wenn noch halbe Kinder in einem Billiglohnland quasi "am Fließband" Gitarren bauen? ;-)
Ich stimme zu, dass es einige objektive Kriterien gibt, die geeignet sind bei einer Gitarre zu sagen. Okay hier bekommst du für das Geld erst mal eine Gitarre, bei der nichts negativ auffällt und die "ok" ist. Wie sind die Bünde verarbeitet? Sitzen die Achsen der Regler gerade in der Gitarre, stimmt der Halswinkel, ist der Hals grundsätzlich ok, oder ähnliches. Das sollte aber ab einer gewissen Preisklasse jeder Hersteller im Kreuz haben. Wenn er das nicht auf einem gewissen Niveau halten kann, dann wird er aber irgendwann Probleme mit seinen Kunden und seinen Mitbewerbern bekommen.
Was in Foren zum Beispiel oft hochkocht, dass sind halt Produkte, die in irgendeiner Form besonders negativ auffallen, oder auch schon mal wirklich besonders krass sind. Das ist aber bei anderen Produkten auch oft so. ;-)
Und ja, es gibt und gab auch schon Produkte oder Hersteller, bei denen sich die Berichte über zahlreiche Mängel so stark häuften, dass man zumindest aufmerksam wird. Das hat jetzt aber auch wenig mit speziellen Branchen zu tun.
Ich würde das alles nicht so sehr überbewerten. ;-)